Test: Presonus StudioLive R16, digitales Mischpult & Audiointerface

4. März 2019

Kleines Mischpult, großer Sound

Presonus StudioLive R16

Presonus StudioLive R16

Presonus StudioLive R16 im AMAZONA.de-Test. Der Soft- und Hardware-Hersteller aus Baton Rouge in Louisiana hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Neben vielen Eigenentwicklungen im Bereich Studiotechnik wurde das Portfolio auch durch die Ak­qui­si­ti­on externer Firmen erweitert. So ist u. a. Presonus Studio One aus der Partnerschaft mit der Hamburger Software-Schmiede Kristall-Labs hervorgegangen. Es ist nebenbei gesagt schon erstaunlich, wie viele aktuelle DAWs ihren Ursprung in Deutschland haben.

Auch im Bereich PA-Lautsprecher hat sich Presonus mit WorxAudio externes Know-How in die Firma geholt. Doch trotz der Expansion bleibt Presonus laut eigener Aussage eine Firma von Musikern, die Produkte für Musiker entwickelt. Gerade wurde die StudioLive-Serie in Version III neu aufgelegt. Dabei sind neben den klassischen Digitalmixern auch wieder Rack-Mixer dabei, von denen der hier getestete StudioLive R16 der Kleinste ist.

Ausstattung des Presonus StudioLive R16

presonus studiolive r16

Kompakt und leistungsstark

Der Presonus StudioLive R16 ist mit 1 HE ein besonders kompaktes Rack-Mischpult und erinnert eher an ein klassisches Audiointerface im 19-Zoll-Format. Das ist es genau genommen auch, besser gesagt ein Hybrid aus digitalem Live-Mischpult mit AVB-Anbindung und Audiointerface. Der R16 kann also auf drei verschiedene Arten genutzt werden. Zum einen als reines USB-Audiointerface, als Live-Mischpult und als digitale Stagebox im AVB-Netzwerk mit anderen StudioLive-Mixern.

Der R16 ist dafür mit 16 der preisgekrönten XMAX-Preamps von Presonus ausgestattet. Eine Fernsteuerung derselben ist natürlich möglich und aus Ermangelung an analogen Bedienelementen auch nötig. Wer mehr Eingänge benötigt, wird in den größeren Modellen R24 und R32 fündig.

presonus studio live r16

Kombobuchsen von Amphenol

Die Eingangskanäle sind mit Kombo-Buchsen von Amphenol ausgestattet. Parallel zu den XLR-Eingängen 15/16 liegen zusätzlich zwei Cinch-Eingänge. Ausgangsseitig finden sich zwei Main-Ausgänge im XLR- und 6 Aux-Ausgänge im Klinkenformat. Die Rückseite wird komplettiert durch einen USB-Port zum Anschluss eines Mac oder PC sowie zwei Netzwerk-Anschlüsse. Der erste im Ethercon-Format dient zur Einbindung in ein AVB-Netzwerk, der zweite ist zum Anschluss eines Routers oder zur direkten Steuerung per Rechner vorgesehen. Auf der Vorderseite befinden sich neben den ersten 12 XLR-Eingängen nur ein Kopfhöreranschluss mit Lautstärkeregler, ein Mute-Taster und ein SD-Karten-Einschub. Der Rest wird per Software geregelt.

Vergleich mit dem Vorgänger

 

RML16AI – teurer und größer – der Vorgänger des R16

Vor einigen Jahren hatte Presonus bereits die sogenannte RML-Serie an Rack-Mischpulten herausgebracht, von denen ein paar wenige Exemplare noch käuflich zu erwerben sind. Von daher lohnt sich auch der Vergleich.

Nimmt man den Presonus StudioLive RML16AI als Vorgänger des aktuellen R16, werden die Unterschiede offensichtlich. Der RML16AI ist mit 3 HE nämlich wesentlich größer als das aktuelle Modell und auch die unverbindliche Preisempfehlung wurde ursprünglich fast doppelt so hoch angesetzt. Da musste für die anvisierte Zielgruppe wohl ordentlich an der Preisschraube gedreht werden, um konkurrenzfähig zu sein.

