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Test: Radial Engineering SGI Stereo TX/RX, Signalprozessor

Saubere Stereo-Signalübertragung über 100 Meter

21. Mai 2026
Test: Radial Engineering SGI Stereo TX/RX, Signalprozessor (Quelle: Radial Engineering)

Test: Radial Engineering SGI Stereo TX/RX, Signalprozessor (Quelle: Radial Engineering)

Manchmal sind es genau die unscheinbaren Probleme, die im Bühnenalltag am meisten Zeit kosten. Etwa dann, wenn ein Instrumentensignal über eine größere Distanz sauber übertragen werden soll, ohne dass der Klang darunter leidet. Das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX möchte dafür eine einfache, aber durchdachte Lösung sein. Ob das Konzept in der Praxis wirklich überzeugen kann, zeigt dieser Test.

Kurz & knapp

Was ist es? Radial Engineering SGI Stereo TX/RX, Stereo-Übertragungssystem für Instrumentensignale über Netzwerkkabel zur verlustarmen Signalübertragung über große Distanzen.

  • Praxis: Überträgt zwei Signale stabil und ohne hörbare Verluste auch über große Entfernungen.
  • Verarbeitung: Robuste Stahlgehäuse und hochwertige Komponenten für den Einsatz auf Bühne und im Studio.
  • Anwendung: Ideal für Stereo-Rigs, lange Kabelwege und flexible Signalführung.
  • Technik: Analoge Signalübertragung mit Jensen-Transformatoren zur Minimierung von Störungen.
  • Fazit: Zuverlässige Lösung für saubere Signalübertragung bei komplexeren Verkabelungen.
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Radial Engineering SGI Stereo TX/RX

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Blick auf den Radial Engineering SGI Stereo TX/RX

Lieferumfang und Grundkonzept

Beim Radial Engineering SGI Stereo TX/RX hat man es mit einem zweiteiligen System zu tun, das aus einer Sendeeinheit und einer Empfangseinheit besteht. Zum Lieferumfang gehören beide Einheiten sowie das passende Netzteil für den Sender. Ein Netzwerkkabel muss man selbst beisteuern. Genau das ist jedoch Teil des Konzepts, denn das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX nutzt ein ganz normales Cat-Kabel, um zwei Instrumentensignale gleichzeitig über größere Distanzen zu übertragen. Das macht das System vor allem für Stereo-Anwendungen interessant, aber auch für Einsatzbereiche, in denen Instrumentensignale nicht direkt am Zielgerät anliegen.

Lieferumfang des Radial Engineering SGI Stereo TX/RX.

Lieferumfang des Radial Engineering SGI Stereo TX/RX

Verarbeitung, Bauweise und Maße

Schon beim Auspacken macht das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX einen sehr soliden Eindruck. Die Gehäuse bestehen aus Stahl, wirken extrem robust und bringen genau die Stabilität mit, die man sich für den Bühnenalltag oder den regelmäßigen Transport wünscht. Auch alle Buchsen sitzen fest im Gehäuse. Jede Einheit misst 127 x 84 x 46 mm, und das Gesamtgewicht des Sets liegt bei etwas mehr als 1 kg. Damit lassen sich beide Einheiten ohne großen Aufwand unterbringen, sei es auf einem Pedalboard, im Proberaum oder in einer festen Verkabelung.

Anschlüsse der Sendeeinheit

Die Sendeeinheit übernimmt die Aufgabe, das anliegende Signal auf den Weg zu bringen. Dafür stehen zwei 6,3 mm Klinkeneingänge bereit, die als linker und rechter Kanal eines Stereosignals genutzt werden können. Zusätzlich gibt es pro Kanal einen Thru-Ausgang, ebenfalls in Form einer 6,3 mm Klinkenbuchse. Darüber lässt sich das Signal parallel weitergeben, etwa an einen Verstärker vor Ort oder an ein weiteres Gerät.

