Test: PRS SE A10E Angelus TS, Westerngitarre

Die Konstruktion aus Mahagoni ließ es ja schon fast erahnen – in Sachen Volume und Sustain spielt die PRS SE A10E Angelus TS ganz vorne mit! Der Klang ist geprägt von einem dicken Bassfundament und auffällig vielen Obertönen. Dabei ist die erzielbare Lautstärke beachtlich, obwohl das Instrument bei kräftiger angeschlagenen Saiten im Bassbereich dann und wann etwas undifferenziert wirkt. So viele Vorteile die Mahagoni-Konstruktion in den Bereichen Bass, Wärme und Druck auch haben mag, es gibt immer eine Kehrseite der Medaille. So ist das Attack, also die Zeit, die vergeht, bis nach einer angepickten Saite der Ton entsteht, natürlich nicht so knackig wie bei einem Instrument mit einer Fichten- oder Ahorn-Decke.

Wenn die Gitarre überwiegend für Liedbegleitung, also das reine Akkordspielen benutzt wird, fällt dieser Umstand nicht weiter ins Gewicht. Gerade erfahrene, technisch versierte Spieler werden aber bei schnelleren Pickings den gewohnten „Knack“ vermissen. Singer und Songwriter hingegen werden sich wohl eher an dem warmen und vollen Klang der Angelus erfreuen, der zusammen mit einem kräftigen Sustain die gegriffenen Akkorde und Voicings stets sauber im Klangbild hält.

Die Bespielbarkeit ab Werk ist erstklassig. Dazu bei trägt primär das in der Tiefe zwar kräftige, in der Breite aber doch eher schmale Profil des Halses bei. Auch die Saitenlage wurde gut gewählt: nicht zu flach, um auch kräftigeres Schlagen mit der rechten Hand nicht gleich mit einem deutlichen Scheppergeräusch der Saiten auf den Bundstäbchen zu quittieren. Aber auch immer noch flach genug, um auch jenseits des zwölften Bundes mal zu solieren. Das weit ausgesägte Cutaway unterstützt die Greifhand dabei bestens.

SE Black

— Auch in Schwarz zu bekommen – die PRS SE Angelus —

Abschließend noch ein Wort zum internen Piezo-Pickup. Er bemüht sich zwar redlich, kann aber die konstruktionsbedingten Schwächen dieser Systeme ebenso wenig verdecken wie weitaus teurere Piezos mit ihren Preamps. Für die Bühne sicher ausreichend, im Studio oder bei Aufnahmen, in denen die Gitarre einen tragenden Teil übernehmen soll, sei auch hier zu einem guten Mikro geraten.

Fazit

Auch die zweite Auflage der „akustischen Einstiegs-PRS“ gibt im Amazona Test ein gutes Bild ab. Allerdings dürfte sich mit der neuen PRS SE A10E Angelus TS eher das Singer-Songwriter-Lager angesprochen fühlen, denn das Instrument eignet sich dank der Vollmahagoni-Konstruktion hervorragend für das Akkordspiel und unterstützt den Spieler dort mit viel Sustain, viel Bass und einer vollkommen ausreichenden Lautstärke. Gitarristen, die gerne auch mal ein paar Licks ihrem Spiel beisteuern oder überhaupt vornehmlich mit dem Instrument solieren wollen, werden sich allerdings an der etwas müden Tonansprache stören. In diesem Bereich zeigt sich das Vorgängermodell durch seine Fichtendecke klar von Vorteil.

Dennoch ist die PRS SE A10E Angelus TS in diesem, für PRS-Verhältnisse doch extrem niedrigen Preisbereich, eine absolute Empfehlung wert. Denn neben der guten Verarbeitung mit nur kleinen, unauffälligen Mängeln überzeugt das Instrument weiterhin mit einer ausgesprochen guten Bespielbarkeit, vernünftigen Mechaniken und nicht zu vergessen durch ihre dezent-schöne Optik!

Plus

  • Sound kraftvoll und voluminös
  • gute Bespielbarkeit ab Werk
  • Koffer im Lieferumfang enthalten
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • etwas müdes Attack

Preis

  • Ladenpreis: 595,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    mojportret

    Das ist wirklich informative Bewertung. Ich denke, das ist, bis einer der besten klassischen Gitarren auf dem Markt. Jungs von Paul Reed Smith Guitars tun gute Arbeit.

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