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Test: Rane Serato Scratch Live SL3

Jetzt mach mal was!

Nach der zügigen Installation sieht man sich dem einzigen Fenster der Software gegenüber, das im Kern immer noch so wie 2004 aussieht: Oben die zwei Decks mit allen relevanten Infos und Steuereinheiten. Unten die Bibliothek, in der man seine Musik organisiert und woher man sie auf die Decks lädt. Alles ist in unaufregendem Dunkelgrau und Schwarz gehalten, nur, wo wirklich Informationen sind, wird man angeleuchtet.
Bevor man nun wirklich loslegen kann, sei ein Blick in den seit Version 1.0 stark angeschwollenen, aber gut gegliederten Optionendialog empfohlen. Neben der Kalibrierung der Timecodes für optimale Steuerung und ein die Rechenleistung des Computers nicht überfordernden Audiopuffer sind hier viele kleine Helferlein einstellbar, die der Anpassung an den eigenen Geschmack in der Bedienung Rechnung tragen.

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Wer auf diesem Rechner seine Musik bereits mit iTunes verwaltet, kann diese Bibliothek samt aller dazugehörigen Playlisten importieren lassen und spart sich, falls nicht gewünscht, weitere Sortierungen. Flugs ist ein Stück auf einen Player gezogen, die Nadel aufgelegt und schon drückt einem das erste Musikstück satt entgegen. Der Klang ist erstklassig und hat gegenüber der SL1 im Bassbereich nochmals einen kleinen Tick Druck hinzugewonnen. Das Scratching ist wie eh und je hervorragend, für mich ist kein Unterschied zu echtem Vinyl bemerkbar in Sachen Klang und Präzision. Beworben werden auch die neuartigen Phonovorverstärker, welche Studioqualität bieten sollen. Die Empfindlichkeit dieser ist in der Software einzeln für Systeme mit 2,5 bis 10mV Ausgangsspannung einstellbar. Im Vergleich mit einem hochwertigen Hifi-Modell von Hormann Audio stelle ich fest, dass die SL3 die Mitten etwas mehr betont, die SL1 hingegen den Bass ein gutes Stück.
Da die Wandler jetzt bis zu 24 Bit und 48 kHz unterstützen, werden derart komplexe Dateien nicht mehr am Ausgang heruntergerechnet und die volle Dynamik dieser ist ausschöpfbar. Dank USB 2.0 treten nun noch etwas weniger Signalaussetzer als zu vor auf.

Schwere Qualität

Schwere Qualität

2×3 = 6

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Es mag sich der eine oder andere wundern, was denn nun mit dem dritten Anschlusspaar anzustellen ist, wenn die Software kein drittes vollwertiges Deck bietet (dieses ist allerdings für die Zukunft angekündigt – nur wann ist offen). Nun, in Version 1.9 kam der SP-6 hinzu, ein einblendbarer Sampleplayer mit 6 Slots. Diese können jegliches Audiomaterial verarbeiten, was auch die Decks verstehen und haben ebenso eine farbige Miniwellenform zur Orientierung. Drei Abspielmodi werden geboten: Trigger, der bei jeder Betätigung das Sample von vorn startet, Hold, der beim Loslassen die Wiedergabe stoppt und ein Start-Stop-Modus. Das Material kann im Bereich von +/- 8% gepitcht und angeschoben werden (nach Wunsch mit Tonhöhenkorrektur) und zeigt bei vorhandenen BPM-Werten auch das aktuelle Tempo an. Den Startpunkt des Samples kann man, wenn vorhanden, auch auf die Cuepunkte oder Loops setzen und somit parallel zum Mix laufen lassen. Die Anpassung an den laufenden Mix ist etwas fummelig, da das Programm keinerlei Synchronisationsfunktionen bietet, weil man sich vom Konzept her noch recht deutlich am analogen Mixing orientiert. Sinnvoll ist, dass der Sampler, weil alle Slots parallel in Betrieb sein können, einen Minimixer mitbringt, der Gain und Lautstärke einzeln definieren kann. Das Ganze verlässt dann über den neuen Aux-Ausgang die Box und findet an einem dritten Kanal am Mixer Anschluss. Bei der SL1 musste man sich entscheiden, ob der Sampler über einen oder beide Deckausgänge mit gespielt wurde (diese Optionen werden beim 3er ebenso angeboten).

Auch in 1.9 hat die Funktion Live Feed Einzug gehalten. Damit kann Audiomaterial, was in den Auxeingang strömt, direkt auf eins der Decks gelegt und bearbeitet werden. J kürzer der Puffer gewählt ist, desto „echtzeitiger“ kann dabei manipuliert werden. Bei der SL-1 ist Live Feed für den Mikrofoneingang möglich. Zuvor war das Scratchen der Stimme nur möglich, wenn es zuvor als Datei aufgenommen wurde. Dieser Extraschritt entfällt nun durch das Streaming. Wird der Eingang nicht gerade dafür belegt, kann man darüber auch eine beliebige Line- oder Phono-Audioquelle als 16 oder 24 Bit AIFF-Datei mit 48 kHz aufnehmen (vor allem sinnvoll für das gesamte Set, extra Software entfällt damit). Die SL1 bietet an dieser Stelle nur CD-Standard und keinen gesonderten Eingang.

Unter Windows wird seit Version 1.7.2 ASIO angeboten, wodurch die SL1 auch für andere Software als Schnittstelle nutzbar ist. Sowohl für die SL3 als auch Mac OS X Core Audio ist dies noch nicht möglich, jedoch in Planung.

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