Test: Project Sam Symphobia 1.1

Einschränkungen

Natürlich kann diese Library nicht alles, dafür sind es wirklich zu wenige Daten. Wer Einzelinstrumente mit kompletten Tonumfang und hinreichend allen Artikulationen will, sucht vergeblich. Bis auf eine Gran Cassa (riesen Pauke, die bei Gustav Mahler, Anton Bruckner gerne Verwendung fand) mit kaum Spielarten, war dies das einzige Instrument, das aus dem Bereich Schlagwerk als Einzelinstrument vorzufinden war. Diverses Schlagwerk ist eingearbeitet in die Multiinstrumente und Instrumente, die mitunter über  die Anschlagdynamik oder direkt gespielt werden können. Hier wird so manch einer seinen Kopf schütteln und sagen, dass dies definitiv ein Grund ist, die Library nicht zu kaufen. Aber wie bei jedem Produkt gibt es Erweiterungspacks wie Strike 1 und 2, die bekannter sind als Symphobia. Über deren Qualität braucht man sich nicht unterhalten. Es sind hervorragende Soundpacks, auch wenn diese nicht ganz billig sind. Darüber hinaus ist auch keine Harfe zu finden. Diese muss man ebenfalls als Soundpaket erwerben. Für den recht hohen Anschaffungspreis sollte meiner Meinung nach schon ein komplettes Orchester zur Verfügung stehen. Die Harfe und Piccoloflöte fallen mit 99 Dollar und 49 Dollar als Download allerdings nicht so stark ins Gewicht.

Sounddemos

Um die ganze Bandbreite von Symphobia anzudeuten, bedarf es ca. 30 Demos. Man glaubt kaum, was es in diesem Konzentrat von 18 GB alles zu entdecken gibt. Daher findet sich hier nur ein Querschnitt der Library. Das Erstellen der Demos hat mir große Freude gemacht. Jedes Demo war nach circa 15 bis 35 Minuten inklusive Komponieren und Einspielen auf einem Macbook unter Mac OS 10.6.3 erstellt. 

Fazit

Das Konzept geht auf! Symphobia ist für mich ein Volltreffer und kann sowohl als alleinstehendes Produkt, sowie als eine fantastische Ergänzung zu bereits bestehenden Orchester-Librarys angesehen und problemlos eingesetzt werden. Der Käufer kommt nicht daran vorbei, teilweise umzudenken, um das Potential von Symphobia zu erkennen. Ist dies vollzogen, geht sprichwörtlich die Sonne auf. Ich habe es so empfunden. Diese Meinung wird auch nach diesem Test natürlich nicht jeder teilen. Der Schwerpunkt dieser Library liegt ganz klar im großen aktuellen Blockbuster Sounddesign, der sich schon im High-End-Bereich befindet. Wer sich noch Strike anschafft oder über andere Cinematic Schlagwerkinstrumente verfügt, spielt ganz vorne mit. In manchen Bereichen sind mir einige Beschränkungen etwas zu viel, aber dies könnte sich mit der Zeit von alleine regeln, wenn so üppige Updates wie das jetzt  kürzlich verfügbare 1.1 Update in Zukunft noch folgen werden. Der Preis erscheint hoch, aber wer sich andere Librarys zulegt vergisst, dass Folgekosten auftreten können. Durch die hohe CPU-Last mancher Mitbewerber erfordert dies mitunter mehrere oder neue Rechner. Dann werden andere Librarys erst richtig teuer, und wer einmal den Workflow von Symphobia erlebt hat, wird ihn nicht mehr vermissen wollen. Somit relativiert sich der Preis stark und erfährt somit seine Rechtfertigung. Mal ganz abgesehen davon lässt die Qualität von Symphobia in seiner klar definierten Klangästhetik manch andere Produkte durchaus hinter sich. Durch die geringe CPU-Anforderungen entfällt viel Stress mit der Rechner-Hardware. Dazu kommt letztendlich der Klang und das Arbeitskonzept, für das man soviel Geld bezahlt, und bekommt darüber hinaus einen über die Multiinstrumente beispiellosen Workflow geboten, den andere so nicht anbieten. Über Trysound lässt sich Symphobia testen. Im User-Bereich der Website von Project Sam stehen viele weitere Hörproben und Multipatches zum freien Download bereit. Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass Symphobi ein Produkt ist, mit dem man relativ unkompliziert Musik machen kann. Genau das wird durch den mangelnden Workflow anderer Produkte schnell abgetötet. Wer also mehr auf dem Ast des Musikschaffenden sitzt, der sollte sich mit Symhobia auseinandersetzten. Genügend Möglichkeiten, sich einen Eindruck zu verschaffen, stehen ja zur Verfügung.

Plus

  • Klang
  • Workflow
  • Konzept
  • CPU schonend
  • Interface Editierung
  • ideal für großes Blockbuster Kino
  • reichhaltiges FX-Angebot.

Minus

  • kaum Schlagwerk
  • keine Harfe
  • hoher Preis
  • ADSR-Seite unausgewogen
  • "col Legno" der Streicher etwas zu kurz

Preis

  • UVP: 1188,- Euro
  • Straßenpreis: 1149,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    tysta

    meines wissens nach, steht jetzt sogar schon ein update af 1.2 zur verfügung.

    ich vermute aber, das das 1.1er update schon für genug arbeit beim austesten gesorgt hat. ;)

    ich interessiert mich auch für die library, wenn nicht der preis so gigantisch wäre. wenn auch dieser sicher gerechtfertigt ist. schließlich sind solche aufnahmen inkl. bearbeitung etc. nicht an einem nachmittag gemacht.

  2. Profilbild
    tysta

    richtig, das wollt ich eigentlich noch dazu schreiben.

    habe symphobia am wochenende mal über trysound getestet. ist einfach umwerfend. da war der rechner bei best-service gleich überlastet. :D

    mal schauen, ob für die 2er dann auch was zum antesten gibt.

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