Günstiger Subwoofer für Homestudios
Der Prodipe Pro 10S V4 ist ein aktiver 10-Zoll-Subwoofer aus französischer Entwicklung, gefertigt in Fernost (China), konzipiert als Ergänzung für die Pro-Monitorserie des Herstellers. Er richtet sich an Homestudio-Betreiber und kleinere Projektstudios, die ihren Nahfeldmonitoren mehr Tiefgang verschaffen wollen, ohne dafür den Gegenwert eines gebrauchten Kleinwagens auf den Tisch zu legen.
Was ist es? Der Prodipe Pro 10S V4 ist ein aktiver 10-Zoll-Subwoofer, konzipiert als Ergänzung für Nahfeldmonitore in Homestudios und kleineren Projektstudios.
- Konzept: Ein aktiver 10-Zoll-Subwoofer, entwickelt in Frankreich und gefertigt in Asien, der auf die Pro-Monitorserie des Herstellers abgestimmt ist.
- Verarbeitung: Das Gehäuse des Subwoofers ist solide und makellos verarbeitet, mit einem Gewicht von 18 kg.
- Anschlussmöglichkeiten: Der Subwoofer bietet umfangreiche Anschlussoptionen mit symmetrischen XLR- und TRS-Eingängen sowie unsymmetrischen RCA-Ein- und Ausgängen.
- Klangcharakteristik: Der Klang wird als zufriedenstellend, jedoch etwas indirekt beschrieben, mit einer gewissen Trägheit im Bassbereich.
- Leistung: Mit 150 W RMS ist der Subwoofer für kleinere Homestudios ausreichend, für größere Regieräume jedoch unterdimensioniert.
- Schwächen: Es fehlt eine Lautstärkeanpassung zwischen Subwoofer und Satelliten, was eine manuelle Pegelanpassung der Satelliten erfordert.
Inhaltsverzeichnis
Vorgezogenes Fazit
Wer einen unkomplizierten, solide verarbeiteten Subwoofer für kleine bis mittlere Regieräume sucht und bereit ist, über gewisse konstruktionsbedingte Kompromisse hinwegzusehen, bekommt mit dem Prodipe Pro 10S V4 ein brauchbares Werkzeug. Wer hingegen Wert auf einen sauber definierten, präzisen Bassbereich und komfortable Pegelanpassung legt, wird an diesem Gerät seine Freude eher nicht in vollem Umfang finden.
Ich persönlich bin auch der Meinung, dass die Industrie allgemein sehr inflationär mit der Bezeichnung „PRO“ umgeht, so auch Prodipe. Die Zielgruppe der Produktlinie ist nicht der Pro-Bereich, daher sollte man es auch meines Erachtens nicht in der Produktbezeichnung verwenden. Letztendlich muss das natürlich die Marketing-Abteilung entscheiden.
Ich will es einmal so formulieren: Für das erste eigene Homestudio, in dem man Musik hört, grob abmischt und sich noch nicht an jedem Detail im Subbassbereich aufhängt, ist der Woofer eine vernünftige Empfehlung. Wer bereits mit einem geschulten Ohr an kritische Masterings herangeht, wird schnell an die Grenzen der Konstruktion stoßen.
Prodipe: Ein Wort zum Hersteller
Prodipe Audio ist keine Marke, die erst gestern aus dem Boden gestampft wurde. Gegründet wurde das französische Unternehmen 1996 von Jean-Luc Masson, mit der erklärten Ambition, professionelle Klangqualität zu Preisen anzubieten, die auch abseits etablierter Studiobudgets erschwinglich bleiben. Entwicklung und Forschung finden nach wie vor in Frankreich statt, wobei der Toningenieur Ludovic Lanen die Prototypen unter Praxisbedingungen erprobt.
Gefertigt wird bewusst in spezialisierten asiatischen Fabriken, die auch für weitaus größere Namen der Branche produzieren. Das ist eine Praxis, die man in der Audiobranche längst nicht mehr als Makel, sondern als betriebswirtschaftliche Notwendigkeit begreifen sollte. Über eigene Vertriebswege, direkte Beschaffung von Komponenten und die Nutzung bereits abgeschriebener Werkzeugformen versucht man, die Kosten dort zu senken, wo es nicht in die Substanz geht.
