Test: Roland AIRA Modular, Demora, Bitrazer, Torcido, Scooper

Torcido

Den klassischen Roland Distortion-Sound soll laut Hersteller der AIRA Torcido erzeugen. Das Klangspektrum dieses Verzerr-Effektes reicht von subtilem Overdrive bis hin zu extremer Distortion.

Roland AIRA Modular Torcido

Roland AIRA Modular Torcido

Via Toneregler kann das Signal zusätzlich gefiltert werden, wobei der Griffer wie eine Toneblende funktioniert, sprich bei einer Rechtsdrehung werden die Bässe weggeschnitten und die Höhen betont, während eine Linksdrehung das Gegenteil verursacht.
Bei der Tube-Warmth-Funktion handelt es sich um eine Röhrenemulation, die für eine weichere Verzerrung sorgt und die Transienten wunderbar abrundet. Gerade bei gemäßigtem Einsatz können mit ihr sehr schöne, subtile Sättigungen erzeugt werden, während der Klang bei starker Verzerrung schon leicht an einen Röhrenverstärker erinnert. Dank der Reglersteuerung ist auch eine parallele Nutzung zum normalen Distortionsignal möglich, wodurch eine große Klangvielfalt entsteht.
Für extreme Bassbetonungen ist der Lo-Boost-Button gedacht, der Sounds mit wenig Bass einen enormen Tieftonschub verleiht. Bei eh schon starken Bass-Signalen ist die Betonung oft sehr grenzwertig, wobei die Tonblende hilft den Tiefbassbereich wieder in den Griff zu kriegen.
Auch ohne Eingangssignal und ohne Modifikationen durch den AIRA Customizer lässt sich der Torcido bei hoher Distortion-Einstellung als Noisegenerator benutzen. Alleine durch die Distortion-Intensität und die Tonblende können schöne Rauschvariationen erzeugt werden.
Grundsätzlich hat der Torcido einen sehr gut emulierten Analogsound, der schon nah an seine Vorbilder herankommt.

Scooper

Der vierte und letzte Effekt aus der AIRA Modular Serie ist eine Mischung aus Scatter- und Loop-Effekt und heißt deswegen Scooper. Mit ihm lassen sich Audioausschnitte von maximal zehn Sekunden aufzeichnen und wiedergeben. Zusätzlich können diese Loops mit dem Scatter-Effekt zerlegt und bearbeitet werden. Dafür steht eine Vielzahl an rhythmischen Pattern zur Auswahl, um den einzelnen Teile des Loops in unterschiedlicher Reihenfolge wiederzugeben. Diese kurzen Phrasen können mit digitalen Störgeräuschen versehen oder auch rückwärts abgespielt werden. Anschließend folgt in der Effektkette ein Pitch-Regler, der extreme Tuning-Modulationen der Phrasen ermöglicht, bis schließlich das Signal in einem einfachen Lowpass-Filter mündet.

Roland AIRA Modular Scooper

Roland AIRA Modular Scooper

Via Gate-Signal kann die Record- und Play-Taste synchronisiert werden, was das Einfangen von rhythmisch sauberen Loops wesentlich vereinfacht. Dennoch ist die manuelle Bedienung des Scoopers gewöhnungsbedürftig und bedarf einiger Übung. Die Aufnahme, die Wiedergabe und der Löschvorgang erfolgt über einen einzigen, kleinen Taster in Abhängigkeit von der Reihenfolge und Dauer des Drückens.
Für manuelle Loop-Modulationen ist der Scooper nicht unbedingt die erste Wahl, insbesondere wenn man an das komfortable und intuitiv bedienbare Touch-Pad vom Korg Kaos Pad denkt.
Die Stärke und Besonderheit des Scoopers liegt viel mehr im Kontext eines Modularsystems, da ein Tool aus der digitalen Welt plötzlich durch analoge Steuer- und Auslösesignale bedienbar wird und dadurch einen ganz anderen Sinn erhält als ein Korg Kaos Pad.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    abbuda  

    Danke für den Testbericht. Was aber unbedingt noch zu erwähnen wäre ist der extrem hohe Strombedarf der Module. Demora benötigt zum Beispiel 450mA! Das ist schon sehr viel und es dürfte in manchem EuroRack knapp werden mit dem Strom. Das ist ein ganz klarer Minuspunkt.

    • Profilbild
      Pflosi  

      In der Tat, da erblasst sogar das eine oder andere Metasonix Modul vor Neid bei dem Stromverbrauch. In einem Doepfer Case könnte man glatte zwei von den Roland Aira FX Modulen betreiben… Und hätte dann vielleicht grade noch genug mA übrig für einen kleinen Mixer und VCA oder so :) Keine Ahnung, was sich Roland dabei gedacht hatte. Zum Glück geht es aber auch standalone.

      Gruss!

  2. Profilbild
    Oreillage

    Auch von meiner Seite aus herzlichen Dank für diesen ersten Testbericht.
    Was mich persönlich noch interessieren würde wäre die Editierfunktion mittels Audiosignal. Das finde ich extrem spannend. Vlt fühlt sich ja jemand dazu berufen noch einen Nutzertest zu machen.

  3. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Gemeinde / Chris,

    habt ihr schon mal nach einer Lösung für das Spannungs/Stromsversorgungs Problem beim Betrieb aller 4 Module und dem System 1m gesucht? Es kommen da ja noch einige Module von Roland und die ziehen m.E etwas viel Strom. Und bei Schaltnetzteilen ist das schlecht. Da die ja keine galvanische Trennung zum Ausgang haben, brennt schlimmstenfalls das Rack ab…

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