Test: Presonus AudioBox iTwo, USB-Audiointerface

Die AudioBox iTwo kommt in einem Paket zusammen mit der Software Studio One von Presonus. Im Karton finden wir die AudioBox und ein USB-Kabel. Es wird nur eine Anleitung zur Verkabelung mitgeliefert, die nur ein wenig an der Oberfläche kratzt. Wer es sehr ausführlich haben möchte, kann sich eine 50-seitige (!) Bedienungsanleitung herunterladen, gerne auch direkt aufs iPad. Alle Anleitungen für die i-Reihe der AudioBoxen sind sowohl für die iTwo als auch die kleinere iOne gedacht.

Studio One Artist ist nicht auf CD beiliegend, sondern nach der Registrierung der AudioBox auf der Presonus-Seite als Download verfügbar. Die AudioBox ist für den mobilen Einsatz gedacht. Deshalb ist das Gehäuse sehr stabil. Ob man die Box live mitnehmen möchte, um wie in meinem Fall Softsynths mit echten Synthesizern selbst mischen zu können, muss man sich selbst überlegen. Elektro-Produzenten sind ja meistens für ihren Minimalismus im Studio bekannt. Ich kenne einige Kollegen, die mit Laptop, Studioabhöre und MIDI-Keyboard ganze Alben produziert haben. Da ist die AudioBox definitiv am richtigen Platz. Das blaue Metal gefällt mir sehr gut und sticht deutlich zwischen den Mitbewerbern hervor.

Presonus AudioBox iTwo

Da die Unterseite auch aus Metall besteht, hat der Hersteller vier Gummifüßchen angebracht, um die Unterlage nicht zu zerkratzen. Die Vorderseite besitzt, gemäß dem momentanen Trend, einen großen Drehknopf. Der ist für die Hauptlautstärke gedacht und lässt sich angenehm drehen. Auf der linken Seite sind zwei XLR-Klinken Kombibuchsen platziert. Es handelt sich hier um rauscharme Class-A Vorverstärker. Wer die Presonus-Interfaces kennt, wird sich auch hier gleich mit dem Klang anfreunden können. In unserem Test überzeugen sowohl breitgefächerte Synthesizer-Pads, echte (!) Streicher und das Ganze fertig im Mix live vom Rechner. Und das Schönste ist, dass wir vorgemischte Playback vom Computer und dazu die auf Phantompower umgeschalteten Mikrofoneingänge von der iTwo gleichzeitig mit einer mehr als akzeptablen Qualität benutzen können. Es gibt Mitbewerber, die an dieser Stelle übersteuern oder aussteigen würden. Auch das (simulierte) Bühnensetup für Synthesizer funktioniert überraschend stabil und leistungsfähig. Vorproduzierte Backings vom Computer und dazu echte Synthesizer. Der Klang bleibt ausgewogen.

Für Kondensatormikrofone können wir beide Buchsen per Knopfdruck auf Phantomspeisung umschalten. Leider gilt das automatisch für beide Eingänge, da es nur einen Schalter gibt. Wenn wir ein Mikrofon anschließen, können wir natürlich dennoch in den zweiten Eingang mit Klinke rein, beispielsweise passend für akustische Projekte à la Gesang mit Gitarre.

Besonders gefällt mir der Mix Regler, mit dem wir zwischen Playback und den Eingängen hin und her schalten können. Mit Playback ist alles gemeint, was wir vom Computer bekommen. Das wird in den meisten Fällen die DAW sein, mit der wir die Audiobox iTwo betreiben. Einen separaten Stromanschluss gibt es leider nicht. Zum einen benutze ich auch live Softsynths und das Interface ist sowieso immer an meinem Macbook angestöpselt. Zweitens sieht das bei den Mitbewerbern in dieser Preisklasse auch nicht unbedingt anders aus. Es ist immer noch ein Interface und kein Kleinmixer bzw. Splitter. Experimente mit USB/Strom-Adapter sollte man vermeiden. Das kann zwar eine zeitlang funktionieren, aber ich würde auf Nummer sicher gehen, da es im Netz genug Horror-Geschichten zu diesem Thema gibt.

