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Test: Rode NTH-100, Studiokopfhörer

Gelungenes Kopfhörer-Debüt

15. April 2022
rode nth 100 test

Rode NTH-100, Studiokopfhörer

Verrückte Studiowelt: Universal Audio bringt Mikrofone heraus, und Røde nun tatsächlich seinen ersten Kopfhörer. Was kommt als nächstes? Computer bei Aldi, Moog-Synthies von Behringer und E-Bikes bei Eduscho? (Oh, ich höre gerade, das alles gibt es schon). Spaß beiseite, die Nachricht, dass der australische Hersteller Røde jetzt mit dem Røde NTH-100 seinen ersten Kopfhörer auf den Markt gebracht hat, hat schon für mächtig Aufsehen gesorgt. Bei Mikrofonen und deren Zubehör sind die Australier fraglos eine verdammt gute Adresse. Und auch ihr erster Ausflug heraus aus dem Mikro-Wunderland in die Welt der Multimedia-Digitalmischer war durchaus beachtenswert – bei uns gab es für den Røde Rødecaster Pro immerhin ein „sehr gut“. Aber können die jetzt etwa auch Kopfhörer? Und in welcher Klasse will der 179,- Euro teure Røde NTH-100 mitspielen? Finden wir es heraus!

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rode nth 100 test

Erster Eindruck zum Rode NTH-100

In der weißen Box prangt groß ein Foto der neuen Kopfhörer, beim Namen oben links wurde die 100 gleich mal in goldene Lettern gepackt – und korrespondiert damit mit dem goldenen Punkt unter dem Firmenlogo unten rechts. Auf der Rückseite die Keyfacts und Abbildungen des Inhalts, die neugierig machen (was bitte ist ein „COLORS ID Set“? Erfahrt ihr gleich).

Im Inneren des Klappkartons liegt – in einem stylishen (Kunst-) Stoffbeutel mit dem markanten durchgestrichenen Røde „ø“ – der NTH-100. Dass Røde („Røde“) dabei (fast) komplett auf Schaumstoff, Styropor oder Kunststoff verzichtet, hat jetzt zwar nichts mit der Qualität des Kopfhörers zu tun, sollte aber in den Zeiten globaler Umweltprobleme nicht unerwähnt bleiben. Lediglich ein kleines Plastiktütchen, das den Klinkenadapter (von klein auf groß) und das bereits erwähnte „COLORS ID Set“ enthält, ist noch mit dabei. Besagtes ID Set entpuppt sich als acht bunte Plastikringe in Pink, Grün, Blau und Orange, die – statt des vorhandenen schwarzen – als kleiner Farbtupfer und als einfache Identifizierung am Rødecaster Pro, der dieselben Farben an den Anschlüssen nutzt –  auf den Klinkenstecker gesteckt werden können.

Røde NTH-100

Das „COLORS ID Set“

„The coloured clips that come with the NTH-100s are for colour-coding the cable for easy identification (or adding some personal flair to your pair)“ – schreibt Røde dazu. Røde bietet dann auch optional die farblich passenden Kabel an, wahlweise in 1,2 und in 2,4 Meter Länge; die werden in Deutschland ab dem 18. April erhältlich sein. Auch soll es Berichten zufolge Ohrmuscheln und Kopfbügel in vier weiteren Farben zum Austausch geben, doch konnte ich die zum Zeitpunkt dieses Tests noch nirgendwo entdecken, auch auf der Røde-Seite sind die noch nicht aufgetaucht. Mal abwarten.

rode nth 100

Man muss aber nicht kabellos mit seinem neuen NTH-100 starten, denn natürlich ist eines schon mit dabei (schwarz, 2,4 m), das wahlweise links oder rechts an einer der Ohrmuscheln befestigt werden kann. Erfreulicherweise liegt das sauber aufgerollt in der Verpackung und ist mit weichem Kunststoff ummantelt, so dass es keine noch so leichten Knicke gibt. Allerdings wäre es schön gewesen, wenn Røde auch noch eine kurze Kabel-Version mit dazugelegt hätte; wer – wie ich – den Kopfhörerausgang direkt vor sich auf dem Pult hat, braucht keine zweieinhalb Meter und muss dann sehen, wie er die überzähligen zwei Meter aus dem Weg schafft. Übrigens kann das separate Kopfhörerkabel auch als Patchkabel genutzt werden, da es auf beiden Seiten mit (vergoldeten) 3,5 mm Klinkensteckern bestückt ist. „Could be a handy hack in a pinch!“ – kommentiert Røde das ein wenig augenzwinkernd.

