Test: QSC TouchMix-16, Digitalmixer

Für wen ist das Gerät richtig?

Für mich steht nach diesem Test fest, dass es sich um ein durchwegs professionelles Teil handelt, das dem erfahrenen Anwender sehr viele Möglichkeiten in einem ultrakompakten Gehäuse bietet. Einem kompletten Neuling der Materie möchte ich zwar nicht grundsätzlich von dem Erwerb abraten, aber dennoch ist ein gesundes Basiswissen nötig, um sich nicht in den vielfältigen Möglichkeiten zu verstricken. Wenn man noch nie ein Mischpult vor sich hatte, ist die Möglichkeit hoch, nach einigen Stunden frustriert aufzugeben, da einem die Features mangels Wissen erschlagen.

Zu allererst sollte man sich eine kleine aber gesunde Grundstruktur aufbauen und diese abspeichern. Und dann von dieser Grundstruktur ausgehend kontinuierlich aufbauen. Mal eben das Gerät eine Stunde vor dem Gig kaufen und dann spitze mischen wollen, ist einfach nicht.

So kompakt das Gerät auch ist, im Inneren ist es tatsächlich eine ausgewachsene Konsole, für die aber eben nicht die einzelnen Regler pro Kanal einer Analogkonsole zur Verfügung stehen. Dementsprechend muss man sich gründlich einarbeiten, damit man nicht plötzlich am völlig falschen Kanal herumschraubt und die ganze Show killt. Also kurz und knackig: Ein Erfahrener hat mehr Spaß an der Konsole.

Aufgrund der immensen Möglichkeiten „unter der Haube“ kann man theoretisch eine komplette Band mit bis zu sechs Mannen (oder Frauen) überzeugend abmischen und braucht keine weiteren Geräte am PA-Platz. Theoretisch.

In der Praxis kann ich den QSC TouchMix-16 in allererster Linie denjenigen Bands empfehlen, die sich selbst auf der Bühne abmischen wollen und verstanden haben, wo die Stärken, aber auch die Schwächen eines solchen Konzeptes liegen: Alles drin im Karton, aber dessen Inhalt muss im Vorfeld sorgfältig sortiert werden.

Ein Live-Engineer, der dreimal die Woche an den unterschiedlichsten Locations die unterschiedlichsten Musiker zu mischen hat, wird kaum glücklich mit so einem Konzept. Dazu fehlt hier der intuitive und schnelle Zugriff, auch wenn der QSC TouchMix-16 technisch gesehen einem voll bestückten Siderack mit 20 HE entspricht.

Für Festinstallationen ist der kompakte Mixer ebenso eine gute Wahl, da man sich über die Presets alles programmieren und somit schnell wieder abrufen kann. Okay, „alles“ stimmt nicht ganz, denn die analogen Gain-Regler (hier als TRIM bezeichnet) sind davon ausgenommen. Diese Einstellungen sollten also peinlichst beibehalten werden, will man nicht eine böse Überraschung erleben. Am besten deren Stellung auf einem schön großen Blatt Papier notieren oder Markierungen am Gerät anbringen.

In diesem Test konnte ich euch lediglich einen Überblick dieses tollen Kompaktmischers verschaffen, dessen Möglichkeiten so immens sind, dass es jeden Testrahmen sprengen würde, wollte man alle Details besprochen haben. Dem Interessierten empfehle ich daher, sich die Bedienungsanleitung von der Herstellerseite bzw. des deutschen Vertriebs zu laden.

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Fazit

Ein großer Wurf ist der „kleine“ QSC TouchMix-16 geworden: Solide verarbeitet und eine durchgehend professionelle Klangqualität erfreuen vor allen Dingen Bands, die sich selbst abmischen wollen und die Einstellungen dazu im Vorfeld erledigen können. Alles dazu benötigte ist an Bord und man kann sich die Schlepperei von externen 19-Zoll Geräten beinahe sparen, wenn man alles sorgfältig vorbereitet. Außer dem fehlenden Netzschalter habe im Test keinen Punkt gefunden, der kritikwürdig wäre. Ein rundum überzeugendes Audio-Tool im Kompaktformat.