Vorderseiten der Bestandteile des Radial Engineering SGI Stereo TX/RX. Links: Sendeeinheit, rechts: Empfangseinheit (Quelle: Radial Engineering)

Vorderseiten der Bestandteile des Radial Engineering SGI Stereo TX/RX. Links: Sendeeinheit, rechts: Empfangseinheit (Quelle: Radial Engineering)

Die Verbindung zur Empfangseinheit läuft nicht über XLR, sondern über eine verriegelbare etherCON-RJ45-Buchse, die deutlich sinnvoller ist als eine einfache Netzwerkbuchse ohne zusätzliche Sicherung. Die Sendeeinheit arbeitet aktiv und lässt sich mit 9 bis 18 V betreiben. Das passende Netzteil liegt dem Lieferumfang bei.

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Anschlüsse und Funktionen der Empfangseinheit

Die Empfangseinheit ist etwas schlichter aufgebaut. Sie nimmt das übertragene Signal über eine etherCON-RJ45-Buchse entgegen und gibt es wieder über zwei 6,3 mm Klinkenausgänge aus. Dazu kommen Ground-Lift-Schalter für beide Kanäle sowie ein Schalter zur Umkehrung der Phase am linken Ausgang. Ein Pluspunkt ist, dass die Empfangseinheit ohne eigene Stromversorgung auskommt.

Rückseiten der Bestandteile des Radial Engineering SGI Stereo TX/RX. Links: Sendeeinheit, rechts: Empfangseinheit (Quelle: Radial Engineering)

Rückseiten der Bestandteile des Radial Engineering SGI Stereo TX/RX. Links: Sendeeinheit, rechts: Empfangseinheit (Quelle: Radial Engineering)

Technisches Konzept

Technisch bleibt das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX komplett im analogen Bereich. Es findet also keine digitale Wandlung statt. Das System ist für die symmetrische Übertragung von zwei Instrumentensignalen über Entfernungen von bis zu 100 m ausgelegt. Der Vorteil des Systems liegt auf der Hand: Größere Strecken lassen sich deutlich unkomplizierter überbrücken als mit langen Klinkenkabeln, ohne dass man sich sofort über Höhenverluste oder Einstreuungen ärgern muss. Im Inneren arbeiten Jensen Übertrager, die nicht nur für eine saubere Signalübertragung sorgen, sondern auch helfen, Störgeräusche und Brummschleifen in den Griff zu bekommen.

Der Radial Engineering SGI Stereo TX/RX in der Praxis

Erste Eindrücke

Im ersten Schritt kam das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX bei mir zu Hause zum Einsatz. Ziel war es, ein Stereo-Signal vom E-Piano über ein 50 m langes Netzwerkkabel quer durch die Wohnung und wieder zurück zu schicken und dabei zu prüfen, ob sich klanglich oder beim Spielgefühl etwas verändert. Der Aufbau war dafür schnell erledigt.

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Im direkten Vergleich zu einer kurzen, klassischen Instrumentenverbindung fiel vor allem auf, dass sich das Signal völlig unauffällig verhält. Es gab keinen hörbaren Höhenverlust, kein zusätzliches Rauschen und auch das Spielgefühl blieb so, wie man es erwartet. Auch die Trennung beider Mono-Signale blieb stabil, was besonders bei Effekten wie Reverb oder Delay wichtig ist.

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Einsatz bei einer Veranstaltung

Richtig spannend wurde es dann im Live-Einsatz. Hier habe ich das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX genutzt, um das Stereo-Signal eines weiteren E-Pianos über eine größere Distanz zu einer DI-Box zu schicken. Die Entfernung war deutlich länger als das, was man normalerweise mit einem einzelnen Instrumentenkabel sinnvoll überbrücken würde. Auch hier verlief der Aufbau vor Ort problemlos. Im Betrieb arbeitete das System völlig unauffällig. Das Signal kam stabil und ohne Nebengeräusche an der DI-Box an. Es gab weder Brummen noch andere Störungen. Auch die Pegelverhältnisse waren so, wie man sie erwartet und ein Nachregeln war nicht notwendig.