Das Portfolio reicht von Mikrofonen über Nahfeldmonitore bis hin zu Subwoofern wie dem hier getesteten Modell. Hierzulande und in Österreich betreut seit 2013 Sonic Sales den Vertrieb.
Optik und Verarbeitung
Selten hat die Formulierung „Basswürfel“ so gut gepasst wie bei dem Prodipe Pro 10S V4. Bis auf wenige Millimeter haben alle Seiten des Gehäuses die gleiche Länge und würde man noch ein paar Zahlen auf die Seiten malen, hätte man eine Kniffel-Grundausstattung im Troll-Format. Mit 18 kg Gewicht lässt sich der Woofer noch gut transportieren, wobei man einen Subwoofer erwartungsgemäß weniger transportiert als vergleichbare Satelliten.
Wie auch bei den passenden V4-Satelliten ist die Verarbeitung des in China gefertigten Woofers makellos. Nicht die kleinste Unsauberkeit oder Unregelmäßigkeit lässt sich ausmachen. Man sollte sich aber stets vor Augen führen, dass man den Subwoofer aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen 10-Zöller handelt, nicht einfach mal eben unter einen Schreibtisch stellt.
Abgesehen davon, dass es natürlich immer wieder eventuelle Dröhnfrequenzen und Phasenprobleme zu überprüfen gilt, sind die Abmessungen des Subwoofers schon in einem Segment unterwegs, in dem man die Möbel des Raums entsprechend auf die Abhöranlage abgestimmt platzieren muss. Glücklicherweise verfügt der Subwoofer über einen Mini-Switch, mit dem man in Grenzsituationen die Phase umkehren kann.
Was auf den ersten Blick verwirrt, sind die fehlenden Füße des Woofers. Nach einigem Suchen in der Verpackung konnte ich vier winzige, aufklebbare und einfach gehaltene Exemplare ausmachen, die mich aber nicht wirklich überzeugen konnten. Es mag sein, dass sie für eine rudimentäre Entkopplung ausreichen, aber schon allein von der Haptik her hat man bei einem Subwoofer automatisch den Anspruch auf mehr Masse.
Technische Daten des Prodipe Pro 10S V4
Bestückt ist der Prodipe Pro 10S V4 mit einem 10-Zoll-Chassis mit 25 cm Fiberglas-Membran, das von einer Endstufe mit 150 W RMS bzw. 270 W Spitzenleistung angetrieben wird. Der Frequenzbereich wird vom Hersteller mit 36 bis 150 Hz angegeben.
Bei Abmessungen von 383 x 355 x 398 mm (B x H x T) und einem Gewicht von 18 kg bewegt sich das Gerät klar im Rahmen dessen, was man von einem kompakten Studiosubwoofer dieser Preisklasse erwarten darf.
Interessant ist der Blick auf ältere Testberichte zum Vorgängermodell: Bereits vor einigen Jahren wurde der grundsätzliche Aufbau des Pro 10s mit einer nach vorne ausgerichteten Bassreflexöffnung sowie einem variablen Tiefpassfilter zwischen 50 und 150 Hz und einem fest eingestellten 80-Hz-Hochpass für die Satelliten beschrieben. Ein Konzept, das bei den vorangegangenen Versionen bereits für die Trennung zwischen Subwoofer und Monitoren zuständig war und das Prodipe offenbar auch für die V4-Generation im Kern beibehalten hat.
Über einen gesicherten Schieberegler kann die Spannungswahl von 115 V bis 240 V eingestellt werden.
Ein- und Ausgänge des Subwoofers
In Sachen Ein- und Ausgänge ist der Woofer wahrlich gut aufgestellt. Konkret verfügt er über je zwei symmetrische XLR-Eingänge, zwei symmetrische TRS-Eingänge sowie zwei unsymmetrische RCA-Eingänge. Auf der Ausgangsseite stehen zwei symmetrische XLR-Ausgänge und zwei unsymmetrische RCA-Ausgänge zur Verfügung. Diese dreifache Eingangs- und zweifache Ausgangsbestückung lässt das System in nahezu jedem Setup funktionieren.
