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Test: Presonus Studio One Pro

Automation

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In Studio One kann so gut wie jeder Parameter automatisiert werden. Für diesen Zweck gibt es die Audio- und Instrumentenautomation sowie die Spurautomation. Wie in Sequencern üblich, können die Daten entweder mit dem Stiftwerkzeug eingezeichnet oder über externe Controller bearbeitet werden. Studio One hält für das Zeichnen von Automationsdaten ein nettes Feature bereit: die sogenannten Formzeichen-Werkzeuge. Diese Werkzeuge erlauben die superschnelle Generierung  von Linien-, Rechteck-, Sägezahn-, Dreieck- und Sinusschwingungsformen. Mit dem Transform-Werkzeug kann eine so erzeugte Schwingungsform zusätzlich in beliebiger Richtung gestreckt und gestaucht werden. Apropos Hardware-Controller: Ist der externe Controller in Studio One erst einmal eingebunden, gestaltet sich die Zuweisung von Werten und Reglern kinderleicht. Zu diesem Zweck wird im ersten Step der gewünschte Software-Regler mit der Maus verändert. Anschließend wird der Hardware-Regler gedreht. Zum Abschluss wird in Studio One der Verbinden-Schalter angeklickt – fertig! Presonus nennt dieses Verfahren Control Link und verbannt damit das übliche MIDI-Mapping aus Studio One. Control Link kann aber noch mehr: Ein einziger Hardware-Regler kann mit unterschiedlichen Software-Reglern verbunden werden. Man kann also mit nur einem Hardware-Regler den Cutoff vom Software-Instrument 1 bedienen und anschließend mit dem gleichen Regler  die Lautstärke von Instrument 2. Je nachdem, welches Instrument gerade den Fokus besitzt, wird das zuvor zugeordnete Element angesteuert. Die Einstellungen werden übrigens mit dem Plug-in abgespeichert.

- Automation mit externer Hardware leicht gemacht: Control Link verbindet Software mit Hardware -

– Automation mit externer Hardware leicht gemacht: Control Link verbindet Software mit Hardware –

Wavelab inklusive 
 
In Studio One wurde unter der Bezeichnung Projekt eine vollständige Mastering-Lösung integriert. In der Projektansicht können beliebig viele Songs aus Studio One importiert werden. Der Clou: Ändert man in der Song-Ansicht irgendwelche Einstellungen, wird von dem Song beim Wechsel zur Projektansicht sofort ein neuer Mixdown erstellt. Ansonsten bietet das Projekt-Fenster so ziemlich alles, was man sich wünscht: Ändern der Titelreihenfolge, Kreuzblenden, variable Pausen zwischen den Titel hinzufügen, Metadaten des Titels vergeben. Pro Song können individuelle Plug-ins verwendet werden. Darüber hinaus ist die Verwendung von Mastering-Effekten für das gesamte Projekt möglich. Auch die Automation von Parameter wird unterstützt. Für die visuelle Anzeige der Frequenzverteilung steht eine Spektrumanzeige und zur perfekten Aussteuerung der Lautstärke eine Pegelanzeige zur Verfügung. Bei Stereowiedergabeproblemen und Monokompatibilität unterstützt eine Phasenanzeige. Zum Abschluss kann das fertige Projekt auf CD gebrannt oder in den Formaten „WAV“, „AIFF“, FLAC, „Ogg Vorbis“ und „MP3“ ausgegeben werden. Daneben bietet Studio One die Möglichkeit, die fertig gemasterten Songs in SoundCloud hochzuladen. Für diesen Zweck wurde in Studio One ein SoundCloud-Client integriert, der gleich dafür sorgt, dass der Titel mit den korrekten Metadaten aus den Voreinstellungen hochgeladen wird.
Alle Peak/RMS-Anzeigen in Studio One besitzen sogenannte K-System-Anzeigeoptionen, auf die optional umgeschaltet werden kann, um je nach Art der Audioproduktion (z.B. Kinomischungen, Popmusik oder Rundfunk) eine standardisierte Mischung hinzubekommen. Welche Anzeigeskala für welchen Einsatz gedacht ist, schildert der Erfinder Bob Katz in einem Fachbeitrag, der auszugsweise im Handbuch abgedruckt wurde. Voraussetzung für die Verwendung der K-Anzeigen ist allerdings das vorherige Kalibrieren der 0VU-Marke auf 85 dB SPL der Abhörlautsprecher per Messgerät.