Fehlt was? Nun, ein Datenblatt oder ein kleines Manual wäre nett gewesen; ersteres findet sich dann zumindest als Download auf der Produktseite, letzteres ist bei einem Kopfhörer aber eigentlich auch überflüssig. Wieder ein wenig Papier gespart. Kleines Detail am Rande: Auf dem Tütchen mit dem Dehydriermittel (natürlich mit aufgedrucktem Røde-Logo) bittet Røde darum: „Retain this sachet and store it with your microphone when not in use“ – anscheinend muss sich auch Røde selber erst noch daran gewöhnen, dass man jetzt auch Kopfhörer im Angebot hat.

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Røde NTH-100

Bauweise und technische Daten des Rode NTH-100

Der Røde NTH-100 ist ein geschlossener Over-Ear-Kopfhörer mit speziell angepassten dynamischen 40-mm-Treibern. Die (ebenfalls speziell) angefertigte Schwingspule besteht im Kern aus einer vierschichtigen Aluminiumlegierung, die mit einer dreilagigen Mylar-Membran gekoppelt ist. In Kombination mit einem Neodym-Magneten und einem „innovativen Phasenstecker“ sollen diese Komponenten einen genauen Frequenz- und Phasengang über das gesamte hörbare Spektrum gewährleisten, schreibt Røde. (“…these high-grade components ensure an accurate frequency and phase response across the whole audible spectrum…”). Neodym-Magneten zeichnen sich dadurch aus, dass sie trotz geringer Abmessungen eine enorm hohe Feldstärke aufweisen. Heißt: Die Dinger sind recht klein, aber trotzdem verdammt stark, was Platz und Gewicht spart.

Den Übertragungsbereich gibt Røde mit respektablen 5 bis 35.000 Hz an, die Impedanz mit 32 Ohm. Gemäß der Faustregel, dass – je höher die Impedanz, desto mehr Spannung nötig ist, damit der Kopfhörer laut klingt – ist der NTH-100 somit auch gut für den mobilen Einsatz geeignet. Zumindest auf dem Papier, probiere ich gleich natürlich mal aus. Umso erstaunlicher ist es da, dass Røde nicht auch noch ein kurzes Kabel beigelegt hat. Aber gut, auch über den Zubehörverkauf kann man ja etwas verdienen, und außerdem hätte es den Kopfhörer dann vermutlich auch etwas teurer gemacht. In den USA wird der für 149 Dollar angeboten, und man wollte vermutlich unter der magischen Grenze von 150 Dollar bleiben. Die Empfindlichkeit liegt bei 110 dB, der maximale Schalldruck bei 126 dB SPL – der NTH-100 kann da also schon ordentlich was abliefern.

Mit einem Gewicht von 344 g gehört der Røde NTH-100 nicht unbedingt zu den absoluten Leichtgewichten, bewegt sich aber noch im Rahmen. Zum Vergleich mit anderen baugleichen Kopfhörern: Sennheiser HD-300 Pro: 297 g, Mackie MC-350: 370 g, Fostex T40RP-MK3: 315 g, Audio-Technica ATH-M50: X 287 g.

Røde NTH-100

Die Ohrmuscheln sind (abgerundet) dreieckig

Den Rode NTH-100 bei näherer Betrachtung

Mit dem Design des NTH-100 beweist Røde zum einen Mut zur Eigenständigkeit, lässt aber zusätzlich auch einige innovative praktische Ideen einfließen, bei denen man sich fragt, warum die Konkurrenz da nicht schon eher drauf gekommen ist. Aber der Reihe nach. Erster Eyecatcher sind die asymmetrischen, dreieckeigen Ohrmuscheln, mattschwarz, mit einem großen glänzenden Ø samt goldenem Punkt darunter.

