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Test: Reloop Mixon 4, DJ Controller

5. Januar 2017

Mit dem iPad Pro in die DJ-Kanzel!

Im Oktober stellte man mit dem Reloop Mixon 4 einen neuen Flaggschiff-Controller für Serato und Algoriddims DJay vor. Besonderheit: Der Mixon 4 verfügt über eine Dockingstation, die Android- und IOS-Tablets bis zur Größe von 12,9 Zoll wie zum Beispiel das iPad Pro aufnehmen kann.

Der Reloop Mixon 4 in der Übersicht

Der Reloop Mixon 4 in der Übersicht

Somit bietet der Mixon 4 für jeden Geschmack die passende Anschlussmöglichkeit, denn auch PC oder Mac können per USB-Anschluss angedockt und mit Serato oder DJay bestückt als Quelle zum Auflegen genutzt werden. Im Test seht ihr, wie sich der anschlussfreudige Kandidat schlägt und ob er sich gegen die Konkurrenz in diesem Marktsegment behaupten kann.

Der erste Eindruck des Mixon 4

Schon beim Auspacken des neuen Reloop Controllers wird deutlich: Der Mixon 4 ist nicht gerade ein Leichtgewicht und auch die Größe kann sich sehen lassen. Man hat viel Wert auf ordentlich Platz zum Arbeiten gelegt und außerdem für eine hochwertige Verarbeitung gesorgt. Zwar findet man auf der Materialliste wohl deutlich mehr Kunststoffe als Metall, allerdings wirkt das Gerät ziemlich robust und gut für den Praxiseinsatz gerüstet. Mit einem Verkaufspreis von 682,- Euro befindet man sich außerdem eher im mittleren Preissegment für einen 4-Kanal MIDI-Controller. Für den aufgerufenen Preis ist die Materialauswahl und Verarbeitung also als sehr gut zu bezeichnen. Dem Mixon 4 liegt bei Auslieferung ein gedrucktes Handbuch sowie ein ordenltlches Netzteil bei. Außerdem befinden sich einige Anschlusskabel mit im Gepäck, die bereits auf die Vielzahl der Anschlussmöglichkeiten für digitale Perepherie hinweisen. Die sogenannte Docking-Station für Tablets besteht im Grunde aus einem länglich gesetzten Schlitz, der mit einer gummierten Innenseite für den sicheren Halt eines IOS- oder Android-Geräts sorgt und den entsprechenden Kabeln, die mit dem Controller verbunden werden und für Datenaustausch und Stromversorgung dienen.

Die Docking-Station besteht aus einer gummierten Aufnahme für Tablets mit entsprechender Verkabelung

Die Docking-Station besteht aus einer gummierten Aufnahme für Tablets mit entsprechender Verkabelung

Zukunftsträchtig?!

Mit einer solchen einfachen Lösung, um Tablets in das DJing zu integrieren, befindet sich Reloop am Puls der Zeit. Ich selbst habe die ersten Lösungen dieser Art bei ihrer Markteinführung vor ein paar Jahren eher belächelt, jedoch lässt sich mittlerweile kaum noch von der Hand weisen, dass aktuelle Tablets längst die Leistungsgrenzen sprengen, die noch vor Kurzem für eine ausgewachsene DJ-Software gesetzt wurden. So normal, wie heute ein Laptop in der DJ-Kanzel empfunden wird, so werden es wohl in Zukunft Tablets sein, die durch ihre Multitouch-Bildschirme dem ganzen Szenario sogar noch eine weitere Dimension verleihen. Ohne eine Diskussion über den Sinn und Unsinn solcher Entwicklungen zu beginnen, muss jeder für sich selbst entscheiden, welches nun das Mittel der Wahl und die beste Möglichkeit ist, sich musikalisch auszudrücken und letztendlich ja auch ein Stück weit professionell einen Job zu erledigen. Also zurück zur Technik: Es gibt an der Rückseite des Gerätes eine Buchse, die auf IOS-Geräte gepolt ist und mit dem mitgelieferten Adapterkabel mit Lightning-Anschluss iPads bis zu einer Größe von 12,9 Zoll versorgen kann. An eine USB-Buchse lassen sich PCs, Macs oder Android Geräte (über ein mitgeliefertes Adapterkabel) anschließen.