Es gibt allerdings eine Tatsache, an der man relativ schnell erkennen kann, dass es sich bei dem Prodipe Pro 10S V4 um einen Subwoofer der einfachen Bauart handelt. Der Woofer verfügt über keinerlei Lautstärkenabstimmung zwischen den Satelliten und dem Woofer selbst. Das bedeutet, dass man die Satelliten an die Lautstärke des Woofers anpassen muss.
Im Laufe des Tests ist mir relativ schnell aufgefallen, dass der Woofer an sich einen hohen Ausgangspegel vom Interface benötigt, sodass man die Satelliten vergleichsweise leise einstellen muss. Schöner wäre eine Summeneinstellung mit einem Mischregler für den Woofer-Anteil gewesen, aber dies ist wohl dem Produktionsbudget zum Opfer gefallen.
Klang in der Praxis
Klanglich erledigt der Prodipe Pro 10S V4 seinen Job zufriedenstellend, wenngleich der Grundklang etwas indirekt erscheint. Natürlich gelten im Bassbereich andere Gesetzmäßigkeiten als im Mitten- und Hochtonbereich, aber der 10-Zöller geht aufgrund seiner Masse etwas träge zu Werke. Gefühlt hat man tonal einen leichten Abriss im Attack-Verhalten zwischen den Satelliten und dem Tieftöner, was insbesondere bei perkussiven Elementen in den Tiefmitten zum Tragen kommt.
Die vom Hersteller angegebenen 150 W RMS sind für einen Subwoofer auch eine Leistung, die klare Limits nach oben setzt. Für ein kleines Homestudio mag diese Leistungsklasse durchaus ausreichen, für eine größere Regie ist dieser Woofer definitiv unterdimensioniert. Der Subbass kommt zwar ohne größeres Zögern, doch an der Präzision der Wiedergabe gibt es gelegentlich etwas zu bemängeln. Ein Befund, der die Vermutung nahelegt, dass Prodipe an der grundsätzlichen Charakteristik der Baureihe über die Generationen wenig verändert hat, da dieselben Kommentare auch bereits in den Vorgängermodellen auftauchten.







































Ich sehe diesen Sub als das was er ist: als ein preislich günstiges Gerät für denjenigen, der nicht in die Kategorie oberhalb der 500-700 Euro einsteigen will. Ja, das ‚Pro‘ sehe ich auch als verwegenen Versuch, das Gerät in die Klasse von oberhalb der 1000 € hieven zu wollen – aber das kennen wir ja auch von sooooo vielen Geräten und auch anderen Artikeln und auch in ganz anderen Bereichen außerhalb der Instrumente und Geräte für Musiker!
Hätte ich also Bedarf an einem Heimsubwoofer für meine Musikanlage, dann wäre dieser 10″ von Prodipe durchaus interessant, weil mir ein relativ tiefreichender 10″ und eine Leistung von 150 W wohl ausreichend und der Preis dann attraktiv ist. Das ist ein Universal-Sub mit vielseitigen Anschlüssen – die Cinch zeigen dabei klar auch auf Heimanlagen.
Würde ich aber ein Recording Studio betreiben und somit sehr hohe bis höchste Ansprüche stellen, wäre mir dieser Sub – so ‚Pro‘ er sich auch mit seinem Namen einordnen will – keinen ernsten Blick wert.
Ad >> Über einen gesicherten Schieberegler kann die Spannungswahl von 115 V bis 240 V eingestellt werden << : als ich mir vor 58 Jahren (!) über einen Lehrbaukasten KOSMOS 'Electronic-Labor X' die allerersten Kenntnisse über Electronic aneignete, lernte ich für den Rest meines Lebens, was ein Schalter und was dagegen ein Regler ist - dies ist ein simpler Schalter und der schaltet UM!! Er 'regelt' absolut gar nichts - und stellt auch sicher nicht etwas VON 115 V BIS 240 V ein, sondern SCHALTET von 115 auf 240 V UM!