Wobei das mit den „Ecken“ nicht wörtlich zu nehmen ist, da diese natürlich immer noch stark abgerundet sind, aber die „dreieckige“ Form ist trotzdem deutlich erkennbar. Die soll sowohl dem Tragekomfort als auch der besseren akustischen Performance dienen, schreibt Røde. („Unique contoured earcups for superior acoustic performance and comfort“). Die gedrehten Stahlbügel sind nur auf einer Seite befestigt (nämlich hinten), was nicht nur elegant aussieht, sondern dem NTH-100 auch eine gewisse optische Leichtigkeit verleiht.

Røde NTH-100

It’s Alcantara, Baby…

Die Polster bestehen aus Memory-Schaumstoff, darüber eine Schicht mit CoolTech-Gel, das Røde selber entwickelt hat. Das soll verhindern, dass der Träger nach einer Weile heiße Ohren bekommt. Ja, in Australien weiß man mit Wärme umzugehen. Abgerundet werden die Polster nicht mit dem üblichen Kunstlederbezug, sondern mit schwarzem Alcantara, ein weiches, atmungsaktives Velourskunstleder mit samtiger Oberfläche, das man sonst eher in teureren Autos auf den Sitzen oder auf Designermöbeln findet. Da der Herstellungsprozess von Alcantara aufwendig und zeitintensiv ist, ist das Material recht teuer, aber hochwertig. Weshalb dann auch der Federstahl-Kopfbügel mit seinem – mit 3cm recht schmalen – Kopfband des Røde NTH-100 mit Alcantara überzogen wurde, und zwar nicht nur unten, sondern rundherum. Edel. Jedoch sorgen dann die hochwertigen Materialien und die aufwendige Konstruktion  zusammen mit den Stahlbügeln für das etwas höhere Gewicht – man kann nicht alles haben. Und ach ja, fast vergessen: Ohr- und Kopfbandpolster können abgenommen und ausgewechselt werden, sollten sie dann irgendwann einmal verschlissen sein.

Røde NTH-100

Das Fitlock-System

Die Bügel sind stufenlos verstellbar und werden mit dem FitLock-Verschlusssystem gesichert, ebenfalls eine Eigenentwicklung von Røde. Dazu dreht man eine Plastikkappe auf der Seite, um den Verschluss zu öffnen, schiebt den Bügel auf die gewünschte Position und verriegelt ihn wieder. Was zum einen den Vorteil hat, dass der hier tatsächlich fest sitzt und nicht dauernd in die nächste Kerbe springt (oder beim nächsten Aufsetzen wieder neu justiert werden muss), zum anderen auch perfekt angepasst werden kann. Durchdacht ist auch, dass das Kabel sowohl links als auch rechts befestigt werden kann, je nachdem, wo es gerade weniger im Weg ist; und auch hier sorgt ein sinniger Verschlussmechanismus für den festen Sitz.

Rode NTH-100

Rode NTH-100

Kundenbewertung:
(19)

Kleines, aber feines Detail am Rande: Die Ohrmuscheln sind nicht nur innen groß mit „R“ und „L“ gekennzeichnet, sondern haben auf der Außenseite jeweils auch eine kleine diesbezügliche Kennung in Blindenschrift/Brailleschrift: Drei Punkte übereinander steht für „l“ bzw. „links“, drei Punkte plus einen in der Mitte/vorne für „r“, also „rechts“. Ein kleines Feature, das beweist, dass sich da bei Røde wirklich jemand Gedanken gemacht hat – und eines, das doch eigentlich schon seit vielen Jahren zum Standard gehören sollte. Tut es aber leider nicht.

Røde NTH-100

„l“ wie „links“ in Blindenschrift

Zwei kleine Wermutstropfen: Die Ohrmuscheln sind an den Bügeln zwar schwenkbar, doch lassen sich die Bügel selber nicht um 90 Grad falten, um den Røde NTH-100 platzsparend transportieren zu können. Andererseits sind es ja meist gerade diese Gelenke, die irgendwann als erstes ausfallen. Und der Røde sieht einfach so gut aus, dass man ihn eh lieber um den Hals hängt als ihn in der Tasche zu verstecken. Zum anderen ziehen die Alcantara-Polster schnell Fuseln und Staub an, lassen sich aber mit einem Staubtuch ebenso schnell wieder säubern.