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Anschlussvielfalt an der Rückseite des Mixon4

Außerdem hat man das Thema Anschlussvielfalt auch bei den Audioanschlüssen weitergedacht. Zumindest was die Ausgänge angeht. So finden sich XLR-Ausgänge für eine PA genauso an der Rückseite wie Cinch-Ausgänge für das Master-Signal. Außerdem gibt es noch einen separat regelbaren Booth-Ausgang im Klinkenformat, dafür gibt es ein extra Sternchen. Auf Eingänge muss man leider mit Ausnahme eines Mikrofoneingangs an der Front verzichten. Weitere Zuspieler können leider trotz vier Mixerkanälen nicht bedient werden. Der Reloop Mixon 4 aus dem Hause Reloop ist rein als Schaltzentrale für eine DJ-Software gedacht. Und davon bieten sich auf den ersten Blick direkt zwei an. Allen voran die App DJay Pro für das iPad Pro, für die der Mixon4 neben Serato DJ entwickelt wurde.

Die Qual der Wahl – die passende DJ-Software

Algoriddims DJay App hat sich über die letzten Jahre zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz der altbekannten Platzhirsche entwickelt. Und das, neben der Version für Laptops, vor allem auf den iOS- und Android-Geräten dieser Welt. Wer sein Tablet ernsthaft als Auflegewerkzeug einsetzen möchte, der kommt kaum um diese App herum oder sollte sie zumindest ernsthaft unter die Lupe nehmen. Aktuell ist DJay in zwei Versionen erhältlich. Die Basis-Version DJay2 bietet eine übersichtliche Oberfläche mit einer guten Wellenformdarstellung, Effekten, Hot-Cues, Auto-Mix- und Aufnahmefunktion.

Übersicht über die Algorridim DJay Produktpalette

Übersicht über die Algorridim DJay Produktpalette

Die Optik überzeugt vor allem, wenn man die etwas kitschige Plattenspieler-Darstellung der Tracks gegen die der großen Wellenformen tauscht, aber das ist auch ein Stück weit persönlicher Geschmack. Dabei greift DJay2 nicht nur auf die eigene Musiksammlung zurück, sondern kann (einen Premium Account vorausgesetzt) sogar aus Spotify heraus Musik abspielen und mixen. Eine tolle Sache, sofern eine Internetverbindung besteht. DJay bietet in allen Versionen ein erstaunlich flüssiges Arbeitsgefühl und weiß auch ohne MIDI-Controller die Vorzüge eines Touch-Screens gut einzusetzen, aber natürlich ist ein für einen professionellen Einsatz allein wegen der Audioanschlüsse und Vorhörfunktionen ein Controller noch unabdingbar. Genau auf dieses Einsatzgebiet zielt die Pro-Version der Software, die bisher den Mac und iPad (Pro) und iPhone-Besitzern vorbehalten bleibt. Hier findet man ganze vier Decks, eine ausgeprägtere Mixer- und Effektabteilung und kann sogar Video-Mixing mit Effekten und Ausgabe auf externe Monitore oder Projektoren betreiben. Das Ganze gibt es ab 2,99 Euro im Google Play Store und 4,99 Euro im App Store (für das iPad). Die Pro-Version beginnt bei einem Einstiegspreis von 19,99 Euro (iPad) sowie 49,99 Euro (Mac) und darf über In-App Käufe zum Beispiel mit Effekten zusätzlich ausgestattet werden. Das Zusammenspiel zwischen Reloop Mixon4 und DJay funktioniert hervorragend. Testen konnten wir es mit DJay2 auf einem Samsung Android Tablet sowie DJay Pro auf dem Mac.

djay-pro

DJay Pro ist für das Macbook und iPad Pro entworfen

Es sind auch beim Tablet-Einsatz keine großen Latenzen festzustellen, sodass dieses eine ernst zu nehmende Konkurrenz zum Rechner darstellt, genügend Speicherplatz für Musik vorausgesetzt. Richtig ausreizen lässt sich der Mixon 4 aber erst mit der Pro-Version der Software, in der die vier Decks und umfangreiche Effekte zu kontrollieren sind.

Durchdachte Oberfläche und gute Darstellung bietet auch die kleinere DJay2 Version

Durchdachte Oberfläche und gute Darstellung bietet auch die kleinere DJay2 Version

Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang die Serato DJ-Software. Diese zertifiziert den Reloop Mixon 4 ebenfalls und somit bietet sich eine weitere, großartige Möglichkeit, den Controller mit einer gelungen DJ-Software zu koppeln. Diese sollte dem geneigten Leser aus vielen Testberichten bekannt vorkommen und bietet dem Digital-DJ alles, was das Herz begehrt.

Nicht nur Djay-App, sondern auch für Serato DJ ist der Mixon 4 ausgelegt

Nicht nur Djay-App, sondern auch für Serato DJ ist der Mixon 4 ausgelegt

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