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Test: Reverend Vernon Reid Totem E-Gitarre

Kunstwerk mit Klangcharakter

22. Juli 2025

Reverend Vernon Reid Totem Aufmacher

Mit der Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp präsentiert Reverend Guitars ein Signature-Modell für einen Gitarristen, der seit den späten 1980ern als stilprägende Ausnahmeerscheinung gilt: Vernon Reid.

Bewertung

Reverend Guitars Vernon Reid Totem Mystery Tramp

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Kurz & knapp

Was ist es? Eine auffällige Signature-Gitarre für Vernon Reid mit individueller Optik, hochwertiger Ausstattung und vielseitiger Klangregelung.

  • Einzigartiges Design: Auffällige Optik mit grafischem Artwork von Vernon Reid selbst – ein echter Hingucker.
  • Vielseitiger Klang: Drei spezielle Railhammer-Pickups und Bass-Contour-Regler sorgen für flexible Sounds von Funk bis Metal.
  • Hochwertige Hardware: Stimmstabiles Floyd Rose 1000 Pro und Pin-Lock-Mechaniken ermöglichen extremes Vibrato und schnellen Saitenwechsel.
  • Gute Bespielbarkeit: Komfortabler Hals mit Soft-V-Profil, sauberer Verarbeitung und moderner Ergonomie.
  • Kleine Schwächen: Leichte Kopflastigkeit beim Sitzen und kein Case im Lieferumfang trotz Premium-Anspruch.

Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp

Als Mitbegründer der New Yorker Band Living Colour war und ist er bekannt für seine explosive Fusion aus Funk, Metal, Jazz und Avantgarde-Rock. Bereits das 1988er-Debütalbum Vivid – getragen von der Single Cult of Personality – machte deutlich, dass sich hier ein Musiker abseits aller Genre-Konventionen ausdrückt. Seine Spielweise: blitzschnell, komplex, rhythmisch, messerscharf – und dennoch immer irgendwie sehr „groovy“.

Reid, geboren 1958 in London und aufgewachsen in Brooklyn, ist nicht nur Gitarrist, sondern auch Produzent, Komponist, Improvisator und Ideengeber in zahlreichen musikalischen Projekten. Sein Ansatz ist kompromisslos künstlerisch – und genau das spiegelt sich auch in seiner Signature-Gitarre wider. Die Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp verbindet eine außergewöhnliche Optik mit funktionalem Design, einer vielseitigen Elektronik und solider Hardware-Ausstattung. Sozusagen eine Gitarre, die genau wie ihr Namensgeber keine Angst vor Extremen hat. Im folgenden Review werden wir herausfinden, ob das Instrument nicht nur edel ausschaut, sondern auch unter der Haube Besonderes bietet.

Alternatives Design: Die Reverend Vernon Reid Totem Talisman:

Facts & Features

Die Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp ist eine Signature-Gitarre, die in mehreren Punkten vom typischen Serienmodell abweicht. Basis ist ein Korpus aus Korina, einem Tonholz, das aufgrund seiner gleichmäßigen Struktur seit jeher in Boutique-Kreisen geschätzt wird, in Serienfertigung aber nicht ganz so oft anzutreffen ist. Auch der Hals besteht aus Korina und ist geschraubt, was für eine klassische Verbindung sorgt. Die Halstasche ist passgenau gefräst, die Übergänge sind sauber verarbeitet. Das Griffbrett besteht aus Ebenholz und trägt 22 Medium-Jumbo-Bünde sowie sogenannte „American Hobo“-Inlays, die durch ihre grafische Gestaltung eine echte Augenweide darstellen.

Der Hals kommt mit einem „Soft V“-Profil, das in Richtung Griffbrettkante etwas fülliger wirkt, ohne zu wuchtig zu sein. Der Griffbrettradius beträgt 12″ (305 mm), die Mensur 24,75″ (629 mm), also klassisch an Gibson orientiert. Die Sattelbreite liegt bei 43 mm, verwendet wird ein sogenannter „Boneite“-Sattel – ein synthetisches Material mit ähnlichen Eigenschaften wie Knochen. Die Bünde sind ab Werk sorgfältig eingesetzt und abgerichtet, das Griffbrett zeigt eine saubere Einpassung ohne sichtbare Klebereste. Die Lackierung des Halses geht glatt in den Korpus über, die Halsrückseite ist seidenmatt und damit wunderbar „griffig“.

