Bühnen-Kommunikation ohne Kompromisse
Auf der Bühne entscheidet häufig ein einziger Moment über Übersicht oder Chaos. Gerade als Musical Director, der die Band durch eine Show führt, muss man musikalisch denken. Gleichzeitig gilt es, organisatorisch den Überblick zu behalten. Um das eigene Mikrofon als wichtigstes Werkzeug für diese Aufgabe sicher bedienen zu können, gibt es den Radial Engineering HotShot MD. In diesem Test schaue ich mir an, wie sich der kompakte Mikrofonumschalter im realen Bühnenalltag bewährt und welche praktischen Lösungen damit möglich sind.
Was ist es? Radial Engineering HotShot MD, passiver Mikrofonumschalter, leitet ein dynamisches Mikrofonsignal auf bis zu drei Ausgänge für gezielte Bühnenkommunikation.
- Einsatzbereich: Ideal für Musical Directors, Sänger und Tontechniker mit separaten Talkback-Wegen.
- Schaltprinzip: Momentane Fußschalter ermöglichen eine gezielte und kontrollierte Signalumschaltung.
- Praxis: Leiser Betrieb ohne störende Klicks oder Übersprechen im Testbetrieb.
- Verarbeitung: Robustes Stahlgehäuse und bühnentaugliche Komponenten.
- Fazit: Einfache, zuverlässige Lösung für diskrete und flexible Bühnenkommunikation.
Inhaltsverzeichnis
Der Radial Engineering HotShot MD im Detail
Konzept und Funktionsweise
Der Radial Engineering HotShot MD ist ein passiver Mikrofonumschalter, der für den Einsatz mit dynamischen Mikrofonen auf der Bühne entwickelt wurde. Ziel des Geräts ist es, ein Mikrofonsignal situativ auf einen von drei Signalwegen zu lenken, ohne dabei den Ablauf einer Show zu stören. Im Standardbetrieb wird das Mikrofon permanent an den festen Hauptausgang A weitergeleitet. Über zwei Fußschalter lässt sich das Signal jedoch auch kurzzeitig auf unterschiedliche Ausgänge leiten.
Vier Anschlüsse am Gerät
Der Mikrofoneingang ist als XLR-Anschluss ausgeführt. Auf der Ausgangsseite stehen drei XLR-Buchsen zur Verfügung. Ausgang A ist der Hauptausgang und aktiv, solange kein Fußschalter gedrückt wird. Ausgang B und Ausgang C dienen als alternative Signalwege, die jeweils nur während des Drückens des zugehörigen Fußschalters aktiviert werden. Beide Ausgänge können auch gleichzeitig genutzt werden. Das ermöglicht eine parallele Kommunikation über zwei Kanäle.
Fußschalter
Die beiden Fußschalter auf der Oberseite des Gerätes arbeiten als momentane Schalter. Das bedeutet, dass das Routing nur so lange geändert wird, wie der jeweilige Schalter tatsächlich gedrückt bleibt. Es gibt keine rastenden Zustände und keine dauerhafte Umschaltung. Nach dem Loslassen kehrt das Signal automatisch auf den Hauptausgang A zurück. Diese Logik ist besonders sinnvoll für kurze Ansagen oder Absprachen während einer laufenden Show oder Probe.
Ground Lift als Zusatzoptionen
Für die Ausgänge B und C sind separate Ground-Lift-Schalter vorhanden, mit denen sich die Masseverbindung des jeweiligen Ausgangs trennen lässt, um mögliche Brummschleifen zu reduzieren. Die Schalter sind gut erreichbar auf der Oberseite des Geräts angebracht und ermöglichen eine schnelle Anpassung.
Voraussetzungen und Einschränkungen
Der Einsatz ist ausschließlich für dynamische Mikrofone vorgesehen. Kondensatormikrofone können nicht verwendet werden, da durch das Gerät keine Phantomspannung weitergegeben werden kann. Phantomspannung sollte auf den angeschlossenen Mischpultkanälen generell deaktiviert werden, damit es nicht zu störenden Geräuschen kommt.