Der Radial Engineering SGI Stereo TX/RX in der Ansicht (Quelle: Radial Engineering)

Der Radial Engineering SGI Stereo TX/RX in der Ansicht (Quelle: Radial Engineering)

In beiden Testsituationen hat das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX genau das geliefert, was es soll. Unterm Strich bleibt der Eindruck eines sehr zuverlässigen Werkzeugs, das auf ganzer Linie überzeugt.

Anwendungsszenarien für den Radial Engineering SGI Stereo TX/RX

Gitarrenverstärker abseits der Bühne

Ein klassisches Einsatzgebiet für das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX ist die Verbindung zwischen Gitarre oder Pedalboard und einem Verstärker, der nicht direkt in Reichweite steht. Gerade auf größeren Bühnen ist es oft sinnvoll, Amps außerhalb des direkten Spielbereichs zu platzieren. Das reduziert die Lautstärke auf der Bühne und erleichtert die Kontrolle im Gesamtmix. Mit dem Radial Engineering SGI Stereo TX/RX lässt sich diese Distanz problemlos überbrücken, ohne dass man sich mit langen und anfälligen Instrumentenkabeln herumschlagen muss.

Mögliches Anwendungsszenario für den Radial Engineering SGI Stereo TX/RX (Quelle: Radial Engineering)

Stereo-Rigs und Effektketten

Wer mit Stereo-Effekten arbeitet, kennt das Problem: Zwei Signale müssen parallel sauber übertragen werden, oft über mehrere Meter hinweg. Auch hier spielt das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX seine Stärken aus, denn ob Delay, Reverb oder Modulationseffekte, die räumliche Abbildung bleibt meinem Praxistest zufolge erhalten und kommt unverändert am Ziel an. Besonders in Kombination mit zwei Verstärkern oder in einem Stereo-Recording-Umfeld ergibt sich daraus eine sehr solide Lösung.

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Trennung von Spiel- und Aufnahmeraum im Studio

Auch im Studio kann das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX sinnvoll eingesetzt werden. Eine typische Situation ist etwa die räumliche Trennung zwischen dem Musiker und seinem Verstärker. Während der Spieler im Regieraum sitzt, steht der Amp im Aufnahmeraum, um störende Nebengeräusche zu vermeiden. Anstatt lange Kabel zu verlegen oder mit Kompromissen zu arbeiten, übernimmt das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX die Signalübertragung. Über die Thru-Ausgänge an der Sendeeinheit kann das Signal zudem schon vor dem Verstärker als Backup abgegriffen werden, etwa für nachträgliches Reamping.

Alternativen zum Radial Engineering SGI Stereo TX/RX

Radial Engineering SGI TX/RX

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Radial Engineering SGI
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Eine naheliegende Alternative ist das kleinere System Radial Engineering SGI. Technisch arbeitet es nach dem gleichen Prinzip, ist jedoch für ein einzelnes Signal ausgelegt. Wer kein Stereo benötigt, bekommt hier eine schlankere und günstigere Lösung, die sich vor allem für klassische Gitarrenanwendungen eignet.

Palmer PLI 05

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Palmer PLI-05 Isolation Box
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Der Palmer PLI 05 verfolgt zwar einen anderen Ansatz, kann aber in bestimmten Situationen eine gute Alternative sein. Hierbei handelt es sich um eine passive Isolationsbox, die vor allem zur Vermeidung von Brummschleifen und zur Signaltrennung eingesetzt wird. Je nach Anwendung lässt sie sich auch bei längeren Kabelstrecken sinnvoll einbinden.

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Fazit

Das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX ist ein durchdachtes Spezialwerkzeug für alle, die Instrumentensignale über größere Distanzen sauber und zuverlässig übertragen wollen. Im Test arbeitete das System sowohl zu Hause als auch im Live-Einsatz völlig solide und fällt nicht negativ auf. Wer nur mit kurzen Kabelwegen arbeitet, wird dieses Tool kaum brauchen. In anspruchsvolleren Anwendungen auf der Bühne, im Studio oder bei festeren Installationen kann das Radial Engineering SGI Stereo TX/RX aber schnell zu einer sehr praktischen Lösung werden.

