Preis-Leistungs-Hit für Solo-Creator
Der RODE RODECaster Video S Video-Switcher ist eng verwandt mit dem bereits auf AMAZONA.de von mir vorgestellten RODECaster Video. Auffällig: Der Preis wurde gegenüber der UVP des großen Bruders nahezu halbiert. Doch wie sieht es mit der Ausstattung aus?
- Funktionsvielfalt: Live-Switching, Audio-Mixing, Szenensteuerung und Streaming in einem Gerät, trotz kompakterem Design.
- Preis-Leistung: Deutlich günstiger als der große Bruder, mit gezielten Einsparungen ohne relevante Funktionseinbußen.
- NDI & App: NDI-Streaming ab Werk und drahtlose Integration von iPhone-Kameras über die RODE Capture App.
- Audio & Speicher: Professionelle Audiofunktionen, integrierter Speicher statt microSD, Aufnahme auf externe USB-SSDs möglich.
- Fazit: Überzeugendes Gesamtpaket für Solo-Creator, starke Konkurrenz zum ATEM Mini Pro ISO, klare Empfehlung des Autors.
Inhaltsverzeichnis
RODECaster Video S Video- und Audiomischer
Zielgruppe
Mit dem RODECaster Video S liefert RODE eine kompaktere und deutlich preisgünstigere Version des erfolgreichen RODECaster Video für Content-Creator, Podcaster und kleine Studios.
RODE rüttelt dabei nicht am Konzept: Ein Gerät, das Videomischung, Szenensteuerung, Audio-Mixing und Streaming vereint, ohne dass zusätzliche Switcher, Mischpulte oder Software notwendig wären. Angesprochen werden mit der neuen S-Klasse Solo-Creator, die eine professionelle Produktion ohne hohen Preis und riesiges Setup wünschen.
RODE dürfte mit dem RODECaster Video S vor allem auf das Marksegment des erfolgreichen Blackmagic Design ATEM Mini Pro ISO zielen. Die ATEM Mini Produkte konnten sich während der Corona Pandemie rasend schnell um den Globus verbreiten und gehören seither zur Basisausstattung vieler Content Creator.
RODE hat zwar zur Preissenkung gegenüber dem großen Bruder Einsparungen vorgenommen, allerdings an sinnvoller Stelle. So viel vorweg: Die Funktionsvielfalt des RODECaster Video ist auch beim RODECaster Video S erhalten geblieben:
- Live-Switching zwischen mehreren Kameras/Quellen
- Szenen-Layouts mit Grafiken und Medien
- Professionelles Audio-Mixing mit Effekten und DSP
- Direktes Streaming über Ethernet oder WLAN
- Aufnahme (inkl. ISO-Spuren) auf externen USB-Speicher
Ausstattung
Der RODE RODECaster Video S Mischer besitzt wie das größere Gerät ein 2-Zoll-Touchdisplay, zwei Push-Encoder mit LED-Ring, mehrere Tasten mit eindeutiger Funktionalität und ein reichhaltiges Anschlussfeld auf der Rückseite. Auffällig ist: Es gibt keine Antennen mehr. Das bedeutet jedoch nicht, dass auf WLAN-Funktionalität verzichtet werden musste. Aufgrund des Kunststoffgehäuses des RODE RODECaster Video S konnten die Antennen nach innen verlegt werden.
Auch die Bluetooth-Funktionalität des großen Bruders ist erhalten geblieben. Verringert haben sich die Bedienelemente für die Szenenspeicher/Presets, die HDMI-Ein- und Ausgänge, USB-Audio/Video-Eingänge. Gestrichen wurden die Line-Ausgänge sowie der microSD-Kartenschacht. Letzterer wurde durch einen 24 GB großen internen Speicher ersetzt.
Da eine Tabelle mehr sagt als tausend Worte, zeigt euch die folgende Tabelle alle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen RODECaster Video und RODECaster Video S auf einen Blick:
| Merkmal | RØDECaster Video | RØDECaster Video S |
|---|---|---|
| Zielgruppe / Einsatz | Moderates bis professionelles Livestream-/Podcast-Studio | Kleinere Studios, Solo-Creator, Content-Produktion |
| Preis (Straßenpreis) | 836,- Euro | 529,- Euro |
| Video-Quellen (gesamt) | 6 | 4 |
| HDMI-Eingänge | 4 | 3 |
| USB C-Anschlüsse | 5 | 4 |
| UVC (USB-Video) Inputs | 2 | 1 |
| NDI-Inputs | 4 | 4 |
| Video-Ausgänge | 2× HDMI + UVC + NDI | 1× HDMI + UVC + NDI |
| Szenen/ Presets | 7 | 5 |
| Video-Recording (per USB) | Program + ISO bis 1080p60/30 | Program + ISO bis 1080p60/30 |
| Streaming (RTMP/RTMPS) | ja | ja |
| Chroma Key / Keying / Auto-Switching | ja | ja |
| Audio-Kanäle (Stereo) | 9 | 9 |
| Analoge Audio-Inputs | 2× Combo Jack (XLR/TRS) | 2× Combo Jack (XLR/TRS) |
| Analoge Audio-Outputs | Headphones + Line Outs + Bluetooth 5.3 für Stereoquellen und Telefonate | Headphones only + Bluetooth 5.3 für Stereoquellen und Telefonate |
| USB-Audio Hosting | 2 | 1 |
| Wireless-Empfänger (RØDE) | 2 | 2 |
| Speicher / Medien | microSD | 24 GB intern (≈20 GB nutzbar) |
| Ethernet / Wi-Fi / Bluetooth | ja | ja |
| Formfaktor & Gewicht | größer, schwerer | kompakter, leichter |
Schon die Tabelle zeigt, dass nur auf wenige Features verzichtet werden muss, die im Kontext der von RODE anvisierten Zielgruppe kaum eine Rolle spielen. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass es auf der Software-Ebene keine bedeutenden Unterschiede gibt. Alles, was den RODE RODECaster Video Mischer ausmacht, findet sich auch beim RODE RODECaster Video S Mischer.