Vergleicht man die Datenblätter, ist der Vorgänger nicht nur größer, sondern auch in einigen Disziplinen überlegen. So besitzt der RML16AI u. a. bessere Wandler, die zum einen mit 118 db einen höheren Dynamikumfang besitzen und zum anderen eine Samplingrate bis maximal 96 kHz zulassen. Der aktuelle R16 fällt in der Hinsicht mit 115 dB Dynamikumfang und maximal 48 kHz Samplingrate etwas ab.

Wer den Unterschied in der Praxis hören kann, darf sich getrost als erfahrenen Mastering-Engineer bezeichnen. Alle anderen freuen sich über das geringere Gewicht und den Anschaffungspreis von unter 800,- Euro. Nicht verschweigen möchte ich hier aber, dass der RML16 AI insgesamt 32 Kanäle verarbeiten kann, d. h. 16 analoge Eingangskanäle und zusätzlich 16 Kanäle aus dem Rechner. Dafür braucht er natürlich mehr DSP-Leistung, womit sich auch der höhere Preis, die Größe und das Gewicht erklären lassen. Im Großen und Ganzen waren hier eher die professionellen Anwender die Zielgruppe.

Universal Control / UC Surface beim Presonus StudioLive R16

presonus studiolive r16

Universal Control – Mixeroberfläche

Unter der Haube des R16 werkelt ein ausgewachsenes Digital-Mischpult, das wahlweise die 16 analogen Inputs oder 16 Kanäle aus dem Rechner verwalten kann. Da sich in der Routing-Matrix alles frei zuweisen lässt, ist natürlich auch jegliche Mischung von analogen Eingängen und digitalen Zuspielern möglich. Das schachbrettartige Routing-Prinzip entspricht dabei in etwa dem von Avid Pro Tools oder RME-Interfaces.

presonus studiolive r16

Digitales Routing

Die Steuerung des StudioLive R16 kann zum einen über einen angeschlossenen PC oder Mac über die Software Universal Control erfolgen oder über die mobile und Touch-fähige App UC-Surface, die unter iOS und Android läuft. Die Verbindung erfolgt dabei wahlweise kabelgebunden über USB oder Netzwerk, aber auch drahtlos per WLAN. In dem Fall wird an den Netzwerkanschluss des R16 ein Router angeschlossen, über den dann ein eigenes WLAN-Netz aufgebaut wird. Für jedes angeschlossene Gerät lassen sich Zugriffsrechte vergeben. Während der FOH Zugriff auf alles hat, kann einem weiteren Techniker und den Musikern auf der Bühne der Zugriff auf alle oder einzelne Aux-Wege ermöglicht werden. Für iPhones gibt es zusätzlich noch die App QMix-UC, über die nur die Aux-Wege regelbar sind.

presonus studiolive r16

iPhone App – QMix UC

Die Mix-Oberfläche ist selbst auf einem 7-Zoll iPad sehr übersichtlich und strukturiert. Wer Ahnung von Digitalpulten hat, findet sich hier auch ohne Handbuch zurecht. Für schnellen Zugriff sorgen dabei die großen Schalter für die unterschiedlichen Ausspielwege (Main, FX und Aux). Aus allen Mix-Ebenen lässt sich mit der MyMix-Funktion eine individuelle Mischoberfläche zusammenstellen, die einzelne Kanäle, Aux-Wege und Effekte in einer Übersicht verbindet. Für jeden der Ausgänge lässt sich ein 31-Band Grafikequalizer zuschalten, um die Wege nach Bedarf zu entzerren und so die PA und die Monitorwege schon vor dem Mix an die räumlichen und klanglichen Gegebenheiten anzupassen. Dabei ist eine RTA-Funktion integriert, um die Frequenzverteilung auch optisch kontrollieren zu können.

