Test: Roland BK-9, Arranger Keyboard

Aufnahme und Wiedergabe

Wiedergeben kann das BK-9 Daten im Format WAV, MP3, MID und KAR. Aufnehmen dagegen nur als MIDI- oder WAV-File. Schade, dass auch bei diesem Roland Gerät auf das Aufnahmeformat MP3 verzichtet wurde, denn WAV-Dateien sind einfach sehr speicherlastig. Der interne 16-Spur Sequencer erlaubt das Anfertigen von MIDI-Arrangements und deren Bearbeitung. Wie das eben so ist bei einem Arranger Keyboard, hält sich der Komfort der Bearbeitungen etwas in Grenzen, aber um schnell mal etwas einzuspielen und evtl. später am Computer weiterzubearbeiten, reicht es allemal. Sehr nützlich ist auch die Chord Loop Funktion, mit Hilfe derer Akkordfolgen der Begleitautomatik als WAV-Datei aufgezeichnet werden können, um danach dazu zu jammen oder zu improvisieren. Im Live-Betrieb funktioniert das Ganze sogar „on the fly“, d.h. während man spielt, können Akkordfolgen aufgenommen werden und direkt danach ohne Pause abgespielt werden. Denkbar ist also, dass man 8 Takte aufzeichnet, diese sofort wieder abspielen lässt und die linke Hand dann frei hat, um das Solo der rechten Hand per Modulation, Pitchbend o.ä. zu modulieren.

Mit Hilfe der fünf Drehregler lassen sich die Lautstärken, Gain und der Reverb für das Mikrofon steuern.

Mit Hilfe der fünf Drehregler lassen sich die Lautstärken, Gain und der Reverb für das Mikrofon steuern.

Liedtexte können sowohl direkt am BK-9 als auch auf einem externen Monitor angezeigt werden. Per Center Cancel-Funktion lassen sich Gesangsstimmen eines Songs herausfiltern. Das funktioniert je nach Ausgangsmaterial weniger gut bis ausreichend, denn dafür muss die Gesangsstimme genau in der Mitte des Stereofelds liegen, was bei vielen Songs einfach nicht der Fall ist.

Von einigen anderen Roland Instrumenten kennt man schon die sogenannten Audio-Keys. Beim BK-9 sind die oberen sieben Tasten der Klaviatur damit ausgestattet. Diese lassen sich mit Loops, Samples oder Playbacks belegen und werden per Tastendruck gestartet. Loops lassen sich netterweise mit der Begleitautomatik synchronisieren. Eine weiterer Nutzen wäre die Belegung mit einem Tusch (die Karneval-Saison ist nicht mehr weit), Applaus oder anderen lustigen Jingles.

Fazit

Mit dem BK-9 stellt Roland das neue Topmodell seiner Arranger Keyboards vor. Soundtechnisch breit aufgestellt, lässt sich das Keyboard sehr weitreichend einsetzen und klingt dazu richtig gut. Mit 76 Tasten ist das Keyboard rund eine Oktave größer als viele seiner Konkurrenten. Über 1.700 Sounds, die sich auf maximal vier Parts aufteilen lassen und 540 Styles sorgen dafür, dass man auf jedem Event den passenden Sound finden wird. Das Arbeiten mit den zwei Displays ist etwas gewöhnungsbedürftig, hilft aber an vielen Stellen, den Überblick zu bewahren. Kritik muss das BK-9 für die langen Scroll-Touren im Menü einstecken. Ein paar mehr Auswahltasten in diesem Bereich hätten den Bedienungskomfort des BK-9 auf alle Fälle verbessert.

Plus

  • sehr große Bandbreite an Sounds mit guter Klangqualität
  • gute Begleitautomatik
  • gute 76er-Tastatur
  • Effektsektion mit Leslie- und Ampsimulation

Minus

  • lange Scroll-Touren im Menü

Preis

  • UVP: 2.378,81 Euro
  • Straßenpreis: 1.999,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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      Felix Thoma  RED

      Hallo Entertain70,
      da hast Du Recht, den D-Beam Controller gab es schon beim VA-7. In der aktuellen BK-Serie gibt es den aber nur beim BK-9, die kleineren Modelle haben den leider nicht. Ansonsten findet man den D-Beam aber bei den Workstations und Synthesizern von Roland.

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    siebenhirter

    Für professionelle Styleplayer fehlt der Direktzugriff auf Fill-Ins. Es gibt zwar pro Style sechs Fill-ins, aber diese sind den einzelnen Variationen als Fill-Up/Fill-Down zugeordnet, können also nur je nach Status von Autofill – aber immer an die Variation gebunden – getriggerd werden.

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    Stephan Merk  RED

    Hallo, zum VA-7 habe ich jüngst einen Artikel geschrieben, der sicher bald hier erscheinen wird. Das hat einen D-Beam und einen Ribbon-Controller. Im Vergleich bei gleich eingestellten Werten viel mir auf, dass der D-Beam extrem wenig Werte übergibt und der Effekt dadurch sehr stufig klingt. Das hat man beim BK-9 hoffentlich optimiert, im VA-7 kann ich auf den D-Beam zumindest für Filter gerne verzichten.

    Als Zubehör wurde für das BK-9 der FC7 Fußschalter erwähnt, für das VA-7 war dieser auch schon verfügbar. Recherchen im Netz und Anfrage bei Roland ergaben, dass dieser offenbar nicht mehr erhältlich ist. Und das, wo das BK-9 noch aktuell ist? …

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    1-Mann-Band Berlin  

    Leider gibt es keinen echten Nachfolger zum BK9. Das EA7 hat weder Zugriegel, noch Super Natural Sounds und einen Jupiter 50 mit einem BK7 Modul zu kombinieren, ist deutlich teurer.

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