- Studio One Pro bietet mit dem Projekt-Fenster einen integrierten Mastering-Bereich -

– Studio One Pro bietet mit dem Projekt-Fenster einen integrierten Mastering-Bereich –

Schneller Zugriff auf alle Daten: der Browser

Mit dem Browser in Studio One sind Effekte, Sounds und Instrumente sowie andere Daten (z.B. MIDI-Dateien) aus dem Dateisystem oder dem Audiopool sofort verfügbar. Dabei ist es möglich, Audio-Dateien vorzuhören und – wenn diese Tempoinformationen enthalten, sogar passend zum Song-Tempo. Für das integrierte Timestretching wird die bewährte Engine von zplane verwendet, die auch in den Produkten von Native Instruments oder Ueberschall zu finden ist. Die Vorhör-Funktion steht übrigens auch für MIDI-Dateien zur Verfügung. Die Dateistruktur des Browsers kann nach eigenen Wünschen angepasst werden. Es lassen sich beispielsweise eigene Tabs anlegen, um einen schnelleren Zugriff auf häufig verwendete Daten zu erreichen. Alle Elemente des Browsers können per Drag&Drop in das Arrange-Fenster gezogen werden. Möchte man z.B. ein Instrument in Studio One verwenden, zieht man es vom Browser in das Arrange-Fenster. Studio One erledigt den Rest: Eine Instrumentenspur wird angelegt, verkabelt und ist sofort spielbereit. Das gleiche gilt für alle Effekte: Einfach in das Arrange-Fenster oder in den Mixer ziehen, und schon legt Studio One diesen Effekt in den Insert oder Send-Weg – das gilt auch für Effektketten. Studio One kann REX-Audiodateien direkt importieren. Auf Wunsch werden im Browser sogar alle Slices eines REX-Loops angezeigt, die dann einzeln in das Arrange-Fenster gezogen werden können. Audio-Dateien können einzeln oder in Gruppen in das Arrangement-Fenster gezogen werden. Mit einem Rechtsklick können Audio-Dateien direkt an den mitgelieferten Sampler geschickt werden. Studio One erzeugt dann automatisch die Spur, lädt den Sampler und stellt die ausgewählte Audiodatei als spielfertiges Instrument zur Verfügung. Die Slices einer REX-Datei werden automatisch auf die Tonhöhen verteilt – besser geht es nicht!
Oder vielleicht doch? Jawohl es geht noch besser: Der Browser funktioniert nämlich auch in die andere Richtung! Man kann eine MIDI-Spur einfach in den Browser ziehen, und schon wird sie auf Festplatte gespeichert – wahlweise als MIDI-Datei oder Audio. Das funktioniert übrigens auch mit mehreren Kanälen gleichzeitig.
Eine Suchfunktion oder das Kategorisieren der Dateien mit Hilfe von Tags ist nicht möglich. Ähnlich wie beim Sequencer EnergyXT können alle Inhalte des Browsers per Drag&Drop in die Arrange- oder Console-Ansicht gezogen werden: einfach ein VST-Instrument anklicken und in das Arrange-Fenster ziehen. Die Spur wird automatisch angelegt, verkabelt, und das Instrument ist sofort spielbereit. Oder ziehen Sie einen einzelnen Effekt oder sogar eine komplette Effektkette auf eine Audiospur – das beschleunigt den Arbeitsablauf enorm.

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- Alle Elemente des Browser können per Drag&Drop in das Arrangement oder Mixer gezogen werden. Das funktioniert übrigens auch in umgekehrter Richtung! -

– Alle Elemente des Browser können per Drag&Drop in das Arrangement oder Mixer gezogen werden. Das funktioniert übrigens auch in umgekehrter Richtung! –

Interne Effekte und Instrumente

Studio One unterstützt neben ReWire auch VST- und AU Plug-in inklusive den neuen VST 3 Plug-in Spezifikationen. Dank automatischer Delay-Kompensation bleiben alle Spuren jederzeit im Sync, unabhängig von den eingesetzten Plug-ins.
Mit an Bord die Native Effects Suite von PreSonus, die eine große Vielfalt an verschiedenen Effekten (25 Stück) umfasst: Kompressor, EQs, Distortion, Delay-Effekte, Amp-Modeling, Modulations-Effekte und verschiedene Hall-Effekte. Alle Plug-ins arbeiten mit doppelter 64-bit-Fließkommapräzision.

