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Test: PRS S2 Custom 22, E-Gitarre

4. September 2018

Blue as a Whale

Nachdem mein geschätzter Kollege Stephan Güte neulich eine „folierte“ PRS SE“ testete, kehren wir heute wieder zum „Mainstream“ zurück und untersuchen die neue, walblaue PRS S2 Custom 22, die nach guter alter Sitte konservativ lackiert wurde. Die PRS S2 Custom 22 wurde in den USA gefertigt. Da stellt sich die Frage, worin der Unterschied zu den teilweise doppelt so teuren USA-Kolleginnen besteht. Die S2 Custom 22 wurde an einigen Stellen etwas unaufwendiger gefertigt, darauf ist der deutlich unterschiedliche Preis zurückzuführen. Der Hals einer in den USA gefertigten PRS besitzt normalerweise einen aus einem Stück gefertigten Hals. Die S2 hat jedoch eine angeleimte Kopfplatte. Auch eine gewölbte Decke und ein Binding um den Korpus sucht man bei der S2 Custom 22 vergeblich.

PRS S2 Custom 22 front

PRS S2 Custom 22 – Facts & Features

Die S2 Custom 22 wird nicht etwa in einem Koffer ausgeliefert, nur ein schwarzer Gigbag schützt die blaue Grazie vor äußeren Einflüssen. Bei dem zu berappenden Preis wäre ein Koffer natürlich wünschenswert.

Die Mensur beträgt natürlich wie bei PRS üblich 25“ (63,5 cm) und repräsentiert damit „Best of both Worlds“ zwischen den Fender- und Gibson-Maßen. Allein dieses Feature macht eine PRS Gitarre für viele Gitarristen zum Modell der Wahl.

Die Gitarre wiegt etwa 3,5 kg und ist damit angenehm rückenschonend. Wie so oft bei PRS Gitarren kann man verarbeitungstechnisch nichts Negatives finden. Die blaue Farbgebung und der anschließende Überzug mit Klarlack wurden perfekt ausgeführt und setzen die Maserung der zweiteiligen Ahorndecke sehr schön in Szene.

PRS S2 Custom 22 Hals Korpus Übergang

— Perfekter Übergang zum Korpus und gleichfalls perfekte Lackierung —

Der Korpus

Der Korpus der PRS S2 Custom 22 wurde aus Mahagoni hergestellt. Auf diesen wurde die zweiteilige Decke aus Ahorn aufgebracht. Diese hat eine ordentliche Stärke, da man auch am äußeren Rand der Gitarre, der durch das Shaping des Bodys etwas „tiefergelegt“ ist, noch gut die Maserung des Holzes sehen kann.

Sowohl die schwarzen Plastikabdeckungen für das Elektrikfach als auch die Tremolofach-Abdeckung liegen auf dem Body auf. Beim Preis der Gitarre sollte man meinen, dass es möglich sein sollte, schnell mal eine Frässchablone aufzulegen und dafür zu sorgen, dass die Plastikabdeckungen plan mit der Bodenoberkante abschließen. Das hätte schöner gelöst werden können, schließlich haben wir es mit einer in den USA gefertigten Gitarre zu tun. Selbst bei den preiswerten SE-Modellen finden wir eine versenkte Elektrikfachabdeckung.

Der Hals

Der Hals aus Mahagoni wurde perfekt mit dem Korpus verleimt. Für das Griffbrett kommt Palisander (Dalbergia Latifolia) zum Einsatz. Natürlich finden wir auch hier die für PRS typischen Bird-Inlays, die gleichfalls perfekt in das Griffbrett integriert wurden. Die Sattelbreite beträgt 42 mm. Der Halsstab ist „von oben“ zugänglich und befindet sich an der Kopfplatte unter der kleinen schwarzen Plastikabdeckung, die mit einem goldenen Custom Schriftzug versehen wurde. Die Kopfplatte im firmentypischen Stil wurde (maschinell) mit einem goldenen Schriftzug des Meisters Paul Reed Smith versehen.

Wie der Name der S2 Custom 22 bereits erahnen lässt, wurde die Gitarre mit 22 (Medium-Jumbo) Bünden ausgestattet, die wie immer bei PRS perfekt in das Griffbrett eingesetzt wurden. Auch das Abrichten der Bünde, die Abrundung an den Griffbrettkanten und das Polieren der Bünde erfolgten makellos.

PRS S2 Custom 22 Kopf Rücken

— Händisch mit goldenem Lackstift aufgebrachte Seriennummer —

PRS S2 Custom 22 – die Hardware

Die Brücke stammt von PRS selbst und hört auf den Namen PRS S2 Tremolo. Der Vibratohebel lässt sich einstecken und ohne Spiel bedienen. Sämtliche Hardware ist verchromt und passt sehr gut zum Erscheinungsbild der Gitarre. Die beiden extra breiten Gurtpins an den üblichen Positionen halten den Gitarrengurt sicher, sind aber leider ohne Unterlegscheibe aus Filz direkt an den Korpus geschraubt. Die komplette Hardware wurde vernickelt. Die Mechaniken besitzen eine angenehme Übersetzung, sprechen gut an und sind wie bei den „teureren“ Kolleginnen mit einem Locking-System ausgestattet, um Verstimmungen bei heftigem Einsatz entgegenzuwirken.

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