presonus studiolive r16

31 Band Grafikequalizer mit RTA auf den Ausgängen

Der R16 besitzt zwei separate Effektblöcke, in die verschiedene Effekte geladen werden können, darunter z. B. auch ein gutklingender Plate-Reverb. Dabei kann man zwischen verschiedenen Hall- und Delay-Prozessoren auswählen. Jeder Block kann aber nur einen Effekt verarbeiten und Modulationseffekte sucht man leider vergeblich. Dafür klingen die Hall-Algorithmen sehr gut, zumindest wenn man selbst Hand anlegt. Denn die mitgelieferten Hallpresets sind zumindest für meinen Geschmack wenig praxistauglich und zeigen in keiner Weise, was eigentlich möglich ist. Doch zum Glück lassen sich eigene Voreinstellungen speichern.

Neue Preset- und Szenenverwaltung beim Presonus StudioLive R16

Presonus studiolive r16

Szenen-Verwaltung

Auch die Szenen-Verwaltung funktioniert auf ähnliche Weise. In einer Szene lassen sich alle Einstellungen des Mixers speichern, mit Ausnahme der Grundeinstellungen und der Berechtigungen für den mobilen Zugriff. Beim Laden einer Szene greifen wieder die Recall-Filter. Damit kann entweder alles oder nur einzelne Mix-Komponenten einer Szene geladen werden. Es gibt 8 Schalter für den Schnellzugriff auf bis zu acht Szenen. Hier reicht ein einzelner Klick zum Laden aus. Die Umschaltzeit beträgt ca. 0,5-0,7 Sekunden und das unabhängig von der Effekt-Auslastung. Umschalten sollte man aber nur in Pausen, denn sonst kann es prinzipbedingt zu Lautstärkesprüngen und Knacksern kommen.

Fat Channel 2.0 mit Plugin-Unterstützung beim Presonus StudioLive R16

Presonus studiolive r16

Fat Channel Plugins

Presonus hat den Fat Channel runderneuert und einen schon länger gehegten Traum vieler DAW-Liebhaber wahr gemacht. Es gibt jetzt nämlich Plugins für die Equalizer- und Kompressor-Sektion. Zitat Presonus: „Die Kompressoren simulieren den Klang klassischer Effektgeräte, für die Sie auf eBay mehrere Tausender ausgeben müssten. Sogar noch cooler sind die nach dem Zustandsraum-Prinzip modellierten EQs, die einzelne Baugruppen der Originalgeräte nachbilden und sich exakt so anhören und verhalten wie die Vintage-Effekte von früher – mit jeder Menge Germanium-Dioden-Zauber.“

Da hat die Marketing-Abteilung sich mal so richtig ins Zeug gelegt, um uns die neuen Plugins schmackhaft zu machen. Ob sie zu viel versprochen hat, wird der Praxistest zeigen.

In den Genuss des neuen Fat-Channels kommen aber nur Besitzer eines Mischpultes der StudioLive III-Serie. Alle Vorgänger-Modelle müssen sich mit dem alten Fat-Channel begnügen. Im Lieferumfang enthalten sind neben den Standard-Prozessoren jeweils zwei weitere Vintage-orientierte Plugins.

Preosnus studiolive r16

Bereits integriert: Tube Comp und Passive EQ

In der Kompressor-Sektion ist das der Tube-Comp, welcher augenscheinlich dem Teletronix-Klassiker LA-2A nachempfunden ist und der FET-Comp, der sich am UREI 1176 orientiert. In der Equalizer-Sektion gibt es neben dem Standard-EQ, der erfreulicherweise eine RTA-Funktion beinhaltet, auch zwei Vintage-orientierte Plugins. Das ist zum einen der Passive EQ, dessen Vorbild augenscheinlich ein bekannter Pulteq-Klassiker ist und der Vintage EQ, der sich am klassischen Neve-Design orientiert.

presonus studiolive r16

Ebenso enthalten: FET Comp und Vintage EQ

Über die Presonus-Website lassen sich weitere Nachbildungen analoger Hardware-Prozessoren käuflich erwerben, doch die Grundausstattung ist schon ziemlich gut.

Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Mmh, ich kann das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht als sonderlich gut bezeichnen. Schaut man sich mal das Behringer X32 Rack an, welches aktuell 699€ kostet, ist man unterm Strich doch besser bedient. Das X32 Rack kann auch am Gerät selbst bedient werden, hat ein Display, ist hinsichtlich der Schnittstellenausstattung überlegen, die Effekte sind gut bis sehr gut und gerade die Insert-Effekte, die ebenfalls die Klassiker emulieren, zahlreich vorhanden. Ich bekomme neben den 16 XLR-Eingängen noch mehrere Aux-Ins im TRS-Format, acht XLR-Ausgänge, mehrere Aux-Outs im TRS-Format, MIDI, einen Kartenschacht für verschiedene Digitalschnittstellen oder die X-Live Recording-Karte, USB 2.0, AES50-Anschlüsse und vieles mehr. Darüber hinaus läuft die Software auf Mac/PC/Linux und selbst ein kleiner Pi-Minicomputer kann das Pult steuern. Die Preise für die PreSonus-Plugins sind schon recht hoch. 266€ für vier EQs? Das ist aber saftig.

    • Profilbild
      dr noetigenfallz  

      Die Frage ist aber auch, wie es klingt. Wenn man dasselbe Behringer-Mischpult unter der Marke Midas kauft, dann ist es auch teurer, unter anderem wegen besserer Preamps und Wandler. Da wäre jetzt die Frage: ist das Presonus eher Midas oder Behringer?

      Außerdem kann ich das Studiolive mit meinem MOTU-Interface über AVB (bzw. CAT5-Kabel) verbinden, ohne Switch. Das ist ziemlich cool. Auf der Presonus Seite, gibt es ein Video, wo das erklärt wird.

      • Profilbild
        Markus Galla  RED

        Hi,

        ich hatte den Vorgänger zum Testen hier und konnte ihn mit meinem X32 Rack vergleichen. Die Effekte waren beim X32 Rack definitiv besser und auch die Bedienstruktur per App hat mir besser gefallen. Klanglich konnte ich keinen Unterschied feststellen. Das X32 Rack läuft tadellos. Ich besitze ein X32 Rack und ein X32 Producer, eine Stagebox und ein XR18 hatte ich auch mal. Vorher war ich ein bis dahin stolzer Besitzer eines StudioLive 1602-Pults. Am Ende musste nach einem 1:1 Vergleich das StudioLive weichen. Die MIDAS-Variante hatte ich noch nicht hier, deshalb kann ich nicht sagen, ob die tatsächlichen MIDAS Pre-Amps die „designed by MIDAS“ Pre-Amps klanglich übertreffen. Ich hoffe es mal, denn sonst wäre der Aufpreis kaum gerechtfertigt. Aber einen groß hörbaren Unterschied zwischen Behringer und PreSonus konnte ich nicht feststellen. Die Frequenzgang-Messungen waren identisch, das Rauschverhalten auch. Am Ende ist es wohl wie mit MacOS und Windows.

        • Profilbild
          Guernica  

          Identische Frequenzgangmessung zwischen zwei unterschiedlichen Produkten weist entweder auf einen Messfehler hin oder die Toleranzgrenze wurde zu hoch angesetzt. Beides Mal bedeutet das dass das gelieferte Ergebnis ohne jeglichen Nutzwert ist.
          Trotzdem auch als Nicht-Behringer-Fan-Boy, könnte ich mir vorstellen dass das X…Pult das bessere Produkt ist.
          Was bedeutet der Schlusssatz? MacOs und Windows sind im Grunde auch identisch?
          Welche Messung soll da zugrunde liegen?

          • Profilbild
            Markus Galla  RED

            Identisch bedeutet, dass beide einen schnurgeraden Frequenzgang hatten und sich diesbezüglich keine Schwächen geleistet haben. Und der Schlusssatz bedeutet, dass es wohl wie bei Mac oder PC eher eine Glaubensfrage ist, ob man PreSonus oder Behringer bevorzugt. Ich war lange PreSonus-User und bin es jetzt nicht mehr, weil ich die Behringer-Pulte überzeugender und vom Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar finde. Aber das kann ja jeder handhaben wie er möchte.

