Kompaktes USB-C-DVS-Interface mit Serato DJ Pro Freischaltung
Reloop Flux Go, so heißt das neueste DVS-Interface mit USB-C-Anschluss auf dem Markt. Durch den schmalen Formfaktor und einen attraktiven Preis ist diese Soundkarte sicherlich für eine Vielzahl an Anwendern ansprechend. Wir haben ein Modell zum Testen erhalten und wollen uns anschauen, was das kleine Interface alles kann und für wen es sich eignet.
Was ist es? Reloop Flux Go, USB-C-DVS-Interface, kompaktes 4×4-Audiointerface zur Erweiterung eines DJ-Mixers um ein Digital Vinyl System.
- Portabilität: Ultrakompaktes Format, geringes Gewicht und Stromversorgung via USB-C ohne externes Netzteil.
- Software-Bundle: Schaltet Serato DJ Pro frei und spart damit zusätzliche Lizenzkosten.
- Flexibilität: Unterstützt neben Serato auch Traktor Pro 4 und djay Pro.
- Klangqualität: 24 Bit/96 kHz, störungsfreier Betrieb und zuverlässige Performance im Praxistest.
- Preis-Leistung: Für 219,- Euro ein vielseitiges 2-Kanal-DVS-Interface mit robustem Design.
Inhaltsverzeichnis
Das Reloop Flux Go im Überblick
Das DVS-Interface kommt in einem ultrakompakten Format. Mit Abmessungen von 11,5 x 8,2 x 2,6 cm (B x T x H) passt es tatsächlich in die Hosentasche und das Gewicht von gerade einmal 168 g unterstreicht die Portabilität. Beim Reloop Flux Go hat man sich bewusst für verlängerte Kanten entschieden, damit so die Anschlüsse geschützt werden.
Natürlich ist das Gerät mit einem USB-C-Anschluss zur Verbindung mit dem Rechner ausgestattet. Über dieses Kabel bezieht das Interface auch seinen Strom, ein zusätzliches Netzteil wird nicht benötigt. Abseits davon haben wir auf jeder Seite des Reloop Flux Go je zwei Cinch-Buchsen-Paare zum Integrieren ins eigene DVS-Setup. Auf der Seite der Eingänge gibt es eine Erdungsschraube und DIP-Schalter, um zwischen einem Phono- oder einem Line-Eingangssignal zu wechseln. Da es hier zwei Schalter, also einen pro Eingang, gibt, könnte man bei Bedarf also auch ein Setup aus einem Plattenspieler und einem Multimedia-Player anschließen.
Auf der Seite der Ausgänge haben wir neben den genannten Anschlüssen noch eine Status-LED, die anzeigt, ob das Interface aktuell Strom bezieht und einen 3,5 mm Klinkenanschluss, an den ein Kopfhörer angeschlossen werden kann. Dazu finden wir an der Seite der Reloop Flux Go auch noch die Möglichkeit, die Lautstärke des Kopfhörerausgangs zu regeln.
Das 4×4 In/Out Audiointerface kann bei Bedarf auch als Studio-Soundkarte verwendet werden, so zumindest die Aussage des Herstellers. Dabei gibt es eine Audioqualität bei einer Auflösung von 24 Bit/96 kHz und „ultraniedriger Latenz“.
DVS – was ist das eigentlich?
Aber natürlich ist der Hauptaspekt des Interfaces die Möglichkeit, jeden Mixer in ein DVS-System zu verwandeln. Zur Erläuterung sei hier noch gesagt, dass DVS für Digital Vinyl System steht. Damit ist gemeint, dass durch Timecode-Signale einer Schallplatte Dateien innerhalb einer DJ-Software auf eurem Rechner in Sachen Timing manipuliert werden. So lassen sich digitale Inhalte steuern, als würde man die Titel auf Schallplatte haben. Das ermöglicht klassische Aktionen eines DJs, wie das Anpassen des Tempos oder das Angleichen des Taktes. Natürlich kann man aber auf diese Art und Weise auch problemlos scratchen.
Die passende DJ-Software zum Interface
Als DJ-Software kann man für das Reloop Flux Go Serato DJ Pro verwenden, was uns wirklich gut gefällt. Serato DJ Pro ist aus den DJ-Booths nicht mehr wegzudenken und findet gerade im Hip-Hop- oder generell im Cross-Genre-Bereich große Anwendung. Abseits eigener Tracks hat man hier auch Zugriff auf diverse Streaming-Anbieter und kann sich schnell durch Millionen von Tracks durchklicken. Neben Effekten und übersichtlichen Waveforms ist aber gerade die Stem-Funktionalität der Software wirklich hervorzuheben. Normalerweise liegt der Preis von Serato DJ Pro bei 249,- Euro, aber mit einer Vielzahl an Hardware lässt sich die Software auch ohne separate Zahlung entsperren.
Dies gilt auch für das Reloop Flux Go, sodass wir hier keine zusätzlichen Kosten haben und uns so direkt die Pro-Features zur Verfügung stehen. Das Interface ist zudem class-compliant und kann via Plug & Play an Macs direkt verwendet werden. Für Windows-Nutzer sind ASIO-Treiber verfügbar.
