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Test: Renoise 3.5, Digital Audio Workstation

Starkes Update der Tracker-DAW

19. September 2025
renoise 3.5 tracker daw

Renoise 3.5, Digital Audio Workstation

Renoise, wir müssen uns bei dir entschuldigen. Seit fast 25 Jahren gibt es dich und wir haben dich sträflich vernachlässigt. Immer standest du im Schatten der anderen DAWs. Einige Absätze in unserer großen DAW-Übersicht zur Version 3.3 vor drei Jahren und eine kurze Leserstory zur Version 3.4 – das war es von unserer Seite auch schon. Nun aber ist Renoise 3.5 erschienen, die wir uns einmal genauer anschauen wollen. Und dabei, da es Nachholbedarf gibt, sowohl einen Blick zurückwerfen, aber auch ein paar Basics dieser DAW der anderen Art erklären, denn nicht jeder dürfte mit Renoise vertraut sein. Um dann schließlich, mit diesem Wissen bewaffnet, das Update auf die Version 3.5 besser verstehen zu können.

Kurz & knapp

  • Vertikaler Workflow: Renoise setzt auf einen ungewöhnlichen, aber effizienten Tracker-Ansatz, der Übersicht und Geschwindigkeit ermöglicht.
  • Leistungsfähiger Sampler: Der integrierte Sampler ist extrem flexibel und deutlich mächtiger als bei vielen anderen DAWs.
  • Neue Scripting Engine: Die experimentelle Phrase Scripting Engine erlaubt komplexe, generative Musikgestaltung per Lua-Code.
  • Ressourcenschonend & günstig: Trotz großer Funktionsvielfalt läuft Renoise auch auf schwacher Hardware und kostet nur 76 Euro.
  • Steile Lernkurve: Die Bedienung erfordert Einarbeitung, wird aber mit einer außergewöhnlichen und leistungsstarken DAW belohnt.

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Renoise Renoise 3.5

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Renoise – die etwas andere DAW

Renoise hat seine Wurzeln in den alten Amiga-Trackern (siehe auch „Renoise-Historie“). Genau wie die verwendet es einen vertikalen Workflow: Noten und Effekte werden (auch) mit der Tastatur in vertikale, nach unten scrollende Tabellen eingegeben.

Schauen wir uns zum besseren Verständnis dieses grundsätzlichen Prinzips mal die Basics an: Jeder Taste auf der Computertastatur ist eine Note zugeordnet. Das „Q“ beispielsweise ist das C4, das „I“ ist C5, und auch eine Oktavumschaltung gibt es. Aber natürlich ist auch ein Einspielen mit einem MIDI-Keyboard möglich, in manchen Fällen sogar sinnvoller (Stichwort: Aftertouch). Beides geht Step-by-Step oder live.

Renoise 3.5

Jede der „Columns“ eines Songs (Track-Spalten) besteht wiederum aus sechs unterschiedlichen Einzelspalten, die farblich gekennzeichnet sind:

  • Spalte 1 (weiß): Note mit Oktave plus Instrumentennummer (Beispiel: C-4 02)
  • Spalte 2 (gelb): Volume (00-80)
  • Spalte 3 (grün): Panning 00=links, 40=Center, 80=rechts
  • Spalte 4 (blau): Note-Delay (00-FF)
  • Spalte 5 (pink): Local FX (bezieht sich nur auf die Noten in dieser Spalte). Werden mehrere Effekte eingesetzt, gibt es entsprechend mehr „pinke“ Spalten.
  • Spalte 6 (orange): Master FX (bezieht sich auf den ganzen Track)

Renoise 3.5

Sämtliche Werte (bis auf die Noten) werden als Hexadezimalwert eingegeben, wie früher in den Amiga-Trackern auch. Das spart Platz, da damit nur zwei Stellen benötigt werden (Beispiel: FF=256). Das klingt erst einmal kompliziert, aber daran hat man sich erfahrungsgemäß schnell gewöhnt. Vor allem, wenn man – wie ich – mit Amiga-Trackern aufgewachsen ist.

Hat man den neuen Workflow erst einmal verinnerlicht, geht das teilweise sogar schneller von der Hand als bei herkömmlichen DAWs. Zudem ist es auch übersichtlicher, wenn ich Effektbefehle, Panning oder Lautstärke direkt neben der Note sehe, statt erst eine Automationskurve zu öffnen.

