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Test: Presonus Studio One Pro

Ein Fenster-Technik

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Im Gegensatz zu den meisten anderen Musikproduktionsprogrammen kann Studio One mit einem einfach zu bedienenden Ein-Fenster-Interface aufwarten. Hier werden Spuren bearbeitet, editiert und gemischt. Alternativ ist es auch möglich, das Mixer- und das Arrange-Fenster auf separate Monitore zu verteilen. In der kompakten Mixer-Ansicht kann man mischen und gleichzeitig das Arrangement im Überblick behalten. Damit entfällt lästiges hin und her Springen zwischen verschiedenen Fenstern. Auch eine größere Mixer-Ansicht ist wählbar.
In der Arrange-Ansicht kann die Wellenformdarstellung farblich den eigenen Wünschen angepasst werden. Auch die Zoomstufe ist wählbar. Während die Arrange-Ansicht dem Überblick dient, werden in der Edit-Ansicht Details sichtbar. So hat man immer im Blick, was man sehen möchte, ohne ständig zoomen zu müssen. Die Oberfläche in taubenblau/grau macht einen wertigen Eindruck und wurde sehr geradlinig gestaltet. Tastaturkommandos können frei auf die Tasten gelegt werden – fertige Tastatur-Layouts für die gängigsten Sequencer werden gleich mitgeliefert.

Drag&Drop

Obwohl schon seit den 70er-Jahren bekannt, fristete die Drag&Drop-Funktion in den verbreiteten Sequencern eher ein Schattendasein. Anders in Studio One: Hier ist Drag&Drop durchgängig verfügbar und beschert so dem Anwender einen optimalen Workflow und damit ein Arbeiten ohne unzählige Mausklicks. Dazu später mehr.

- Die Ein-Fenster-Technik ermöglicht das Mischen, Arrangieren und Editieren auf nur einem Monitor -

– Die Ein-Fenster-Technik ermöglicht das Mischen, Arrangieren und Editieren auf nur einem Monitor –

Arrange-Fenster

Für das Arrange-Fenster hat sich Presonus an die bewährte Ansicht anderer Sequencer orientiert. Man findet sich auf Anhieb zurecht. Es gibt die gewohnten Loop-Einstellungen, Marker, Bearbeitungswerkzeuge oder eine Tempospur. Mögliche Bearbeitungsfunktionen werden bei Bedarf in einer speziellen Infozeile angezeigt, wenn man mit der Maus über ein Event fährt. Aufgenommene Parts werden mit einem Tastaturkommando dupliziert oder in eine Audiodatei umgewandelt. Letzteres geschieht vollautomatisch: Der ausgewählte Part wird in eine Audiodatei umgewandelt, an der richtigen Zeitachsenposition auf einer neuen Audiospur eingefügt und die MIDI-Spur deaktiviert. Auf Übersteuerungen im Audiomaterial wird vor dem Rendern hingewiesen – einfacher geht es nicht. Die Umwandlung in Audio kann für beliebig viele Parts gleichzeitig erfolgen – möchte man die ausgewählten Parts in eine einzige Audiodatei bouncen, müssen die Spuren zunächst per Menükommando auf eine Instrumenten-Spur zusammengefasst werden.
Audio-Parts können im Arrange-Fenster ein- und ausgeblendet und in der Lautstärke verändert werden. Audio-Funktionen wie Stille einfügen, Normalisieren, Crossfades, Autofades oder Reverse sind ebenfalls mit an Bord. Für Tempoanpassungen stehen 3 verschiedene non-destruktive Timestretch-Modi zur Verfügung.

