Professionelle Bluetooth-Anbindung ohne Umwege
Bluetooth ist aus dem alltäglichen Audiobereich kaum noch wegzudenken. Trotzdem wird es schnell kompliziert, sobald ein Smartphone oder Laptop in eine professionelle Beschallungsanlage eingebunden werden soll. Genau hier kommt der Radial Engineering BT-Pro V2 zum Einsatz und verspricht eine einfache, zugleich zuverlässige Lösung. Ob das in der Praxis gut funktioniert, zeigt dieser Testbericht.
Was ist es? Radial Engineering BT-Pro V2, kompakter Bluetooth-Empfänger für die Integration mobiler Zuspieler in professionelle Audioanlagen
- Einsatz: Kabellose Zuspielung von Smartphones, Tablets und Laptops in PA, Studio und Installation
- Stärken: Stabile Verbindung, einfache Inbetriebnahme, flexible Stromversorgung
- Ausstattung: Symmetrische XLR-Ausgänge, Kopfhörerausgang, Pegelregler, Ground-Lift
- Praxis: Zuverlässig im Test, auch bei vielen Funkquellen ohne Auffälligkeiten
Inhaltsverzeichnis
Blick auf den Radial Engineering BT-Pro V2
Konzept
Der Radial Engineering BT-Pro V2 schlägt die Brücke zwischen mobilen Zuspielern wie Smartphones, Tablets oder Laptops und professioneller Audiotechnik. Die per Bluetooth empfangenen Audiosignale werden als symmetrisches Analogsignal über XLR an das Mischpult und die PA weitergeleitet. Mit diesem kompakten Gerät lassen sich Musik oder andere Zuspieler auf saubere und professionelle Weise schnell in eine bestehende Anlage einbinden.
Anschlüsse und Bedienung
Was die Anschlüsse angeht, ist der Radial Engineering BT-Pro V2 angenehm übersichtlich gehalten: Auf der einen Querseite gibt es zwei symmetrische XLR-Ausgänge für den linken und rechten Kanal. Hinzu kommt auf der anderen Seite des Geräts ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang, über den sich das Signal direkt kontrollieren lässt. Das ist vor allem bei der Fehlersuche oder beim Vorhören hilfreich.

Über die XLR-Ausgänge kann der Radial Engineering BT-Pro V2 auch per Phantomspannung betrieben werden
Die Stromversorgung erfolgt wahlweise über USB-C oder über die 48-V-Phantomspeisung per XLR-Ausgänge. Dadurch lässt sich der Radial Engineering BT-Pro V2 sowohl an einem Laptop oder USB-Netzteil als auch direkt über das Mischpult betreiben. Beide Varianten lassen sich sogar parallel nutzen. Das sorgt in der Praxis für zusätzliche Sicherheit.
Bei den Bedienelementen bleibt das Gerät ebenfalls angenehm geradlinig: Ein Level-Regler steuert die Lautstärke für den XLR- und den Kopfhörerausgang. Direkt daneben befinden sich ein Mono-Schalter zur Summierung des Stereosignals, ein Pairing-Taster für die Bluetooth-Verbindung, ein versenkter Reset-Knopf und ein Ground-Lift-Schalter gegen mögliche Brummschleifen. Außerdem informiert eine Status-LED über den Betriebszustand und den Pairing-Status.
Bluetooth-Verbindung
Der Radial Engineering BT-Pro V2 arbeitet mit Bluetooth 5.0 und ist damit mit den gängigen mobilen Geräten problemlos nutzbar. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei etwa 30 m bei freier Sicht. Natürlich hängt das im Alltag auch von Wänden, Personen im Raum und anderen Funkquellen ab. Für typische Anwendungen in Veranstaltungsräumen, im Studio oder in Installationen ist das jedoch ein praxisgerechter Wert. Gefunkt wird im üblichen 2,4-GHz-Bereich.