Ein Instrument in Renoise 3.5 kann ein oder mehrere Samples, Plug-ins (VST, AU) oder MIDI-Dateien enthalten. Der integrierte Sampler ist das Herzstück von Renoise und extrem leistungsfähig. Hier werden im (neuen) Phrase-Editor musikalische Phrasen angelegt, Samples in Keyzones verteilt und im Wellen-Editor bearbeitet (auch mit Slicing) oder Effektketten gebaut.

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Die „Modulation“ im Sampler entsteht durch das Einfügen von Devices in eine interaktive Kette, die eine Hüllkurve bildet, die wiederum die Bereiche Lautstärke, Panning und Tonhöhe (plus Cutoff/Resonance) eines Samples polyphon modulieren. Dabei können mehrere Modulationsgeräte (wie LFO, Velocity-Tracker oder Hüllkurve) seit der Version 3.0 kombiniert werden, was zu recht komplexen Klangverläufen führen kann. Da muss man sich dann erst einmal gründlich einarbeiten, aber das lohnt sich. Der Sampler von Renoise ist nicht mit den Samplern anderer DAWs vergleichbar, da flexibler und leistungsfähiger.

Apropos Leistung: Renoise ist trotz seiner Tiefe auf Effizienz getrimmt und sehr ressourcenschonend. So lassen sich zum Beispiel Plug-ins mit dem „Plugin-Grabber“ in Samples verwandeln, die dann weiterverarbeitet werden können. Auch Audio-Clips samt Effektketten können in neue Samples gerendert werden. Damit gibt es auch auf älteren oder schwächeren Systemen kaum Probleme.

Was hat Renoise, was andere DAWs auch haben? Nun, zum Beispiel einen Spectrum Analyzer, Parameter Automation, Multi-Channel I/O, einen Mixer, Send/ Group- und Master-Tracks, 26 mitgelieferte Effekte und Plug-in-Support.

Renoise 3.5

Renoise kann auch MIDI

Mit einem Keyboard oder Controller lassen sich Noten direkt in den Tracker einspielen. Praktisch jeder Parameter kann über einen MIDI-Controller gesteuert werden. Ebenso können MIDI-Daten an externe Klangerzeuger gesendet werden. MIDI-Out-CC-Befehle können ab Renoise 3.5 direkt in die Effektspalten der Patterns geschrieben werden. Bei all dem kann Renoise sowohl als Master als auch als Slave für die MIDI-Clock-Synchronisation eingesetzt werden. Trotz Tracker-Image ist das alles doch recht zeitgemäß und konkurrenzfähig.

Renoise 3.5: Systemanforderungen und Kosten

Renoise 3.5 läuft ab Windows 10 (64 Bit), ab macOS 11.0 und unter Linux (x84_64 (ab glibc 2.31) und arm64 (ab glibc 2.28). Dabei ist Renoise immer für einen gesamten Versionszyklus kostenlos. Wer also für die 2.5 bezahlt hat, bekommt die 3.5 noch kostenlos. Heißt in diesem Fall: 15 Jahre kostenlose Updates! Renoise kostet aktuell schlanke 76,- Euro, eine Demoversion kann hier heruntergeladen werden.

Renoise ist nicht als Plug-in, sondern „nur“ als eigenständige Software einsetzbar. Es gibt aber auch eine Plug-in-Version namens Redux, eine abgespeckte Version von Renoise. Das ist in der neuesten Version 1.4, die gleichzeitig mit Renoise 3.5 erschienen ist, auch im VST3-Format erhältlich.

Renoise 3.5

Die Renoise-Historie

Der damals 25-jährige Berliner Eduard Müller (aka „taktik“) und der 28-jährige Kroate Zvonko Tesic (aka „Phazze“) begannen Ende 2000 mit der Entwicklung von Renoise, weil es „keinen vernünftigen Tracker zum Arbeiten gab“, wie die beiden in einem Interview im August 2002 erklärten.

Cubase war da bereits bei der Version 5 angekommen, Logic bei 4.7. Müller und Tesic kamen aus der Amiga-Tracker-Szene (Tesic hatte zuvor auch schon ein Amiga-Game namens „Spherical Worlds“ entwickelt), und waren der Überzeugung, dass „man mit Cubase keine schnelle Melodie erstellen kann.“ Müller: „Ich möchte Cubase nicht verwenden, ich hasse Pianorollen.“ Und Tesic ging da noch weiter: “Ich hasse die Cubase-Oberfläche.“ Also musste ein PC-Programm im Stil von Protracker oder Fasttracker her (von denen es bereits auch teilweise fehlerhafte PC-Versionen gab), aber eben besser.

Die erste stabile Version von Renoise war dann im Frühjahr 2002 verfügbar. Nachfolgend die größeren (runden und halbrunden) Releases, damit ihr einen Eindruck bekommt, wie sich Renoise in den 25 Jahren entwickelt hat.

