Test: RCF M18, Digitalmixer

Amp-Simulation

 

Amp Simulation von Overloud

Amp-Simulation von Overloud

 

Für die integrierten Amp-Simulationen hat RCF ihre italienischen Landsmänner von Overloud ins Boot geholt. Overloud ist in dem Bereich längst keine Unbekannte mehr und hat sich mit ihrer Software TH, die mittlerweile in der dritten Version angekommen ist, bei Gitarristen weltweit einen guten Namen gemacht. Insgesamt sind 15 Verstärker- und elf Lautsprechersimulationen mit an Bord. Davon sind jeweils vier für die Bass-Fraktion gedacht. Dazu kommen drei Mikrofon-Modelle in drei verschiedenen Positionen. Die meisten Simulationen lassen sich durch Namen und Aussehen auf ihre Vorbilder zurückführen, mit Ausnahme der Markbass-Simulation, denn diese ist vom Hersteller zertifiziert. Das verwundert nicht, bietet Overloud selbst doch eine umfassende Markbass-Simulation an. In der Liste der Simulationen finden sich die üblichen Verdächtigen, angefangen bei den amerikanischen und englischen Klassikern (Fender, Marshall, Vox) über japanisches Verstärkergut (Roland) bis hin zu modernen Hi-Gain Sounds (Mesa Boogie). Der Klang mag vielleicht nicht an die neuesten, rechenaufwendigen Verstärker-Simulationen von Universal Audio heranreichen, er weiß aber trotzdem zu gefallen und deckt viele Klangmöglichkeiten ab. Von cleanen Fender-Sounds über Rock-Crunch bis zu Hi Gain-Eskapaden ist hier so ziemlich alles möglich. An dieser Stelle würde ich mir ein integriertes Gitarrenstimmgerät wünschen.

Die Amp-Simulation lässt sich ebenso wie die anderen Effekte per Fußschalter an- und abschalten. Das funktioniert problemlos und ohne Verzögerung. Die Patches (Gesamt-Preset für jeden Effektblock) lassen sich in der Theorie auch per Fußschalter vor- und zurückschalten, in der Praxis hat es bei mir aber nicht funktioniert, was etwas schade ist. Es wäre nämlich klasse, wenn man zwischen zwei komplett unterschiedlichen Amp- und Effekt-Sounds lückenlos wechseln könnte. Damit kommen wir auch schon zu den MIDI-Optionen.

 

MIDI

Der RCF M18 darf und möchte per MIDI gesteuert werden. Über Controller-Daten lassen sich z.B. alle Ausgänge pegeln, so hat man wenigstens die Outputs im direkten Zugriff. Warum die Kanal-Fader nicht per MIDI gesteuert werden können, ist mir hingegen ein Rätsel. Der Audio-Player kann über einfache Note-On-Befehle gestartet und gestoppt werden, ebenso kann das vorige oder folgende Audio-File ausgewählt werden. Über Program-Change-Befehle können Mixer-Snapshots geladen werden.
Die vier MFX-Blöcke haben jeweils eigene MIDI-Kanäle. Es lassen sich per Program-Change ganze FX-Patches laden, was schnell und ohne Aussetzer funktioniert, sowie per Note-On einzelne Effekt-Komponenten an- und abschalten. Über eine einfache programmierbare MIDI-Tastatur mit Drehreglern lassen sich so zumindest die wichtigsten Dinge direkt steuern. Alternativ gibt es für Gitarristen auch entsprechende Fuß-MIDI-Controller.

 

Player/Recorder

 

Metronom

Metronom

 

Der M18 besitzt einen internen Audio-Player/Recorder. So kann man beispielsweise eigene Backing-Tracks oder Pausenmusik auf einem USB-Stick hinterlegen und hier abspielen. Die Bedienung kann per Fußschalter erfolgen, was im Live-Kontext absolut Sinn macht. Die Stereosumme hingegen kann an dieser Stelle auf einen angeschlossenen USB-Datenträger aufgezeichnet werden. Zur Pegelanpassung liegt hier sogar ein Trim-Regler vor. Neu hinzugekommen ist an dieser Stelle ein Metronom, das sich auf Kanal 18 im Mixer routen lässt. Die Sounds können für den Takt und die Viertel ausgewählt werden und das Tempo lässt sich auch per Tap-Funktion einstellen.

Forum
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    Danny Who  AHU

    Eine Profifirma, die ein absolutes Paradigma falsch umsetzt (alles unter 0dBFS darf nicht zerren, sofern die Quelle sauber ist), hat irgendwo reichlich geschlafen.

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      r.biernat  RED

      Dass die Eingangs- und Ausgangsstufen irgendwann anfangen zu zerren ist klar, aber solch hartes Clipping auf digitaler Ebene hat mich auch gewundert. Ich hätte gedacht, dass wäre heutzutage kein Thema mehr. Zumindest sind wir da durch moderne Mischpulte und DAW´s mit hoher interner Bitauflösung oder Fließkomma-Berechnung stark verwöhnt. Vielleicht lässt sich das aber auch programmiertechnisch beheben, wer weiß.

