Passt ins Auto und füllt problemlos den Raum
Auf der NAMM 2026 hat der italienische Hersteller RCF die neuen, kompakten Lautsprecher EVOX J9, EVOX JMIX9 und EVOX J11 vorgestellt und damit sein EVOX-Line-up erweitert. Von der Lautsprecherbestückung und den Leistungsmerkmalen sind die Modelle EVOX J9 und EVOX JMIX9 identisch. Bei der RCF EVOX JMIX9 ist – wie der Name schon vermuten lässt – lediglich noch ein Mixer integriert. Ich habe mir die RCF EVOX J9 genau angeschaut und auf Herz und Nieren für euch getestet. In diesem Test erfahrt ihr alles über den neuen RCF EVOX J9 Säulenlautsprecher.
Was ist es? RCF EVOX J9, aktive 3-Wege-Säulen-PA für Live-Beschallung, DJs und kleinere Veranstaltungen.
- Klang: Die RCF EVOX J9 klingt ausgewogen und bleibt auch bei höherer Lautstärke angenehm.
- Abstrahlung: Der breite Abstrahlwinkel von 120° sorgt für eine große Hörzone.
- Praxis: Aufbau und Abbau gelingen schnell, die Verarbeitung wirkt hochwertig.
- Presets: Live/Linear, Club und Voice passen den Klang an Musik, Party oder Sprache an.
- Fazit: Die RCF EVOX J9 ist eine gelungene Weiterentwicklung der RCF-EVOX-J-Serie.
Inhaltsverzeichnis
Verarbeitung der RCF EVOX J9
Die RCF EVOX J9 wird in zwei Paketen geliefert: In einem befinden sich die Topteile sowie eine Tragetasche für die Topteile. Im zweiten Paket finden wir den Subwoofer, eine Bedienungsanleitung und das Stromanschlusskabel. Alle Teile sind noch einmal ordentlich in Plastik eingepackt, um die Lautsprecher während des Transports vor Feuchtigkeit zu schützen. Eine Hülle oder ein Transportcase für den Subwoofer liegt dem Set nicht bei. Diese ist aber einzeln erhältlich: Einmal nur als Hülle für den Subwoofer und einmal als Trolley mit Rollen inklusive Hülle.
Die Transporttasche für die Topteile macht einen wertigen Eindruck. Sie ist zusätzlich gepolstert und scheint auch den Alltag „on Tour“ gut überstehen zu können. Ob die Tasche aber einen längeren Einsatz tatsächlich gut übersteht, kann ich mit so einem kurzen Test natürlich nicht zu 100 Prozent sagen.
Der Aufbau des Lautsprechers ist unspektakulär einfach: Man stellt den Subwoofer auf, nimmt das erste Segment des Säulenlautsprechers, steckt es in den dafür vorgesehenen Slot im Subwoofer und steckt dann das zweite Segment der Säule in das erste Segment. Jetzt noch das Stromkabel anschließen und schon ist der Aufbau erledigt. Ich habe die Zeit nicht gestoppt, aber es hat nicht länger als zwei Minuten gedauert. Auch der Abbau hat sich als genauso schnell erwiesen, denn die Säulensegmente lassen sich recht leicht auseinander ziehen.
Optisch macht das System auf jeden Fall einiges her und wirkt auf mich edel und unauffällig, also durchaus auch für gehobene oder offizielle Veranstaltungen geeignet, wie zum Beispiel Hochzeiten oder Ähnliches. Durch den kleinen Footprint des Lautsprechers lässt sich dieser auch flexibel in kleinen Räumen aufstellen. Die Verarbeitung der RCF EVOX J9 ist tadellos und ich konnte auch bei genauerem Hinsehen keine Patzer entdecken.
Features des Säulenlautsprechers
Das Lautsprechersystem besteht aus dem Subwoofer, der mit einem 12″-Lautsprecher und einem Bassreflexgehäuse ausgestattet ist und dem Säulenlautsprecher, der wiederum mit einem 6×3″-Mitteltöner-Array und einem 0,75″-Hochtöner ausgestattet ist. Die Mittel- und der Hochtöner befinden sich übrigens alle im zweiten, oberen Segment der Säule. Das erste Segment dient lediglich als Abstandhalter nach oben und leitet das Lautsprechersignal aus dem Subwoofer an die Mittel- und Hochtöner im zweiten Segment.
Die Lautsprecher werden von einer 2-kanaligen Class-D-Endstufe mit 2100 W (Peak) gespeist. Die RCF EVOX J9 profitiert zusätzlich von einem DSP, der die Einstellung von drei unterschiedlichen Voicings ermöglicht (Live/Linear, Club & Voice). Außerdem sind damit auch RCF-eigene Technologien wie FiRPhase oder Bass Motion Control (kurz BMC) an Bord. FiRPhase soll vor allem dafür sorgen, dass die Wiedergabe der Lautsprecher eine möglichst lineare Phase aufweist. Bass Motion Control kontrolliert die Auslenkung des Basslautsprechers und soll Verzerrungen bei hohen Lautstärken minimieren.
Das Bedienfeld auf der Rückseite des Subwoofers ist einfach gehalten: Dort finden wir eine XLR-Klinke-Kombibuchse für den Eingang, einen XLR-Ausgang, einen Lautstärkeregler zusammen mit zwei LEDs, die Pegel und Übersteuerung im Eingang anzeigen und einen Knopf, mit dem sich die Presets des DSPs umschalten lassen.