Version 1.5 wurde im März 2005 abgeschlossen. Unter anderem mit diesen Neuerungen:

  • Mac OSX-Version
  • Mehr Rendering-Optionen
  • Schnellere Audio-Engine
  • Neue Effekte (MixerEQ und mpReverb)
  • Unterstützung von multitimbralen VST-Instrumenten
  • Verbesserungen im Pattern-Sequencer und -editor

Die finale Version 2.0 erschien im Januar 2009. Mit Neuerungen wie diesen:

  • Unterstützung von Netbooks
  • Unterstützung von „fraction BPMs“ wie 112,45
  • Neue native DSP-Effekte: RingMod, Scream Filter
  • Latenzkompensation bei der Aufnahme
  • Channel – und polyphoner Aftertouch
  • Notenquantisierung und Echtzeitquantisierung bei der Aufnahme
  • Mac AU-Unterstützung
  • Plug-in Delay-Kompensation

Knapp ein Jahr später gab es bereits Version 2.5 (März 2010), unter anderem mit folgenden neuen Features:

  • Plug-in-Grabber (Rendern von Plug-in-Instrumenten in Renoise-Instrumente und Samples)
  • Signal Follower, um Parameter anderer Tracks sidechainen zu können
  • Verbessertes MIDI-Mapping
  • Neue interne Effekte
  • Pattern Matrix

Seit der Version 2.8 ist Renoise (auch) als 64 Bit-Version verfügbar. Die bis dato größten Neuerungen gab es aber in der Version 3.0, die im April 2014 erschien. Dazu gehörten unter anderem:

  • Komplett überarbeiteter Instrumenten-Editor mit modularen Sets (Kombination mehrerer Modulationsgeräte) statt simpler Hüllkurven
  • Neue DSP-Module (Doofer (sprich: Dufer, hat nichts mit doof zu tun), Convolver)
  • Instrumenten-Automation und Makros
  • Harmonische Skalen
  • Echtzeit-Quantisierung beim Einspielen

Seit dem Release der Version 3.0 gab es noch zahlreiche Zwischenversionen, mit einigen wichtigen Neuerungen.

  • Renoise 3.1 (Januar 2016) – Unterstützung für VST- und AU-MIDI-Generatoren
  • Renoise 3.2 (August 2019) – Native Time-Stretching im Sample-Editor
  • Renoise 3.3 (Januar 2021) – VST3-Unterstützung
  • Renoise 3.4 (März 2022) – Ableton Link, WASAPI-Audio (Windows)

Viele der alten Versionen gibt es heute noch als Download im Renoise-Archiv.

Die offiziellen Renoise-Demosongs für die einzelnen Versionen gibt es gesammelt in der Soundcloud.

Ein guter Einstieg in Renoise sind diese beiden YouTube-Videos:

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Neue Funktionen in Renoise 3.5

Renoise 3.5 ist am 25. Juli 2025 erschienen. Zum Zeitpunkt des Tests (August 2025) ist die Version 3.52 aktuell, wobei die Versionen 3.51 und 3.52 lediglich kleinere Bugfixes beinhalten. Ihr seht aber: Renoise wird ständig verbessert.

Werfen wir mal einen Blick auf die wichtigsten Neuerungen der Version 3.5.

Renoise 3.5

Die Phrase Scripting Engine

Phrase Scripting Engine

Mit der Version 2.6 wurde die Renoise Scripting API mit der Skriptsprache Lua eingeführt, um interne Abläufe von Renoise zu automatisieren. Renoise 3.5 hat nun ein neues, noch experimentelles Echtzeit-Phrase-Scripting-System bekommen, das die programmgesteuerte Erstellung oder Live-Codierung von Musikphrasen mit Lua ermöglicht, die Phrase Scripting Engine.

Dafür wurde auch Lua 5.1 durch LuaJIT ersetzt, um die diesbezügliche Leistung (und auch in Renoise Tools und Formula Device) zu verbessern. Was dann gleichzeitig auch der Community die Möglichkeit gibt, noch leistungsfähigere Tools und Erweiterungen für Renoise zu entwickeln. Gesammelt werden die unter anderem hier.

Die Skripte für die Phrasen werden in einer Art Programmiersprache erstellt und dann sogleich automatisch generiert und in einem zweiten Fenster übersetzt. Damit kann ich Melodien, Harmonien oder Rhythmen nach definierten Regeln (auch mit Zufallsfaktoren) erstellen, was auch/besonders für generative, sich ständig ändernde Musik ideal ist. Durch den Live-Aspekt lassen sich aber z. B. auch Drum-Patterns, basierend auf Controller-Eingaben, anpassen oder einen Basslauf passend zur Akkordfolge generieren. Die Möglichkeiten sind da schier unerschöpflich.

