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Test: RME Fireface UFX

Des Weiteren finden wir zwei MIDI I/Os, einen BNC Wordclock I/O mit schaltbarer Terminierung, einen symmetrischen XLR AES/EBU I/O sowie zwei ADAT I/Os.

An die mit „Remote“ betitelte 9-polige Mini-DIN Armatur kann man eine optionale Fernbedienung zur Steuerung der Abhörmonitore anschließen. Leider ist diese nur relativ rudimentär ausgeführt und lässt dedizierte Taster für Dim, Mute und Mono vermissen, die im Studioarbeitsalltag eigentlich durchweg sinnvoll sind.

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Die wohl hardwareseitig optisch auffälligste Neuerung sind das kleine Farbdisplay auf der Front und die insgesamt neuen und stark erweiterten Bedienungsfunktionen am Gerät.

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USB Memory

Die frontseitige USB-Buchse ist in der Lage, USB-Speichermedien aufzunehmen und dort direkt wie ein Mehrspurrecorder Audiosignale aufzuzeichnen.

Vor allem aber hat der DSP-Mischer eine gehörige Frischzellenkur erhalten. Man hat es im Fireface UFX nunmehr mit einem kompletten Mischpult inklusive Effektprozessor zu tun. Während die bisherigen RME-Mischer nur Pegel und Routings beherrschten, sind nun Equalizer, Kompressoren und Hall oder Delay hinzugekommen. Im Zusammenhang mit dem Low-Latency Design erhält man ein autarkes Mischpult mit sehr geringer Signallaufzeit, visualisiert und steuerbar über die RME Software TotalMix FX. Fehlt eigentlich nur noch die passende Hardware-Bedienoberfläche …
Wie man die DSP-Funktionen einsetzt, bleibt der Phantasie des Anwenders überlassen. Der erste Gedanke wäre der Einsatz als quasi latenzfreier Monitormischer bei Aufnahmen. Da für jeden der Ausgänge eine andere Mischung der Eingänge möglich ist, wäre dies auch bei mehreren Musikern im Studio kein Problem. Eine Endabmischung an sich würde im Studio jedoch sicher innerhalb der DAW erfolgen.
Bei kleineren Live-Setups könnte man das Fireface UFX jedoch im Verbund mit einer Mackie-Control auch als komplettes und platzsparendes Mischpult und Aufnahmegerät einsetzen.

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Abtastraten

Das Fireface UFX unterstützt die gängigen Abtastraten von 44,1 kHz bis 192 kHz. Je höher die gewählte Abtastrate ist, desto mehr müssen die Ressourcen des UFX verteilt werden und entsprechend weniger Kanal- und DSP-Funktionalität stehen zur Verfügung.

Praxis

Die Installation des Fireface UFX verläuft auf unserem Core2Duo mit 2,1 GHz absolut problemlos. Als Host verwenden wir Cubase 5 x32 auf einem 64 Bit Windows 7.
Bei Aktivierung aller Kanäle erzeugt das Fireface UFX per Firewire 2 Balken an ASIO-Last, unter Cubase 5 und per USB-Anbindung 3 Balken bei einer Latenz von 128 Samples. Die minimal erreichbare Latenz auf diesem System ist 64 Samples.
Bei einem Projekt mit 28 Audiospuren, EQs, Dynamics und zwei Faltungshall Plug-ins ist bei 512 Samples Latenz per USB-Anbindung die minimale Einstellung erreicht. Unter Firewire konnten wir 256 Samples ohne Aussetzer erreichen.
Der Performance Unterschied zwischen USB und Firewire scheint also auf unserem System eindeutig zugunsten von Firewire zu verlaufen.

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Die Qualität der Equalizer und Kompressoren ist auf hohem Niveau angesiedelt und klanglich von der neutralen Fraktion, so wie man es von einem modernen universellen Mischpult erwartet. Der Hall-Effekt klingt sehr ordentlich und kann gut eingesetzt werden, natürlich ohne einen guten Studiohall obsolet werden zu lassen.

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Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    „Wie unsere Tests gezeigt haben, ist je nach Güte des Treibers auf modernen Dualcore Rechnern (nicht Atom) die Performance von Firewire und USB 2.0 Audio nahezu gleichwertig.“

    Nach meiner persönlichen Erfahrung, und nach mir zugetragenen Berichten, ist das anders. USB steht weit hinter Firewire: In der Stabilität und in der Übertragungsrate/Latenz. Allerdings beziehen sich alle Erfahrungen/Berichte auf Apple Computer (DualCore und PowerPC).

    Bin ich der Einzige hier, der das so sieht? Oder liegt das am Mac?