Dazu zählt vor allem auch das Audio-Processing mit zahlreichen Aphex-Signalprozessoren: De-Esser, Noise Gate, Kompressor, Equalizer, High-Pass-Filter, Compellor, Big Buttom und der Aural Exciter stehen ebenso zur Verfügung wie beim großen Bruder – und zwar für alle neun Audioquellen (2 x XLR/Line Combo, HDMI-Quellen, USB-Quellen, Bluetooth).
NDI Streaming
Für den großen Bruder per Update nachgereicht, beim RODE RODECaster Video S von Werk aus implementiert: NDI Streaming. NDI ist ein Netzwerkstandard zur Übertragung von Audio- und Videosignalen in Netzwerken. Das geschieht über ein normales Ethernet- oder WiFi-Netzwerk. Passende Hardware vorausgesetzt, ist selbst Multicast möglich.
RODE RODECaster S bietet vier Netzwerk-Videoeingänge, die mit NDI-Signalen gefüttert werden können. Doch nicht nur vier Video-Eingänge stehen per NDI zur Verfügung, sondern auch ein NDI-Ausgang, um zum Beispiel das gemischte Signal im Netzwerk weiter zu verteilen, einzelne Kamerasignale oder sogar die Multiview-Ansicht aller Kamerasignale.
RODE Capture App
Besonders einfach gelingt das drahtlose Streaming per NDI mit der kostenlosen RODE Capture App für das iPhone. Mit dieser App ist es nicht nur möglich, ein Kamerasignal drahtlos per NDI an den RODE RODECaster Video S Mischer zu streamen, sondern gleich zwei Kamerasignale. Richtig gelesen, denn die App ermöglicht den gleichzeitigen Zugriff auf die Front- und Rückkamera und gibt diese bei Bedarf als zwei getrennte NDI Output Streams aus.
Natürlich gestattet die App auch eine direkte Aufnahme der Videosignale auf dem iPhone. Im Zusammenspielt mit dem RODE RODECaster Video S Mischer ist das aber gar nicht notwendig.
Medienverwaltung
Die Medienverwaltung geschieht beim neuen RODE RODECaster Video S Mischer über den 24 GB großen internen Speicher. Einen microSD-Kartenleser wie beim großen Bruder gibt es nicht mehr. Der Speicher dürfte jedoch für die meisten Medien locker ausreichen. An der Funktionalität selbst hat sich nicht verändert.
Medien können Videos, Bilder oder auch Sounds sein.
Recording
Der Program-Stream kann entweder direkt gesendet oder am RODE RODECaster Video S aufgezeichnet werden. Dafür benötigt man nur eine externe USB-Festplatte/SSD oder einen schnellen USB-Stick. Empfehlen möchte ich in jedem Fall eine SSD, denn es kann nicht nur der Program-Stream aufgezeichnet werden, sondern auch die einzelnen Videoquellen samt Audio, sodass sich diese später mit einem Videoschnittprogramm weiterverarbeiten lassen.
Auch hier unterscheidet sich der RODE RODECaster Video S Mischer nicht vom RODECaster Video.
Videofunktionen
Bezüglich der Videofunktionen verweise ich auf den Testbericht des RODE RODECaster Video. Hier nur die wichtigsten Features in Kürze:
- Bild-in-Bild, Chroma-Keying, Überlagerung von Logos/Grafiken/Titeln sind exakt wie beim großen Bruder enthalten
- Einstellungen lassen sich in fünf Szenenspeichern ablegen, die direkt über eigenen Buttons am Gerät aufgerufen werden können
- Es stehen dieselben Übergänge wie beim größeren RODECaster Video zur Verfügung
Leider unterscheiden sich beide Geräte in einer Funktion nicht: RODECaster Video S liefert wie der RODECaster Video Mischer nur 1080p-Auflösung und kein 4K. Allerdings ist das in dieser Preisklasse auch eher unüblich und eine 4K-Bearbeitung würde einen deutlich stärkeren Prozessor voraussetzen und vermutlich auch aufgrund der Kühlung ein größeres Gehäuse mit mehreren Lüftern. Der RODECaster Video S Mischer verüfgt übrigens auch über einen Lüfter, der allerdings sehr leise ist.
