Test: Reloop Turn 2, Hi-Fi-Plattenspieler

6. September 2018

Flach, schlank, auch im Budget. Hi-Fi von Reloop?

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Recht genau ein Jahr ist es her, da hatten wir den Reloop Turn 3 im Test – den ersten Hi-Fi-Plattenspieler aus dem Hause Reloop – nun mit dem Zusatz Hi-Fi bezeichnet. Mit einem empfohlenen Preis von rund 450,- Euro lag das Modell sicherlich bereits in einem Rahmen, der für den klassischen Hörer zu Hause als „erschwinglich“ bezeichnet werden kann. Eine weitere Einstufung fällt schwer, denn wenn in einem Bereich die Grenze nach oben hinsichtlich des Preises kaum definiert werden kann, dann im Hi-Fi-Bereich. Mittleres Preissegment oder derartige Einschätzungen sind damit eigentlich unmöglich.
Ein wenig unter dem Reloop Turn 3 wird nun der Reloop Turn 2 angesiedelt, der recht genau dieses eine Jahr später erscheint. Günstiger, aber auch weniger wertvoll? Auf den ersten Blick sieht der Turn 2 eigentlich sehr schick aus, ein Grund mehr, das Gerät einmal in Augenschein zu nehmen

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Reloop Turn 2 in weiß – ein erster Blick

Reloop Turn 2 – ein erster Blick

Stehen Hi-Fi-Enthusiasten auf Unpacking-Infos? Ich habe ja letztens bereits darüber gelästert. Lassen wir es. So schlank wie der Plattenspieler selbst, ist auch der Karton.

Natürlich gibt es wieder ein wenig Baukastenprinzip, wie man es von aktuellen Plattenspielern schon kennt, in diesem Fall aber sehr übersichtlich. Kabel, Tonabnehmersystem, Plattenteller, Tonarmgewicht, Riemen, Abdeckhaube.

Damit verrät die Teilliste auch schon einiges über den Plattenspieler selbst. Hi-Fi-klassisch handelt es sich bei dem Turn2 um einen per Riemen angetriebenen Plattenspieler samt mitgeliefertem System. Verfügbar ist das Modell in drei Farben – Schwarz, Weiß oder Rot.

Auf den ersten Blick wirkt der Turn 2 nicht nur schick, sondern auch sehr schlank. Mit den Maßen von 46 x 34 x 12 cm bringt das Gerät rund 4,5 kg auf die Waage – inklusive Abdeckhaube, sofern man diese nutzt.

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Mitgeliefert, aber nicht zwingend erforderlich, die Abdeckhaube

Schlank wirkt das Gerät aber vor allem aufgrund seine flachen Körpers von gerade einmal rund 2,5 cm Höhe – etwas versetzt dahinter und versteckt wird das Gerät erst dicker durch die Wanne, in der Tonarm und Motor sitzen.

Der schwarze Plattenteller ist schnell installiert, der Riemen lässt sich ebenso mit schlanken Fingern schnell auf die Spindel bugsieren. Danach die Slipmat drauf und die Hälfte ist geschafft. Es folgt das Tonarmgewicht und das System, dazu später mehr.

Forum
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    Numitron  

    Um den preis kann man sich auch das original (pro ject) holen.
    Meiner war sogar noch etwas billiger.
    Aber jedem das seine. :-)

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      iggy_pop  AHU

      Ich wollte es gerade sagen, das Ding sieht aus wie ein Project — das Auge ißt bekanntlich mit, und ästhetisch gibt’s am Project nichts auszusetzen, außer, daß er unter’m Strich ein eingedampfter Sparplayer ist für Leute, denen es eher um Form als um Funktion geht. Wenigstens muß man dieses Gerät nicht mehr teilweise demontieren, um die Geschwindigkeit zu ändern… das kann man Fortschritt nennen. Muß man aber nicht.
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      Lieber einen gut erhaltenen Thorens TD 166 Mk. 2 oder TD 320, die sind auch heute noch ihr Geld wert. Der Hifi-Gebrauchtmarkt hat so viele Schätze zu bieten, da braucht es heute nicht noch mehr Müll von morgen.
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    Murano

    Immerhin bietet dieser Plattenspieler im Gegensatz zu so manchen anderen in der Szene etwas verächtlich als „Brettspieler“ bezeichneten Geräte eine Tourenumschaltmöglichkeit per Knopfdruck, das mühsame Umfummeln des Antriebsriemens fällt also weg. Und das verbaute Ortofon OM-System kann durch einen simplen Nadelwechsel ordentlich bis markant aufgewertet werden – so bietet die 40er-Nadel einen superscharfen Gyger-Nadelschliff, der wirklich jedes Details aus der Plattenrille herausholt. Ob der verbaute Tonarm mit einer solchen Nadel klarkommt, ist eine andere Frage.