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Welche Firma kann sich in Sachen Preis-Leistung schon mit der Music-Group bzw. Behringer messen?! Ich kenne keine, daher beziehe ich die Aussage einfach mal auf den „sterblichen“ Rest. Von daher ist das Preis-Leistungsverhältnis beim R16 trotzdem gut.

      Ich hab mir z.B. gerade den KT-2A Teletronix-Nachbau von Klark Teknik für sagenhafte 299€ gegönnt. Da sind Übertrager und Röhren drin, echte Neutrik-Buchsen und die Verarbeitung ist Top ebenso wie der Klang. Auch wenn die guten Plugins im direkten Vergleich klanglich nicht weit entfernt sind, sitzen die Elemente mit dem KT-2A einfach besser im Mix, ohne viel Geschraube. Aber das ist gerade ein bisschen am Thema vorbei. Doch die zusätzlichen Plugins beim Presonus würde ich mir sparen und lieber echte hardware kaufen.

  2. Profilbild
    Guernica  

    „Gruselige Hall-Presets“, Presonus scheint das seit Jahren nicht hinzukriegen.
    Kann doch heutzutage nicht so schwer sein.

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Das ist ja auch immer etwas Geschmackssache, meinen Geschmack hats nicht getroffen;) Doch grundsätzlich lassen sich mit dem R16 erstklassige Hall- und Delayeffekte zaubern. Mann oder Frau muss nur etwas schrauben.

        • Profilbild
          r.biernat  RED

          Die Effekte sind grundsätzlich sehr gut, nur die Presets (8 lassen sich direkt am Effekt auswählen) sind dürftig. Ich würde sagen guter DAW-Standard, für Live absolut ausreichend, vorausgesetzt man weiß was man tut. Eigene Presets kann man in der Preset-Verwaltung ja einfach selbst abspeichern und abrufen.
          Aber ein aktueller Hall wie der Chroma-Verb in Logic ist noch etwas besser, natürlicher und tiefer. Ich hoffe, ich konnte damit helfen. Klang lässt sich nur schwer beschreiben;)

  3. Profilbild
    Klaus-Dieter

    Was mir konzeptuell beim Presonus gefällt, sind:
    Größe/Formfaktoe
    Ethernet-Audio (samt Konsequenzen Stagebox Betrieb, Audio-Interface etc)
    Integrierte SD-Mehrspuraufnahme (kann man beim X32 allerdings nachrüsten)
    Combo-Büchsen

    Beim Behringer finde ich toll, dass es über das X-Touch Interface steuerbar ist. Da hat Presonus nicht zu Ende gedacht (mit dem tollen Faderport im eigenen Haus).

    Genauso wie bei den echten Pulten die halbe Ausstattung mit Combo-Buchsen. In der Preisregion möchte ich frei entscheiden, welche Quelle ich an welchen Eingang hänge. Bei Behringer muss man dann halt konsequent mit DI Boxen arbeiten.

  4. Profilbild
    cosmolab  

    Ich hab den Bericht hier sehr aufmerksam gelesen – sogar zweimal.
    Während des Lesens kam mir die Idee, ob man mit dieser Kiste vielleicht einen alten Traum von mir bauen könnte – nämlich sozusagen ein über mehrere Racks verteiltes Mischpult!

    Mein „Problem“:
    Man stelle sich mehrere Racks vor, in denen z.B. Synthies stecken. Aus Platzgründen (es sind schlicht zuviele Geräte) können die Synthies nicht direkt an das Hauptpult. In jedem Rack steckt daher ein 1HE- analoger Rackmixer, der das Signal aus dem Rack bündelt und über 2x Stereo (Main und Mon) auf einen digitalen Hauptmixer (übrigens ein StudioLive) schickt – d.h. ich muss kaskadieren und verliere Flexibilität beim Signalrouting. Außerdem sind auf diese Weise auch jetzt schon wieder alle Kanäle am Hauptpult voll.

