Test: Presonus AudioBox iTwo, USB-Audiointerface

Gehäusedesigner müssen immer irgendeinen Kompromiss finden. Begrenzter Platz, aber dennoch eine gute Platzierung aller Bedienelemente. In diesem Fall gelingt es Presonus sehr gut. Die Vorderseite ist nahezu selbsterklärend, was viel Zeit spart. Man kommt bequem an alle wichtigen Regler. Wir können ein Stereosignal bequem auspegeln, da für jede Seite ein eigener Regler vorhanden ist. Der Hauptlautstärkeregler ist in der Not auch schnell erreicht. Wenn das Computerplayback bzw. der Softsynth zu laut ist, können wir mit dem Extra-Poti schnell die Lautstärke einstellen. Im Musikalltag würde ich die AudioBox iTwo als solide und bequem bezeichnen. Hauptlautstärkeregler am Interface hat nicht jeder. Das ist mir sehr wichtig, dass es so etwas gibt.

Presonus

Die Rückseite mit den Anschlüssen

Die Rückseite ist für die geringe Größe der AudioBox iTwo auch interessant. Zum einen haben wir die Main-Outputs als Klinke. Kleinere Geräte werden oft geklaut oder gehen schlicht verloren. Einige Kollegen (vor allem die DJ-Fraktion) schützt ihre Geräte deshalb mit dem berühmten Kensington-Lock, dessen Anschluss auch hier vorhanden ist. Es ist schön, dass sich der Kensington-Trend bei kleinen Geräten durchsetzt, ganz gleich in welcher Preisklasse sich das Gerät befindet. In der Mitte des Gerätes finden wir zwei USB-Anschlüsse. Über dem einen steht „Device“ und ist für das iPad reserviert. Man hätte stattdessen auch „iPad“ schreiben können. Aber vielleicht hat Presonus in Zukunft noch Pläne für Android oder ähnliche Plattformen. Die USB-Buchse für den Computer und (leider auch die einzige Möglichkeit) für die Stromversorgung liegt gleich daneben. Unter Mac funktioniert die AudioBox dank Core Audio ohne lästige Treiberinstallation. Wird in allen DAWs sofort erkannt und genutzt. Zuletzt sollten noch die beiden MIDI-Buchsen erwähnt werden. Für mich sehr erfreulich, dass wir jeweils MIDI-In und MIDI-Out in einem Gerät haben. Somit ist die AudioBox ein sehr flexibles Audio-MIDI-Interface.

Die AudioBox und das iPad

Presonus AudioBox iTwo

Da „Capture Duo“ und „Studio One“ aus gleichem Hause kommen, ist eine nahtlose Zusammenarbeit möglich. Mit Capture aufgenommene Spuren werden über WIFI direkt an Studio One geschickt. Alle Einstellungen wie Panorama und Lautstärken werden beibehalten. Die Software bringt eine akzeptable Qualität zustande und das Recording geht wie von der Hand.

Das iPad wird nicht über die USB-Buchse aufgeladen. Strom bekommt die AudioBox über USB vom Computer. Da dieser sowieso an der AudioBox iTwo hängt, stellt sich die Frage, ob die iPad-Lösung überlebenswichtig ist. Es ist zumindest eine nützliche Erweiterung, ohne die die AudioBox iTwo auch auskommen würde.

Fazit

Die AudioBox iTwo von Presonus ist eine kleine stabile, robuste Box, die entweder im Homestudio arbeitet oder live rockt!

Wenn man am iPad diverse stromsparende Einstellungen tätigt, sollte man locker einen mittleren Auftritt mitschneiden können. Hier kommt die großartige Softwarelösung von Presonus ins Spiel. Die iPad-App „Capture“ kommuniziert kabellos mit „Studio One“. Die iTwo kommt ohne der iPad-Lösung aus. Es handelt sich hierbei um ein nützliches Feature.

Abgerundet wird die AudioBox durch den transparenten Klang, den man aus dem Hause Presonus gewohnt ist. Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern lassen sich die beiden Eingänge jeweils auf Hi Z oder Line schalten.

Für mich persönlich ist die AudioBox auch ohne iPad interessant, vor allem im Live-Betrieb. Für mich ist sie live die perfekte Schnittstelle zwischen echten Synthesizern und einem Laptop mit Backingtracks und Softsynths. Hinzu kommen das stabile Design und die MIDI-Buchsen.