  2. Profilbild
    ambee

    @polyaural: Ich vermute das liegt an den Unterschieden der beiden Bussysteme. Firewire schreibt direkt in den Speicher. Über USB muss jedes Paket einzeln verarbeitet werden, sprich es entsteht Prozessorlast. Im vorliegenden Test konnte mit Firewire gegenüber USB ja die Latenz um die Hälfte reduziert werden.

    empfehlen kann ich zu diesem Thema die Ausgabe 154 des Chaos Radio Express vom 11.05.2010

  3. Profilbild
    a.e.neumann  

    Danke für den ausführlichen test.
    Kleine korrekturen:
    „Die vom Fireface bekannte Firewire 800 Schnittstelle musste weichen. Da die Firewire Schnittstelle im Gegensatz zu USB 2.0 aber generell nicht mehr so weit verbreitet ist, wird sich zeigen, ob sich neue Schnittstellen wie Thunderbolt (abwärtskompatibel zu Firewire) etablieren können.“

    Das ist natürlich quatsch: jeder aktuelle Mac, ausser dem Air und dem weissen plastic-MacBook, verfügt über Firewire, die neuesten Modell zusätzlich auch über Thunderbolt.

    Mit der „gewichenen“ FW 800 meinen Sie zweifellos nur das FireFace 800. Das FF 400 hat, wie der name besagt, „nur“ FW 400, und das reicht für die bandbreite völlig aus. Wie auch beim UFX. Womit ein hinweis an die vielen Mac-user, die auf ein UFX upgraden möchten, angebracht wäre: neuere Macs sind zumeist mit FW 800 ports versehen, es wird daher ein FW800-FW400 (9pin-6pin) kabel benötigt.

    Ausserdem lohnt es sich, die zahlreichen kommentare der RME-leute auf dem RME-forum zum thema Firewire/USB zu lesen: daraus wird klar ersichtlich, weshalb sie ihre eigene FW-architektur entwickelt und mit USB so lange zugewartet haben.
    Was Sie mit Ihrem test auch faktisch bestätigen:
    „Bei einem Projekt mit 28 Audiospuren, EQs, Dynamics und zwei Faltungshall Plug-ins ist bei 512 Samples Latenz per USB-Anbindung die minimale Einstellung erreicht. Unter Firewire konnten wir 256 Samples ohne Aussetzer erreichen.
    Der Performance Unterschied zwischen USB und Firewire scheint also auf unserem System eindeutig zugunsten von Firewire zu verlaufen.“
    Das kann ich nur bestätigen.

    • Profilbild
      t.walter  AHU

      Dass die Firewire-Schnittstelle nicht mehr so verbreitet ist wie früher ist keinesfalls „Quatsch“. Während vor ein paar Jahren noch jeder PC standardmäßig damit ausgestattet war, muss man heute richtig suchen.

      • Profilbild
        a.e.neumann  

        Die zahlen der Firewire-dachorganisation „1394 Trade Association“ für das peak-jahr 2008 belegen:
        10% der verkauften desktop PCs waren mit Firewire ausgerüstet (ca. 11 millionen in absoluten zahlen). Im selben jahr 2008 verkaufte Apple 9.5 millionen Macs, davon waren mehr als 90% mit Firewire versehen.
        Factum: Firewire war (und bleibt vorerst) auf dem Mac eine selbstverständlichkeit. PCs waren dagegen zu keinem zeitunkt mehrheitlich damit ausgerüstet; in den meisten fällen war und ist Firewire eine CTO-option, zumindest für desktops — die meisten Wintel-laptops hatten und haben nicht einmal die FW-CTO-option. Damit ist belegt: FW war in der PC-welt immer leider ein aussenseiter, wird es nur noch mehr, ausser man wählt und konfiguriert bewusst. Mac-seitig ist das gegenteil der fall.

  4. Profilbild
    Yello

    Die Motu 828 mk3 und 896 mk3 Haben nicht nur ein Reverb sondern auch noch einen Channel Strip auf jedem Eingang. Dies wurde ein bisschen unterschlagen.

  5. Profilbild
    tubeheat  

    Ein paar Jahre später ;) Wenn ich auf meinem System Ein- und Ausgangslatenzen (die Round Trip Time, die zB Cubase Pro 8.5 anzeigt) vergleiche, dann gibt es zwischen USB und Firewire nur sehr geringe Unterschiede. Dabei kommen die RTT Zeiten von UFX via USB/Fw sehr nahe an die Werte einer PCIe Karte (RME RayDAT). Die Vorteile in der Verwendung einer PCIe Karte liegen noch darin, dass der Treiber effizienter bzw CPU schonender ist im Vergleich zu USB. Ich betreibe momentan das UFX als Preamp an einer RayDAT. Das ist auch eine sehr schöne Kombination. Nachzulesen in diesem Artikel hier: http://www.....53be105b62

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