Plus

  • hervorragender Gesamtklang
  • solide Verarbeitung
  • gelungenes Bedienermenü
  • Ausstattung einer großen Konsole inkl. Dynamics und FX
  • Mehrspuraufnahme möglich (auf externer Platte)
  • 6 Aux-Wege

Minus

  • kein Netzschalter

Preis

  • Ladenpreis: 1.399,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Atarkid  AHU

    Das Teil hab ich schon länger im Auge. Tolles Konzept! Leider reicht mir die Anzahl der Eingangskanäle nicht. Bei einem QSC Touchmix 24 würde ich ganz schnell schwach werden.
    BTW: Danke für den Test, speziell für die Einschätzung der Qualität der EQs…

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      Markus Galla  RED

      Dann schau Dir doch mal X32 Producer und X-Air X18 an.

      Das X32 Producer bietet nicht nur eine (fast) analog anmutende Oberfläche und erstklassige Qualität, sondern eben auch sehr gute Portabilität (ich transportiere es in einer PreSonus-Tasche, die zum PreSonus StudioLive 16.4.2 VSL gehört) und günstige Erweiterbarkeit auf bis zu 40 Kanäle.

      Wenn Dir 18 Kanäle reichen, könnte auch das X-Air XR18 Pult etwas sein. Das funktioniert nicht nur mit dem iPad, sondern auch mit günstigen Android-Geräten bis hin zum Rhasperry Pi. Da nun auch die neuen Controller von Behringer (X-Touch) endlich lieferbar sind, kann man das XR18 komplett darüber fernsteuern, während es wie eine Stagebox auf der Bühne steht. Einen Test gab es ja auch hier auf der Website.

      Ich besitze beide Pulte und bin rundum zufrieden damit. Wenn nicht Behringer drauf stehen würde, könnte man einen erheblich hochpreisigeren Hersteller erwarten.

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        Atarkid  AHU

        Danke für die Auflistung, die Geräte hatte ich auch alle schon auf dem Zettel. Ursprünglich war auch Behringer X32 Compact das Objekt meiner Begierde. Als ich es kaufen wollte wurde der Preis erhöht… Das war Pech :).. Als ich dann wieder zuschlagen wollte wurde der Preis nochmal angehoben… Und der Unterschied ist nicht ausschließlich mit dem Wechselkurs zu begründen. Wie auch immer, ich bin der Meinung, dass die Behringer-Teile immer noch die Besten sind, auch für die neuen Preise. Aber irgendwie bekomm ich das kopfmäßig nicht hin mich jetzt noch für den Kauf eines solchen zu entscheiden. Nüchtern betrachtet ist das dumm, das weiß ich. Das X18 fand ich auch sehr interessant, mit dem QSC Touchmix ist eben ein anderer Hersteller im Rennen. Ich habe die Behringer-Produkte übrigens nie am Namen gemessen, mein Markenfetisch hält sich da in Grenzen :)
        Kannst mir ja noch ein bißchen gut zureden, dann werd ich vielleicht wieder schwach ;)… Gruß, Atari

  2. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Das mit den Behringer-Preisen ist tatsächlich ärgerlich.

    Das X32 Producer habe ich noch für 1349€ gekauft. Jetzt kostet es 400€ mehr.

    Aber: ich würde täglich bei Thomann und MusicStore nach B-Stock Angeboten schauen. Ich habe mein XR18 als B-Stock gekauft und richtig Geld gespart. Es war nichts dran, kein Kratzer, nichts. Bei voller Garantie. Die haben fast täglich Angebote drin, man muss nur schnell sein. Außerdem haben Thomann und MusicStore – gerade bei Behringer – tagesaktuelle Preise. Da muss man auch täglich schauen. Die sind die größten europäischen Behringer-Abnehmer und bekommen gute Konditionen. Eine andere Alternative sind die teils sehr günstigen Anbieter in GB. Dort bekommst Du über Ebay bei einem Händler ein generalüberholtes X32 Producer zu einem Kurs unterhalb des alten Preises. Da GB (noch) zur EU gehört, fallen keine Zölle an. Das lohnt sich also: http://www.....Swv0tVEHUp

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Das x32 sieht leider wirklich hässlich aus, ansonsten ist nichts daran auszusetzen.

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