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Test: Rode NT2000 – NT1A – K2

10. Juli 2006

Test: Rode Mikros

In einem Tonstudio sind neben einer guten Raumakustik, guten Aktivmonitoren, guten Wandlern und Vorverstärkern vor allem die Mikrofone von essentieller Bedeutung für eine gute Aufnahme.

Der australische Hersteller Rode ist seit langem für gute und günstige Mikrofone bekannt, die sich durch eine höhere Qualität auszeichnen als die Mikros vom Musik-Discounter. In unserem Test haben wir die drei Mikrofone Rode NT2000, NT1A und das K2 unter die Lupe und vor allem vor den Sänger genommen.

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NT1A
Das NT1A ist mit rund 200 Euro eines der günstigeren Rode Mikrofone. Es ist mit einer 1? Großmembran ausgestattet und wird mit einer elastischen Halterung und Leder-Tasche in einem Karton ausgeliefert. Die Charakteristik ist fest als Niere ausgelegt und einen Pegelabschwächer oder ein Hochpassfilter sucht man vergeblich. Für diesen Preis gehen die eingeschränkten Features aber voll in Ordnung. Ehrlich gesagt ist es mir auch lieber, wenn man in einem günstigen Mikrofon nicht zu viele elektronische Elemente im Signalpfad hat. Denn diese wären dann ebenfalls günstig und würden den Klang sicher nicht verbessern.

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Trotz des günstigen Preises ist das NT1A erstklassig verarbeitet. Klanglich kann es ebenfalls sehr gute Resultate liefern und ist deshalb vor allem für gehobenes Homerecording ein Mikrofon erster Wahl !! Der Frequenzgang ist z.B. weniger markant als der eines AKG C3000b, wodurch das NT1A flexibel einsetzbar ist. In punkto Rauschen und Höhenauflösung kann das NT1A aber schon aufgrund des günstigen Preises nicht mit seinen größeren Brüdern mithalten.

NT2000
Ganz anders sieht es mit dem 450 Euro teureren NT2000 aus. Hier können die Euros besser verteilt werden. So bietet das NT2000 gleich drei stufenlos einstellbare Parameter an. Dank Doppelmenbran-Technik kann hier die Richtcharakteristik nämlich stufenlos zwischen Kugel, Niere und Acht eingestellt werden. Das Hochpassfilter ist zwischen 20 und 150 Hz justierbar, während man den Pegel von 0 dB bis -10 dB regeln kann.

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In unseren Studioaufnahmen für eine kleinere Produktion konnte sich das NT2000 sehr gut behaupten. Als Transsistor-Mikrofon klingt es weniger färbend als eine Röhrenkonstruktion, was für viele Einsatzbereiche auch die bessere Wahl ist. Ob man nun Stimmen oder Instrumente aufnimmt, das NT2000 konnte bei allen Einsatzbreichen exzellente Ergebnisse vorweisen. Getestet haben wir übrigens mit einem Neve Portico PreAmp, um auch hier eine Referenz zu nennen. Das Rauschverhalten des NT2000 ist extrem gut, so dass auch besonders leise Klangquellen sauber aufgenommen werden können.

NT K2
Bestückt mit einer Röhre und spannungsmäßig versorgt von einem externen Netzteil ist das K2 mit rund 600 Euro auch preislich höher angesiedelt. Anders als die beiden Transistor Mikros, wird die Kapsel hier mit einer Röhre vorverstärkt, die dem Signal durch Ihre Eigenschaften einen anderen Klang verleiht. Nicht immer sind die durch die Röhre erzeugten Obertöne klanglich erwünscht, sie können aber bei bestimmten Aufnahmen das ?gewisse Etwas? erzeugen. In unseren Klangbeispielen gefiel uns das K2 für den Sänger am besten, da es die Stimme etwas weicher machte.