Optisches Hauptmerkmal der Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp ist ohne Zweifel die auffällig gestaltete Decke mit ihrem grafischen Artwork, das von Vernon Reid selbst erstellt wurde. Die farblich abgestimmte Lackierung zieht sich über Kopfplatte und Rückseite, wobei Kantenübergänge klar und gleichmäßig erscheinen. Die Chrom-Hardware ist funktional gehalten, inklusive Floyd Rose 1000 Pro Vibratosystem und hauseigener Reverend Pin-Lock Mechaniken. Das Vibrato ist rückseitig versenkt und mit zwei Federn vormontiert und das Beste: Es hält die Stimmung perfekt, selbst bei brutalsten Dive-Bombs ist keinerlei Verstimmung zu bemerken bzw. zu erwarten.

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Die Klemmmechaniken ermöglichen dazu ein schnelles Wechseln der Saiten, da logischerweise keine Wicklungen erforderlich sind, die Drähte werden direkt durchgesteckt und durch Festdrehen sicher fixiert. Die Gitarre wird ab Werk mit einem .010–.046-Satz ausgeliefert. Ein Gigbag oder Case ist nicht mit dabei, was man bei diesem Preis schon auch hätte erwarten können.

Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp Tuner

Klemmmechaniken aus eigener Fertigung

Vernon Reid Signature Pickups

Im klanglichen Zentrum der Reverend Vernon Reid Totem stehen drei Railhammer Signature-Pickups. Die Besonderheit dieser Konstruktion liegt in der Mischung aus Klingen und Einzelmagneten: Während die Basssaiten über durchgehende Rails geführt werden, nutzen die Diskantsaiten jeweils Einzelpole. Ziel ist ein differenzierter Klang mit gleichmäßigem Output bei tiefen Tönen und klarer Ansprache bei hohen Frequenzen. Zusätzlich stechen die Tonabnehmer auch optisch hervor: Ihr grafisches Artwork greift Motive des Korpusdesigns auf und unterstreicht damit den individuellen Charakter der Gitarre.

Die Schaltung wird über einen klassischen 5-Wege-Schalter verwaltet, dazu kommen Volume- und Tone-Regler sowie ein Bass-Contour-Regler. Letzterer arbeitet wie ein passives Tiefenfilter, das durch das Zurücknehmen des Reglers den Bassbereich ausdünnt. Damit verändert sich der Grundcharakter in Richtung Singlecoil, ohne dass der Output dabei drastisch sinkt.

Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp Decke

Stimmiges Design bis in die letzte Bundmarkierung

Mit ihren speziellen Tonabnehmern, der ungewöhnlichen Holzkombination und der auffälligen Optik positioniert sich die Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp als durchdachtes Signature-Modell, das sich optisch wie konstruktiv vom Mainstream abhebt. Alle Bauteile, Komponenten und Verarbeitungselemente wirken durchdacht kombiniert – ohne übertriebenes Custom-Branding oder künstliche Alterung. Dann wollen wir doch mal sehen bzw. hören, wie sich die Hübsche in der Praxis schlägt!

Die Totem Mystery Tramp im Praxis-Check

Bereits beim ersten Anspielen fällt die Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp durch ihre komfortable Bespielbarkeit auf. Der geschraubte Hals mit seinem „Soft V“-Profil liegt angenehm in der Hand, ohne aufdringlich zu wirken. In Kombination mit dem Ebenholzgriffbrett und dem 12“-Radius ergibt sich ein moderner Spielkomfort, der sowohl Akkordspiel als auch Sololinien sehr gut unterstützt. Die Saitenlage ab Werk ist gut eingestellt, es besteht kein unmittelbarer Anpassungsbedarf. Wer es jedoch besonders flach mag, kann hier noch nachjustieren, ohne Schnarren oder ähnliche Artefakte hinnehmen zu müssen.

Das Floyd Rose 1000 Pro Vibrato zeigt sich im Test erfreulich stimmstabil. Selbst bei ausgiebigem Gebrauch mit Dive-Bombs bleibt die Stimmung zuverlässig konstant, ich erwähnte es bereits weiter vorn. Die Pin-Lock-Mechaniken tragen zusätzlich zur soliden Stimmstabilität bei und ermöglichen zudem einen schnellen Saitenwechsel. Das Problem ist lediglich ihr erhöhtes Gewicht im Vergleich zu konventionellen Tunern, was dem Instrument eine leichte, aber dennoch spürbare Kopflastigkeit beschert.

Vernon Reid Totem Mystery Tramp Vibrato

Stimmstabil: Vernon Reid Totem Mystery Tramp Floyd Rose 1000 Pro Vibrato

Trocken angespielt zeigt das Instrument bereits ein gutes Schwingungsverhalten mit präsenten Mitten und einem ausgewogenen Sustain. Am Verstärker offenbart sich dann das volle Potenzial der drei Railhammer Vernon Reid Signature-Tonabnehmer: Die Pickups liefern druckvolle, offene Sounds mit straffer Basswiedergabe, klaren Höhen und definierten Mitten. Der typische Railhammer-Charakter mit präzisem, straffem Bassbereich und den artikulierten Höhen ist dabei klar erkennbar.

