Für das Griffbrett wurde Honduras Rosewood verwendet, welches sich durch eine sehr ausgeprägte Struktur zeigt. Zusammen mit den neuen Brushstroke Bird Inlays an den bekannten Punkten ist das Ganze schon ein echter Hingucker und eine der Neuerungen von PRS Guitars in 2013. Bei der Paul’s Guitar sind diese neuen Inlays serienmäßig, können aber auch optional bei jeder anderen PRS dazu geordert werden. Wie überhaupt viele andere Optionen, denn PRS Guitars versteht sich ja nach wie vor als „großer Custom-Shop“.
Die 22 spielbaren Bünde werden durch perfekt eingesetzte und abgerichtete Bundstäbchen voneinander getrennt und dank der weiten Fräsung des unteren Cutaways lassen sich auch die obersten Lagen des Halses problemlos erreichen. Hierzu trägt aber auch der Halsfuß bei, welcher erst in der Höhe des siebzehnten Bundes seine volle Stärke erreicht und somit der linken Hand weitest gehend aus dem Weg geht.
Die Kopfplatte im typischen PRS-Design trägt die PRS Phase III Locking Mechaniken, die optisch so wirken, als seien sie irgendwo während ihrer Entwicklung im Prototypenstatus stehen geblieben. Sie sind nicht gekapselt, also offen und erlauben somit einen Einblick in ihr Innenleben, welches hoffentlich eine gefühlte Ewigkeit halten wird. Probleme bereiteten sie im Testraum keine, ganz im Gegenteil, die Gitarre lässt sich schnell und präzise stimmen, zudem hielten sie das Instrument in bester Stimmung. Nur wird sich erst nach ein paar Jährchen zeigen, inwiefern diese offene, und somit gegen Umwelteinflüsse ungeschützte Konstruktion, dem Zahn der Zeit trotzen kann.
Am anderen Ende der Drähte soll eine weitere Neuerung im Hause PRS für eine bessere Übertragung des Saitenklangs auf die Brücke sorgen. Die aufgeschraubte und höhenverstellbare PRS Stoptail Bridge wurde mit Messingeinsätzen für jede der sechs Saiten ausgestattet, für weiteren Druck auf die Brücke sorgt weiterhin die Saitenführung, bei welcher die Saite zuerst um die Bridge herumgeführt und dann erst Richtung Kopfplatte geleitet wird.
Elektronik
Unweit der Bridge befinden sich auch die Schalter und Potis zur Steuerung der PRS-eigenen Narrow 408 Pickups, von denen sich das Treble-Modell am Steg und das Bass-Modell in der Halsposition befinden. Angewählt werden die Tonabnehmer über einen Dreiwege Toggle-Switch, zwei kleinere Miniswitches erlauben es, die Pickups auch im Singlecoil-Modus zu betreiben. Vorbei sind also die Zeiten, in denen man zur Anwahl der Tonabnehmer den Fünfwege-Drehschalter nutzen musste, was immer als Minuspunkt der PRS Gitarrenlinie angesehen wurde. Und das zu Recht.
Zwei sehr schön leichtgängige Potis für Volume und Tonblende komplettieren die elektronische Ausstattung, wobei sich die Kunststoff-Potiknöpfe in ihrer Farbgebung dem edlen Gesamteindruck anpassen.
Hinsichtlich der Verarbeitung, der verwendeten Hölzer und der optischen Finessen hat man es hier mit einem Instrument der absoluten Oberklasse zu tun, da gibt es keinen Zweifel. Mal hören, wie sich die PRS Paul’s Guitar Black Gold in der Praxis schlägt.































