Ultrakompakter DJ-Mixer mit DVS und Bluetooth
Reloop PTB-2 – unter diesem Namen wurde im Rahmen der NAMM ein neuer, ultrakompakter DJ-Mixer vorgestellt, der überall einsatzbereit sein soll. Mit einem extra Kanal, über den wahlweise ein AUX- oder Bluetooth-Signal eingespeist werden kann und der Möglichkeit, das Gerät auch im DVS-Rahmen mit der Software djay Pro zu verwenden, gibt es einige Funktionen im schmalen Format.
Wir haben bereits ein Modell zum Testen erhalten und möchten dieses unter die Lupe nehmen. Was kann der Reloop PTB-2 alles und für wen eignet sich dieses Modell? Fragen, deren Antwort wir erörtern.
Was ist es? Reloop PTB-2, portabler 2+1-DJ-Mixer mit integriertem Audio-Interface und Bluetooth.
- Portabilität: Ultrakompaktes Format, USB-C-Stromversorgung und vielseitig einsetzbar – ideal für mobile Setups.
- Features: Aux-In, Bluetooth, Record-Out und integriertes Audio-Interface für DVS mit Algoriddim djay Pro.
- Einschränkungen: Nur 2-Band-Equalizer und keine Volume-Fader
- Zielgruppe: Turntablists, DVS-Interessierte und DJs mit Fokus auf kompakte, flexible Setups.
- Preis-Leistung: Für 249,- Euro fair ausgestattet, besonders durch integrierte Soundkarte, Bluetooth-Einbundung und Record-Out.
Inhaltsverzeichnis
Der Reloop PTB-2 im Überblick
Dieses Gerät kann in Sachen Kompaktheit mit seinem Formfaktor überzeugen. Mit Abmessungen von 10,5 x 20,0 x 6,0 cm (B x T x H) und einem Gewicht von 700 g ist die Portabilität des DJ-Mixers natürlich unmittelbar gegeben. Hinzu kommt noch die Stromversorgung via USB-C. So ist der Reloop PTB-2 nicht nur leicht zu transportieren, sondern tatsächlich überall einsetzbar.
Die beiden Kanalzüge sind identisch und bestehen neben einem Gain-Poti aus einem 2-Band-Equalizer und Filter. Dieses kann je nach Drehrichtung sowohl als LPF oder HPF eingesetzt werden. Ein 3-Band-Equalizer hätten wir hier natürlich noch besser gefunden, aber hier wird bewusst überall Platz gespart, wo es geht. So verfügt das Gerät auch nicht über Volume-Fader. Auf einen Crossfader müssen wir aber nicht verzichten. Beim Reloop PTB-2 ist ein 45 mm Ultra Glide Crossfader verbaut. Bei Bedarf lässt sich jedoch auch ein Innofader installieren. Zusätzlich gibt es noch eine sechsteilige LED zur Visualisierung der Kanallautstärke.
Mittig haben wir einen Button zum Bluetooth-Pairing und dazugehöriges Poti für die Lautstärke. Ist hier ein Eingangssignal via Aux aktiv, kann über dieses Poti die Lautstärke des AUX-Signals angepasst werden. Das ist klug gelöst und man spart sich so natürlich einen weiteres Poti, das Platz benötigen würde.
Abseits der genannten Elemente gibt es dann noch ein Poti für das Main-Out-Signal und letztlich die Einstellungsmöglichkeit für das Kopfhörersignal, inwieweit das Cue- mit dem Main-Signal gemischt werden soll.
Auch die Vorderseite wurde mit Bedienelementen bestückt. So haben wir hier nicht nur den 3,5 mm Klinkenanschluss für Kopfhörer, sondern auch das Poti zur Lautstärkeeinstellung der Kopfhörer. Zusätzlich besteht beim Reloop PTB-2 auch die Möglichkeit, den Crossfader über einen dedizierten Schalter zu invertieren. Außerdem haben wir die Möglichkeit, die Crossfader-Kurve über ein Poti nahtlos nach Belieben einzustellen.
Die Anschlüsse des Reloop PTB-2
Die Anschlüsse auf der Rückseite beinhalten neben Cinch-Buchsen-Paaren für die beiden Kanäle und einem Cinch-Out für das Main-Out-Signal noch zwei 3,5 mm Klinkenanschlüsse. Einer dient als AUX-In und der andere Anschluss ist tatsächlich als Record-Out konzipiert. Dass bei einem solch kleinen DJ-Mixer tatsächlich die Möglichkeit besteht, relativ simpel seine Sets aufzunehmen, finden wir natürlich klasse.
Letztlich gibt es auf der Rückseite noch zwei USB-C-Anschlüsse. Einen für die Stromversorgung und einen für den Anschluss an Laptop, Tablet oder Smartphone.
Der kleine DJ-Mixer in der Praxis
Ausgepackt ist es wirklich erstaunlich, wie klein ein DJ-Mixer heutzutage sein kann. Dennoch macht der Reloop PTP-2 einen vernünftigen und soliden Eindruck. Da der Anwendungsbereich des Mixers vielfältig ist und das Gerät viel transportiert werden kann und soll, ist dies natürlich umso wichtiger. Die Potis haben einen vernünftigen Widerstand, setzen auf einfache Plastikkappen und sind nicht gummiert. Der Crossfader gleitet schön von einer Seite zur anderen. Dennoch ist es für uns sofort ungewohnt, dass wir keinen Volume-Fader haben.