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    Martin Andersson  RED

    Danke für den ausführlichen Test, Robert. Das Konzept ist überzeugend und dennoch unbrauchbar. Ehrlich gesagt würde ich diesem Digital Mischer nicht einmal einen Stern geben. Ein Mischer, der derart schnell zu clippen beginnt, ist vergleichbar mit einem Auto, dessen Bremsen nicht funktionieren. Und dann ist die weitere Ausstattung auch egal. Nur meine Meinung.

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      r.biernat  RED

      Danke für den Kommentar. Um den Vergleich weiter zu führen: die Bremsen funktionieren schon, man darf nur nicht zu viel Gas geben.

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    vssmnn  AHU

    Hatte am Wochenende worst-case Szenario mit der Band:
    Gerät angeschaltet, kein WLAN sichtbar.
    Reset nach allen 3 im Handbuch beschriebenen Szenarien durchgeführt – kein Erfolg, das Gerät war nicht zu erreichen.
    Externen Accesspoint per LAN angeschlossen, ebenfalls erfolglos.

    Dass man auf das Gerät zur Not nicht direkt per LAN über Browser erreichen kann, z.B. über einen Laptop, um zu sehen, ob das M18 überhaupt noch lebt, ist sehr unpraktisch und lässt einen total im ungewissen stehen.
    Zum Glück konnten wir noch einen analogen Mixer auftreiben und den Abend (und die Gage) retten.

    Hatten schon vorher das Phänomen, daß während der Live Mugge sich 2-3 mal Kanäle wie von selbst verstellten. Ich dachte erst, daß da vielleicht ein iPad Touchscreen ne Macke hat, aber nach dem letzten Wochenende bewerte ich das M18 als defekt.
    Letztendlich finde ich den Ansätze von Mackie, wo man auch ohne WLAN arbeiten kann, weil das Gerät im Dock steckt, oder von Behringer (Browserintegration) zumindest etwas (betriebs) sichererer. Nochmal würde ich den M18 nur aus diesem Grund nicht kaufen, ansonsten eigentlich sehr ok.

    Nach dem 10 Reset-Versuch im Büro gebe ich es jetzt auf und bringe das Gerät zur Post.
    Selten so geschwitzt und geflucht ;-)))

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      Steffen7533

      Habe mir den RCF M18 letzte Woche gekauft und war echt begeistert, genau das richtige für meine Bedürfnisse im Proberaum und für die kleinen „Kneipen-Gigs“.

      Das Problem, was du da beschreibst, also dass der mixer nichts mehr von sich gibt hatte ich jetzt auch.
      Er funktionierte zwischendurch wieder einwandfrei, dann wider nicht… hat da schon jemand eine adäquate Lösung gefunden?
      Ich meine, die Kommentare hier sind von 2017, vielleicht gibt es ja schon weitere Erfahrungen.

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      vssmnn  AHU

      Fast 1 Jahr danach.. gestern wieder die gleiche Situation.
      Kollege hatte zum Glück einen Behringer X18 mit.
      Der Mist kündigte sich schon seit 3 Muggen an, spontane Mutes einzelner Kanäle und wundersame Pegeländerungen in den Kanälen, obwohl keiner dran rummacht.
      Gestern auf dem Dorf gemuggt und das Teil angeschaltet,: Kein Wifi.
      Die Reset-Prozedur ist die jämmerlichste Mistkaxxe, und sie funktioniert nicht mal.
      Da kannst Du gern 20x versuchen, das Teil auf Werkszustand zurückzusetzen, da blinkert nix bei der Front-LED, was angeblich sein soll. Spontan war dann heute mal das WLAn da, um nach dem nächsten Anschalten wieder trotz X-fachem Reset nicht wieder zu erscheinen.
      Das Ding ist einfach Mist.. großer Mist.

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        r.biernat  RED

        Das tut mir leid zu hören. Wenn dann noch die Zeit knapp wird vor der Mucke, dann sprießen die grauen Haare nur so. Das ist kein Spaß.

        Wenn ich bei Live-Mucken Probleme hatte, dann entweder mit kaputten Kabeln oder mit Digitalpulten. Ein Yamaha 01V hat sich mal direkt nach dem fertigen Soundcheck verabschiedet und nur noch Rauschen mit Vollpegel von sich gegeben. Ein altes Mackie 8-Bus Analogpult musste aushelfen und klang megageil ohne Kompressoren, Gates und Effekte. Das hat selbst die Band auf der Bühne gemerkt.
        Mit Soundcraft-Digitalpulten verbindet mich sowieso eine Hass-Liebe. Wie oft mich das SI Performer im Stich gelassen hat… Dropouts und Knackser bei der Benutzung der digitalen Stagebox trotz teurer Neutrik-Cat5-Kabeltrommel, und immer dann wenn man es gerade gar nicht gebrauchen kann.
        Der Super-Gau dann an Silvester vor 3 Jahren, 21.30 die Hauptband spielt ihren 3. Song, ich schalte das Delay an und was kommt unvermittelt mit voller Härte aus den Boxen…weißes Rauschen mit Vollpegel. Neustart, neues Cat-5 Kabel, Frequenzweiche getauscht, Amps getauscht…Es half alles nichts, der Abend war gelaufen.
        Den genauen Fehler konnte ich nie herausfinden, auch Thomann und Soundcraft nicht.

        Mein Tipp: Tu dir den Streß nicht an und besorg dir etwas das zuverlässig ist. Das Leben ist zu kurz, um sich über schlechte Digitalpulte zu ärgern.

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