RCF beschreibt die drei Presets der RCF EVOX J9 wie folgt:
- Live/Linear (neutral/„flat“),
- Club (erweiterte Tiefen + crispere Höhen),
- Voice (optimierte Sprachverständlichkeit).
Wie sich die Presets voneinander unterscheiden und wie sie sich anhören, erkläre ich im Praxistest. Der Abstrahlwinkel des Lautsprechers beträgt 120° horizontal und 40° vertikal. Damit sollte ein einzelner Lautsprecher schon einen ziemlich breiten Bereich beschallen können.
Hier noch einmal alle wichtigen Kenndaten im Überblick:
- System: Aktive 3-Wege-Säulen-PA
- Maximaler Schalldruckpegel: 130 dB (1 m)
- Endstufe: 2100 W Class-D (Peak), 2-kanalig
- Abstrahlung: 120° (H) × 40° (V)
- Bestückung: 0,75″-Neo-Kompressionstreiber (1,75″ v. c.) + 6×3″ Neo + 12″-Woofer
- Frequenzgang: 40 Hz bis 20 kHz
- DSP-Presets: Live/Linear, Club, Voice
- Anschlüsse: Combo-XLR/Klinke-Input, XLR-Output
- Gewicht: 28,3 kg
Praxis- und Hörtest des Systems
Für den Praxistest habe ich unterschiedliches, mir gut bekanntes Songmaterial verwendet, um den Sound einschätzen zu können. Zusätzlich habe ich auch einmal meine Akustikgitarre angeschlossen, um zu schauen, wie sich die RCF EVOX J9 mit Live-Signalen schlägt. Außerdem habe ich von jedem der drei Presets eine Messung mit der Software REW in etwa einem Meter Entfernung gemacht, um den Frequenzverlauf der unterschiedlichen Presets zu ermitteln und miteinander vergleichen zu können.
Mein gesamter Testaufbau sah folgendermaßen aus: MacBook ➞ per USB an Behringer XR18 ➞ via XLR an die RCF EVOX J9. Für die Messungen mit REW habe ich ein Messmikrofon von Sonarworks verwendet, das ich bei mir im Studio habe, da ich die Software von Sonarworks für die Raumkorrektur verwende. Außerdem bietet Sonarworks Kalibrierungsdaten für seine Messmikrofone zum Download an, womit die Genauigkeit der Messergebnisse deutlich verbessert wird.
Linear/Live
Ich kenne die EVOX-Serie von RCF schon von meiner RCF EVOX J8, die ich seit einigen Jahren gerne für kleinere Live-Veranstaltungen einsetze. Schon bei der alten RCF EVOX J8 haben mich der Klang, vor allem aber der breite Abstrahlwinkel überzeugt.

Von links nach rechts: RCF EVOX J8 (zum Vergleich), RCF EVOX J11 und RCF EVOX J9. Das optische Upgrade der neuen Serie wird deutlich.
Und genau das liefert die RCF EVOX J9 auch. Der Klang im neutralen „Linear/Live“-Preset weiß mich schon direkt beim ersten Song „Crash and Burn Delight“ von Dirty Loops zu überzeugen. Sehr schade, dass ich kein Stereoset des Systems vor Ort hatte. Der Klang lässt sich als sehr ausgewogen beschreiben, bringt durchaus auch die tiefsten Frequenzen gut rüber, besitzt dabei aber natürlich nicht den Druck, den ein größerer Lautsprecher womöglich geboten hätte.
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Vor allem aber: Selbst mit dem einen Lautsprecher kann ich mich sehr weit links oder rechts vom Lautsprecher entfernen und habe dabei ein recht konstantes Klangbild. Hier macht sich der Abstrahlwinkel von 120° deutlich bemerkbar. Und auch wenn ich einmal richtig laut mache oder komplexeres Material abspiele, wird der Sound nicht unangenehm oder fängt an zu dröhnen. Ich habe die Boxen übrigens im Freien getestet und gemessen.
Im Live-Betrieb habe ich meine Akustikgitarre einmal angeschlossen, einen Hall draufgelegt und einfach mal drauf losgejammt. Das macht richtig Spaß! Die Gitarre klingt über die Lautsprecher sehr natürlich und der Hall wird sehr schön abgebildet. Am liebsten hätte ich noch eine ganze Weile weitergespielt.
Club
Wenn es aber mal ein wenig mehr Druck sein darf, wenn man zum Beispiel als DJ auf einer kleinen Party unterwegs ist, dann ist das „Club“-Preset genau das Richtige. Hier kommt hörbar und spürbar mehr Bass aus der kleinen Box. Auch die Höhen werden ein klein wenig angehoben, wodurch das abgespielte Material noch einmal präsenter wird. Gerade für Partys und elektronische Tanzmusik dürfte dieses Preset das richtige sein.
Voice
Im Voice-Preset werden hingegen die Bässe und Höhen etwas abgesenkt, sodass der Mittenbereich betont wird. Genau das ist bei reiner Sprachbeschallung für optimale Sprachverständlichkeit wichtig. Zur Übersicht können die beiden Presets Linear/Live und Club in der Messung eingesehen werden. Bei der Messung des Voice-Presets ist mir leider ein Fehler unterlaufen, weswegen das Ergebnis unbrauchbar war und nicht im Frequenzdiagramm aufgeführt ist.

