Stromversorgung und Alltagstauglichkeit
Besonders praktisch ist die bereits erwähnte flexible Stromversorgung. USB-C ist bequem und heute ohnehin allgegenwärtig. Im professionellen Umfeld ist die Versorgung per Phantomspeisung über die XLR-Ausgänge jedoch oft noch interessanter, weil dadurch kein zusätzliches Netzteil und keine freie Steckdose benötigt werden. Dass sich beide Varianten gleichzeitig nutzen lassen, erhöht die Ausfallsicherheit und zeigt, dass der Radial Engineering BT-Pro V2 nicht nur für den Schreibtisch, sondern auch für den praktischen Einsatz gedacht ist.
Verarbeitung
Wie von Radial Engineering gewohnt, wirkt auch der Radial Engineering BT-Pro V2 sehr robust. Das Metallgehäuse macht auf mich einen sehr soliden Eindruck und dürfte auch im raueren Bühnenalltag keine Probleme machen. Besonders praktisch ist das überstehende Gehäuse, das die Anschlüsse, Taster und Regler auf den Querseiten schützt. Außerdem gibt es Kunststoffelemente am Gehäuse, damit das Bluetooth-Signal nicht unnötig abgeschirmt wird. Mit seinen Abmessungen von 84 x 127 x 51 mm und einem Gewicht von knapp 500 g ist das Gerät kompakt genug für den mobilen Einsatz.
Radial Engineering BT-Pro V2 in der Praxis
Erste Eindrücke zuhause
Im ersten Schritt des Praxistests musste der Radial Engineering BT-Pro V2 bei mir zu Hause zeigen, wie unkompliziert er sich verhält. Gerade bei Bluetooth-Geräten ist das ein wichtiger Punkt, denn niemand möchte sich erst lange mit der Verbindung oder der Bedienung beschäftigen. Entsprechend spannend war vor allem die Frage, wie schnell der Radial Engineering BT-Pro V2 einsatzbereit ist. Dabei fiel der erste Eindruck sehr positiv aus: Das Gerät wurde direkt von meinem Smartphone erkannt und in den Bluetooth-Einstellungen angezeigt.
Besonders praktisch ist, dass zum Verbinden ein Passwort abgefragt wird, das auf dem Smartphone eingegeben werden muss. So lässt sich verhindern, dass andere ungefragt die Musikwiedergabe steuern können. Die Kopplung funktionierte nach Eingabe des vierstelligen Codes ohne Umwege, die Verbindung stand schnell und auch im weiteren Verlauf arbeitete das Gerät ohne Aussetzer oder andere Auffälligkeiten.
Klanglicher Eindruck im Praxistest
Auch klanglich machte das Gerät bei mir zu Hause einen überzeugenden Eindruck, denn das Signal kam sauber und ohne auffällige Nebengeräusche an. Natürlich bleibt Bluetooth immer ein Kompromiss gegenüber einer direkten Kabelverbindung, aber innerhalb dieser Grenzen habe ich keinen Anlass zur Kritik. Hilfreich ist auch der regelbare Pegel, der den Umgang mit unterschiedlichen Eingängen erleichtert und Pegelsprünge verhindert.
Praxiseinsatz bei einer Veranstaltung
Wirklich interessant wurde es dann im Einsatz bei einer Veranstaltung mit knapp 70 Personen, denn gerade in so einem Umfeld zeigt sich, ob ein Bluetooth-Empfänger auch unter realen Bedingungen bestehen kann. Viele Menschen im Raum bedeuten meist auch viele Smartphones, zusätzliche Funkverbindungen von Mikrofonen oder In-Ear-Geräten und damit potenziell mehr Störquellen. Auch hier verhielt sich der Radial Engineering BT-Pro V2 jedoch absolut unauffällig. Die Verbindung blieb innerhalb der angegebenen Reichweite von 30 m durchgehend stabil und es gab keine Probleme.