Røde NTH-100

Flauschig und kühlend

Wie hoch ist der Tragekomfort?

Ich gehöre ja nun zu den Leuten, die beim Hut- und Mützenkauf meist den Verkäufer ins Lager schicken, um nach den Sondergrößen zu suchen (ja, wir Ostwestfalen sind halt mit größeren Schädeln gesegnet – „viel Hirn braucht eben viel Platz“, pflegte mein Vater immer zu sagen). Und auch bei Kopfhörern muss ich die Bügel stets maximal ausziehen, um einen bequemen Sitz zu erreichen; andererseits: ein Kopfhörer, der mir passt, passt wirklich jedem. Daher war ich gespannt, wie das beim Røde NTH-100 ausschaut. Nun, auch hier mussten die Bügel zwar fast auf Anschlag, aber dann passte der NTH-100 auch wirklich perfekt. Der Anpressdruck findet genau den richtigen Mix aus notwendiger Härte (bei geschlossenen Kopfhörern muss der naturgemäß etwas höher sein als bei halboffenen oder offenen) und Bequemlichkeit, die Ohrpolster mit dem Alcantara-Bezug fühlen sich wunderbar flauschig an. Meine Bedenken, dass die Ohrpolster innen mit gerade einmal 4,5 cm an der breitesten Stelle etwas arg knapp bemessen sein könnten (meine AKG K501 bringen es da immerhin auf 6,5 cm), erwiesen sich als völlig überflüssig, die passten perfekt. Für Menschen mit übergroßen Ohren könnten da aber eventuell doch etwas eng werden.

Stichwort „geschlossener Kopfhörer“: Die Ohrmuscheln dichten richtig gut ab, ohne mich aber nun natürlich gleich komplett von der akustischen Außenwelt abzuschneiden. Aber das ist ja nun auch nicht die Aufgabe derartiger Headphones. Auch das CoolTech Gel macht einen guten Job. Zwar wurden meine Ohren mit der Zeit warm, dann allerdings hielt der Røde NTH-100 diese angenehme Temperatur, und auch nach Stunden wurde mir, anders als bei anderen geschlossenen Kopfhörern, nicht heiß unter den Ohrmuscheln. Insofern: Wer mit „CoolTech-Gel“ nun die blauen Beutel aus dem Eisschrank verbindet und glaubt, sich mit dem NTH-100 im Sommer vielleicht noch einen kühlen Kopf verschaffen zu können, liegt daneben; die sorgen vielmehr dafür, dass die Temperatur unter den Muscheln nicht ins Unangenehme steigt.

Kann man also den Røde NTH-100 auch über Stunden tragen, ohne dass es ungemütlich oder gar unangenehm wird? Ja, habe ich ausprobiert, geht gut. Auch nach längerer Tragezeit wurde mir der Kopfhörer nicht lästig. So weit wie der Hersteller – der schreibt „The Most Comfortable Headphones Ever. Period.“ – würde ich dann vielleicht nicht gehen, doch spielt der Røde NTH-100 mit Sicherheit auf einem Championsleague-Platz in der Tragekomfort-Liga.

Røde NTH-100

Das Kabel ist zur Not auch als Patchkabel einsetzbar

So klingt der Rode NTH-100

Vorab kurz zu meinen Kopfhörer-Gewohnheiten: Ich nutze schon seit Ewigkeiten (ok, seit Ende der 1990er Jahre) die meiste Zeit einen AKG K501, einen dynamischen, halboffenen Klassiker (Übertragungsbereich 18 – 30.000 Hz, Kennschalldruckpegel 94 dB, Impedanz 120 Ohm, 230 g Gewicht) mit einem sehr analytischen, neutralen Klang, verbunden mit einer recht schönen Räumlichkeit und einer hohen Auflösung. Das als Basis, von der aus ich den Røde NTH-100 betrachte, denn das prägt natürlich.