Das erstellte Skript lässt sich anschließend rendern und auf die Phrasenbearbeitung im Tracker-Stil übertragen. Diese Muster-Phrasen können gespeichert und live aufgerufen oder auch im Keymap-Modus über die Tastatur verteilt werden. Auch eine Steuerung der Phrasen über eine Live-Performance ist also möglich. Mit Hilfe von Makros lassen sich Phrasenänderungen während der Wiedergabe ebenfalls  automatisieren. Wer sich (anfangs zu Recht) überfordert fühlt, lädt zu Beginn eines der Presets, spielt damit ein wenig herum und lernt daran. Das hört sich alles komplizierter an, als es ist. Etwas Einarbeitungszeit muss man aber schon einplanen.

Renoise 3.5

Splitter Effect Device

Mit dem Splitter Effect Device kann in Renoise 3.5 ein Ton in zwei Subsignale mit jeweils eigenen Effektketten aufgeteilt werden. Die beiden Sub-Signale können entweder zwei identische Kopien sein, aber auch eine Mid/Side-Trennung und eine Trennung nach Frequenzen (High/Low) ist möglich. Dabei lassen sich die Frequenzparameter auch automatisieren. Der Splitter Device ist eigentlich ein erweiterter Doofer (Doofer ermöglichen die Bündelung komplexer Effektketten in einem einzigen Gerät und bieten über Makros einfachen Zugriff)

Renoise 3.5

Ableton Start/Stop

Erweiterter Ableton Link – Support in Renoise 3.5

Die Version 3.5 ermöglicht die Start/Stopp-Synchronisierung mit Ableton Link, nachdem der Ableton-Link-Support bereits in der letzten Renoise-Version eingebaut worden war. Das verbessert die Interoperabilität mit anderen Geräten und anderer Software. Weggefallen ist dafür allerdings der ReWire-Support. Das ist aber zu verschmerzen, da es ja kaum noch ReWire-kompatible DAWs gibt.

Phrase MIDI & Multi-Timbral Plug-ins

Bei Verwendung von Plug-ins oder MIDI können die Noten im Phrase-Editor an einen bestimmten MIDI-Kanal gesendet werden, was besonders bei multitimbralen Plug-ins von Bedeutung ist. MIDI-Out-CC-Befehle können ab der Renoise 3.5 direkt in die Effektspalten der Patterns geschrieben werden. Damit lässt sich auch die Programmierung von Cutoffs, Filterresonanzen und anderen Parametern direkt im Tracker vornehmen – ideal für Hybrid-Setups.

Renoise 3.5

Der Mixer

Und außerdem:

  • EQ-Effekte können jetzt auch nur auf die Mid- oder Side-Channels angewendet werden
  • Notepad für Effekte, um bei komplexen Effektketten später noch zu wissen, was man da eigentlich gemacht hat
  • Native Unterstützung für MTS-ESP- und Scala-Tuning, inklusive Speicherung in Songs/Instruments
  • Multi-CPU Performance Optimierungen
  • Neuer Factory-Inhalt (neue Instrumente, Samples, Doofer, Splitter und DSP-Effektvoreinstellungen)
  • Verbesserungen der Benutzeroberfläche
  • Anpassbare Instrumentenliste mit Noten- und Sample-Wiedergabevorschau
  • Ausblendbarer Disk-Browser
  • Einstellbare Messgrößen, RMS- und Spitzenpegelanzeige im Mixer
  • MIDI-gesteuerte Makros (über CC#70/77)

Interessant für Redux-Nutzer, dessen Version 1.4 zusammen mit Renoise 3.5 erschienen war: Redux gibt es nun auch im VST3-Format und es hat eine MIDI-Out-Funktion zur Steuerung anderer Instrumente erhalten.

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Fazit

Mit Renoise 3.5 liefern die Entwickler das mit Abstand umfangreichste und wichtigste Update der letzten Jahre. Allein die neue Scripting Engine erweitert die Möglichkeiten massiv. Aber auch das Splitter Device, die erweiterten MIDI-Optionen und die vielen anderen Optimierungen und Verbesserungen machen das Update zu einer Pflichtinstallation. Und zu einer preiswerten noch dazu, denn selbst, wenn man nach vielen Jahren nun doch wieder zur Kasse gebeten werden sollte, sind 76,- Euro im Vergleich zur Konkurrenz geradezu ein Taschengeldtarif. Und angesichts dessen, was da alles in dieser DAW steckt, kaum zu glauben.