Die Delay-Abteilung bietet ein Analog Delay mit simuliertem Band-Echo und optionaler Tempo-Synchronisation, LFO und Feedback für den Sound der 70er, ein temposynchronisiertes Beat Delay mit optionalem Cross Delay (Laufzeit-Stereoeffekt) und Filtern und ein Groove Delay mit variablen Resonanzfiltern und Beat-Raster für komplexe Grooves und Granulareffekte.

Obwohl Studio One Guitar Rig LE von Native Instruments beiliegt, bietet Presonus mit Ampire eine eigene Verstärker-Simulation mit 29 Gitarren- und Bass-Verstärkermodellen und 9 Lautsprecher-Modellen inkl. einstellbarer Mikrofonpositionierung. Wer einfach nur eine Spur mit etwas ‚Schmutz‘ anreichern möchte, kann den analogen Verzerrer Red Light Distorsion verwenden und unter „Soft Tube“, „Hard Tube“, „Bad Tube“ und „Transistor“, „Fuzz“ oder „OpAmp“ wählen.

- Ampire bietet 29 Gitarren- und Bass-Verstärkermodelle und 9 Lautsprecher-Modelle inkl. einstellbarer Mikrofonpositionierung -

– Ampire bietet 29 Gitarren- und Bass-Verstärkermodelle und 9 Lautsprecher-Modelle inkl. einstellbarer Mikrofonpositionierung –

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Forum
  1. Profilbild
    Helmut

    Mich würde noch interessieren, ob StudioOne tatsächlich hörbar besser klingt wg. der 64-Bit.
    Meistens liest man: „eventuell bei sehr großen Projekten ist ein Unterschied hörbar“ oder ähnliches. Aber: ist tatsächlich oder nur „eventuell“ ein hörbarer Unterschied z.B. zu Cubase5 gegeben?

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hallo Helmut,

      Kurz:
      Die ganze 64Bit Sache ist Marketing Blödsinn.

      Lang:
      Von 64 Bit profitiert nur der größere addressierbare Speicherplatz.

      Prinzipiell ist es so, dass bei einer DAW mit Fixed Bit Mix-Bus beim Mischen von zwei Spuren ein halbes Bit an Dynamik draufgeht. Bei Fließkomma-Mixern sieht das wieder etwas anders aus.
      Wenn jetzt einige bei den DAW Engines das Grass wachsen hören liegt das weniger an der Bitauflösung sondern an der eigentlichen Programmierung des DAW Mix Busses.

      Sich über einen vernünftigen analogen Signalweg von und zum Rechner und ein paar wohl plazierte Bassfallen für den Raum Gedanken zu machen ist wesentlich fruchtbarer, als sich über der Mix-Engine einer DAW den Kopf zu zerbrechen.

      meine Langzeiterfahungen, :)
      M.

      • Profilbild
        GeorgK

        64-bit Signalverarbeitung und 64-bit Speicherverwaltung haben nun aber herzlich wenig miteinander zu tun…
        „Halbe Bits“ gibts übrigens auch keine – das ist ja gerade das Problem bei der digitalen Signalverarbeitung.
        Ganz grob: Beim reinen Abmischen werden die 64 Bit das Kraut auch nicht fett machen. Wenn man allerdings bedenkt, wieviele (digitale, und damit mit Rundungsfehlern behaftete) Verarbeitungsstufen das Signal beim gesamten Produktionsprozess durchläuft (im VST-Instrument selber, dann noch durch ein paar Plugin-Effekte, etc.) schadet eine möglichst hohe Bitauflösung generell sicher nicht.
        Ich gebe allerdings zu, dass eine saubere Programmierung der Algorithmen wahrscheinlich wichtiger ist, als der Sprung von 32 auf 64 Bit. Trauen kann man eh nur den eigenen Ohren.

        • Profilbild
          Markus Schroeder  RED

          Hey GeorgK,

          Natürlich hat 64Bit Berechnung und Adressierung wenig miteinander zutun.
          64bit Berechungen waren schon vorher möglich.
          Das klappte in Echtzeit schon mit Samplitude Opus auf dem Amiga sehr gut. Das Marktgeschrei
          der 64Bit Betriebsysteme bezieht sich aber nun mal in der Hauptsache auf die Adressierung und irgendwie scheinen viele zu glauben, dass nun alles doppelt so schnell wird oder so.