Plus

  • solide Signalübertragung über lange Strecken
  • einwandfreie Stereo-Trennung
  • robuste Metallgehäuse
  • einfache Handhabung
  • störungsarmer Betrieb

Preis

  • 589,- Euro
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Radial Engineering SGI Stereo TX/RX
Radial Engineering SGI Stereo TX/RX Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
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Über den Autor
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Gereon Gwosdek RED

Leidenschaft für Tasten und Technik, Musikschulinhaber und Bandleader im Bereich von christlicher Musik.

Forum
  1. Profilbild
    ollo AHU

    Mich würde da wirklich mal ein echter Vergleich interessieren. Also 50m LAN-Kabel mit der Box hier gegen 50m Instrumentenkabel. Als fertiges Kabel mit Klinkensteckern ist wohl schon bei 20m Schluss, jedenfalls bei einer schnelle Suche bei Thomann oder Musicstore, was ja bei den Kabelfindern leider nie so einfach ist. bei Amazon habe ich auf die Schnelle immerhin ein 50m langes Kopfhörer Verlängerungskabel gefunden.

    Über 600€ für eine Stereoverbindung ist ja schon etwas, wo man drüber nachdenkt, ob es da nicht eine günstigere Lösung gibt.

    Wäre echt mal interessant, ein möglichst langes Kabel zu nehmen und zu testen, ob es wirklich einen hörbaren Unterschied gibt.

    • Profilbild
      Gereon Gwosdek RED

      @ollo Bei einem 50m-Klinkenkabel würdest du am Ende sicher Probleme mit fehlenden Höhen und mit Störgeräuschen haben. Dass es die Kabel von professionellen Herstellern nur bis zu einer Länge von etwa 20 Metern gibt, wird also seinen Grund haben.

    • Profilbild
      Matze Franz RED

      @ollo Der Sinn der SGI-Boxen ist ja eben genau, lange unsymmetrische Kabelwege, bei denen man, je länger der Weg ist, massiven Signalverlust hat, zu eliminieren. Wenn du z.B. mit einem 50m Instrumentenkabel von einer Gitarre in einen Amp gehen würdest, würde das höchstwahrscheinlich nur noch schrottig klingen. Der Unterschied ist bei so langen Kabelwegen also sehr deutlich hörbar!

      Übrigens gibt es auch eine günstigere Alternative: Der TC Electronic Teleport. Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass die SGIs deutlich besser klingen. Der Preis ist also schon gerechtfertigt.

      • Profilbild
        ollo AHU

        @Matze Franz Bei einer Gitarre ist das ja sowieso nochmal anders als bei zb einem Keyboard was über ein langes Kabel angeschlossen wird.

        Vielleicht kaufe ich mir mal so ein möglichst billiges aber ewig langes Kabel einfach um mal zu gucken was passiert. Vielleicht bekommt man damit ja geile Störgeräusche eingefangen und ein Höhenabfall wäre für Lo-Fi Synth Sounds auch ganz cool.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @ollo Wie Gereon schon sagte, kommt es bei Instrumentenkabel. aufgrund der Impedanz ab einer gewissen Länge zu einem starken Höhenabfall und außerdem zu einer deutlichen Zunahme von Störgeräuschen.

      Eine symmetrische Leitungsführung verhindert das. Genau das macht auch ein CAT-Adapter mit Trafosymmetrierung wie hier bei Radial. Der Vorteil von CAT ist, dass bis zu vier symmetrische Signale über ein einzelnes Kabel übertragen werden können und durch die Verdrillung der Adern ein Maximum an Störsicherheit gegeben ist.

      Wenn das Signal bereits symmetrisch ist und die Impedanz passt, würde ein einfacher Adapter ausreichen. Bei Radial bekommt man halt sehr teure und selektierte Trafos sowie ein nahezu unzerstörbares Gehäuse. Außerdem natürlich einen Namen, der für Rental Companies wie ihren Kunden für Qualität steht. Das sind Tools für den täglichen Gebrauch bei kommerziellen Veranstaltungen und weniger für Heimstudios oder Hobby-Anwender.