Forum
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    MidiDino  AHU

    Dieser Test freut mich besonders, nicht als möglicher Anwender des Produktes, sondern als jemand, der Nicht-Musikern seine Stücke über das Netz zugänglich macht. Die käuflich erwerbbaren Standardrechnern bieten zwar inzwischen viel Power und Speicher, auch sind die Bildschirme inzwischen ‚erwachsen geworden‘, weiterhin grottig ist i.d.R. der Sound, gleichgültig mit welchen Fantasmen die eingebauten Karten sprachlich ‚belegt werden‘. Ein preiswertes und gut klingendes Audiointerface Musikliebhaberen empfehlen zu können, das sich einfach stöpseln (Rechner) und bestöpfeln lässt (Kopfhörer), an das u.U. sogar ein Mikro anschließbar ist, ob für ein Podcasting, für Video oder für Telefonie, wäre für alle Beteiligten hilfreich.
    Ich persönlich fände es interessant, relevante Produkte nicht im Bereich ‚Studio‘ vorzustellen, sondern innerhalb einer separaten Rubrik, die man z.B. ‚Mobile‘ nennen, auch den einen oder anderen Musik-Consumer ansprechen könnte. Dort ließen sich gleichfalls kleine Luxus-Varianten wie die von Apogee problemlos einfügen … Ich zumindest würde mich freuen, eine solche Kategorie auch Hörern empfehlen zu können – abseits all der High-, Dolbi- und Tralala-Schiene des Consumermarktes.

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    Markus Galla  RED

    Ich hatte das Interface auch vor einiger Zeit im Test für ein Magazin und bin zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Es gibt auch noch eine kleinere Version, die iOne, die sich aber angesichts des geringen Preisunterschieds nicht lohnt. Ein deutliches Minus ist, dass die iPad Software auf dem Karton groß erwähnt wird, die Vollversion aber €8.99 kostet. Der Kopfhörer-Verstärker ist auch etwas schlapp. Bei dem Preis und der sonstigen Qualität kann man aber nicht meckern. Gut, dass auch ein MIDI-Interface enthalten ist. Das wird heutzutage ja oft „vergessen“.

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    zuchero

    Hallo, wenn ich den Text richtig gelesen habe wird das IPad während des Betriebes mit der Audiobox nicht geladen. Ist das richtig? Wenn dem so ist würde mich mal interessieren was den Presonus Ingenieuren an der Arbeit so durch den Kopf geht.

    Danke für den Test!

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      gaffer  AHU

      Der Einwand ist berechtigt, es könnte allerdings sein, dass es auch nicht (gross) entladen wird, da wahrscheinlich ein Strom fliesst, wenn auch nicht genug zum Laden. Vergleichbar mit dem Zustand, wenn ein Päd an einem schlappen USB Eingang hängt. Da steht dann: lädt nicht, aber es entlädt auch nicht

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      Makrosinus

      Der iPad Akku wird zwar nicht geladen aber auch nicht entladen…. 10 Stunden am Stück Aufnehmen hat wunderbar funktioniert.

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    gaffer  AHU

    Eine Software, die den Audio Stream vom Pad zum Computer „durchleitet“ ist sinnfrei. Wenn ich das richtig verstehe, kann das Pad alleine zumindest zwei Spuren aufnehmen. Das ergibt Sinn. Arbeitet es auch mit anderer SW, z.B. GarageBand – müsste als Class Compliant ja gehen, oder habe ich da was überlesen?

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      Markus Galla  RED

      Ja, es arbeitet auch mit anderer Software zusammen. Leider ist nur Capture Duo kostenfrei. Die Vollversion von Capture ist kostenpflichtig. Du kannst prinzipiell aber auf iPad und Mac/PC jede Software verwenden.

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      Ari-PreSonus

      Hallo Gaffer,

      es wird nicht der „Stream“ durchgeleitet zu einem Computer. Sondern es geht um die Übertragung einer fertigen Recording-Session. Du bist unterwegs und hast mitgeschnitten, kommst nach Hause und per Knopfdruck geht die komplette iPad Session per WIFI an Studio One auf deinem PC oder auch Mac.

      Alle Einstellungen von Capture, wie Spur-Volume, Cuts, Beschriftungen, Marker etc. werden dann komplett in die Studio One Session übertragen und liegen dann als Song vor, den du dann dort weiterbearbeiten kannst.

      Und das iPad kann nicht nur 2 Spuren aufnehmen. In der genannten Kaufversion nimmt das iPad mit Capture 32-Spuren in 24/96 auf! Es ist ein handliches und bedienbares Recordinggerät für Live, Proberaum etc.!

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        gaffer  AHU

        Ja ok, das ist was ganz anderes und auch sinnvoll. Steht ja auch da, nur hatte ich das falsch interpretiert:

        „Mit Capture aufgenommene Spuren werden über WIFI direkt an Studio One geschickt.“

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