          Ich will ja in keiner weise behaupten, dass 64Bit nicht gut ist, im Gegenteil, aber die Erwartungshaltungen sind manchmal ziemlich überzogen.

          Und natürlich gibt es keine halben Bits,
          rein mathematisch entspricht der Verlust aber einem halben.
          Ich hätte auch sagen können 4 Spuren, 1 Bit Verlust, was so aber auch nicht ganz korrekt ist. ;)

          Deinen VST Ausführungen kann ich insofern nicht völlig zustimmen, da „EFFEKTE“ ja darauf abzielen, den Klang zu „verfälschen“. Die Frage ist nur, ob das Ergebnis einem im Kontext gefällt oder nicht. Und einige Plug-ins (z.B. EQs) arbeiten intern eh mit Upsampling und eigenen Bittiefen, unabhängig von den Eigenschaften des Hosts.

          Deinem Schlussatz ist aber vorbehaltlos zuzustimmen!

          Bei den aktuell verfügbaren (+/-) 23 DAWs sollte man sich wirklich mehr Gedanken darüber machen welcher Workflow einem liegt.

          greetz :)
          M.

  2. Profilbild
    actionjaxon

    Vielerorts ist über eine „nur“ rudimentäre Midi-Abteilung zu lesen…Aber Details habe ich nicht gefunden. Ist genaueres bekannt, was da alles fehlt? Ist der Midi Editor mit Cubase vergleichbar??

    Was kann man denn über die VST(i) Performance sagen?

    Kann die Demo leider noch nicht nutzen, da mir noch ein Firewirekabel zum Anschluss meines Interfaces an meinen neuen Imac fehlt, dummerweise von M-Audio nicht mitgeliefert…

    Danke vorab!

    • Profilbild
      Michael Strauch  AHU

      Hi actionjaxon, auf Seite 4 unter Leistungshunger habe ich einen konkreten Vergleich zwischen C5 und Studio One mit VSTi’s vorgenommen. Die MIDI-Abteilung kann seit Version 1.5 nicht mehr als rudimentär bezeichnet werden und der MIDI-Editor ist bis auf wenige Ausnahmen mit Cubase vergleichbar, wenn Du den Event-Editor damit meinst.
      Gruß
      Michael

      • Profilbild
        actionjaxon

        Vielen Dank, Michael.
        Mittlerweile konnte/kann ich die Demo testen und bin sehr angetan. Das Drag&Drop System ist sehr intuitiv und die Möglichkeit, komplette Spuren & Chains einfach in den gewünschten Ordner zu ziehen ist genial. Gerade wenn man auf etwas leistungsärmeren Systemen arbeitet (Intel i3 3 Ghz hier) kann man die liebevoll erstellten VSTi-Instrumentenspuren sehr einfach komplett sichern und dann in als Audiospur bouncen, alles bleibt so stets reproduzierbar!

        Die Hardware Controller Einbindung und die MidiLearn-Funktion für VSTi’s hat mir auch sehr gefallen.

        Bleibt nur die Frage ,ob gerade der richtige Zeitpunkt ist für einen Kauf…1.5, die nächste Zahl vor dem Komma könnte ja wieder eine kostenpflichtige sein. Leider habe ich die SOUNDCLOUD Promoaktion verpasst, da gab es ja einen grossen Preisnachlass.

        Grüße, Carsten

      • Profilbild
        Florian Scholz  RED

        Also rudimentär kann man die MIDI-Abteilung nicht wirklich bezeichnen, aber von Augenhöhe zu C5 oder C6 kann definitiv nicht gesprochen werden! (Logical-Editor, Ausgefuchste Transpose-Optionen, VST-Expression, Step-Eingabe, Note-Expression…)

  3. Profilbild
    vaikl  

    Was den von Presonus erwarteten HW-Controller zum StudioOne angeht – de guude alde Faderport tut’s erstmal prima. Inklusive völlig unkomplizierter Plugin-Kontrolle, für die er ja zunächst garnicht berühmt war.

    Zusammen mit der wirklich konsequent auf Bedienbarkeit und Workflow ausgelegten Oberfläche macht das für SO-Neueinsteiger absolut Spaß:-)))

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