Test: Rane MP2014, DJ-Mixer

FX-Loop

Der FX-Loop bietet die Möglichkeit des Einbindens von externen Effektgeräten. Hierzu finden sich rückseitig wie bereits erwähnt Cinch-Buchsen für die Ein- und Ausgänge. Ich wäre mit klassischer Klinkenbuchse ehrlich gesagt glücklicher gewesen, jedoch gibt es da einfach Unterschiede. Ein Kaosspad oder ein Pioneer RMX500 oder RMX1000 lassen sich mit Cinch anschließen, andere externe Effektgeräte wie ein Boss Reverb oder ein Eventide laufen nun einmal auf 6,3 mm Klinke.
Am Ende fast egal, es gibt ja Kabel für alles.

Auf der Oberfläche wird man jedoch von dem FX-Loop nicht viel sehen. Lediglich zwei Tasten zum Ein- wie Ausschalten finden sich hier, einer pro Kanalzug. Kein Level, kein Dry-/Wet-Regler, womit der MP2015 aufwarten konnte.
Hier wurde verschlankt, was unweigerlich zur Folge hat, dass kein Effektgerät nutzbar ist, das nicht einen Dry-/Wet-Regler mit sich bringt oder an- und abschaltbar ist. Das ist verschmerzbar.

An einem Punkt hätte ich beinahe dennoch harte Kritik üben müssen: Beim Einschalten des FX-Loops fand bei mir ein massiver Pegelverlust statt. Das ist, sollte die Ursache im Effektgerät zu finden sein, ein Problem, da der FX-Loop ein klassischer Insert ist. Gegen alle Pegelabschwächungen im Signalweg gibt es kein Gegenmittel wie zum Beispiel ein Gain-barer Return-Weg.
Durchgehend den FX-Loop in beiden Kanälen angeschaltet zu lassen, ist keine Option, also war die Überlegung, einfach mal den Session Out und Session In zu nutzen. Funktioniert, ist natürlich ein wunderbares Mittel, um sich eine Feedback-Schleife zu bauen. Als Effekt genutzt, war das sogar ganz witzig.

Zum Glück ist das kein Muss, denn im Hause Rane hat man mitgedacht, mehr als ich erwartet hatte.
So hatte ich die kleine schwarze Taste rückseitig ignoriert, die zwischen dem umgangssprachlichen Studio- und dem Home-Recording-Pegel, also zwischen -10 dB und +4 dB, umschalten lässt. Nutzt man diesen, hat man das Problem direkt gelöst. Schön, wenn man nach einem ersten kleinen Schreck so positiv überrascht wird.

Session In, Session Out

Wenn man den Session In und den Session Out nicht gerade wie ich als Effekt-Schleife missbraucht, dann bietet diese Möglichkeiten zum Anschluss von externen Zuspielern, vom MP3-Player bis hin zu einem Sampler (mono könnte man Instrumente z.B. auch am Mikrofon-Eingang anschließen, denn dieser ist von Mic- auf Line-Pegel umschaltbar).

Der Session Out bietet sich natürlich als Record-Ausgang an, denn einen separaten wird man beim MP2014 nicht finden – dafür aber ist dieser immerhin pegelbar.

Kurzzeitig als FX-Schleife mißbraucht. Klappt, gibt auch schöne Feedbacks, wenn man nicht aufpasst.

Kurzzeitig als FX-Schleife missbraucht. Klappt, gibt auch schöne Feedbacks, wenn man nicht aufpasst.

Alternativ kann der Output genutzt werden, um den MP2015 an einen anderen Mixer anzuschließen, falls ein DJ-Team mit zwei unterschiedlichen Mixern b2b spielen möchte. So kann weiterhin jeder das Signal des anderen in einen freien Kanalzug holen und hat diesen dann auch auf dem Kopfhörer, sofern gewünscht.

Forum
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    Danny Who  AHU

    Was kaum wem aufgefallen ist: auch die optionale Phantomspeisung im Mikrofonweg wurde weggelassen.

    Und noch fehlt, sehr gravierend, die Serato-Zertifizierung, die der große Bruder auch nach nem halben Jahr bekommen hat. Rane zufolge läge es an Serato, ob das Ding mit aufgenommen wird.

    Ich finde den Preis mit 2500 gegenüber dem Bruder bei 3100 immer noch zu hoch. 2000 wären relativ fair.

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      Bolle  RED

      Hey Danny, gut aufgepasst. Das ist mir gar nicht aufgefallen.

      Bez. Serato: Ich denke, der wird bald zertifiziert – warum das diesmal so lange dauert (was ja eigentlich typisch für Native wäre :) ), weiß ich gar nicht. Kommt sicher.
      Wäre auch mal interessant, ob der DJM-900NXS2 Serato zertifiziert werden wird..Spannend, Spannend :)

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      olafmol

      rotary mixers are more aimed at house/disco DJ’s that do longer „blends“ and don’t use crossfaders like „cutting“ turntablists/hiphop DJ’s do use

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        dilux  AHU

        langsame übergänge kann man auch mit einem crossfader machen…ist das so etwas esoterisches mit diesen rotaries? günstiger sollen die mixer durch das weglassen ja anscheinend nicht werden ;)

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          Bolle  RED

          Kann man mit einem Line-Fader noch besser als mit einem in der Regel ja kurzem Crossfader aber ja, etwas „esoterisches“ hat es schon.
          Aber auch etwas praktisches: Drehen ist feiner als Schieben — zumindest vom Handling her und verleitet nicht so zu schnellen Bewegungen.
          Viel Haptik in jedem Fall..also, eigentlich nur sogar.

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            dilux  AHU

            ok, mir waren rotaries einfach nicht bekannt und weil ich früher sehr viel mit dj’s zu tun hatte, war ich ein wenig verwundert ob des konzepts…allerdings finde ich, dass ein isolator nicht so richtig mit „langsam“ harmoniert :D
            preislich scheint man sich den mythos aber gut bezahlen zu lassen, denn bei studiomischpulten ist man bei kanalzügen jenseits der 800,-€ schon im absoluten high end und das bei deutlich erweiterter funktionalität.

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              Bolle  RED

              Verwunderlich, ist doch das Rotary-Konzept gerade am „wiederkommen“ – statt ein wirklich Neues.
              Harmoniert nicht? Ausprobieren, dann wirst du deine Meinung ändern. Mythos? Nein, Fakt, wenn auch es nicht mit jedem Auflege-Stil harmonieren wird.

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