Die Darstellung der Spuren und Parts kann stufenlos eingestellt werden. Die Zoom-Zustände werden in einer Zoom-History gespeichert, so dass schnell zur vorherigen Einstellung zurückgesprungen werden kann.
Für die Aufnahme von Spuren stehen alle gewohnten Funktionen wie Punch in/out, Autopunch oder PreRoll zur Verfügung. Wird die Aufnahme im Loop durchgeführt, legt Studio One automatisch Takes an, die später aus einer Liste ausgewählt oder auf neuen Spuren angelegt werden können. Möchte man bestimmte Bearbeitungsgruppe für mehrere Spuren durchführen, hilft die Edit Group-Funktion. Das Metronom ist mit eigenen Samples frei belegbar. Wer gerne mehrere Songs gleichzeitig geöffnet hat, kann mit Studio One komfortabel zwischen den geladenen Songs per Auswahlmenü hin- und herschalten.

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- Nettes Feature: wer mit dem Laptop unterwegs ist, kann auch die Computertastatur als Keyboard nutzen -

– Nettes Feature: wer mit dem Laptop unterwegs ist, kann auch die Computertastatur als Keyboard nutzen –

Editor

Ein Doppelklick auf eine Instrumentenspur öffnen den Editor. Die einzelnen Noten präsentieren sich wie gewohnt als Balkengrafik. Pfiffig gelöst: Der Balken enthält gleich farblich abgesetzt die Velocity-Informationen der Note. Die Anschlagstärke kann dann auch direkt im Balken mit dem Stiftwerkzeug geändert werden – prima! Das Raster kann auf verschiedenen Quantisierungswerte (inkl. Swingfaktor), Zeitraster oder Musikskalen eingestellt werden. Mit letzterem wird das Einrasten an bestimmten Notenwerten innerhalb unterschiedlicher Musikskalen ermöglicht. Eine Minitastatur zeigt die möglichen Noten unterhalb des Skala-Auswahlmenüs an.
Ansonsten gibt es die üblichen Werkzeuge zur Manipulation von Noten- und Audio-Events (z.B. Radiergummi, Schere, Stift, Stummschalten) und einige MIDI-Funktionen wie Transponieren, Quantisieren oder Humanize. Eine einfache Legato-Funktion fehlt überraschenderweise. Im Audio-Untermenü stehen Normalisieren, Umkehren, Auto-/Crossfades sowie Lautstärkeanpassungen zur Verfügung. Alle Bearbeitungsschritte können selbstverständlich rückgängig gemacht werden.  Eine Verlaufsanzeige gibt Auskunft darüber, welcher Bearbeitungsschritt zu welchem Zeitpunkt durchgeführt wurde.

- Im Event-Editor wird die Anschlaglautstärke innerhalb des Notenbalkens angezeigt und kann dort editiert werden -

– Im Event-Editor wird die Anschlaglautstärke innerhalb des Notenbalkens angezeigt und kann dort editiert werden –

Die Mixer-Console

Ein Klick auf die Mix-Schaltfläche öffnet die Mixer-Console. Die einzelnen Kanalzüge zeigen anfangs nur einen Lautstärke- und Panoramaregler sowie einen Mute- und Solo-Taster. Insert- und Sendeffekte werden rechts neben dem Kanal dargestellt und können bei Bedarf ein- und ausgeklappt werden. Einen EQ muss man als Insert-Effekt hinzufügen – das klingt jetzt ein wenig umständlich, spart aber jede Menge Platz und hilft der Übersicht.
Wer lieber die Insert- und Send-Effekte oberhalb des Kanalzuges hat, kann per Mausklick auf eine größere Mixer-Ansicht wechseln. Die Mixer-Console kann auch komplett ausgedockt und auf einen zweiten Monitor geschoben werden. Bus- und Effekt-Kanäle werden direkt mit der rechten Maustaste erzeugt. Insert- und Sendeffekte können per Drag&Drop auf einen anderen Kanal übertragen werden. Selbstverständlich kann man Kanäle verstecken und in der Mixer-Ansicht beliebig verschieben. Wird ein Kanal aus dem Mixer entfernt, wandern alle Einstellungen zunächst in einen separaten Papierkorb, aus dem später alle Kanaleinstellungen rekonstruiert werden können. Genial gelöst: Änderungen am EQ können auch direkt in der grafischen Miniatur-Ansicht im Kanalzug vorgenommen werden – diese sogenannte Mikroansicht gibt es für alle programminternen Effekte. Oftmals spart man sich hiermit das Öffnen der gesamten Effektoberfläche. Fügt man das interne Spectral Meter in einen Kanalzug ein, wird auch dieses als Mini-Grafik angezeigt. Das Routing der Kanäle ist ausbaufähig: Audio- und Instrumentenspuren können einer Busspur zugeordnet werden – Effektspuren leider nicht. Dies verhindert z.B. ein gleichzeitiges Komprimieren einer  Drum-Busspur und eines Send-Effektes.  Wie anfangs beschrieben, arbeitet die Mixing-Engine immer mit 64 Bit und Fließkommazahlenberechnung.