Laut Røde ist der NTH-100 gedacht für „Monitoring, Mixing und Mastering“ und ein „bemerkenswert natürlich klingender Kopfhörer“. Nun ist das mit dem neutralen, unverfälschten und natürlichen Klang immer auch ein Balanceakt: Nur allzu schnell kann das in eine geradezu kalte, klinische Nüchternheit abrutschen, die das Hören anstrengend und langweilig macht. Die Kunst der Kopfhörer-Entwickler besteht darin, diesem natürlichen Klang die sterilen Kanten zu nehmen und ihn trotz aller Neutralität einen Hauch Wärme mit auf den Weg zu geben und dabei auch die Bässe nicht ganz zu vernachlässigen. Und genau das schafft der Røde NTH-100: Er verknüpft die für das professionelle Arbeiten notwendige analytische Ehrlichkeit mit einer Portion  dezent wärmerer Ausgewogenheit, so dass das Hören nie lästige Arbeit, sondern Vergnügen ist – ohne aber, dass irgendetwas beschönigt oder unnötig hervorgehoben wird.

So ist das Klangbild in allen Frequenzbereichen überaus klar und unaufgeregt, ohne dass der Bass nun gleich ängstlich abgewürgt wird. Der ist deutlich vernehmbar vorhanden, spielt sich dabei aber auch nicht in den Vordergrund (wie es bei geschlossenen Kopfhörern gerne mal der Fall ist). Die Mitten sind deutlich differenziert und vermatschen auch bei größerer Klangdichte nicht. Alle Details sind sauber aufgelöst und gut zu hören und besitzen dabei (besonders bei Vocals) auch eine schöne Tiefe; im direkten A/B-Vergleich klingt mein liebgewonnener AKG plötzlich seltsam flach und leblos. Und auch in den Höhen ist der Røde NTH-100 sehr präzise, macht dabei aber nicht in den Fehler, diese übermäßig hervorzuheben. Selbst hohe Streicher (an denen so mancher Kopfhörer verzweifelt) klingen genau so, wie sie sollen. Und all das funktioniert auch bei höherem Pegel noch einwandfrei, der bringt den NTH-100 nicht aus der Fassung. Was mich beim NTH-100 aber fast schon am meisten begeistert, ist dessen wunderbare Räumlichkeit, die ich sonst nur von offenen Kopfhörern her kenne. Jede Note kann sauber verortet werden, alles hat seinen Platz im Stereobild, das aber zu keiner Zeit künstlich aufgeblasen wirkt. Übrigens macht der Kopfhörer auch am Smartphone eine richtig gute Figur und liefert da sauber und ausreichend druckvoll ab.

Røde NTH-100

Nur echt mit dem Logo

„In other words, audio as it’s meant to be heard.” Schreibt Røde. Und auch wenn ich Marketingsprüchen meist extrem kritisch gegenüber stehe, so muss ich zugeben: „Damn‘ right, Sir!“

Ok, bevor das jetzt zu sehr in schiere Begeisterung ausartet: Eines hat mich dann aber doch gestört, und zwar das Kabel. Das nämlich reagiert recht ungehalten auf Berührungen – etwa, wenn man es anpackt oder wenn sich das Kabel bei Bewegungen am Stuhl reibt – und überträgt die dann als Rascheln vorwurfsvoll aufs Ohr. Das fällt zwar nur auf, wenn man gerade Mal recht leise hört, aber dann nervt es schon ein wenig. Gut, das Phänomen hat man bei fast allen Kopfhörern mehr oder weniger – hier aber eben gefühlt etwas mehr.

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Fazit

Ich erinnere mich noch, wie ich damals meine ersten Mikrofone von Røde getestet (und dann auch gekauft) hatte: Das war richtig gute Qualität zu einem bezahlbaren Preis. Und jetzt hat es Røde wieder getan, denn auch ihr Kopfhörer-Erstling, der Røde NTH-100, überzeugt mich auf ganzer Linie. Der liefert mit seinem sehr ausgewogenen, aber nie klinischen Sound die bekannte erstklassige Røde-Klangqualität, verbunden mit einer ebenso erstklassigen Verarbeitung, mit ausgesuchten Materialien und einigen durchdachten Extras und Special-Features. Dass der Røde NTH-100 dann ein paar Gramm schwerer ist als viele der Konkurrenten, fällt bei dem angenehmen Tragekomfort gar nicht weiter auf. Und das alles gibt es für 179,- Euro – well done, Røde!