Der Anschluss des Interfaces: Schnell ausgepackt liegt das DVS-Interface im Hosentaschenformat vor uns. Mit im Lieferumfang haben wir ein passendes USB-C auf USB-C-Kabel zum Anschluss an den Rechner. Zusätzlich brauchen wir dann natürlich noch dementsprechende Kabel für die Ein- und Ausgänge. Bei älteren Plattenspielern sind Cinch-Kabel noch fest mit der Platine verlötet, bei neueren bereits abnehmbar. So benötigen wir für jedes Deck einmal eine Cinch-Verbindung vom Plattenspieler oder Multimedia Player zum Interface und dann nochmal eine Verbindung via Cinch-Kabel vom Reloop Flux Go zu unserem DJ-Mixer.
Letztlich brauchen wir noch das angesprochene Timecode-Signal. Dafür gibt es je nach DJ-Software eigene Vinyls, auf denen dies gepresst wurde. Alternativ gibt es aber auch die Möglichkeit, das Timecode-Signal als Datei zu erhalten. Dann muss diese lediglich auf euren USB-Stick gezogen und auf dem Multimedia-Player abgerufen werden.
So schnell wird dann aus einem herkömmlichen DJ-Set-Aufbau ein DVS-Setup.
Das Reloop Flux Go in der Praxis
Auch nachdem alles angeschlossen ist, sind wir von den Abmessungen und dem Gewicht beeindruckt. Wir haben damals mit einem SSL2 Interface mit dem Auflegen angefangen, als der DJ-Controller nicht mehr das Richtige für uns war, und haben einige Jahre mit einer Traktor Audio 10 Soundkarte aufgelegt. Bei dieser war ein Netzteil unabdingbar. Nun geht das alles also via USB-C und passiert in einem Format, das wirklich überall verstaubar und mitzuführen ist.
Das Auflegen mit dem DVS-Interface funktioniert genauso gut, wie wir es erwartet haben. Unkompliziert und effektiv können wir so all unsere Songs vom Rechner auflegen, als ob sie von der Schallplatte oder vom USB-Stick kommen.
Soundtechnisch hört sich alles klasse an und es gibt keinerlei Störsignale, die wir beim Auflegen wahrnehmen konnten. Zudem reichen uns in diesem Szenario auch zwei Kanäle zum einfachen Auflegen aus. Durch die eigene, vollständige Musikbibliothek und Streaming-Dienste haben wir schon genug damit zu tun, den nächsten Song zu finden.
Die Schalter auf der Eingangsseite haben einen angenehmen Widerstand und durch die verlängerte Kantenausführung sollte sich hier nichts ungewollt verstellen.
Alle, die eher andere DJ-Softwares präferieren, können sich aber auch über das Reloop Flux Go freuen. Abseits unseres Tests mit Serato haben wir das DVS-Interface auch einmal mit Traktor Pro 4 und mit Algoriddims djay getestet. Abseits der anderen Timecode-Signale und kurzer Anpassungen in den Einstellungen hinsichtlich der Zuweisung der beiden Kanäle lief hier alles auf Anhieb problemlos. Dadurch könnte das Interface noch für mehr Anwender interessant werden.
Der Preis der Reloop Flux Go
Für gewöhnlich enden wir mit dem Preis unseren Testbericht und nennen davor die bevorzugte Interessentengruppe. Doch bei diesem Gerät machen wir es anders. Preislich liegt das Reloop Flux Go bei 219,- Euro. Dieser Preis ist wirklich eine Ansage. Wie bereits eingangs erwähnt, kostet Serato Pro mit einem Preis von 249,- Euro bereits 30,- Euro mehr und hier erhaltet ihr direkt die passende Soundkarte! Für alle, die gerne mit Serato DJ Pro arbeiten möchten, bietet sich der Kauf dahingehend schon direkt an.
Wer jedoch etwas mehr möchte, kann selbstverständlich auch den großen Bruder des Reloop Flux Go in Betracht ziehen. Das originale Reloop Flux ermöglicht sogar, drei Kanäle als DVS zu verwenden, sodass hier beispielsweise der Software-interne Sampler auf Kanal 3 ausgegeben und das Signal an den DJ-Mixer gesendet werden kann. Wer mehr über dieses Interface lesen möchte, findet unseren Testbericht hier verlinkt.
Die Zielgruppe des DVS-Interfaces
Nachdem nun der Preis klar ist, weitet sich in unseren Augen die Zielgruppe noch einmal mehr. Die Vorzüge eines DVS sind klar und man kann die eigene Schallplattensammlung vor den harschen Bedingungen in der DJ-Booth schützen und nur eine Timecode-Vinyl oder alternativ das Timecode-Signal auf dem USB-Stick mit zum Gig nehmen. Mit Serato DJ Pro gibt es Effekte und Stem-Möglichkeiten, die sicherlich auch für viele interessant sein werden.
Für Einsteiger lohnt sich das Interface nur bedingt, da es zusätzlich noch einen passenden DJ-Mixer und zwei Plattenspieler oder Multimedia-Player bedarf.
Durch den Preis ist es jedoch für alle attraktiv, die Lust auf die Verwendung eines DVS haben und denen zwei Kanäle ausreichen.



































danke für den Test. Mir wäre das zu viel Strippengewirr. Dann lieber gleich einen Mixer mit DVS oder eine Konsole. Den Vorteil, für jemanden der noch kein Serato hat habt ihr gut klar gestellt.