Test: PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD, E-Gitarre

9. Mai 2018

PRS im Metal-Look

PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD title

Der Begriff Stealth (englisch wörtlich für „Heimlichkeit“ oder „Schläue“) steht für in erster Linie für die Tarnkappentechnik. Da unser heutiges Testobjekt die PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD auf der Rückseite matt schwarz lackiert wurde, hat man vermutlich diese Bezeichnung gewählt. Somit wird sich diese Optik vermutlich für Freunde der harten Gangart besonders gut eignen.

Die 2018er SE Custom 24 ist, bedingt durch die neuen Tonabnehmer, das neue Halsprofil und das Design des Headstocks (die Bezeichnung SE ist jetzt nicht mehr so deutlich zu sehen wie bei den Vorgängern), optisch noch etwas mehr an den USA-Modellen orientiert. Wie bei den Originalen kommt beim Korpus Mahagoni zum Einsatz, die Decke ist aus Ahorn. Ebenfalls Ahorn wird für den Hals verwendet.

Die SE Modelle von PRS zeichnen sich durch einen verhältnismäßig günstigen Preis aus, so muss man für unser Testobjekt auch nur knappe 900,- Euro berappen. Im Kaufpreis enthalten ist zudem ein passender und hochwertiger Gigbag.

Facts & Features der PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD

Die Gitarre verfügt über einen geleimten Hals. Sowohl die Korpusrückseite und der Hals wurden deckend mattschwarz lackiert. Dies verleiht der Gitarre den speziellen „Stealth-Look“. Man kennt diesen auch von Autos.

PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD rear

— PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD in mattschwarz —

Auf den leicht gewölbten Korpus aus Mahagoni wurde eine dünne Ahorndecke mit Wölkchenahornfurnier aufgebracht. Die Front unseres Testmodells fällt optisch etwas freundlicher aus. Diese wurde in der Farbe „Grey Black Satin“ lackiert.

PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD – Elektrik

Die elektrische Ausstattung ist recht einfach aber ausgesprochen sinnvoll. Jeweils ein Tone- und Volumeregler sind an Bord. Der Volumeregler sitzt leicht zugänglich und relativ nahe an der Brücke, der Tonregler etwas abseits davon. Die Pickups lassen sich mittels eines Drei-Wege-Blade-Schalters, ähnlich einer Telecaster, einzeln oder auch in Kombination betreiben. Der Tonregler wurde mit einer Push-Pull Funktion ausgestattet, der beide Pickups zur selben Zeit in den Singlecoil-Modus versetzt. Eine Spule jedes Tonabnehmers wird also abgeschaltet. Somit sind mit der SE Custom 24 Stealth Quilt sechs verschiedenen Tonabnehmerkombinationen möglich.

Unsere PRS wurde mit zwei Humbuckern des Typs 85/15 S ausgestattet, welche schwarze Spulen besitzen und von einem gleichfalls schwarzen Rahmen gehalten werden.

Die Elektrikfachabdeckung wurde versenkt angebracht, sie schließt also plan mit dem Korpus ab.

PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD – Hardware

Die Hardware der PRS wurde vernickelt. Das gilt für die (PRS designed) Mechaniken und auch für das Vibratosystem. Dieses System aus eigenem Hause wurde mit sechs Schrauben am Korpus befestigt, quasi wie ein Fender-Standardvibrato. Die Brücke liegt im Gegensatz zum Prinzip, das die Marke Fender bei dieser Art System verwendet, nicht auf. Es besteht also kein direkter Kontakt zum Korpus. Das so installierte System ist frei schwebend, das bedeutet, wir können den Hebel sowohl abwärts als auch aufwärts ziehen.

PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD vibrato

— Optisch schönes Vibratosystem mit Steckhebel —

Das System läuft weich und spricht schnell an, insbesondere aufgrund des Steckhebels. Dieser kann mithilfe einer kleinen Madenschraube auf die gewünschte Spannung eingestellt werden. Somit entfällt das Spiel, welches bei geschraubten Tremolohebeln gerne einmal auftritt, insbesondere wenn das Gewinde aufgrund der häufigen Benutzung über die Jahre bereits schon etwas ausgeleiert ist. Wenn man richtig zulangt, kann man durchaus eine ordentliche „Divebomb“ produzieren. Wenn man dies besonders gerne und häufig tut, sollte man möglicherweise auf ein PRS Modell mit Floyd Rose System ausweichen, da dieses System in aller Regel komplett verstimmungsfrei arbeitet. Für quasi alle Anwendung mit dem Vibratosystem eignet sich die PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD jedoch hervorragend.

Die Abdeckung des Vibratofachs auf der Rückseite wurde im Gegensatz zur Elektrikfachabdeckung nicht versenkt, sie schließt also nicht plan mit der Korpusrückseite ab. Dies ist bei Instrumenten aus dem Hause Fender auch gegeben. Hier ist auch ein Unterschied zu den in Amerika gefertigten Core Instrumenten zu sehen. Bei den amerikanischen Modellen wurde die Elektrikfachabdeckung versenkt angeschraubt, was einfach eleganter aussieht.

Verarbeitung der SE Custom 24 Stealth Quilt LTD

Wie von PRS gewohnt, ist an der Verarbeitung rein gar nichts auszusetzen. Auch beim Lackieren wurde sehr sauber gearbeitet. Die Bünde wurden perfekt abgerichtet, geschliffen und poliert. An den Halskanten finden wir keinerlei scharfe Kanten. Die Verarbeitung kann man nur als optimal bezeichnen.

PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD – der Hals

Der Hals der SE Custom 24 Stealth Quilt wurde erwartungsgemäß aus Ahorn gefertigt und anschließend mit einem Ebenholzgriffbrett versehen. Die Kopfplatte hat natürlich die typische PRS– Form. Wie man dem Namen der Gitarre entnehmen kann, wurde die Custom 24 Stealth Quilt LTD mit 24 Bünden ausgestattet. Die 24 Bünde sind schön fett. Die Breite beträgt 2,7 mm, die durchschnittliche Höhe ist 1,0 mm. Selbstverständlich haben die Bünde an den entsprechenden Stellen auch die firmentypischen Bird-Inlays bekommen. Bei den Instrumenten, welche nicht in Amerika hergestellt wurden, gleicht die Griffbretteinlage am 24. Bund eher einem kleinen Schweinchen, als einem Vögelchen. Aber dies ist ein bekanntes Phänomen und durchaus tolerierbar.

PRS SE Custom 24 Stealth Quilt LTD headstock

— Matched Headstock. Das SE Logo fällt nun etwas kleiner aus —

Der Hersteller gibt die Form des Halsprofils mit „Wide Thin“ an. Dies entspricht auch durchaus meinem Eindruck. Der Hals scheint recht breit, obwohl er es letztendlich mit seiner Sattelbreite von 43 mm gar nicht wirklich ist. Der Halsstab ist von oben leicht zugänglich, falls man dort einmal zu Werke gehen wollte.

Die von PRS gewohnte Mensur von 635 mm (25″) ist bekanntermaßen eine Symbiose aus einer Fender- und Gibson-Mensur, also „Best of both Worlds“. Die Bespielbarkeit ist daher im Vergleich zu einer Fender-mäßigen Gitarre etwas komfortabler. Der Radius des Griffbretts ist recht groß (vom Hersteller nicht angegeben aber nach meiner Schätzung 15″) und begünstigt damit ein recht müheloses Bending der Saiten.

Der Sattel aus Grafit war perfekt gefeilt. Die Sattelkerben besitzen ausreichende Tiefe. Dieses ist ja bei einigen Herstellern gerne mal ein Manko, da es einfach Zeit kostet, einen Sattel wirklich gut zu feilen. Viele haben nicht den Mut, die Kerbe ausreichen tief zu gestalten. Ist diese einmal zutief, muss ein neuer Sattel eingesetzt werden. Viele vermeiden daher, über die Höhe der Sattelkerbe, eine gute Bespielbarkeit zu ermöglichen. Hut ab!

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