Motorisierte Plattenteller treffen auf Standalone-Power
Rane System One – Im Rahmen der diesjährigen NAMM wurde das weltweit erste Standalone DJ-System vorgestellt, das mit motorisierten Plattentellern überzeugen möchte. Wir haben schon ein Gerät zum Testen erhalten und sind gespannt, wie gut sich das Modell bei uns im Test gibt. Denn auch abseits der motorisierten Plattenteller haben wir sämtliche Vorzüge digitaler Errungenschaften als Nutzer zur Verfügung. Stems, Effekte, das Mixen verschiedener Soundquellen und alle gängigen Anschlussmöglichkeiten. Also starten wir direkt rein und schauen uns an, was das Rane System One alles kann.
- Konzept: Standalone DJ-System mit motorisierten Plattentellern, Touch-Display und Engine OS – ganz ohne Rechner nutzbar.
- Ausstattung: Umfangreiche Effektsektion, Streaming-Anbindung sowie zahlreiche Ein- und Ausgänge und gute Stem-Handhabung sofern diese vorher erstellt worden sind
- Praxis: Solides Drehmoment, gutes Vinyl-Feeling, flexible Display-Ansichten und insgesamt sehr flüssiger Workflow.
- Zielgruppe & Preis: Ideal für Event-, Hip-Hop- und scratch-chaffine DJs; mit 2498,- Euro kein Einsteigerpreis, aber fair kalkuliert.
Inhaltsverzeichnis
Ein erster Überblick über das Rane System One
Die Handschrift des Herstellers Rane erkennt man auf den ersten Blick und es bieten sich viele Parallelen zu den letzten Veröffentlichungen wie zum Beispiel dem Rane One MKII oder dem Rane Performer. Insofern schauen wir uns doch einmal die Unterschiede an: Beim heutigen Testgerät haben wir ein mittig liegendes Display und pro Track-Deck dedizierte Buttons, mit denen man sofort in Playlists abspringen kann. Interessant, dass man die Notwendigkeit empfunden hat, dass eine solche Funktion Hardware-seitige Buttons erhält. Bei dem verbauten vertikalen Touch-Display mussten wir an Battle-Mixer wie den Pioneer DJM-S11 denken, wobei der Bildschirm beim Rane System One mit 7 Zoll natürlich deutlich größer ist.
Wer verschiedene Effektarten mag, der wird bei diesem DJ-System vollends auf seine Kosten kommen, das wird auf den ersten Blick klar. Die Mixer-Sektion offenbart uns direkt ansteuerbar Echo, Reverb, Recycle, Pitch Down, Rise und Echo Out. Diese stellen jedoch nur eine Auswahl der sogenannten Main FX dar und hält man einen der Buttons gedrückt, kann man einen von insgesamt 25 Effekten auswählen und dem Button zuweisen.
Hinzu kommen die Sweep-FX. Hier gibt es neben dem Filter noch Noise, Wash, Reverb und Dub Echo. Im Menü dieser Effekte lässt sich zudem immer noch ein Parameter einstellen, wie beispielsweise beim Filter die Resonanz. Wem das an Effekten nicht reicht, der kann noch Fader-FX aktivieren. Dort hat man dann die Wahl zwischen Fader Echo, Stutter, Verb, Echo Down und Reverb Down und auch bei diesen gibt es im Menü entsprechende Anpassungsmöglichkeiten.
Sollte es jetzt noch jemanden geben, der sich denkt, dass er neben Fader, Sweep und Main-FX gern noch mehr Auswahl hätte, dann herzlichen Glückwunsch, denn es gibt mit einem weiteren Button noch Touch-FX, bei denen sich das Display dann in ein X/Y-Pad verwandelt.
Anbei eine Kostprobe der verschiedenen Effektarten:
Die Anschlüsse des Standalone DJ-Systems
Werfen wir einen Blick auf die Rückseite des Rane System One, finden wir die gängigen Ein- und Ausgänge. Hinzu kommt noch ein AUX-In via Cinch und natürlich die vielfältigen Anschlussmöglichkeiten für Speichermedien, egal ob SD-Karte oder mehrere USB-Sticks sowohl in USB-A und USB-C Ausführung. Wer möchte, kann sogar auf der Unterseite eine eigene Festplatte einsetzen. Über USB-C kann zudem auch der Rechner verbunden werden und schon kann mit dem Rane System One auch Serato und in Zukunft auch djay Pro gesteuert werden. Der verbaute Wandler stammt von Cirrus Logic und arbeitet mit 24-Bit-PCM bei 44,1 kHz, während intern ein DSP mit 32-Bit Floating Point zum Einsatz kommt.
Auf der Vorderseite haben wir dann noch die Einstellungsmöglichkeiten für Mikrofon und Kopfhörer sowie die Möglichkeit, den Widerstand des Crossfaders und Einstellungen zur Crossfader- und Kanalfader-Kurve.
Wie macht sich das Standalone Gerät in der Praxis?
Neben dem Rane System One an sich gibt es natürlich noch ein Stromkabel und ein USB-C-Kabel, das an dem Gerät verschraubt werden kann. Beim ersten Auspacken müssen dann auch die beiden Plattenteller erst noch korrekt auf das Standalone-System gesetzt werden, hier müssen die zusätzlichen zwei Pins des Tellers richtig ausgerichtet werden und schon sitzt alles.
- So begrüßt uns das Rane System One nach dem Auspacken
- Achtet darauf, die Plattenteller korrekt auszurichten
Slipmat und Vinyl mit eigener Klemme, wie man es vom Rane One MKII kennt, draufgesetzt und das war es schon. Damit kommen wir insgesamt auf 13,4 kg. Durch die vielfältigen Medienquellen, die über die Omnisource angesteuert werden können, ist es fast unerlässlich, sich beim Einschalten des Gerätes auch direkt mit dem Internet zu verbinden.
