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Test: Rainger FX DFST-1 Stealth Fuzz, Effekt-Pedal

Kreatives Mega-Fuzz von Rainger FX!

27. September 2022

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Verzerrer gibt es wie Sand am Meer. Ob Overdrive, Distortion oder Fuzz, von jeder Sorte gibt es Hunderte Varianten, Klone von Klassikern und und und. Die Auswahl ist riesig. Dazu kommen etliche Pedale, die quasi wie ein Amp klingen sollen. So hat man die Qual der Wahl schon allein bei vielen „Standardsounds“, wenn man so will. Mal abgesehen davon, dass nicht jedes Pedal auch mit jedem Amp gleich gut klingt und arbeitet, ebenso nicht mit jeder Gitarre und die Geschmäcker ja bekanntlich sehr verschieden sind, gibt es auch noch die Art Pedale, die in keine Kategorie so richtig passt, nicht dazu gemacht ist, „schön“ zu klingen oder besonders „ampy“. Exoten sind oft übersehen und etwas nieschig, aber nicht uninteressant. Eines jener sehr großen Individualisten ist das DFST – 1 (STEALTH) von Rainger FX. Let’s unbox this unit …

Unboxing: Rainger FX DFST-1 (Stealth)

Das ungewöhnlich designte Pedal wird im Karton mit beigelegtem Firmenaufkleber und einer überschaubaren in Englisch formulierten Bedienungsanleitung geliefert. Kein Schnickschnack, sondern nur das Wesentliche! What’s inside this stränge looking box…

Facts & Specs: Rainger FX DFST-1 (Stealth)

Note: Das DFST – 1 (STEALTH) Pedal ist eine Limited Edition!

Das kompakte Pedal im ungewöhnlichen Look basiert zwar auf der Schaltung des Dr. Frankenstein Fuzz, wurde aber dennoch neu entwickelt und gedacht. Es gibt wahrscheinlich kein passendes Wort, das dieses Effektgerät beschreibt. Es ist irgendwie ein Verzerrer, aber auch eine Art Step-Sequencer oder Envelope-Filter. Irgendwie alles in einem Pedal, mit sehr eigener Arbeitsweise.

Auf der Benutzeroberfläche findet man neben einem Fußschalter und sehr kleiner Status-LED, die anzeigt, ob das Pedal aktiv oder deaktiviert ist, fünf Potis im Miniformat. Diese lassen die fünf Parameter OVERTONE, SILENCE, ALTITUDE, SPEED, AWARENESS zu. Des Weiteren findet man am unteren Ende des Pedals zwei kleine Schalter, die ein PAD für den Input schaltbar machen, sowie zwischen STEP und ENVELOPE umschalten.

Das Pedal besitzt – wie mittlerweile üblich – einen True-Bypass im On/Off. Alle Bauteile, die den Sound betreffen, sind „all analog“, lediglich kontrollierende Einheiten arbeiten digital. Der Signalfluss bleibt dabei aber eben komplett analog.

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An der Kopfseite des Effekts findet man Anschlüsse für 9 V Power-Input, Klinken-Ein- und Ausgang in Mono, sowie ein 5 V Mono Miniklinkeneingang zum Anschluss eines LFO-Tools oder eines Rainger FX Igor Controllers zum Kontrollieren des „Overtone“-Parameters (laut Hersteller kann man bis zu 8 V nutzen für eine andere Ansprache).

Was ziemlich cool aussieht, sind die blauen „Signal“-LEDs unter dem Pedal, die immer dann leuchten, wenn Signal durch das Pedal läuft. Vor allem im Dunkeln ein cooler Effekt.

OVERTONE: Dieses Poti wurde aus dem Dr. Frankenstein Pedal übernommen und interagiert mit dem ALTITUDE, um wilde Sounds zu generieren. Ist auf eine gewisse Art ein „Gain“-Regler, aber auch irgendwie nicht, da es keine unversehrten Sounds gibt, nur „viel“ und „mehr viel“, wenn man so will. Muss man ausprobiert haben …

ALTITUDE fungiert als eine Art „TONE“-Regler, wenn man so will und interagiert mit dem Overtone.

SILENCE könnte auch einfach VOLUME heißen und regelt entsprechend die Lautstärke des Effekts.

SPEED regelt die Geschwindigkeit der Schritte der Step-Modulation.

AWARENESS lässt den User die Empfindlichkeit im ENVELOPE-Modus einstellen, mit der das Pedal auf die Dynamik des Anschlags reagiert.

ENV/STEP: Der Button wechselt zwischen den beiden Modi des Pedals:

STEP: Der Step-Modulationsmodus generiert eine Art Arpeggiator. In diesem Modus sind „PAD“ und „AWARENESS“ außer Funktion!

ENV: In diesem Modus reagiert das Pedal auf die Anschlagsstärke des eingehenden Signals.

DFST 1 Stealth hinten

Handling: Rainger FX DFST-1 (Stealth)

Im Handling ist das Pedal mit den kleinen Poti doch etwas fummelig und dadurch nervig zu bedienen. Man kommt zwar gut an die Potis heran, aber diese sind doch zu klein, um sie entspannt einstellen zu können. Auch die Markierungen zum „Anzeigen“ der aktuellen Position sind eher semi gut zu sehen und so lassen sich Settings vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen nur sehr unkomfortabel reproduzieren.