Verarbeitung und Alltagstauglichkeit
Das Gehäuse besteht aus stabilem Stahl und ist für den professionellen Bühnenbetrieb ausgelegt. Die Fußschalter machen einen sehr soliden Eindruck und auch die XLR-Buchsen auf der Rückseite sind nicht wackelig, sondern hochwertig verarbeitet. Auf der Unterseite gibt es keine scharfen Kanten, die den Untergrund beschädigen könnten.
Praxistest des Radial Engineering HotShot MD
Getestet wurde der Radial Engineering HotShot MD zunächst in einer Generalprobe, in der ich als Keyboarder und zugleich als Musical Director tätig war und die Band über ein separates Mikrofon durch die Songs und den Ablauf führte. Mein Mikrofon diente primär der internen Kommunikation und nicht dem direkten Gesang für das Publikum. Ein Ausgang des Gerätes war dementsprechend auf die In-Ear-Monitore der Band geroutet, während ein weiterer für die direkte Kommunikation mit dem Tontechniker am Mischpult genutzt wurde.
Hier geht es zum AMAZONA-Artikel über die Aufgaben eines Musical Directors.
Integration in den Bühnenalltag
Die Einbindung des Radial Engineering HotShot MD in unser bestehendes System verlief sehr unkompliziert. Mein Mikrofon wurde einfach an den XLR-Eingang angeschlossen und zwei der drei Ausgänge mit unserer Stagebox verbunden. Output A habe ich frei gelassen. Dadurch war mein Mikrofon im Normalzustand stummgeschaltet, um störende Bühnen- und Umgebungsgeräusche auf den Ohren der Musiker zu vermeiden. Ausgang B war der interne Kommunikationsweg zur Band und Ausgang C wurde für den Austausch mit dem Tontechniker genutzt. Durch diese Aufteilung war es möglich, während der Probe oder der späteren Show gezielt mit einzelnen Personen zu sprechen, ohne dass es für das Publikum hörbar war.
Bedienung im laufenden Betrieb
Im praktischen Einsatz zeigte sich die sehr einfache Schaltlogik als großer Vorteil. Die Kommunikation mit der Band oder dem Tontechniker erfolgte nur dann, wenn der entsprechende Fußschalter gedrückt wurde. Sobald kein Schalter mehr gedrückt war, waren beide Kommunikationswege sofort geschlossen. Da beide Fußschalter nicht zu eng beieinanderliegen, wurde auch nicht versehentlich der falsche oder beide Schalter gleichzeitig gedrückt. Letzteres wäre mit meiner Schuhgröße 45 problemlos möglich gewesen, um gleichzeitig kurze Absprachen oder spontane Hinweise mit der Band und dem Tontechniker zu teilen. Die Fußschalter reagierten durchgehend präzise und erfordern keine übermäßige Kraft. Das ist gerade in längeren Proben oder Shows angenehm.

Gut gewählter Abstand beider Fußschalter des Radial Engineering HotShot MD, um nicht versehentlich beide zu betätigen
Zuverlässigkeit und Nebengeräusche
Während des gesamten Tests arbeitete das Gerät sehr leise. Beim Umschalten traten keine lauten Klicks oder Störgeräusche auf und auch ein Übersprechen zwischen den Ausgangskanälen konnte ich nicht feststellen.
Anwendungsszenarien: Radial Engineering HotShot DM
Musical Director mit Band und Technik
Ein klassisches Einsatzszenario für den Radial Engineering HotShot MD ist die Rolle des Musical Directors auf der Bühne, wie bereits in meinem Praxistest beschrieben. Zusätzlich kann Ausgang A für einen weiteren Kommunikationsweg genutzt werden. Damit das Mikrofon trotzdem erst zu hören ist, wenn jemand hineinspricht, könnte ein Infrarotschalter zwischen Mikrofon und XLR-Kabel gesteckt werden, beispielsweise das Monacor PB-05E.