RODE Wireless
Erwähnenswert ist, dass sich die vierte Generation der beliebten und weitverbreiteten RODE Wireless Mikrofone direkt mit dem RODE RODECaster Video S betreiben lässt, weil ein RODE Wireless Empfänger bereits integriert ist. Bis zu zwei Mikrofone können somit drahtlos eingebunden werden, was insbesondere für Solo-Creator, die selbst vor der Kamera stehen und dabei die Hände frei haben wollen, eine super Sache ist. Auch für Interview-Situationen ist das praktisch. Weiterer Verkabelungsaufwand entfällt somit.
Alternativen
Als Alternative sei der bereits erwähnte Blackmagic Design ATEM Mini Pro ISO Mischer zu nennen. Dieser liegt in einem ähnlichen Preissegment. Allerdings hat dieser gegenüber dem RODE RODECaster Video S Mischer auch einige gravierende Nachteile zu verzeichnen:
Zwar besitzt der ATEM Mini Pro ISO Mischer vier HDMI-Eingänge, dafür muss man jedoch auf den USB-UVC-Anschluss verzichten, der zum Beispiel für den Betrieb einer Webcam oder anderer USB-UVC-kompatibler Kameras genutzt werden kann (zum Beispiel PTZ-Kameras, die sich mit dem RODE RODECaster Video S Mischer steuern lassen).
Beide Modelle verfügen über einen USB-UVC-Ausgang, lassen sich also direkt an einen Computer anschließen und werden ohne Capture-Card von diesem für das Streaming unterstützt.
Im Vergleich zum ATEM Mini Pro ISO Mischer ist der RODE RODECaster Video S Mischer auf der Audioseite deutlich besser ausgestattet. Das gilt sowohl für die Anzahl und Art der Anschlüsse als auch für die Audiobearbeitung. Der ATEM Mini Pro ISO Mischer besitzt nämlich leider nur Miniklinke-Audioeingänge für Mic-/Line-Signale und eine Unterstützung von Wireless-Equipment bietet er nicht.
Viele Konfigurationen lassen sich beim ATEM Mini Pro ISO Mischer nur über die zugehörige Software einstellen, der RODE RODECaster Video S Mischer ist auch ohne Software zu bedienen. Allerdings sind die DVE-Funktionen des ATEM Mini Pro ISO in einigen Bereichen besser zu konfigurieren.
Der letzte Unterschied ist der interne Speicher, der beim RODECaster Video S größer ist. Die Aufnahme des Programstreams und der Einzelsignale erfolgt bei beiden Mischern per USB auf eine externe Festplatte oder SSD.









































interessantes produkt, schöner artikel. ein bisschen mehr technische info hätte ich mir allerdings schon gewünscht: welche videoformate werden ein- und ausgangsseitig verarbeitet, kann das gerät tatsächlich kein 4K (es nimmt ja nur full HD auf)? arbeitet es intern nur mit 60Hz oder auch ohne konvertierung mit 50Hz (sonst ruckeln zB deutsches TV oder so manche videokamera)? welche datenraten leisten ein- und ausgänge? die technische qualität eines streams hängt von diesen parametern mehr ab als von der anzahl der knöpfe, die der user drücken kann.
@mdesign Das ist im Prinzip nur ein Update-Test. Mehr Infos gibt es im verlinkten Test.
Was das Gerät intern macht, kann ich dir nicht sagen. Es gibt kaum Infos dazu. Signale werden am Eingang konvertiert. Alles sollte deshalb möglichst auf der eingestellten globalen Bildfrequenz laufen. Steht auch so im Handbuch:
„Bildrate
Die globale Bildrate des RØDECaster Video bestimmt die Bildrate des Streams, der Aufnahme sowie der HDMI A- und HDMI B-Ausgänge. Es ist wichtig, nur eine Bildrate für Ihr Projekt auszuwählen und alle Ihre Kameras und anderen Video-Geräte so einzustellen, dass sie mit dieser Bildrate ausgeben, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Um die globale Bildrate auf Ihrem RØDECaster Video einzustellen, tippen Sie auf das Zahnradsymbol und navigieren Sie zu Video > Bildrate und treffen Sie Ihre Auswahl mit dem Encoder.
Bildraten: 23.98, 24, 25, 29.97, 30, 50, 59.94, 60“
@Markus Galla ah, den link zu den videofunktionen habe ich übersehen. 4k geht also nicht, wahrscheinlich nicht mal eingangsseitig. schade.