    Könnte man sich stattdessen mit Hilfe der SL-R16 sozusagen EINEN neuen „virtuellen Hauptmixer“ machen, der sich per Ethernet „über die Racks verteilt“ – und dann zentral über ein schlankes Remote – Pult bedient werden kann (und NICHT nur über Software!)? Zusätzlich würde man ggf. ein „Hauptmodul“ haben, wo dann „zentrale AUXe“, die Abhöre usw. dranhängen.

    Das wär doch der Hammer – man könnte dann z.B. aus jedem Rack mit nur einem LAN-Kabel rauskommen – Längenbeschränkungen usw. (und damit der Aufstellort der Racks!) wären kein Thema. GEHT sowas schon??

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Das kommt darauf an wieviele Kanäle du insgesamt brauchst. Die Series III Mixer können maximal 32 Kanäle verwalten. Die Eingänge kannst du dir da natürlich auch über das AVB-Netzwerk von einem oder mehreren der Rackmixer holen. Eine Kaskadierung(Erweiterung der Kanalanzahl) ist wohl nur bei der Ai-Serie von Presonus möglich. siehe hier: https://forums.presonus.com/viewtopic.php?f=338&t=24531

      • Profilbild
        cosmolab  

        In der Tat – das hat mir gerade die Augen geöffnet – danke!
        Wenn man in meinem Beispiel von etwa 8 (Stereo-) Geräten pro Rack ausgeht, käme man also schnell auf 48-64 Line- Eingänge (oder mehr). Damit wäre so ein Plan mit den Series-III Geräten wohl nicht durchführbar.

        Ich hab aber jetzt nochmal bei Presonus nachgesehen und festgestellt, dass man sowas im Prinzip durchaus machen kann – nur mit ganz anderen Geräten. Dafür sind wohl diese NSB-Boxen gedacht – also für die Bereitstellung von Line- Eingängen über größere Entfernung, Insofern war die Kaskadierung von SL-R16 Geräten von mir zu kompliziert gedacht.

        Nach Deinem Hinweis auf die Ai-Serie ist mir übrigens aufgefallen, dass bei den Nachfolge- Geräten in vielen Aspekten ziemlich die Axt angesetzt wurde. Ein Blick auf die Geräterückseiten sagt da viel. Zwar gibt es nun AVB usw., aber mein derzeitiges Setup mit dem 16-4-2 wäre gar nicht mehr machbar, weil beim Nachfolger die Hälfte der Line- Eingänge (und einiges Weiteres an Ins/Outs) fehlt. Also entweder war das eine gewagte Marketing- Entscheidung – oder ich kann daran erkennen, was für ein Fossil ich bin… ;-)

        • Profilbild
          r.biernat  RED

          Ja, die NSB-Boxen gibt es auch noch, sind aber reine Stageboxen. Die würden im Rack auch mehr Platz einnehmen als das R16.

          Die Ai-Serie scheint tatsächlich in Sachen Leitung und Professionalität über den Series III-Mixern zu stehen. Daher habe ich im Test auch mit dem noch erhältlichen RML16Ai verglichen. Ich könnte mir vorstellen, die Ai-Serie hat nicht den gewünschten Absatz gefunden, so dass bei der III-er Serie an einigen Stellen der Rotstift angesetzt wurde um die Geräte preislich attraktiver zu machen und die Zielgruppe nach unten zu erweitern.
          Die großen Audio-Konzerne wie Harman oder die Music Group drehen eben permanent an der Preisschraube. Das macht es für kleinere Firmen nicht gerade einfach.

          Ansonsten bin ich wohl auch ein Fossil, mische lieber analog und drehe gern an echten Knöpfen. Auf einem Tablet zu mischen ist in etwa so wie mit dem Smartphone zu fotografieren. Es geht, macht aber keinen Spaß;)

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.