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Test: ProjectSAM Swing More, Sound-Library

12. Juli 2017

Zurück in die gute alte Big Band Zeit

Mit der Sound-Library ProjectSAM Swing More erweitert der Hersteller Project Sam seine auf Big Band Sounds spezialisierte Swing Reihe. Der zweite Teil der Library ist deutlich komplexer und bietet viele Einzelsounds und Gestaltungsmöglichkeiten. Schauen wir mal, ob sich die Erweiterung lohnt.

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ProjectSAM Swing More

Als Einstieg in diesen Artikel empfehle ich unseren Test der Library ProjectSAM Swing, der erste Teil der Swing Reihe. Fokus dieser und auch der aktuellen Library sind Big Band Bläsersounds und die dazu passende Rhythmusgruppe, d.h. es geht hier vor allem um Saxofone, Trompeten, Posaunen, Akustikgitarren, Banjos etc. Hier ein erster Überblick über die Library:

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Installation

Nach dem Kauf der Library erhält man einen Download-Link, den man am besten mit dem kostenlos zur Verfügung gestellten Download-Manager öffnet und herunterlädt. Auf der Festplatte nimmt ProjectSAM Swing More rund 40 GB Platz ein, alle Samples liegen in 24 Bit und 44,1 kHz vor. Zum Spielen der Library benötigt man den Kontakt Player ab Version 5.6. Hat man die Installation hinter sich gebracht und die Library per „Add Library“ Button in Kontakt hinzugefügt, geht es auch schon los.

Entgegen der erste Swing Library ist Swing More deutlich detaillierter. Teil 1 der Serie bietet entsprechend viele Ensemble Big Band Sounds in unterschiedlichen Artikulationen, mal Legato, mal Staccato etc. Am Soundcharakter, d.h. welcher Teil der Big Band soll denn jetzt gespielt werden? Mehr Saxofone, mehr Blechbläser und vor allem, welcher Teil der Big Band spiele welche Noten, konnten nur mit Hilfe einige Teil Ensembles wie Trombone Section, Trumpet Section realisiert werden. Richtig arrangieren, d.h. Posaune 1 spielt ein c, Posaune 2 ein e etc. ging leider nicht. Und genau da setzt Project Sam Swing More an, hier geht es wirklich um viele Einzelinstrumente, wozu neben den typischen Big Band Bestandteilen auch Streicher,  eine Jazz-Gitarre, Mandoline, Percussion, Drums, Vibraphone und eine Ooh-Mmh Sängerin gehört.

Allerdings befinden sich auch einige Ensemble-Patches wie beispielsweise volle vorarrangierte Big Band- oder Posaunen-Akkorde im Funds von Swing More. Über die gesamten 88 Tasten sind die Akkordtypen wie Dur, Moll, Dominantseptakkord etc. verteilt, jede Oktave der Tastatur triggert einen Akkordtyp. Zusätzlich lassen sich mit MIDI Controllerdaten (bspw. Modulationsrad) die Expression, Dynamik und ggf. die Artikulation steuern.

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Und das ist eine Besonderheit von Swing More. Manche Artikulationen steuert man nicht wie gewohnt per Keyswitch (bspw. auf der untersten Oktave der Tastatur), sondern über die Stellung des Modulationsrads. Da ist am Anfang etwas Übung gefragt bzw. Programmierarbeit im Nachhinein angesagt.

Es geht aber auch anders, denn die Einzelinstrumente von Swing More wie die Saxofon Kollektion, die „jazzy“ Klarinette oder die Trompeten-Sektion werden dann doch über Keyswitches gesteuert, d.h. man wählt die gewünschte Artikulation, danach wird per MIDI Control-Change-Befehl (Expression, Modulation) die Feinheiten der Dynamik bestimmt. In Sachen Artikulationen lässt sich ProjectSAM nicht lumpen, so dass alle vier Saxofone (Sopran, Alt, Tenor, Bariton) über jeweils 13 Artikulationen verfügen. Die anderen Instrumente bieten im Schnitt zwischen 9-11 Artikulationen.

Die Saxofon Kollektion

Klanglich sind die Sounds von Swing More richtig gut. Da, wo man sich bei Teil 1 der Library noch eingeschränkt gefühlt hat, kann man sich im zweiten Teil richtig austoben. Arrangieren nach Herzenslust ist möglich, was letztlich auch zum sehr guten Gesamteindruck von Swing More beiträgt. Nicht nur beim Nutzer, sondern wahrscheinlich auch beim Zuhörer.

