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Test: Rode VideoMicro II, Richtmikrofon

Kameramikrofon für Smartphone und DSLR-Kameras

13. März 2023
rode videomicro II test

Rode VideoMicro II, Richtmikrofon

Instagram, YouTube, Facebook, TikTok und weitere Kanäle spielen im Leben vieler Menschen eine große Rolle. Ob zur Unterhaltung, zur Weiterbildung oder zur Information über Produkte sowie deren Handhabung, Videos im Internet haben längst andere Medien überholt oder gar abgelöst. Für den Content Creator stellt sich natürlich die Frage, wie man den Ton am besten aufnehmen und es gibt mittlerweile zahlreiche Lösungen am Markt. Auch Rode gehört zu den Herstellern, die zügig auf den Zug aufgesprungen sind und passende Produkte im Portfolio haben. Wir haben uns heute das schon fast winzige Rode VideoMicro II näher angeschaut.

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Der Hersteller Rode

Seit über 50 Jahren produziert der Hersteller aus „Down under“ oder genauer gesagt Australien  Mikrofone und andere tontechnische Produkte. Los ging es im Jahr 1967 unter dem Namen Freedman Electronics mit dem Ehepaar Henry und Astrid Freedman, zwei schwedischen Auswanderern, die sich nun in Australien eine neue Existenz aufbauen wollten. Verstärker, Lautsprecher, Mikrofone, Kundenanfertigungen und insbesondere der Vertrieb der ersten Dynacord Mischpulte in Australien sorgten schnell für einen hohen Bekanntheitsgrad. Henry Freedman saß sogar für Tom Jones während seiner Australien-Tour 1968 am Mischpult. Im Jahr 1990 begann die eigentliche Rode-Geschichte mit der Konstruktion eines Mikrofons auf der Basis eines chinesischen Großmembranmikrofons, das modifiziert wurde. Peter Freedman, der Sohn von Henry und Astrid, sah einen Markt für günstige Mikrofone und baute ein Vertriebsnetz auf, um Mikrofone, die in Australien hergestellt werden, weltweit zu vertreiben.

rode videomicro II

Dieses erste Mikrofon war das Rode NT1. Hierzulande wurden Rode vor allem mit dem Nachfolger NT2 bekannt, das sich schnell zu einem Liebling in Homerecording-Studios, aber auch in kommerziellen Studios sowie auf der Bühne entwickelte. Es folgten weitere Entwicklungen und vor allem der Grundstein für unser heutiges Testmodell: 2004 brachte Rode das Rode VideoMic auf den Markt. Dieses hat sich unter Videofilmern, die mit DSLR-Kameras unterwegs sind, schnell verbreitet. Mit dem VideoMic Pro und dem VideoMic Go kamen zwei weitere Varianten auf den Markt und auch  mit dem Podcaster machten Rode deutlich, dass es fest in diesem Marktsegment verwurzelt ist. Es folgten Shotgun Mikrofone, die Wireless-Produkte Wireless Go und Wireless Go II, ein aktualisiertes VideoMic Go II, das NT-USB Mini und nun auch das Rode VideoMicro II.

Rode VideoMicro II im Detail

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Rode VideoMicro II mit Zubehör

„Designed and Made in Australia“ steht stolz auf dem kleinen Karton des Rode VideoMicro II, das so gut wie kein Gewicht zu haben scheint, denn der Karton liegt sehr leicht in der Hand. Und in der Tat verraten mir die technischen Daten, dass das Rode VideoMicro II inklusive Shock Mount gerade einmal 39 g wiegt. Im Karton entdecke ich das Mikrofon mit Schaumstoffüberzug, zwei verschiedene Anschlusskabel für 3,5 mm TRS-TRS und 3,5 mm TRS-TRRS. Somit sollte die Kompatibilität zu den meisten Kameras und Smartphones gewährleistet sein. Außerdem liegt dem Mikrofon ein Fellschutz bei, der den Außeneinsatz an besonders windigen Tagen ermöglichen soll.

Das Mikrofon selbst hat eine Länge von 80 mm und einen Durchmesser von 22 mm. Es handelt sich um ein Elektret-Kondensatormikrofon. Konzipiert ist es als Druckgradientenempfänger mit Supernierencharakteristik. Der Frequenzgang ist mit 20 Hz bis 20 kHz angegeben, die Ausgangsimpedanz mit ca. 2,6 kOhm. Der Signal-Rausch-Abstand beträgt 79 dB, der Dynamikumfang 95 dB. Die Empfindlichkeit gibt Rode mit -30 dBV bei 1 kHz an (±1 dB). Der maximale Schalldruckpegel erlaubt stolze 110 dB SPL, was für so ein Mikro, das selten im Nahbereich angewendet wird, schon erstaunlich hoch ist. Der Mikrofonausgang ist als 3,5 mm TRS-Buchse ausgeführt.

Das Mikrofon benötigt keine Batterien und funktioniert zum Beispiel tadellos mit einem Rode Wireless Go Funk-System. Das ist vor allem dann interessant, wenn man es mit der optionalen Mini-Angel einsetzen möchte. Das Gehäuse des Rode VideoMicro II ist übrigens aus Metall gefertigt und dementsprechend robust. Das mitgelieferte HELIX-Halterungssystem hält Stöße und Körperschall vom Mikrofon fern. Der Shock-Mount besteht aus Kunststoff.