- Im Mixer steht für jedes PlugIn eine Miniaturansicht, die sogar editiert werden kann -

– Im Mixer steht für jedes PlugIn eine Miniaturansicht, die sogar editiert werden kann –

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Forum
  1. Profilbild
    Helmut

    Mich würde noch interessieren, ob StudioOne tatsächlich hörbar besser klingt wg. der 64-Bit.
    Meistens liest man: „eventuell bei sehr großen Projekten ist ein Unterschied hörbar“ oder ähnliches. Aber: ist tatsächlich oder nur „eventuell“ ein hörbarer Unterschied z.B. zu Cubase5 gegeben?

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hallo Helmut,

      Kurz:
      Die ganze 64Bit Sache ist Marketing Blödsinn.

      Lang:
      Von 64 Bit profitiert nur der größere addressierbare Speicherplatz.

      Prinzipiell ist es so, dass bei einer DAW mit Fixed Bit Mix-Bus beim Mischen von zwei Spuren ein halbes Bit an Dynamik draufgeht. Bei Fließkomma-Mixern sieht das wieder etwas anders aus.
      Wenn jetzt einige bei den DAW Engines das Grass wachsen hören liegt das weniger an der Bitauflösung sondern an der eigentlichen Programmierung des DAW Mix Busses.

      Sich über einen vernünftigen analogen Signalweg von und zum Rechner und ein paar wohl plazierte Bassfallen für den Raum Gedanken zu machen ist wesentlich fruchtbarer, als sich über der Mix-Engine einer DAW den Kopf zu zerbrechen.

      meine Langzeiterfahungen, :)
      M.

      • Profilbild
        GeorgK

        64-bit Signalverarbeitung und 64-bit Speicherverwaltung haben nun aber herzlich wenig miteinander zu tun…
        „Halbe Bits“ gibts übrigens auch keine – das ist ja gerade das Problem bei der digitalen Signalverarbeitung.
        Ganz grob: Beim reinen Abmischen werden die 64 Bit das Kraut auch nicht fett machen. Wenn man allerdings bedenkt, wieviele (digitale, und damit mit Rundungsfehlern behaftete) Verarbeitungsstufen das Signal beim gesamten Produktionsprozess durchläuft (im VST-Instrument selber, dann noch durch ein paar Plugin-Effekte, etc.) schadet eine möglichst hohe Bitauflösung generell sicher nicht.
        Ich gebe allerdings zu, dass eine saubere Programmierung der Algorithmen wahrscheinlich wichtiger ist, als der Sprung von 32 auf 64 Bit. Trauen kann man eh nur den eigenen Ohren.

        • Profilbild
          Markus Schroeder  RED

          Hey GeorgK,

          Natürlich hat 64Bit Berechnung und Adressierung wenig miteinander zutun.
          64bit Berechungen waren schon vorher möglich.
          Das klappte in Echtzeit schon mit Samplitude Opus auf dem Amiga sehr gut. Das Marktgeschrei
          der 64Bit Betriebsysteme bezieht sich aber nun mal in der Hauptsache auf die Adressierung und irgendwie scheinen viele zu glauben, dass nun alles doppelt so schnell wird oder so.

          Ich will ja in keiner weise behaupten, dass 64Bit nicht gut ist, im Gegenteil, aber die Erwartungshaltungen sind manchmal ziemlich überzogen.