      • Profilbild
        ollo AHU

        @Markus Galla Ich habe das jetzt mal ausprobiert was mit einem zu langen Kabel passiert, sie weiter unten.

  2. Profilbild
    PLan9

    589€ sind definitiv zu teuer. Sowas bekommt man für unter 100€. Da sind doch nur Symetriertrafos drin. Ok, in dem Fall dürfte ein bisschen Elektronik drin sein aber das limitierende Element für das Signal ist der Trafo.

  3. Profilbild
    ollo AHU

    So, ich habe mir jetzt tatsächlich mal den Spaß gemacht und mir das billigste Cinch-Kabel bei Amazon gekauft, richtig miese Bewertung, kaum abgeschirmt, 20m für ca 5€, dazu noch ein paar Kopplungen zum verlängern. Hin und Rückweg macht 40m. Dazu habe ich im Keller noch ein 10m Kabel mit 3 Leitungen gefunden, macht nochmal 30m dazu. Alles quer durch die Wohnung gelegt, am Kühlschrank vorbei, an der Deckenleuchte, am Handynetzteil was grade läd, TV, LED Beleuchtung, PC…

    An einem Ende mit Adapter auf Klinke mein Drumlogue, das andere geht nach 20m, bzw dann je nach Kopplung bis ca 70m durch das Kabel mit Klinkendadapter in den Rechner.

    Und was passiert: NICHTS, das Signal klingt genau gleich, kein Höhenverlust, keine Störgeräusche. Schade, ich hätte echt interessante Sounds erwartet aber es passiert halt einfach gar nichts mit dem Signal.

    Vielleicht müsste ich mal meine E-Gitarre anschließen. Den alten Röhren-TV wollte ich jetzt als Störquelle nicht auch noch aus dem Keller holen.

    Auf der Bühne mag das vielleicht mit zich Amps vielleicht noch wieder anders sein aber zumindest in meinem Test macht selbst das billigste Kabel den Job.

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @ollo Also, ich kann dir nur von einer leidvollen Erfahrung aus den frühen 1990ern berichten. Ich sollte als Entertainer bei einer Hochzeitsfeier spielen. Um die Location zu beschallen, brauchte es 2x20m Kabel. Damals hatten viele kleinere Mischpulte noch asymmetrische Line-Ausgänge, so auch mein Mischpult. Es folgte ein gewaltiger Höhenabfall und ein ohrenbetäubendes Brummen, das ich an anderen Locations mit kürzeren Kabeln noch nie hatte.

      Ein ähnliches Problem mit den Höhen gab es in meinem alten Arbeitszimmer. Damals stand der Studiotisch mitten im Raum, links von mir zwei Racks mit drei ADATs und einigen 19″-Geräten wie einem ASR10 Sampler, Emu Sampler, meine Ensoniq TS10 und ein 16-Kanal Mackie Pult. Mein Kurzweil PC1X stand hingegen auf der rechten Seite an der Wand. Da ich keine Kabel zum Mischpult quer durchs Zimmer ziehen wollte, kamen zwei ca. 10m lange Klinkenkabel zum Einsatz, die an der Wand und hinter den Regalen lang gezogen wurden. Störungen gab es nicht, aber auch hier wieder einen Höhenabfall. Ich habe dann DI-Boxen verwendet und ein 8-fach Multicore auf die andere Seite gezogen. Kein Höhenabfall mehr.

      Bei E-Gitarren ist es ohnehin kritisch, da ändert sich der Klang bei Single Coils gewaltig.

      Du solltest bei deinem Test einfach mal die Impedanz testen und mal ein Testsignal wie einen Sweep durchschicken und den Frequenzgang mit einem kurzen Kabel vergleichen.

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        ollo AHU

        @Markus Galla Mein Testsignal war halt ein Beat aus dem Drumlogue. Einmal mit einem kurzen standard Klinkenkabel wie man das für den Job eben nimmt und dann mit den 20m, 20m komplett durch die Wohnung und 70m an allen möglichen Störquellen vorbei.

        Die Aufnahmen klangen alle gleich, die Hihats klangen genau wie beim direkten Einstecken mit dem kurzen Klinkenkabel. Es hat wirklich keinen Unterschied gemacht.