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Auch im K2 steckt eine Doppelmembrane, und man kann diese elektronisch in der Richtcharakteristik von Kugel über Niere zur Acht ändern. Dämpfung oder Hochpass sind nicht vorhanden. Zu beachten ist auch, dass das K2 keine Phantomspeisung benötigt, da es ja mit einem Netzteil betrieben wird. Ein Vorverstärker ist dennoch nötig um das leise Mikrofonsignal auf Line-Pegel zu bringen.

Klangbeispiele (ganz unten)
Die Klangbeispiele haben wir über einen Neve Portico 5012 aufgenommen, der sich durch hervorragenden Klang schon in unserem Test einen Namen gemacht hat. Als Wandler wurde ein RME ADI-8 eingesetzt. Zum Vergleich haben wir noch einen Part mit einem T.Bone SCV3000 (ca. 180 Euro) aufgenommen.

ACHTUNG: diese Files sind Wave-Files mit 24 Bit und 48 kHz aufgenommen worden. Der Windows Media Player spielt diese Files nicht ab. Zudem muss Ihre Soundkarte 24 Bit und 48 kHz wiedergeben können.

NT2000 Höhenreicher, transparenter Klang

K2 Vintage Klang

NT1A Höhenreicher, transparenter Klang

SCV3000 Eher dumpfer, kompakter Klang

Achten Sie beim Anhören darauf, dass die Files alle mit unterschiedlicher Lautstärke vorhanden sind. Die Lautstärke-Unterschiede kommen vor allem durch die verschiedenen Ausgangspegel der Mikrofone, aber auch durch unterschiedlich lautes Singen des Sängers zustande. Generell klingt hier das NT2000 am besten, da es das lauteste File ist. Gleicht man jedoch die Lautstärken an, finden wir das K2 passender, was natürlich auch Geschmackssache ist.

Fazit
Mit allen drei Rode Mikrofonen können erstklassige Aufnahmen entstehen. In unserem Test kamen die Mikros mit vielfältigen Situationen zurecht und konnten vor allem durch Ihre Rauscharmut überzeugen. Klanglich unterscheiden sich alle drei Mikrofone, und so wird man sich als Einsteiger wohl eher das NT1A zulegen, um später eventuell zum NT2000 zu greifen. Das K2 ist hingegen wegen der Röhre nicht so flexibel einsetzbar, kann aber bei vielen Aufnahmen eine schöne Portion ?Wärme? hinzufügen. Hat man also keines oder nur wenige Mikrofone, so zeigt sich das NT2000 am flexibelsten und klanglich auf ganz hohem Niveau.
Rode zeigt wieder einmal, dass es sich lohnt ein Mikrofon von einem guten Markenhersteller zu kaufen.

PLUS

++++ solide Technik
+++ geringes Eigenrauschen
++ guter Klang

MINUS
– kein

Preise

NT1A
UVP: 190 Euro
Straßenpreis: 210 Euro

NT2000
UVP: 440 Euro
Straßenpreis: 479 Euro

K2
UVP: 600 Euro
Straßenpreis: 659 Euro

Hersteller / Vertrieb
www.rodemicrophones.com / www.hyperactive.de

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ha, die UVP und Straßenpreise sind wohl vertauscht…

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich habe nicht ganz verstanden:
    hier steht:
    In punkto Rauschen und Höhenauflösung kann das NT1A aber schon aufgrund des günstigen Preises nicht mit seinen größeren Brüdern mithalten.

    Aber in technischen Daten von NT1A steht:
    Eigenrauschen: 5 dB*A, Empfindlichkeit: 25 mV/Pa.

    Dann ist das Mikro doch erstklassig? So kleines Rauschen haben nicht viele Mikros auch unter solchen, die viel teurer sind, und so hohe Empfindlichkeit macht das Rauschen von Preamps weniger wichtig…

    Oder?

  3. Profilbild
    SK24

    Merkwürdigerweise klingt in den Klangbeispielen das NT2000 spitzer in den Höhen als das NT1A, besonders bei den S-lauten. Das NT2000 ist eigentlich bekannt gerade etwas sanfter in den Höhen zu sein als das NT1A, letztlich steckt im NT2000 auch die gleiche Kapsel wie im K2.

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