Schaumstoff- und Fellüberzug lassen sich einfach auf das Mikrofon schieben. Die Supernierencharakteristik betont frontal einfallenden Schall (0°-Richtung) und unterdrückt seitlich und rückwärtig einfallenden Schall. Im Vergleich zu einer Nierencharakteristik ist die Bündelung auf der 0°-Achse etwas stärker, sodass die Entfernung zur Schallquelle größer sein darf, ohne dass es zu einem zu starken Pegelabfall kommt. Es ist aber noch nicht mit einem Richtrohr zu vergleichen, was als Interferenzmikrofon die stärkste Bündelung auf der 0°-Achse bietet und noch größere Abstände zur Schallquelle erlaubt.

rode videomicro II test

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Zum Einsetzen des Mikrofons in die HELIX-Halterung gibt es Markierungspfeile auf dem Mikrofon, die anzeigen, wie weit das Mikrofon in die Halterung geschoben werden darf. Der goldene Punkt am Ende des Mikrofons soll dabei nach oben zeigen. Die Markierungen verhindern, dass versehentlich die hinteren Schalleintrittsöffnungen verdeckt werden, denn das würde zu einer Verzerrung der Richtcharakteristik führen und somit auch zu einem anderen Frequenzgang.

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Rode VideoMicro II mit Kamera

Unten an der HELIX-Halterung entdecke ich die Kaltschuh-Halterung mit 3/8“-Gewinde zur Befestigung an einer Kamera oder einer anderen Halterung. Rode selbst bietet verschiedene Tripods und Teleskopangeln an, doch natürlich ist das Rode VideoMicro II auch zu Foto- und Videozubehör anderer Hersteller kompatibel.

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Rode VideoMicro II
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Kundenbewertung:
(6)

Das Rode VideoMicro II ist sowohl mit DSLR-Kameras als auch mit Smartphones kompatibel, die einen 3,5 mm TRS- oder TRRS-Eingang besitzen. Aufgrund der hohen Empfindlichkeit des Mikrofons empfiehlt Rode in der Bedienungsanleitung, die man auf der Internetseite abrufen kann, Autogain-Funktionen abzuschalten und die Verstärkung auf einem niedrigen Niveau zu halten. Möchte man das Rode VideoMicro II mit einer Kamera mit XLR-Eingang verwenden, bietet sich der Rode VXLR-Adapter an. Für die Verwendung mit einem iPhone ist ein TRRS zu Lightning-Adapter erforderlich.

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Gute Lösung für das Streaming, z. B. für Online-Musikunterricht

Wie lässt sich das Rode VideoMicro II einsetzen?

Für meine Versuche mit dem Rode VideoMicro II habe ich ein Ringlight mit Smartphone-Halterung und einen Tripod mit Smartphone-Halterung verwendet, auf die ich jeweils das Rode VideoMicroII aufsetzen konnte. Damit wurden dann diverse Zoom Videokonferenzen durchgeführt (Online-Musikunterricht). Normalerweise verwende ich für diese ein Rode Wireless Go System mit Rode Lavalier-Mikrofon.

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Angeschlossen habe ich das Rode VideoMicro II entweder an mein Apple iPhone XR oder an den von mir für den Online-Musikunterricht verwendeten Behringer Flow 8 Digitalmischer über den Rode VXLR-Adapter. Auch die direkte Verbindung mit meinem ATEM Mini und dem Rode Wireless Go habe ich ausprobiert. Alles funktioniert tadellos und mit bester Klangqualität. Für reine Tonaufnahmen mit dem Smartphone bieten sich der Rode Tripod 2 oder Rode Mini Boompole an sowie die Rode Reporter App. Mit dieser lassen sich Aufnahmen mit bis zu 24 Bit und 48 kHz durchführen und entweder verlustfrei oder datenreduziert speichern. Die App ist sehr einfach zu nutzen und kostenlos für Android und iOS Smartphones in den jeweiligen App Stores erhältlich.

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Der Klang des Rode VideoMicro II ist sehr gut und insbesondere bei Außenaufnahmen dem der in die meisten Smartphones integrierten Mikrofone überlegen. Ist es draußen recht windig, geraten die Smartphone-Mikrofone schnell an ihre Grenzen. Das Rode VideoMicro II liefert in so einem Fall dank des mitgelieferten Fellschutzes ein gutes und brauchbares Signal.

Für die Klangbeispiele und den Vergleich mit den integrierten Mikros meines iPhone XR habe ich beide Signale mit der Rode Reporter App Aufgenommen. Die iPhone Mikrofone liefern einen höheren Pegel, heben aber auch die Umgebungsgeräusche stärker an. Ich habe zum besseren Vergleich beide Aufnahmen etwas im Pegel angeglichen. Statt einer Stereoaufnahme, hört ihr im Falle des iPhone XR nun auch eine Monoaufnahme.

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Fazit

Das Rode VideoMicro II ist ein empfehlenswertes Mikrofon für alle, die vor allem unterwegs Reportagen erstellen möchten. Insbesondere bei Sprachaufnahmen in freier Natur bietet es einen besseren Klang als zum Beispiel die integrierten Mikrofone des Smartphones, die schnell schon bei geringen Windstärken zu einer unbrauchbaren Aufnahme führen können. Nicht so beim Rode VideoMicro II, das durch den Fellschutz perfekt geschützt ist. Die HELIX-Halterung sorgt außerdem für Aufnahmen frei von Rumpelgeräuschen durch zum Beispiel Körperschall. Auch hier ist das Rode VideoMicro II dem Smartphone überlegen. Durch den integrierten Blitzschuhadapter lässt sich das Rode VideoMicro II problemlos auch auf DSLR-Kameras montieren. Auch der Einsatz einer Tonangel oder Tripods ist möglich. Die wahre Sensation ist für mich der Preis von gerade einmal 79,- Euro. Angesichts der gebotenen Qualität ein echtes Schnäppchen.

Plus

  • Verarbeitung
  • Lieferumfang mit Fellwindschutz, Halterung & Kabeln
  • Klang

Preis

  • 79,- Euro
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Klangbeispiele
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