Plus

  • ausgezeichneter ausgewogener, neutraler, aber nie lebloser Klang
  • fantastische Räumlichkeit
  • hoher Tragekomfort
  • äußerst stabile Konstruktion
  • Ohrmuscheln mit CoolTech-Gel und Alcantara-Bezug
  • Bügel stufenlos einstell- und verriegelbar
  • Preis/Leistung
  • Seitenkennzeichnung der Ohrmuscheln auch mit Blindenschrift

Minus

  • nichts

Preis

  • 179,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Steffog

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Test, M. Steinwachs. Toll und praxisnah geschrieben. Über die humorvolle Familienanekdote musste ich herzlich schmunzeln.
    Die Ausführungen bringen mich stark ins Grübeln, ob ich im NTH-100 eine gute Alternative zu meinem DT-770 finde, der sitzt bei mir verdammt fest, so dass es bei längeren Recording-Sessions unangenehm wird.
    Denke, ich werden den Røde mal ausprobieren. Vielleicht zusammen mit dem Austrian Audio Hi-X60; der klingt vom Test her auch extrem spannend.

    • Profilbild
      Schorsch

      Der Rode ist soundmäßig eine völlig andere Welt (deutlich neutraler). Wenn dir der 770er taugt, wirst du mit dem Rode Probleme haben. Vom Komfort schlägt ihn der Beyer allemal. Bei AA habe ich in Form des X55 eine höchst eigenwillige Interpretation von Sound erlebt. Für mich völlig unbrauchbar.

      • Profilbild
        Steffog

        Hallo Schorsch. Vielen Dank für die Tipps. Den DT-770 nutze ich „nur“ beim Recording. Ich finde ihn basslastig. Zum Mixen nutze ich zusätzlich zu meinen Monitoren (KH120) den Sennheiser HD650. Der gefällt mir sehr gut, geht wegen der offenen Bauweise halt nur nicht für Aufnahmen mit Mikro. Du beschreibst den Rode als deutlich neutraler als es der DT-770 vermag. Das klingt für mich somit wirklich nach einer guten Alternative. Ich werde ihn ausprobieren.

    • Profilbild
      Winfile

      Also bei mir saß der 1770 auch fest. Habe dann Beyerdynamic angeschrieben und sie meinten „ich soll den bügel aufbiegen“. Das tat ich auch umd seit dem sitzt er wunderbar.

  2. Profilbild
    Garfield Modular AHU

    Hallo M. Steinwachs,

    Herzlichen Dank für deinen Artikel! Sehr interessant und gut geschrieben :-) Es hört sich für mich so gut an das ich es unbedingt mal bei meinem Händler getestet haben möchte :-)

    Viele Grüße, Garfield.

  3. Profilbild
    Filterpad AHU

    Könnte ein knallharter Mitbewerber zu den Beyerdynamics werden. Alles was der Rode besitzt, vermisse ich bei den Beyerdynamics in selbiger Preisklasse. Klanglich kann ich nur mutmaßen. Aber auch hier scheinen diese ggf. etwas neutraler im Klangbild zu sein. Hier wäre ein Direktvergleich interessant. Da mir die schwarzen Ohrpolster bei dem Beyerdynamic zu hart waren, wurden diese durch die weicheren grauen ersetzt. Dadurch belief sich der Preis dann auf 180€. Quasi identisch mit den hier vorgestellten. Gut gemacht Rode und ich freue mich auf weitere Modelle ggf. höherer Preisklasse. Man darf jedenfalls gespannt sein. Apropos: Sollte sich irgendwann bei zukünftigen Modellen ein BestBuy ergeben, dann werde ich meine ersetzen. Abhöre ist das A+O beim produzieren und abmischen.

  4. Profilbild
    exterminas

    Bin derzeit auf der Suche nach einem neuen Kopfhörer. Jetzt lese ich mir erst mal eure ganzen Tests durch und danach geht es dann beim Händler ans austesten welche für mich die passenden sind.

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