Viel investieren muss man aber trotzdem – und zwar Zeit zu Beginn, wenn man mit Renoise noch nicht vertraut ist. Denn die Lernkurve ist anfangs schon extrem steil. Wer sich davon nicht entmutigen lässt, bekommt mit Renoise 3.5 eine mächtige DAW der etwas anderen Art, die wohl auch weiterhin zu Unrecht in einer Nische beheimatet sein wird.

Plus

  • extrem vielseitig
  • mächtige Phase Script Engine
  • erweiterter Ableton Link-Support
  • MIDI-CC jetzt direkt in der Effektspalte
  • Splitter Effect Device zur Aufteilung eines Tonsignals
  • schnelles und intuitives Arbeiten (wenn man das Tracker-Interface erst einmal verinnerlicht hat)
  • Preis/Leistung
  • geringe CPU-Last, läuft problemlos auch auf kleinen Systemen

Minus

  • steile Lernkurve schreckt anfangs etwas ab

Preis

  • 76,- Euro (Update kostenlos für Alt-User ab 2.5)
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Über den Autor
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m.steinwachs RED

In jungen Jahren noch Keyboarder in diversen Bands von Punk bis Funk, schwenkte ich Anfang der 1990er Jahre auf die Komposition und Produktion von Musik/FX für Videogames um (das war lukrativer) und war dabei zwischen 1990 und 2008 an über 50 Games beteiligt (Thalion, Psygnosis, Blue Byte u.a. - https://www.gamecheck.guru/musik). Augenblicklich arbeite ich in meinem Studio an einem Remake meiner alten Thalion-Tracks (https://soundcloud.com/audiotexturat/sets/work-in-progress). Nebenher damals ...

Forum
  1. Profilbild
    Flowwater AHU

    »Renoise« habe ich mir 2018 als erstes gekauft, als klar war, dass ich mich nun doch endlich mal intensiv mit Musik beschäftigen möchte. Das »Tracker«-Prinzip hat mich nicht abgeschreckt … im Gegenteil: Ich finde das sogar sehr sympathisch. Erster Eindruck nach ein paar Tagen herum basteln:

    — UNGLAUBLICH vielseitig (genau wie im Artikel beschrieben)

    … wobei eben auch ohne Probleme VSTs genutzt werden können. Somit wurde mein Hauptkritikpunkt gegen Tracker hinfällig.

    Dann war für mich aber doch schnell klar: Ja, patternorientierte Musik ist zwar so grob meine Richtung (Ambient, Dub-Ambient) … aber eben nicht so ganz. Ich habe dann doch die Piano-Roll vermisst (mir damals schon bekannt von einer uralten Cubase-Version). Es ist halt doch schön, wenn man so mal 200 Takte eines Patterns laufen lassen und darüber dann auf einer endlosen Spur improvisieren kann. Deswegen ist es dann doch »Reaper« geworden.

    Was ich heute noch in »Renoise« nutze: Den eingebauten Sample-Editor, und zwar für »Single Cycle Waveforms«. Hab‘ immer noch viel Spaß damit (auch wenn’s nur ein Bruchteil der Möglichkeiten von »Renoise« ist).

  2. Profilbild
    Tai AHU

    Von dem Programm habe ich noch nie gehört. Und das, obwohl ich um 90 rum alle vier für Musik relevanten Computer und Betriebssysteme besessen hatte. Aber meine Sozialisation lief über Atari und Mac. Den Amiga mochte ich nie (auch C-64 war nicht meins) und die Tracker habe ich immer nur erstaunt von der Seite angesehen. Aber das ist ja schön, dass es mehrere Vorgehensweisen beim Musik machen gibt.

  3. Profilbild
    Numitron AHU

    mein Bruder hat vor 30 Jahren mit trackern angefangen.
    hauptsächlich fast tracker 2.
    er hat sogar Preise gewonnen.
    war aber nicht mein Fall.
    war riesen cubasefan.
    von Opi gab’s 1998 seine 2 ataris (1040STF und mega ST)
    Hab sogar eine originale cubase und Logic Version mit dongle.
    wollte ich eh Mal wieder testen.
    und renoise auch.
    super für oldschool Jungle.
    und rennt auf Linux! 😉

  4. Profilbild
    Dayflight

    Ich kannte Renoise bis dato auch nicht und habe Tracker bisher vermieden. Meine Frage ist, ist Renoise besser/flexibler als z.B. der M8 Tracker (Hardware)?

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