Neben den Blasinstrumenten bietet Swing More wie gesagt noch Sounds für die passende Big Band Rhythmusgruppe. Hier sieht es klanglich zwar ebenfalls gut aus, Project Sam kämpft hier aber einerseits mit den klassischen Problemen der Umsetzung, denn Gitarren gehören einfach weiterhin zu den schwierigsten Instrumenten im Sample-Bereich. Andererseits bieten die restlichen Instrumente wie Drums, Bass, Mandoline und Piano im Vergleich zu anderen Software-Instrumenten zu wenig Auswahl. Im Schlagzeugbereich gibt es doch deutlich fokussiertere (und teurere) Instrumente, die mehr Klangauswahl und -qualität bieten und auch ein Big Band Track gut zur Geltung bringen lassen. Die Rhythmusgruppen-Sounds von ProjectSAM Swing More sind keineswegs schlecht, qualitativ sehe ich die Blasinstrumente jedoch deutlich weiter vorne.

Jedes Instrument der Library bietet drei frei wählbare Mikrofonpositionen. Diese können entweder individuell oder per Schieberegler eingestellt werden, ebenso lassen sie sich separat an den DAW-Mixer ausführen. Zusätzlich lassen sich je nach Instrumententyp verschiedenste Parameter wie Attack, Reverb, Tempo etc. regeln. So kann man die Presets nochmals an vorhandene Gegebenheiten anpassen. Mit Erscheinen der Swing More Library wurde auch Teil 1 mit einem Update versehen. Einerseits wurde das Erscheinungsbild angepasst, zweitens wurden einige technischen Möglichkeiten wie beispielsweise die Mikrofonpositionen aufeinander abgestimmt. Das Update ist für registrierte Nutzer von Swing kostenlos.

Das aktuelle Erscheinungsbild von Swing, dem ersten Teil der Library

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Fazit

Mit Swing More bringt der Sound Spezialist Project Sam seinen zweiten Teil der Swing Reihe auf den Markt. Wer auf der Suche nach authentischen Big Band- und Bläsersounds ist – auch für Jazz, Retro und Pop Produktionen – ist hier genau richtig. Konnte man bei Teil 1 „Swing“ oft nur vorarrangierte Big Band Chords und sehr fulminante Sounds nutzen, kann man bei „Swing More“ deutlich mehr ins Detail gehen. Beide Librarys zusammen machen natürlich Sinn, wenn man als Film-, Werbe- oder Multimedia-Komponist öfters und vor allem schnell solche Sounds anbieten können muss. Da ist man mit dem Kombipaket aus Swing und Swing More sehr gut aufgestellt.

Klanglich wie gesagt sehr gut, auch wenn die Blasinstrumente der klare Fokus und auch das Highlight dieser Library sind.

Plus

  • guter Gesamtsound
  • viele Artikulationen
  • einfache Handhabung

Preis

  • Ladenpreis: 475,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Chick Sangria

    Eine ganze Bigband als Library – gibt es schon Vergleichbares?
    Die Bassposaunen im Demo klingen wirklich fett.
    Kleiner Dämpfer bei der Trompeten-GUI: „Harmon Mute with Cup“ macht keinen Sinn. Das Teil, das man in den Dämpfer steckt, heißt Stem. Mit Cup hat der Harmon nichts zu tun.

    • Profilbild
      Felix Thoma RED

      Hallo Chick Sangria. Als Komplettlibrary fallen mir nur Broadway von Fable Sounds und Jazz & Big Band von Garritan ein. Chris Hein bietet diverse Brass/Wind Libraries ein, die ebenfalls passen könnten. Auch Mojo von Vir2 könnte passen.

        • Profilbild
          Felix Thoma RED

          Broadway kenne ich leider nicht, die Garritan Sounds klingen nicht ganz so frisch wie Swing More (wenn man das bei einer „vintage“ Big Band Library überhaupt sagen darf), Chris Hein und Mojo sehe ich als schöne Erweiterung zur Swing Reihe an. Mit der Swing Kombination kommt man auf alle Fälle schon sehr weit, daher nutze ich diese aktuell

  2. Profilbild
    waeberd

    Hi, wenn Du nur eine der beiden Swing-Libraries kaufen könntest, würdest Du eher den zweiten Teil „Swing More!“ standalone kaufen oder den ersten?

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