Hier geht es zum AMAZONA-Testbericht des Monacor PB-05E.
Sänger mit interner Kommunikation
Auch für Sänger, die während einer Show intern kommunizieren wollen, bietet sich der Radial Engineering HotShot MD an. Ausgang A führt das Gesangssignal ganz normal zum Mischpult. Ausgang B wird für die interne Kommunikation mit der Band genutzt, etwa um Einsätze oder Änderungen anzukündigen. Ausgang C kann für die Kommunikation mit der Technik vorgesehen werden oder frei bleiben, um den Fußschalter als kurzfristige Stummschaltung zu nutzen.
Talkback für Tontechniker
Auch für den Einsatz bei FoH- oder Monitor-Tontechnikern ist der Radial Engineering HotShot MD geeignet. In diesem Fall kann Ausgang A bewusst frei bleiben, damit das Talkback-Mikrofon im Normalzustand stumm ist. Ausgang B und Ausgang C werden auf unterschiedliche Talkback-Kanäle gelegt, etwa einer für die Band und einer für die Stage-Crew. Durch die Fußschalter, die sich auch problemlos mit der Hand bedienen lassen, lässt sich gezielt und nur bei Bedarf sprechen, ohne zusätzliche Mute-Schalter oder Pultfunktionen nutzen zu müssen.
Signalführung für Effekte
Ein weiteres mögliches Szenario ist die Nutzung als Umschalter zwischen unterschiedlichen Signalbearbeitungen. Ausgang A und Ausgang B werden beide zum Mischpult geführt. Einer der Kanäle bleibt weitestgehend unbearbeitet, während der andere mit Effekten wie beispielsweise Hall oder Delay versehen wird. Der Musiker kann so per Fußschalter entscheiden, wann das bearbeitete Signal aktiv ist und wann nicht. Vor allem für Sänger, die keinen Hall auf ihren Zwischenansagen haben möchten, ist diese Nutzung besonders praktisch.
Alternativen zum Radial Engineering HotShot MD
Radial Engineering HotShot DM1
Der kleine Bruder Radial Engineering HotShot DM1 ist ebenfalls ein passiver Mikrofonumschalter für dynamische Mikrofone. Er nutzt allerdings nur einen momentanen Fußschalter, um das Mikrofonsignal zwischen zwei Ausgängen zu routen. Im Vergleich zum Radial Engineering HotShot MD ist er daher weniger komplex, bietet aber die gleiche solide passive Schaltung und ermöglicht eine schnelle Talkback-Kommunikation auf der Bühne.
Optogate PB-05 E
Das Monacor PB-05E ist ein automatischer Mikrofonschalter mit optischem Sensor. Er wird zwischen Mikrofon und Kabel gesteckt und schaltet das Mikrofon ein oder aus, je nachdem, ob sich jemand davor befindet. Dieses Gerät eignet sich besonders für dynamische Mikrofone, bei denen man ungenutzte Kanäle automatisch stummschalten möchte, um Bühnenlärm und Feedback zu reduzieren. Im Vergleich zum Radial Engineering HotShot MD bietet es keine manuelle Fußsteuerung für unterschiedliche Kommunikationswege, sondern dient eher als sensorbasierte Mute-Lösung für Talkback-Mikrofone.


































Vielen Dank für den schönen Test!
Das HotShot MD ist ein interessantes und hilfreiches Teil zur Kommunikation über InEars, mit drei Ausgängen ist es auch super flexibel.
Was ich noch als Alternative empfehlen kann: Das Palmer MI DMS. Das ist wesentlich günstiger, ebenfalls sehr stabil gebaut und funktioniert einwandfrei ohne Umschaltgeräusche. Hat allerdings nur zwei Ausgänge.