    Gleichwohl sehe ich in diesem Gerät primär ein schickes Design-Stück für Leute, die alle ein bis zwei Monate vielleicht mal eine Platte hören möchten. Wer höhere Ambitionen hat, aber nicht mehr Geld ausgeben möchte/kann, ist etwa mit einem guterhaltenen alten SABA PSP350 für einen Hunderter und beispielsweise einem neuen Audio Technica VM95ML-Tonabnehmersystem (ganzer Diamant, Microline-Schliff) für rund 180.- besser bedient.

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    lightman  AHU

    Fürs normale Hören zu Hause benutze ich seit Urzeiten einen Dual 1225. Ich hatte auch mal den genialen 1229, der wurde mir aber leider aus unserem damaligen Studio gestohlen, den gleich daneben stehenden Minimoog meines Kumpels haben sie dagelassen… das soll einer verstehen.

    Der hier gezeigte Plattenspieler sieht ganz gut aus und scheint technisch alles Notwendige mitzubringen, der Preis hört sich auch brauchbar an. lch halte halt immer die Augen offen bezüglich neuer Geräte, falls mein 1225 mal die Grätsche macht, aber er läuft, und läuft, und läuft… 200 – 300 Euro ist genau meine Preisklasse, mehr ist für zu Hause m. E. nicht nötig, zumal wenn eine umfangreiche Sammlung alter Platten vorhanden ist, die meist schon so ausgeschabt sind, daß sich jenseits von 14kHz eh nix mehr tut.

    Ich mag Vinyl sehr, bin damit aufgewachsen und habe imer noch fast alle meine Platten (ca. 1000 Stück), aber wenns richtig Hifimäßig werden soll, kommt man mit den alten Scheiben nicht mehr weit. Nicht falsch verstehen, Platten sind prima, gerade dreht sich „Gisela“ von Pankow (Contempo), paßt irgendwie gut zum Sound des Dunstabzugs in der Küche… nur darf man sich vom Sound halt keine Wunder erwarten, egal was man auch an Technik auffährt, denn was nicht auf der Scheibe drauf ist, kriegt man auch nicht runter.

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      Bolle  RED

      Wogegen man häufig runter kriegt, was auf der Scheibe drauf ist…solange es sich um Staub handelt :)

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    iggy_pop  AHU

    Noch was zum Thema „Schwingende Haube“ — was für ein Bullshit. Die Haube fängt nur dann an, in Bewegung zu geraten, wenn bei der Aufstellung des Drehers grundlegend etwas falsch gemacht (oder schlimmer: gestümpert) wurde oder der Dreher (womöglich durch stümperhaften Umgang und Aufstellung) Schaden genommen hat. Sorgfältig konstruierte Plattenspieler werden ihren Motoren keine Unwucht mit auf den Weg geben, die das Chassis und alles, was daran hängt, mit in Unruhe versetzt. Mechanisch übertragene Geräusche und Laufunruhe kenne ich nur von reibradgetriebenen Rumpelkisten.
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    Wasserwaage und/oder Libelle sind unabdingbar, wenn man den Plattenspieler aufstellt. Tonarmlehre und Justagehilfen sollte man ebenfalls nicht außer Acht lassen.
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    Schwingender Deckel… hat man Worte?
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      Michael S.

      Lautsprecher daneben gestellt oder zu laut aufgedreht und schon fängt die Haube an zu pöbeln.
      So schnell wie einige Kommentatoren mit ihrem Sprachsatz.

      LG

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        iggy_pop  AHU

        Lautsprecher in direkter Nähe zum Laufwerk aufzustellen, fällt unter die Rubrik „Gestümper“.
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        Aber das wußtest Du bestimmt schon.
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