Anwendungsszenarien: Radial Engineering BT-Pro V2
Einsatz bei Installationen
Auch für feste Installationen ist der Radial Engineering BT-Pro V2 sehr interessant. Denkbar sind hier etwa Bars, Restaurants oder Fitnessstudios, also überall dort, wo Musik unkompliziert von mobilen Geräten zugespielt werden soll. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass sich das Gerät dauerhaft in ein bestehendes Audiosystem integrieren lässt. Es steht dann jederzeit als drahtloser Zuspielweg bereit. Durch die symmetrischen Ausgänge passt der Radial Engineering BT-Pro V2 dabei deutlich besser in professionelle Installationen als einfache Bluetooth-Adapter aus dem Consumer-Bereich.
Nutzung im Tonstudio
Auch im Tonstudio kann der Radial Engineering BT-Pro V2 ein sinnvolles Werkzeug sein. Er eignet sich beispielsweise, um Referenz-Tracks direkt und unkompliziert abzuspielen oder um schnell Material von externen Geräten auf die Lautsprecher zu bringen.
Einsatz im Proberaum
Im Proberaum ist der Radial Engineering BT-Pro V2 ebenfalls eine sinnvolle Option. Ideen, Playbacks oder Referenzen lassen sich schnell abspielen, ohne dass erst nach passenden Adaptern oder Kabeln gesucht werden muss. Gerade in Situationen, in denen es schnell gehen soll und niemand lange umbauen möchte, ist das ein großer Vorteil.
Alternativen zum Radial Engineering BT-Pro V2
Klark Teknik DW 20BR
Der Klark Teknik DW 20BR ist ebenfalls ein kompakter Bluetooth-Empfänger, der sich vor allem für einfachere Beschallungsaufgaben eignet. Er bietet symmetrische XLR-Ausgänge und lässt sich damit grundsätzlich auch in professionelle Umgebungen integrieren. Im Vergleich zum Radial Engineering BT-Pro V2 ist wegen der großen, nicht abnehmbaren Antenne jedoch etwas Vorsicht geboten.
Sirus DI USB/BT
Der Sirus DI USB/BT kombiniert Bluetooth-Empfang mit einer DI-Box-Funktion und geht damit konzeptionell in eine ähnliche Richtung wie der Radial Engineering BT-Pro V2. Außerdem bietet er eine USB-Schnittstelle für die Audioübertragung, was ihn etwas vielseitiger macht, wenn unterschiedliche Zuspielwege gefragt sind.


































wie siehts mit der Latenzzeit aus?
ich hab letztes Jahr einen günstigen Adapter gekauft( nur 40€ also natürlich ganz andere Klasse) und leider diese Problematik nicht bedacht. kann man ihn halt jetzt nur zum abspielen von Musik verwenden.
gestern einen Boss katana mini mit miniklinke zum Musizieren im Freien gekauft.
da funktioniert alles wie es soll.
@Numitron Mir fiel keine störende Latenz auf. Für mehr als das Abspielen von Musik, wie etwa fürs Einbinden von Backing Tracks etc., würde ich einen Bluetooth-Empfänger aber ohnehin nicht nutzen.
@Numitron soweit ich weiss hat bt immer so um die 60-80ms
@martin stimming ahh.
stimmt, das ist dann natürlich sinnlos. 😎
hab ich nicht bedacht damals. 😉
danke an euch beide!
400 € für einen Bluetooth-Adapter. Das ist unfassbar. Bluetooth hat Grenzen, die man mit keinem Geld der Welt aushebeln kann.
@Mac Abre Radial ist halt das K&M für Elektronik. Qualität mit Preis.
@j.keys So gut kann das Teil gar nicht sein, dass es den Preis rechtfertigen würde. Kaufe ich mir eine gute DI-Box für 100 € und einen guten Bluetooth-Adapter für 50 €, erreiche ich das gleiche Ergebnis zu einem Bruchteil des Preises.
