Test: Red Panda Bitmap, Gitarren Verzerrerpedal

23. Oktober 2016

Crash dein Bit!

Schaut man die sich die Produkte der Firma Red Panda genauer an, so findet man eine überschaubare Anzahl an gut durchgestylten, tendenziell relativ kostenintensiven Effektpedalen vor, die gelegentlich auch einmal Klänge produzieren, die über den Mainstream hinausgehen. Hierzu gehört auch unser heutiger Testkandidat der Red Panda Bitmap, ein „böser“ Verzerrer bzw. Bitcrusher, der nicht entworfen wurde, um einen runden oder kultivierten Sound zu generieren, im Gegenteil, er zeichnet sich durch einen auffällig „rohen“ Ton aus, der sich vorwiegend für einen sparsamen Bühneneinsatz eignet. Sobald er jedoch aktiviert wird, erzeugt eine auffällige Präsenz.

Red Panda Bitmap_Cover2

— Der Red Panda Bitmap —

Facts & Features

Das Red Panda Bitmap Pedal ist etwas höher als die meisten Pedale, seine Maße betragen 106 x 80 x 47 mm. Die Elektronik samt 24-Bit-Digitalwandlern ist in einem pulverbeschichteten Gehäuse mit dreifarbigem Siebdruck untergebracht.

Die Klinkenbuchsen für Ein-, Ausgang und Expressionpedalanschluss (CV-Eingang) wurden stirnseitig angebracht. Das Pedal kann nicht mit Batterien betrieben werden, es benötigt die üblichen BOSS kompatiblen 9-Volt-DC, die per Netzteil zur Verfügung gestellt werden (das sich allerdings nicht im Lieferumfang befindet). Der Stromverbrauch ist vom Hersteller mit 100 mA angegeben. Das Bitmap Pedal verfügt über True-Bypass. Wie bei den weiteren Produkten der Firma Red Panda, können wir auch hier eine gute Verarbeitung bescheinigen.

Aber was macht der Red Panda Bitmap eigentlich? Er ist ein sogenannter „Bitcrusher“, der das Eingangssignal digitalisiert und dessen Auflösung bzw. Audioqualität unter Verwendung justierbarer Parameter reduziert. Wird ein digitales Signal „resampled“, werden Kopien des Signals produziert (Aliasing). Diese erzeugen nicht harmonische Obertöne und werden mit dem Originalsignal gemischt. Dabei entstehen auch Rauschen und Verzerrungen.

Die Regler des Red Panda Bitmap

Hier eine kurze Beschreibung der Funktionen der Bedienelemente:

Der FREQ-Regler bestimmt die Samplerate. Der kleine Hi/Lo Kippschalter gestattet die Anpassung an das eingehende Signal. Der Pegel lässt sich unter drei Einstellungen wählen, so lässt sich, angefangen bei einer Drummaschine, über Keyboards, bis zu einer Singlecoil Gitarre jeder Eingangspegel ordentlich verarbeiten. Das Mix Poti mischt das Effektsignal mit dem Originalsignal. Der Level Regler bestimmt die Gesamtausgangslautstärke des Bitmap.

Red Panda Bitmap_links

— Red Panda Pedale – gerne mal extravagant —

Der Bitmap lässt sich in zwei Modi betreiben, dem Crush-Modus bzw. dem Mod-Modus. Im Crush-Modus legt der Regler Crush/Rate die Samplerate von einem bis zu 24 Bit fest. Mittlere Werte erzeugen Quantisierungsgeräusche und fügen dem Originalsignal nichtlineare Verzerrungen hinzu, wie man sie von den frühen Samplern kennt. Extreme Einstellungen generieren Fuzz-Sounds oder auch Klänge, wie man sie von einer „sterbenden“ Batterie in Effektgeräten kennt.

Im Mod-Modus bestimmt der Freq-Knopf wie im Crush-Modus die Samplingrate. Anstelle einer Bit-Reduktion bestimmt der Crush/Rate Knopf jedoch nun die Modulation der Samplingrate. Der kleine Schalter auf der rechten Seite erlaubt die Auswahl der Form der Modulation. Diese ist unter drei Möglichkeiten wählbar, je nach Stellung des Crush/Rate-Knopfes werden laut Hersteller Bewegung bzw. neue Texturen im Klang erzeugt.

Red Panda Bitmap Gitarren Verzerrerpedal

Der Anschluss eines Expressionpedals ermöglicht das Fernsteuern des Parameters Frequenz (Freq). Das zu verwendende Pedal sollte laut Hersteller über ein lineares Poti mit einem Wert zwischen 10 und 50 Kiloohm verfügen, was gleichzeitig dem Standard für Expressionpedale entspricht.

Bitmap Buchsen

— Stirnseitig angebrachte Buchsen, Anschlussmöglichkeit für ein Expressionpedal —

Sound

Bevor ihr euch weiter in den Untiefen der technischen (und durchaus komplizierten) Möglichkeiten verliert, sollte man besser zunächst einmal hören, ob die vom Red Panda Bitmap produzierten Klänge für den eigenen Stil brauchbar bzw. sinnvoll einzusetzen sind. Hierzu dienen die Klangbeispiele. Vielleicht möchte der eine oder andere von euch das Pedal nutzen, um einen eigenen, sehr speziellen Sound zu finden. Der Einsatz mit Gitarre ist für mich persönlich jedoch nicht empfehlenswert, deswegen habe ich unseren heutigen Testkandidaten erstmalig und ausnahmsweise nicht bewertet. Vielleicht ist der Bitmap aber genau das Gerät, worauf der eine oder andere schon lange gewartet hat.

