Test: Roland, F-120, Digitalpiano

5. Mai 2012

Homepiano

Mit dem F-120 stellt Roland ein Digitalpiano vor, das für den Heimgebrauch zugeschnitten ist. Dabei ist es – vom Pianoständer abgesehen – durchaus schlank und nur mit den nötigsten Sachen ausgestattet. Aber oftmals verbergen sich hinter solchen Geräten wahre Wunder. Grund genug, sich das F-120 mal genauer anzuschauen, denn im Stagepiano Bereich sind die Modelle der RD-Serie seit einigen Jahren sehr beliebt, und was liegt da näher, als ein verwandtes Gerät für den Home-Bereich zu entwickeln.

Roland F-120

Roland F-120

Optik & Bedienung

Tatsächlich ist das F-120 in Sachen Bedienelemente und Display nur mit dem wirklich Nötigsten ausgestattet. Allgemein gesagt bleibt die Bedienung durch wenige Taster und Potis natürlich übersichtlich, aber teilweise kehrt sich das Ganze auch aufgrund von unzähliger Mehrfachbelegungen um. Das Roland F-120 ist dabei ein guter Mittelweg. Alle Bedienelemente befinden sich links direkt oberhalb der Tastatur. Ein kleines 3-stelliges Display zeigt die wichtigsten Einstellungen an, so bspw. auch den aktuell gewählten Sound. Aufgrund der Zeichenbegrenzung steht da allerdings nicht Concert Grand oder vielleicht Pno für Piano, sondern Abkürzungen wie GP1 bis GP4 oder aber En1 und o1 (wobei das o als Quadrat angezeigt wird und nicht rund ist). Nach kurzer Einarbeitungszeit und Blick ins Handbuch ist natürlich klar, dass es hierbei um Grand Piano 1 und Ensemble 1 geht, aber manch andere Abkürzungen bleiben danach weiter im Verborgenen. Schade, da hätte ich eigentlich klarere Bezeichnungen erwartet.

Das Outfit des F-120 ist sehr elegant und schick. Die beiden Versionen in matt schwarz und weiß satiniert sehen beide sehr stylisch und cool aus. Die Abdeckung des Pianos wird nicht wie bei anderen Geräten üblich einfach von der Klaviatur leicht nach oben im Gehäuse versenkt, sondern klappt wie ein Dreieck zusammen und dient danach direkt als Notenständer. Wie gesagt, einfach gehalten aber durchaus sehr hübsch anzuschauen.

Klappbarer Deckel

Klappbarer Deckel

Ein recht neues Feature hat das F-120 in Sachen Energiebewusstsein zu bieten. Vergisst man einmal das Gerät nach dem Spielen abzuschalten, übernimmt das Gerät einfach selbst diese Aufgabe, denn nach längerem Nicht-Benutzen schaltet sich das Digitalpiano einfach von selbst ab. Nach kurzem Drücken des On/Off-Schalters ist es dann wieder zurück aus dem Stand-by Modus. Die Zeitspanne, wann sich das Gerät von selbst abschaltet, lässt sich natürlich auch einstellen.

Tastatur & Anschlüsse

Wer Roland Geräte kennt und mag, wird auch das F-120 mögen. Ich selbst nutze schon lange Roland Stagepianos und kenne daher viele der Roland Tastaturen. Die des F-120 steht den anderen Geräten in nichts nach und bietet eine sehr überzeugende Qualität. Obwohl ich hier vielleicht ein wenig voreingenommen bin, finde ich die Roland Tastaturen immer sehr gut spielbar, und nach kürzester Zeit hat man sich an die Eigenarten der Tastatur gewöhnt. Keine Frage, dieses Gefühl ist bei jedem Pianisten (zum Glück) anders, und jeder hat seine eigenen Vorlieben. Daher kann ich jedem nur wärmstens empfehlen, das Wunschgerät vorab im Laden mal anzuspielen. Oft merkt man hier schon recht schnell, ob einem die jeweilige Tastatur zusagt. Für meinen Geschmack verfügt das F-120 jedoch über eine sehr angenehm spielbare Tastatur des Typs Ivory Feel G mit ordentlichem Druckpunkt und Repetitionsverhalten. Die Tastatur lässt sich sehr dynamisch spielen, und auch leise Passagen kommen sehr gut rüber, was bei minderwertigen Produkten u.a. ein großes Manko ist. Ganz anders eben beim F-120, hier federn die Tasten nach dem Anspielen sehr gut zurück, so dass ein insgesamt sehr gutes und akzentuiertes Spiel möglich ist.

Blick auf Tastatur und Pedale

Blick auf Tastatur und Pedale

Fast alle Anschlüsse des F-120 befinden sich auf der Rückseite des Gerätes. Neben dem Anschluss für das externe Netzteil, bietet das Gerät ein MIDI In/Out, einen Line Output L/R (6,3mm Klinke), einen Line Input (3,5mm Stereo-Miniklinke) sowie einen Anschluss für das 3-fach Pedal. Auf der Unterseite des Gehäuses befinden sich noch abschließend zwei Kopfhöreranschlüsse mit einem passenden Haken zum Aufhängen des Kopfhörers.

Anschlüsse auf der Rückseite

Anschlüsse auf der Rückseite

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    BA6  

    Danke für den Test, der recht gelungen einen Eindruck von dem Piano vermittelt. Die Soundbeispiele finde ich dazu auch gut geeignet. Leider fehlt in den Klangbeispielen ein Cembalo (Harpsichord). Ich gehe aber mal davon aus, dass ein solches mit an Bord ist. Bei den Orgelsoundbeispielen und auch bei der Harfe hätte ich es sinnvoll gefunden, den Hall mit dazu zu nehmen. Gerade bei den Orgeln gehört der Hall einfach zum Klangbild dazu. Was mich auch noch interessiert, ist, ob das F-120 auf die gleichen Klänge zugreift wie das FP-4f. Auch vermisse ich Angaben, ob das Piano eingebaute Lautsprecher hat und, wenn ja, wie die klingen usw.

    • Profilbild
      Felix Thoma  RED

      Hallo BA6,
      ja, das F-120 hat zwei Harpsichords mit an Bord. Diese sind auch im Abschnitt Klänge mit aufgeführt :-)

      Lautsprecher hat das Piano auch. Die Leistung beträgt 2x 12 Watt und der Sound ist für ein Digitalpiano dieser Preisklasse sehr gut und ausgewogen, obwohl eine etwas präzisere Basswiedergabe das ganze nochmal verbessert hätte.

      Ob das F-120 die gleiche Tonerzeugung hat wie das FP-4F weiß ich leider nicht, die Anfrage an Roland läuft aber :-)

    • Profilbild
      Felix Thoma  RED

      Hallo BA6,
      laut Roland verfügen beide Geräte über den Super Natural Piano Sound, bei den anderen Klängen gibt es aber durchaus Unterschiede.

      Auf der Roland Webseite findest Du jedoch für beide Geräte die Bedienungsanleitungen und Soundlisten.

      Ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen.
      Felix

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