@Mac Abre Mit dem Nachteil, dass man 2 Geräte, zusätzliche Kabel, ein zusätzliches Netzteil braucht. Die Radial Bluetooth DI kann über phantom power oder USB-C betrieben werden, was beides sehr praktisch ist. Ob’s den Preis rechtfertigt oder nicht sei jedem selbst überlassen.
@j.keys Passive DI-Boxen benötigen kein Netzteil.
Bei der Größe ist es mir herzlich egal, ob ich ein oder zwei Gerätchen mit zwei zusätzlichen Käbelchen dabeihabe.
@Mac Abre Aktive üblicherweise auch nicht wenn sie über hantom power gespeist werden ;) und mir ist das nicht egal, im Live-Betrieb muss es schnell gehen und 100% zuverlässig sein. Zwei xlrs an die Radial DI, fertig. Bei großem Kanalmangel auch mal via USB Netzteil und Miniklinke. Keine vorstehende externe Antenne, wie bei Radial üblich kann man mit dem Auto drüberfahren und das Ding hält das aus. Trotz Metallgehäuse gute Verbindung, AAC Codec support damits brauchbar klingt. Für mich war das vor Jahren genau das Ding das ich gesucht habe und es kommt bei so gut wie jedem Live-Gig zum Einsatz.
@Mac Abre Das kannst du vergessen. Die billigen Bluetooth-Adapter kann man vielleicht als Laie einsetzen, wenn man mit seiner Tanzband in der Pause etwas Musik einspielen will. Als Verleiher oder bezahlter Dienstleister, der darauf angewiesen ist, dass die Verbindung hält, nicht abreißt und klingt, geht man so ein Risiko nicht ein.
Das, was früher das Miniklinken-Kabel für den MP3 Player war, ist heute der Bluetooth-Adapter. Immer kommt kurzfristig jemand und will Musik von seinem Smartphone oder Tablet eingespielt haben. Man muss nur mal ein Stadtfest beschallen, auf dem Schlagersternchen auftreten. Ich erinnere mich an Türme aus Kassettendeck, CD-Player, DAT-Recorder und MiniDisc Recordern am FoH-Pult, weil jeder mit anderen Medien ankam.
Ne, als Dienstleister käme mir unter so einer Radialbox auch nichts in den Tools-Koffer. Die Alternativen funktionieren zwar, sind aber eher was für Hobby-Bands, Partyräume, Schulen etc.
@Markus Galla Ich habe hier Bluetooth-Adapter, die weniger als die genannten 50 € gekostet haben, auf die ich mich jederzeit zu einhundert Prozent verlassen kann. Da sind auch zwei Betonwände kein Hindernis.
Was das Radial-Gerät genausowenig kann wie jeder andere BT-Adapter: Daten ohne nennenswerte Latenz übertragen. BT ist lahm, das wird sich nur mit zukünftigen Versionen ändern können. Bis dahin ist auch das teuerste BT-Gerät veraltet.
Btw: 50 € ist für einen BT-Adapter alles andere als billig. Wer noch mehr verlangt, verkauft Schlangenöl.
@j.keys wobei, k&m hat 30€ Mikroständer und bessere.
aber alle haben eine gewisse Qualität, stimmt schon.
@Numitron Das stimmt schon aber bei mechanischen Produkten sind die Qualitätsansprüche anders gelagert als bei elektronischen. Ein Mikroständer soll das Gewicht der Auszugstange, ggf. des Galgens und des Mikros tragen und stabil stehen. Mein erster Mikroständer ist aus dickwandigen Stahlrohren und besitzt einen massiven Galgen und ist der stabilste Ständer, den ich besitze. Hat um das Jahr 2000 20 Mark gekostet. Die meisten aktuellen Ständer, auch K&M können da leider nicht mithalten.
@Mac Abre stimmt natürlich
@Mac Abre i am blue babeldi babeldei…
da hast du Recht.
mein Mixer war billiger.
meine Monitore sind auch günstiger.😂