Plus

  • guter Klang
  • ausgezeichnete Software
  • stabiles Gehäuse
  • MIDI In und Out

Minus

  • Phantomspeisung für beide Eingänge gekoppelt

Preis

  • Ladenpreis: 134, Euro
Forum
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    MidiDino  AHU

    Dieser Test freut mich besonders, nicht als möglicher Anwender des Produktes, sondern als jemand, der Nicht-Musikern seine Stücke über das Netz zugänglich macht. Die käuflich erwerbbaren Standardrechnern bieten zwar inzwischen viel Power und Speicher, auch sind die Bildschirme inzwischen ‚erwachsen geworden‘, weiterhin grottig ist i.d.R. der Sound, gleichgültig mit welchen Fantasmen die eingebauten Karten sprachlich ‚belegt werden‘. Ein preiswertes und gut klingendes Audiointerface Musikliebhaberen empfehlen zu können, das sich einfach stöpseln (Rechner) und bestöpfeln lässt (Kopfhörer), an das u.U. sogar ein Mikro anschließbar ist, ob für ein Podcasting, für Video oder für Telefonie, wäre für alle Beteiligten hilfreich.
    Ich persönlich fände es interessant, relevante Produkte nicht im Bereich ‚Studio‘ vorzustellen, sondern innerhalb einer separaten Rubrik, die man z.B. ‚Mobile‘ nennen, auch den einen oder anderen Musik-Consumer ansprechen könnte. Dort ließen sich gleichfalls kleine Luxus-Varianten wie die von Apogee problemlos einfügen … Ich zumindest würde mich freuen, eine solche Kategorie auch Hörern empfehlen zu können – abseits all der High-, Dolbi- und Tralala-Schiene des Consumermarktes.

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    Markus Galla  RED

    Ich hatte das Interface auch vor einiger Zeit im Test für ein Magazin und bin zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Es gibt auch noch eine kleinere Version, die iOne, die sich aber angesichts des geringen Preisunterschieds nicht lohnt. Ein deutliches Minus ist, dass die iPad Software auf dem Karton groß erwähnt wird, die Vollversion aber €8.99 kostet. Der Kopfhörer-Verstärker ist auch etwas schlapp. Bei dem Preis und der sonstigen Qualität kann man aber nicht meckern. Gut, dass auch ein MIDI-Interface enthalten ist. Das wird heutzutage ja oft „vergessen“.

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    zuchero

    Hallo, wenn ich den Text richtig gelesen habe wird das IPad während des Betriebes mit der Audiobox nicht geladen. Ist das richtig? Wenn dem so ist würde mich mal interessieren was den Presonus Ingenieuren an der Arbeit so durch den Kopf geht.

    Danke für den Test!

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      gaffer  AHU

      Der Einwand ist berechtigt, es könnte allerdings sein, dass es auch nicht (gross) entladen wird, da wahrscheinlich ein Strom fliesst, wenn auch nicht genug zum Laden. Vergleichbar mit dem Zustand, wenn ein Päd an einem schlappen USB Eingang hängt. Da steht dann: lädt nicht, aber es entlädt auch nicht

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      Makrosinus

      Der iPad Akku wird zwar nicht geladen aber auch nicht entladen…. 10 Stunden am Stück Aufnehmen hat wunderbar funktioniert.

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    gaffer  AHU

    Eine Software, die den Audio Stream vom Pad zum Computer „durchleitet“ ist sinnfrei. Wenn ich das richtig verstehe, kann das Pad alleine zumindest zwei Spuren aufnehmen. Das ergibt Sinn. Arbeitet es auch mit anderer SW, z.B. GarageBand – müsste als Class Compliant ja gehen, oder habe ich da was überlesen?

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      Markus Galla  RED

      Ja, es arbeitet auch mit anderer Software zusammen. Leider ist nur Capture Duo kostenfrei. Die Vollversion von Capture ist kostenpflichtig. Du kannst prinzipiell aber auf iPad und Mac/PC jede Software verwenden.

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      Ari-PreSonus

      Hallo Gaffer,

      es wird nicht der „Stream“ durchgeleitet zu einem Computer. Sondern es geht um die Übertragung einer fertigen Recording-Session. Du bist unterwegs und hast mitgeschnitten, kommst nach Hause und per Knopfdruck geht die komplette iPad Session per WIFI an Studio One auf deinem PC oder auch Mac.

      Alle Einstellungen von Capture, wie Spur-Volume, Cuts, Beschriftungen, Marker etc. werden dann komplett in die Studio One Session übertragen und liegen dann als Song vor, den du dann dort weiterbearbeiten kannst.

      Und das iPad kann nicht nur 2 Spuren aufnehmen. In der genannten Kaufversion nimmt das iPad mit Capture 32-Spuren in 24/96 auf! Es ist ein handliches und bedienbares Recordinggerät für Live, Proberaum etc.!

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        gaffer  AHU

        Ja ok, das ist was ganz anderes und auch sinnvoll. Steht ja auch da, nur hatte ich das falsch interpretiert:

        „Mit Capture aufgenommene Spuren werden über WIFI direkt an Studio One geschickt.“

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