Fazit

Der Red Panda Bitmap ist nur etwas für Individualisten und für Musiker, die sich gelegentlich gerne einen experimentellen, ausgesprochen kranken oder sehr schmutzigen Klang wünschen. Klangästheten werden das Gefühl haben, dass alle Sounds, die der Bitmap erzeugt, deutlich schlechter oder minderwertiger als das Originalsignal klingen. Er sollte also nur sporadisch eingesetzt werden, dafür ist der Preis jedoch definitiv zu hoch.

Der Bitmap erzeugt eine spezielle Klangästhetik für den, der es mag. Ob die Welt dieses Pedal braucht, sei mal dahingestellt. Für mich persönlich wäre es sinnvoller, einen guten Fuzz einzusetzen, dieser ist zwar klanglich womöglich nicht ganz so flexibel, er lässt sich aber auch noch bei anderen Gelegenheiten ins Spiel bringen und ist darüber hinaus deutlich günstiger zu haben.

Plus

  • Verarbeitung

Minus

  • hoher Preis
  • Sounds für die Gitarre quasi unbrauchbar
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis

  • Ladenpreis: 279,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Hab ich gerade vom der neuesten highend Soundkarte gelesen, dessen Frequenzbereich bis phantastische 35000 Herz hoch schwingen kann und nur 2690€, der zu Recht stolze Studiobesitzer mit solcher Ausstattung freut sich sicher über das fragwürdige ebenfalls nicht billige Gerät des Gitarristen der sein heiliges Studio betreten darf, und sein Gitarren Signal damit wieder anständig zerstört, der teure Mesa Boogie jetzt klingt wie ein c64 von 1981. Jaaaa Musik ist Kunst und der Gitarrist ist ein geiler Typ denn er weiß diesen Sound gezielt einzusetzen. Mit seiner Klampfe lockt er massenweise 2 beinige Mietzekatzen an während dessen der Studiobesitzer mit seinen 35000 kHz Soundkarte seine eigentlich letzten treuen Weggefährten, nämlich seine Katze in denn Wahnsinn treiben kann, denn bei ihr ist mit dem Hören ab 15000 Herz noch lange nicht schluss. Der Gitarre dagegen freut sich da mehr und kann sich auf das verlassen was ihn seine Ohren Rückmelden. Denn das ist deutlich hörbar, so auch für die treuen 2 beinigen Mietzen die natürlich sehr genau wissen was gut ist, dabei interessieren sie sich nicht für technische Werte sondern lediglich für das was hinten raus kommt. Ich persönlich stehe total auf bitcrushing und mag seine rechteckigen Frequenzen die so manchen weich aufgehängten Lautsprecher ganz flott mal den Garaus machen können. Aber ein Celestion inner Marshall box steckt das ganze locker weg, und das shure sm57 glättet weiter. Klingt am Ende absolut super so zwischen durch überrascht zu werden vom crucher, gutes Stilmittel.

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    Hab ich gerade vom der neuesten highend Soundkarte gelesen, dessen Frequenzbereich bis phantastische 35000 Herz hoch schwingen kann und nur 2690€ kostete, der zu Recht stolze Studiobesitzer mit solch grandioser Ausstattung freut sich sicher über das fragwürdige ebenfalls nicht billige Gerät des Gitarristen der sein heiliges Studio betreten darf, und sein Gitarren Signal damit wieder anständig zerstört, der teure Mesa Boogie jetzt klingt wie ein c64 von 1981. Jaaaa Musik ist Kunst und der Gitarrist ist ein geiler Typ denn er weiß diesen Sound gezielt einzusetzen, nicht immer aber immer öfters zwischendurch und immer wieder überraschend

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    Mit seiner Klampfe lockt er massenweise 2 beinige Mietzekatzen an während dessen der Studiobesitzer mit seinen 35000 kHz Soundkarte seine eigentlich letzten treuen Weggefährten, nämlich seine Katze in denn Wahnsinn treiben kann, denn bei ihr ist mit dem Hören ab 15000 Herz noch lange nicht schluss. Der Gitarrist dagegen freut sich da mehr und kann sich auf das verlassen was ihn seine Ohren Rückmelden. Denn das ist deutlich hörbar, so auch für die treuen 2 beinigen Mietzen die natürlich sehr genau wissen was gut ist, dabei interessieren sie sich nicht für technische Werte sondern lediglich für das was hinten raus kommt. Ich persönlich stehe total auf bitcrushing und mag seine rechteckigen Frequenzen die so manchen weich aufgehängten Lautsprecher ganz flott mal den Garaus machen können. Aber ein Celestion der inner Marshall box sitzt steckt das ganze locker weg, und das shure sm57 glättet weiter. Klingt am Ende absolut super so zwischen durch überrascht zu werden vom crucher, gutes Stilmittel.

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