Der 5-Wege-Schalter eröffnet eine erstaunliche Klangvielfalt, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Zwischen funky Clean-Sounds und kompakten Crunch- oder High-Gain-Sounds ist vieles möglich, je nach Einstellung der Klangregelung und des Bass-Contour-Reglers, der sich als praktisches Werkzeug zur schnellen Anpassung des Grundcharakters erweist. Von fett bis schlank lässt sich der Sound so in wenigen Sekunden verändern, ohne gleich zum Amp greifen zu müssen.

Auch Billy Corgan hat seine eigene Signature-Gitarre von Reverend Guitars:

Trotz aller Vielseitigkeit bleibt die Gitarre tonal eindeutig positioniert: Sie eignet sich hervorragend für Rock, Fusion, Funk, Metal oder alles dazwischen. Also genau die musikalischen Gefilde, in denen Vernon Reid selbst unterwegs ist. Wer eine klassische Strat oder eine dezente Les Paul sucht, ist hier sicher nicht richtig. Wer jedoch ein ausdrucksstarkes Instrument mit eigener Handschrift sucht, bekommt hier ein Werkzeug, das sowohl klanglich als auch optisch auffällt.

Einziges auffälliges Manko ist wie bereits erwähnt die leichte Kopflastigkeit im Sitzen. Ein Effekt, der durch einen breiten Gurt beim Spielen im Stehen allerdings kaum noch auffällt. Der relativ geringe Korpuswiderstand auf dem Oberschenkel trägt hier ebenfalls dazu bei. In der Summe ist die Vernon Reid Totem Mystery Tramp aber eine Gitarre, die trotz Signature-Charakter keine reine Sammlerausgabe ist, sondern in der Praxis absolut überzeugt!

Reverend Vernon Reid Mystery Tramp Full

Auffällige Optik trifft durchdachte Features: Die Reverend Vernon Reid Mystery Tramp

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich die Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp mit meinem Referenz-Setup, einem Orange Micro Dark und einer daran angeschlossenen 1 × 12″ Celestion Vintage 30 Box, verwendet. Aufgenommen wurden die Tracks mit einem AKG C3000 Mikrofon in Logic ohne weitere Effekte.

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Klangbeispiele
Fazit

Die Reverend Vernon Reid Totem Mystery Tramp ist ein auffälliges Signature-Modell mit durchdachter Ausstattung und praxisnaher Klangvielfalt. Hochwertige Hardware, ungewöhnliche, aber ergonomische Optik und flexible Elektronik machen sie zu einer interessanten Wahl abseits des Mainstreams. Sie spielt sich leicht, klingt druckvoll und vielseitig – bleibt dabei aber stets kontrollierbar. Kein Instrument für Traditionalisten, wohl aber für alle, die Klang und Design mit Persönlichkeit suchen. Wer sich traut, wird belohnt!

Plus

  • flexibler Sound
  • stimmstabiles Vibratosystem
  • sehr gute Verarbeitung
  • Design/Artwork

Minus

  • kein Koffer/Gigbag im Lieferumfang

Preis

  • 1.999,- Euro
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Über den Autor
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Stephan Güte RED

Seit den frühen 80ern an den Drähten, die die Welt bedeuten. Musikalisches Mädchen für alles, sei es nun das Produzieren im Studio oder für Engagements als Bühnenmusiker. Seit 2004 im Team von Amazona.

Klangbeispiele
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  1. Profilbild
    OscSync AHU

    Danke für den Bericht! Vernon Reid hat meinen Blick auf die Gitarre so stark geprägt wie kaum jemand anderes. Seine Signature-Partner wechseln alle paar Jahre, ESP => Hamer => Brian Moore => Parker => PRS => Reverend, und trotzdem klingt er immer typisch Vernon. Solange ein FR dran ist und irgendein moderner High Gain-Amp oder eine Simulation dessen folgt, wird er nach sich selbst klingen können. Vernon wird hauptsächlich mit Mesa Boogie und da vor allem dem Rectifier assoziiert, aber soweit ich das live beobachten konnte, nutzt er die Amps live eh nur als Poweramp, und der Sound kommt aus seiner Armada an Pedalen und/oder dem Macbook. Ich glaube das alte Roland VG war lange der Kern seines Setups. Anyway, danke für den Bericht. Wollte hautsächlich etwas dazu schreiben, damit ein Beitrag über VR nicht unkommentiert vorbeizieht…. 🙂

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