          Und natürlich gibt es keine halben Bits,
          rein mathematisch entspricht der Verlust aber einem halben.
          Ich hätte auch sagen können 4 Spuren, 1 Bit Verlust, was so aber auch nicht ganz korrekt ist. ;)

          Deinen VST Ausführungen kann ich insofern nicht völlig zustimmen, da „EFFEKTE“ ja darauf abzielen, den Klang zu „verfälschen“. Die Frage ist nur, ob das Ergebnis einem im Kontext gefällt oder nicht. Und einige Plug-ins (z.B. EQs) arbeiten intern eh mit Upsampling und eigenen Bittiefen, unabhängig von den Eigenschaften des Hosts.

          Deinem Schlussatz ist aber vorbehaltlos zuzustimmen!

          Bei den aktuell verfügbaren (+/-) 23 DAWs sollte man sich wirklich mehr Gedanken darüber machen welcher Workflow einem liegt.

          greetz :)
          M.

  2. Profilbild
    actionjaxon

    Vielerorts ist über eine „nur“ rudimentäre Midi-Abteilung zu lesen…Aber Details habe ich nicht gefunden. Ist genaueres bekannt, was da alles fehlt? Ist der Midi Editor mit Cubase vergleichbar??

    Was kann man denn über die VST(i) Performance sagen?

    Kann die Demo leider noch nicht nutzen, da mir noch ein Firewirekabel zum Anschluss meines Interfaces an meinen neuen Imac fehlt, dummerweise von M-Audio nicht mitgeliefert…

    Danke vorab!

    • Profilbild
      Michael Strauch  AHU

      Hi actionjaxon, auf Seite 4 unter Leistungshunger habe ich einen konkreten Vergleich zwischen C5 und Studio One mit VSTi’s vorgenommen. Die MIDI-Abteilung kann seit Version 1.5 nicht mehr als rudimentär bezeichnet werden und der MIDI-Editor ist bis auf wenige Ausnahmen mit Cubase vergleichbar, wenn Du den Event-Editor damit meinst.
      Gruß
      Michael

      • Profilbild
        actionjaxon

        Vielen Dank, Michael.
        Mittlerweile konnte/kann ich die Demo testen und bin sehr angetan. Das Drag&Drop System ist sehr intuitiv und die Möglichkeit, komplette Spuren & Chains einfach in den gewünschten Ordner zu ziehen ist genial. Gerade wenn man auf etwas leistungsärmeren Systemen arbeitet (Intel i3 3 Ghz hier) kann man die liebevoll erstellten VSTi-Instrumentenspuren sehr einfach komplett sichern und dann in als Audiospur bouncen, alles bleibt so stets reproduzierbar!

        Die Hardware Controller Einbindung und die MidiLearn-Funktion für VSTi’s hat mir auch sehr gefallen.

        Bleibt nur die Frage ,ob gerade der richtige Zeitpunkt ist für einen Kauf…1.5, die nächste Zahl vor dem Komma könnte ja wieder eine kostenpflichtige sein. Leider habe ich die SOUNDCLOUD Promoaktion verpasst, da gab es ja einen grossen Preisnachlass.

        Grüße, Carsten

      • Profilbild
        Florian Scholz  RED

        Also rudimentär kann man die MIDI-Abteilung nicht wirklich bezeichnen, aber von Augenhöhe zu C5 oder C6 kann definitiv nicht gesprochen werden! (Logical-Editor, Ausgefuchste Transpose-Optionen, VST-Expression, Step-Eingabe, Note-Expression…)

  3. Profilbild
    vaikl  

    Was den von Presonus erwarteten HW-Controller zum StudioOne angeht – de guude alde Faderport tut’s erstmal prima. Inklusive völlig unkomplizierter Plugin-Kontrolle, für die er ja zunächst garnicht berühmt war.

    Zusammen mit der wirklich konsequent auf Bedienbarkeit und Workflow ausgelegten Oberfläche macht das für SO-Neueinsteiger absolut Spaß:-)))

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