Das Pedal ist auf jeden Fall nichts für „normale“ Sounds. Es ist sehr nieschig und dort aber genau richtig! Der Fußschalter ist robust und auch das Gehäuse wird einiges überleben. Die Form ist zwar ungewöhnlich, passt aber gut aufs Board und nimmt nicht viel Platz weg (coole Sache, um es dabei zu haben, auch wenn man es vielleicht nur ein-/zweimal in der Show braucht). Da die Input-, Output-, Strom- und Controllanschlüsse an der Kopfseite des Pedals verbaut wurden, lässt es sich extrem platzsparend auf dem Board montieren! Großer Fan!

Das eingebaute Noise-Gate arbeitet an sich sehr sauber und erzeugt Stille, wenn man nicht spielt. Coole Sache! Bei Gitarren mit wenig Output (Strat, siehe Klangbeispiele) würgte es aber Töne doch etwas schnell ab zum Teil. Hier wäre ein „Threshold“-Regler praktisch, um das Gate individuell anpassen zu können.

Die Sounds des Effektpedals

Die Sounds, die das Gerät erzeugt, sind auf jeden Fall „unique“ und nichts für den Alltagsgebrauch bzw. TOP 40 Bereich (außer in den Psych Rock TOP 40s). Wir sprechen hier von einem richtigen Styler bzw. Individualisten. Aber durchaus sehr spannend, wenn man es im richtigen Kontext eingesetzt.

Man braucht anfangs etwas, um sich an die ungewöhnliche Soundpalette und Arbeitsweise des Rainger FX DFST – 1 (STEALTH) zu gewöhnen. Wenn man sich darauf einlässt, macht das Pedal nach einigen Minuten der Verwirrung sehr viel Spaß und man verliert sich auch etwas im psychedelic Jam. Die Anleitung sagt einem zwar, welche Funktionen hinter den Potis stehen (wenn man es nicht eh schon direkt verstanden hat), aber da vor allem der OVERTONE (Oberton) und ALTITUDE (Höhe) Potis auf individuelle Art und Weise miteinander interagieren, ist auch hier ausprobieren und forschen an der Tagesordnung, da sich Sounds nicht wie bei einem „normalen“ Overdrive-Pedal verhalten und in diesem Fall „more Gain“ nicht im gewohnten Sinne „more Gain“ und mehr Treble auch nicht mehr Treble ist! Es ist halt das DFST 1 (DF steht übrigens für Dr. Frankenstein!).

Der DFST – 1 erzeugt böse fuzzartige Zerrsounds, die sich überwiegend im höher gainigeren Gefilde bewegen, dabei aber doch noch erstaunlich „klar“ bleiben und Akkorde, die über Powerchords hinausgehen gut abbilden.

Im Step-Mode läuft eine Art Arpeggiator „durch“ das Signal und fügt so Töne hinzu, die dann je nach Einstellung des SPEED-Reglers langsamer oder schneller auf und ab tingeln.

Das Pedal würzt Songs gut und individuell, sollte aber, wie ich finde, mit Bedacht eingesetzt werden. Ein bisschen wie mit Schokoladenkuchen, den man ja auch nicht zu jeder Mahlzeit isst.

Schaltet man in den Envelope-Mode, ändert sich der Sound natürlich etwas bei gleichbleibendem Grundvoicing der Verzerrung. Durch die Reaktion auf die Anschlagsstärke lassen sich wilde Klänge erzeugen, die einen in gitarrenuntypische Gefilde abdriften lassen und teilweise etwas nach analogem Modularsystem klingen.

Der Hersteller selbst schreibt im Handbuch, dass man sich mit Fragen zum Pedal und Kommentaren gerne direkt an ihn wenden darf und nennt dabei eine Kontakt-Mail-Adresse. Das nenne ich guten Support. Findet auch nicht alle Tage heutzutage!

Hinweis: Alle obigen Klangbeispiele wurden in folgender Signalkette aufgenommen:

Fender Perf Stratocaster MN -> Rainger FX DFST – 1 (STEALTH) -> Universal Audio Apollo Twin X -> Neural DSP Archetype: Cory Wong Plugin -> Steinberg Cubase 12 PRO

Es fand keine weitere Bearbeitung des aufgenommenen Materials in der DAW durch EQs, Kompressoren oder sonstige Plugins statt.

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Fazit

Mit dem Rainger DFST – 1 (STEALTH) bekommt man auf jeden Fall einen ganz speziellen Individualisten aufs Board. Die Sounds fallen aus der Reihe und erzeugen immer wieder WOW-Momente. Die Bedienung ist leider etwas fummelig wegen der doch recht kleinen Potis. Optisch ein echter Hingucker wegen des ungewöhnlichen Gehäuses und der blauen LEDs unter dem Pedal. Wer auf die Art Sound steht, sollte das Pedal mal auschecken!

Plus

  • sehr individuell und dadurch wiedererkennbar
  • kompakte Größe
  • all analog Signalpatz, digital controlled

Minus

  • Gate nicht einstellbar

Preis

  • 279,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Eisenberg

    Oh ha, ganz schön viel Asche für ein Pedal, welches so ähnlich klingt wie mein Casio-Kinderkeyboard, nachdem mein Vater draufgetreten war.

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