Was uns hierbei auffällt, sind die Lüfter des Gerätes, diese machen sich sofort bemerkbar, stören aber im Betrieb mit laufenden Musik überhaupt nicht. Uns wird direkt ein Update vorgeschlagen und auch wenn wir eigentlich eher mixen wollen, macht das der Rane System One schon sehr angenehm. Wenn Gerätschaften ihre eigene Internetverbindung haben und nicht erst noch Dateien auf einen USB-Stick gezogen werden müssen, wird das Ganze doch schon sehr entspannt handhabbar.
Engine OS wird von uns ja durchgehend gelobt und auch in diesem Test können wir nur gute Worte finden. Wir schließen unseren mit Rekordbox formatierten USB-Stick an und werden gefragt, ob die Library für Engine OS optimiert werden soll. Für unsere knapp 3000 Titel hat das gute fünf Minuten gedauert und beim anschließenden Mixen konnten Tracks sofort mit sämtlichen Daten aufgerufen werden.
Starten wir dann also endlich mit dem Auflegen! Von Anfang an können wir sagen, dass sich die Plattenspieler zuverlässig drehen und ein solides Drehmoment an den Tag legen. Wie auch schon beim Rane One MKII, dessen Testbericht ihr hier verlinkt findet, kommt leichtes Vinyl-Feeling auf. Es lässt sich angenehm cuen und scratchen, aber auch das Angleichen des Takts ist mit den Aluminium-Plattentellern wirklich angenehm.
Zugegeben, bei den ersten Bildern des DJ-Systems hatten wir ein paar Gedanken hinsichtlich des Displays, denn durch den Verzicht des Rechners müssen wir dort schließlich einiges einsehen können.
Hochkant und in der Mitte des Gerätes angesiedelt hat man aber alles passend optimiert. Es gibt mehrere Ansichtsmodi, die man nach Bedarf individualisieren kann. Wellenformen hochkant oder quer, mit Browser oder ohne, alles kann hier problemlos eingestellt werden. Auch das Suchen nach Songs mit eingeblendeter Tastatur funktioniert hervorragend.
Beim Austesten eines Streaming-Dienstes haben wir Apple Music genommen. Songs werden zügig geladen, werden aber erst nach dem vollständigen Laden analysiert. Das bedeutet, auch hier braucht man einen Moment. Insgesamt hat aber kein Song länger als 20 Sekunden gebraucht, bevor er mit allen Metadaten, Waveform, Tempo und Tonart abspielbereit angezeigt wurde.
Von der Bauqualität des Rane System Ones sind wir auch absolut überzeugt. Das Gehäuse aus Metall macht einen extrem robusten Eindruck. Alle Potis haben einen angenehmen Widerstand und natürlich bewegt sich der MAGFOUR Crossfader, je nach Widerstandseinstellung, auch spielerisch leicht.
Stems können beim Rane System One genau so vielfältig gehandhabt werden, wie auf den letzten Veröffentlichungen des Herstellers. Direkte Buttons für Acapella und Instrumental, Mix-Modi, um mit dem 3-Band-Equalizer einzelne Stem-Parts zu pegeln und natürlich das schnelle Stummschalten einzelner Stems über die RGB-Performance-Pads stehen euch zur Verfügung. Jedoch müssen Stems vorher in der Software Engine DJ auf dem Rechner angelegt werden. On-Board-Rendering von Stems soll aber noch in diesem Jahr kommen.
Klangtechnisch gibt es beim Rane System One nichts zu beanstanden. Alles hört sich gut und recht neutral an.
Die Zielgruppe des Standalone DJ-Systems
Das Rane System One macht einen wirklich guten Eindruck und eignet sich tatsächlich für eine Vielzahl von DJs. Für Einsteiger mag es jedoch der Fall sein, dass die vollgepackte Oberfläche und Vielzahl an Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten etwas zu viel des Guten ist.
Event-DJs aller Art werden das DJ-System schnell lieben, all die Möglichkeiten in einem ansprechenden Gehäuse, mit ein wenig Augenschmaus in Form der sich drehenden Plattenteller, in einem Format, das noch halbwegs portabel ist. Ob auf Geburtstagen, Hochzeiten oder in Bars, überall kann das Rane System One einen guten Platz finden.
Natürlich ist das Gerät auch noch für alle Hip-Hop-Liebhaber oder generell scratch-chaffinen DJs ein passendes DJ-System. Mit dem Vinyl-Feeling unter den Fingern und dem MAGFOUR Crossfader lassen sich spielerisch einfach die Cuts setzen!
Der Preis des Rane System One
Preislich liegt das Rane System One bei 2.498,- Euro, was natürlich kein einsteigerfreundlicher Preis ist. Allerdings sind die motorisierten Plattenteller bislang auch einmalig. Wer diese Haptik gerne hat, der wird mit diesem Standalone-System lange Zeit viel Spaß haben. Wer darauf verzichten kann und lieber vier Kanäle gleichzeitig steuern möchte, der könnte sich natürlich den Denon DJ Prime 4+ anschauen, dessen Testbericht wir euch hier verlinkt haben.
Dennoch muss man sagen, dass das Gesamtpaket des Rane System One mit der Palette unterschiedlicher Effekte, kommenden Stems-on-device und einer Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten wirklich gewaltig ist.







































Das wäre vielleicht mein neues Gerät wenn ich es brauchen würde. Da ich aber nur noch für mich zu Hause Musik abspiele/ auflege wie man es auch immer nennen mag, reicht mir mein Denon MC 7000. Danke für den Test.