        Ich hätte mir ja irgendwelche interessanten Einstreuungen oder wenigsten einen interessanten Höhenverlust für Lo-Fi klänge erhofft aber Pustekuchen, es ist zumindest in dem Umfeld völlig egal.

        Vielleicht probiere ich nächste Woche noch ein paar Sachen aus, aktuell wird es bei den Temperaturen wieder zu warm, um hier in ruhe Musik zu machen.

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          Markus Galla RED

          @ollo Bei mir konnte man das bei flächigen Klängen gut hören. Es klang immer so als hätte man mit einem Lowpass-Filter die Obertöne leicht beschnitten.

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          TobyB RED

          @ollo , ich komm gerne mal rum und demonstriere dir lose Kopplung. Allerdings hab ich danach Hausverbot, weil die Ein und Ausgänge abgeraucht sind ;-) Spass beiseite, so ein Drumbeat ist jetzt nicht repräsentativ. Ein Kupferkabel ist auch immer ein ohmscher, kapazitiver, induktiver Widerstand. Das sind die 3 Elemente eines Schwingkreises und Filters. Ab einer Kabellänge kommt das bei unsymetrischen Verbindungen voll zum Tragen.

    • Profilbild
      Fredi

      @ollo Hallo ollo,

      danke für Deine Mühe, aber so ganz schlau werde ich aus Deiner Aussage nicht, weil sie meines Erachtens nach von falschen Rahmenbedingungen ausgeht.

      Der Drumlogue ist ein elektronisches Gerät mit einem Line Out und einer Ausgangsimpedanz von geschätzt 200Ω. Eine E-Gitarre (nicht aktiv) hat dagegen typischerweise eine Ausgangsimpedanz von grob 10kΩ.

      Für das Kabel setze ich mal als Kapazitätsbelag 80pF/m an (das ist schon ein sehr gutes Kabel!), das wären also bei 50m Länge circa 4nF Kapazität. Andere Kabel haben manchmal sogar 150pF/m oder mehr, dann wäre der Effekt noch extremer.

      Ausgangsimpedanz und Kapazität der Leitung bilden zusammen einen Tiefpass. Dessen Grenzfrequenz ergibt sich rechnerisch als 1/(2π·R·C).

      D.h. für den Drumlogue haben wir eine Grenzfrequenz von knapp 200kHz: das ist völlig unkritisch. Bei der E-Gitarre dagegen liegt der Wert bei 4kHz: eine solche Filterung der Höhen kann man schon hören. Bei einem 150pF-Kabel bzw. 100m Länge beim 80pF-Kabel wäre die Grenzfrequenz sogar nur noch 2kHz, das ist dann eher alte Telefonqualität.

      Daher ist Dein Test nur für Geräte mit niederohmigem, aktivem Ausgang korrekt, nicht aber für die „passiven“ Instrumente wie Gitarren, Bässe oder hochohmige Mikrofone.

      Und dann kommen natürlich noch die Störsignale dazu, die in eine asymmetrische 50-Meter-Leitung einstreuen (z.B. Netzbrummen oder Gebrizzel). Die hängen von der Umgebung und der Kabelqualität ab, das könnte aber auch nervig werden…

      Gruß
      Fredi

      • Profilbild
        ollo AHU

        @Fredi Es ging mir generell erstmal um den Spaß an der Sache. Ich wollte einfach mal wissen, was denn wirklich bei typischem Einsatz passiert, wenn man ein viel zu langes Kabel nimmt. Eine E-Gitarre gehört jetzt finde ich nicht unbedingt dazu, denn da wird man eher kein 50m langes Kabel nehmen oder eben direkt eine DI Box anschließen oder einen Funksender nehmen. Aber in anderen Szenarien kommt man ja schnell auf einige Meter Kabellänge.

        Ich bin zwar kein Gitarrist aber habe trotzdem eine E-Gitarre hier und kann das mal ausprobieren wenn ich Lust und Zeit dazu habe. Und es nicht 26 Grad in der Wohnung sind.

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