Der 2-Band-Equalizer ist uns ein wenig ein Dorn im Auge. Allerdings ist dieser DJ-Mixer auch nicht für lange technische Übergänge konzipiert und beim Auflegen mit harten Cuts sollte das fehlende Mittenband nicht großartig fehlen.
Man kann natürlich auch viel über die Filter mixen. Leider sind diese in unseren Ohren doch recht resonant. Anbei auch Klangbeispiele zum 2-Band-Equalizer. Laut Hersteller bekommen wir hier ein Low-Shelf mit Referenz bei 100 Hz und ein High-Shelf mit Referenz bei 19 kHz. Gerade Letzteres fanden wir recht interessant, da 19 kHz ja extrem hoch liegt. Aber die Klangbeispiele sind natürlich deutlich aussagekräftiger, also hört selbst:
Zuerst hatten wir klassisch unsere CDJs an den Reloop TBP-2 angeschlossen und etwas aufgelegt. Hier funktioniert alles wie zu erwarten und man kann recht simpel auflegen. Spannend ist ja jedoch die DVS-Funktionalität des DJ-Mixers.
Auf unserem Rechner starten wir dann Algoriddim djay Pro, eine DJ-Software, die uns in Vergangenheit durchweg positiv überrascht hat. Hier wird der Reloop PTB-2 auch sofort als Audiointerface erkannt. Auf unseren USB-Sticks haben wir das Timecode-Signal der Software gespeichert und sobald wir dieses abspielen, können wir die Tracks in der Software ganz klassisch im DVS-Kontext manipulieren.
Nachdem wir so ein wenig aufgelegt haben, kommt uns jedoch ein Wunsch, der eventuell sogar den nach einem Mittenband beim Equalizer übertrifft: Wir würden doch ganz gerne am Reloop PTB-2 die Möglichkeit haben, durch unsere Musiksammlung zu scrollen und Songs auf die einzelnen Track-Decks zu laden.
Rechner, Smartphone oder Tablet – mit dem DJ-Mixer lässt sich alles einbinden
Abseits der Verwendung mit dem Rechner kann man den Reloop PTB-2 natürlich auch mit dem Smartphone verwenden. Das haben wir auch schnell einmal ausprobiert. In diesem Fall muss jedoch ein zweites USB-C-Kabel angeschlossen werden, das den DJ-Mixer dann mit Strom versorgt. Dadurch wird das Smartphone aber mitgeladen, laut Hersteller mit 7,5 Watt. An dieser Stelle sei noch gesagt, dass dem Lieferumfang zwei USB-C- und ein Cinch-Kabel beiliegen.
In der Praxis funktionierte die Verwendung mit dem Tablet auch auf Anhieb ohne Probleme. Die Software erkennt den Reloop PTB-2 und schon können wir ganz normal auflegen und ein noch kompakteres Setup mit DVS-Möglichkeiten benutzen. In unserem Praxistest haben wir das Ganze auch mit unserem iPad ausprobiert, hier muss man natürlich dann auf den Akkustand achten. Die Verwendung mit unserem Smartphone mit Lightning-Anschluss war uns nicht möglich. Das Einspeisen weiterer Audioquellen über Bluetooth oder Aux funktionierte natürlich problemfrei.
Die Zielgruppe des DJ-Mixers
Die Zeichen des Reloop PTB-2 stehen vor allem auf eins gerichtet: Portabilität. Turntablism ist eine Nische für sich, für die Reloop bereits in der Vergangenheit schon Equipment vorgestellt hat. Im kleinen Format gab es zuletzt ja auch den Reloop RP-7, dessen Testbericht wir hier verlinken. Jedoch läuft der Plattenspieler für 7 Zoll Schallplatten mit einem herkömmlichen Stromkabel. Aber es gibt ja noch den Reloop Spin. Dieser kann wahlweise mit Batterie oder einer Powerbank mit Strom versorgt werden. Gleiches gilt natürlich auch für den Korg Handytraxx Play, dessen Testbericht ihr hier findet.
Mit solchen Gerätschaften lässt sich natürlich fast überall sein DJ-Setup aufbauen. Noch über Cinch-auf-Klinkenkabel eine passende Box anschließen und schon kann es losgehen. Für alle Freunde einer solchen Anwendung ist der Reloop PTB-2 natürlich ideal. Hinzu kommt aber auch der Anwendungsbereich durch die inzterne Soundkarte, die das Auflegen mit Algoriddim djay Pro ermöglicht. So eignet sich das Gerät auch für alle DVS-Interessenten, die aktuell noch keinen DJ-Mixer und auch kein passendes Audiointerface zur Hand haben.
Der Preis vom Reloop PTB-2
Bleibt natürlich wie immer noch die Frage nach dem Preis des DJ-Mixers. Beim Reloop PTB-2 liegt dieser bei 249,- Euro. In Hinblick auf das integrierte Audiointerface, Bluetooth-Funktionalität, einen Record-Out und ein Filter pro Kanal ein wirklich vernünftiger Preis. Zwar ist das Gerät klein, doch für den Preis erhält man viel. In unseren Augen fair bepreist für einen DJ-Mixer, der von der Zielgruppe etwas nischiger unterwegs ist als der klassische Club-Mixer oder der normale 2-Kanal DJ-Mixer, den man aus dem Setup zu Hause kennt.




































danke für den Test. Ein Mixer mit einigen Einschränkungen die mich persönlich vom Kauf abhalten würden.