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Test: Roland J-6 Chord Synthesizer

22. Juni 2022

Guter Begleiter mit Abstrichen

Mit dem Roland J-6 Chord Synthesizer und der AIRA Compact Linie steigt Roland nun also auch in den Bereich der Minigeräte ein, der vorher hauptsächlich von den KORG Volcas dominiert wurde. Im Preisbereich um die 200 Euro tummeln sich auch noch einige andere Kleingeräte, die um die Gunst des Kunden buhlen. Was macht den Roland J-6 Chord Synthesizer kaufenswert?

Roland J-6 Chord Synthesizer - In the Jungle

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Der Roland Juno-6 stand Pate

Wie der Name unschwer vermuten lässt, ist das Vorbild der Sound-Engine des Roland J-6 Chord Synthesizer der Klassiker von Roland, der 6-stimmige Juno-6. Tatsächlich werkelt im Roland J-6 Chord Synthesizer die ACB-Technologie von Roland, also sollte man sich auf einen authentischen Klang freuen können. Nun ja, mit Einschränkungen. Denn als erster Dämpfer ist der Roland J-6 Chord Synthesizer Im Gegensatz zum Original lediglich vierstimmig. Einerseits verstehe ich die Einschränkungen in diesem Preissegment, andererseits sind nun mal 3 Stimmen das absolute Minimum für Akkorde und mit einer Stimme mehr kann man zwar schon einiges anstellen (7er Akkorde z. B.), für mehr Erweiterungen (9er, 11er etc.) taugt er aber nicht. Das macht ihn für manche Stilrichtungen, die sowas verlangen, uninteressanter.

Die Engine des Roland J-6 Chord Synthesizers

Bleiben wir bei der Sound-Engine. Man hat natürlich keine volle Kontrolle über alle Parameter des Juno-Sounds. Auf dem Roland J-6 Chord Synthesizer stehen lediglich zwei zur Verfügung: Filter (-Cutoff) und Envelope (-Intensität). Das hört sich jetzt nicht wirklich nach viel an und lässt einige bestimmt verwundernd mit dem Kopf schütteln. Aber auch hier ist diese Reduktion dem Preis und dem Formfaktor geschuldet. Aber, und das ist ein großes „Aber“: Es gibt 64 Preset-Sounds, organisiert in acht Bänken, die Voreinstellungen für die anderen Parameter enthalten. So wird z. B. der Effekt des Filter- und des ENV-Reglers immer ein wenig anders ausfallen, je nachdem welches Preset gewählt ist.

Obwohl ich im Endeffekt mit dieser Einschränkung leben kann, hätte ich mir doch sehr, sehr, sehr stark gewünscht, dass man zumindest die Resonanz manuell hätte einstellen können. Denn gerade der gefühlvolle (oder eben weniger gefühlvolle) Einsatz der Resonanz bestimmt den Charakter vieler Sounds, die ich mit meinem Juno-6 erstellen kann. Dennoch enthalten einige Presets des Roland J-6 Chord Synthesizers natürlich Resonanz und hier drängt sich mir gleich nochmal der Vergleich mit dem Vorbild auf.

Denn während der Juno-6 hier eindeutig seine Stärken präsentiert und man das Filter geradezu zum Singen bringen kann, scheitert der Roland J-6 Chord Synthesizer hier für meine Begriffe recht deutlich. Gerade bei hohen Resonanzeinstellungen hört man, wie die digitale Simulation ein wenig in sich zusammenbröselt, während sie versucht, den ikonischen Sound nachzuahmen.

Bitte versteht mich nicht falsch. Generell empfinde ich den Klang des Roland J-6 Chord Synthesizers als sehr gut und angenehm junoesque. Auch diejenigen Presets, die den Chorus simulieren, kommen richtig schön flockig schwebend rüber. Aber bei der Resonanz ist dann halt leider Schluss.

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Als zusätzliche Effekte stehen einem noch ein synchronisierbares Delay und ein Reverb zur Verfügung, der mit insgesamt 255 Variationen aufwarten kann. Sehr einfach kann man diese über die Shift-Funktion einstellen. Einfach Shift-Taster halten, am Reverb- bzw, Delay-Regler drehen und man kommt schnell an die Variationen. Beim Reverb geht es da von kleinen Räumen bis ca. 9 Sekunden Nachhallzeit. Die Qualität ist OK, aber nicht umwerfend. Und bevor ich es vergesse: Der J-6 hat einen Akku verbaut, mit dem man ihn nach dem Aufladen ca. 3 bis 5 Stunden benutzen kann.

Hardware und Äußerlichkeiten

Seltsamerweise musste ich diesmal mit dem Klang beginnen, obwohl ja sonst zuerst die Äußerlichkeiten und die Bedienung im Vordergrund stehen. Das liegt vermutlich dran, dass ich das Original besitze und den Klang verinnerlicht habe und dass ich den Klang des Juno-6 einfach abgöttisch liebe.

Roland J-6 Chord Synthesizer - Mini Setup

Das 300 g leichte Gerät hat die Abmessungen von 18,8 x 10,6 x 3,6 cm. Da es auch einen Juno-106 gibt, halte ich aber eher für einen Zufall, dass die Tiefe 106 mm ist. Die 6-Potis haben einen angenehmen Widerstand und auch der Encoder zur Dateneingabe fühlt sich gut an. Ich will nicht lügen, wenn man den Roland J-6 Chord Synthesizer in der Hand hält, fühlt es sich durch das Kunststoffgehäuse schon ein wenig pappig an. Dennoch vermittelt das Gerät insgesamt einen soliden Eindruck.

Die Eingabe erfolg über gummierte Taster, die im Fall der Keyboard-Taster auch größer ausfallen. Alle Taster des Roland J-6 Chord Synthesizers sind hintergrundbeleuchtet. Leider schwimmen die Taster ein wenig, aber der Druckpunkt ist dennoch gut zu treffen. Natürlich kann man keine Vetocity über die Keyboard-Taster eingeben; verstehen tut der Roland J-6 Chord Synthesizer MIDI-Vetocity jedoch sehr wohl. Bleibt noch das numerische Display, das in diesem Fall den passenden 80er-Charme versprüht.

MIDI-, CV- und Audio-Verbindungen

Der J6 bietet sowohl MIDI In/Out über die beiden Miniklinken-Buchsen, als auch über die USB-Verbindung. Das USB-C-Kabel wird mitgeliefert, die Adapter auf DIN-MIDI leider nicht. Für diese Preisklasse erstaunlich ist die Class-Compliant-Audioverbindung über USB 2.0 mit 44,1 kHz, 24 Bit. Das gilt aber nur für die Ausgabe des Roland J-6 Chord Synthesizers selber. Geräte, die über den MIX-IN angeschlossen sind, werden nicht übertragen. Der Pegel, der über USB ausgegeben wird, wird entweder vom Volume-Regler selbst bestimmt oder unabhängig (mit einem Wert von 1-127) im System-Menü festgelegt. Praktisch, wenn man Live in einem Set die Lautstärke anpassen muss, aber die Aufnahme davon nicht beeinflusst werden soll.

Zur Synchronisation mit analogen Geräten besitzt der Roland J-6 Chord Synthesizer auch analoge Clock-Sync-I/O. Die PPQ (Pulses Per Quarter Note) können dabei auf 1, 2, 3, 4, 6, 8, 12 und 24 eingestellt werden. Damit ist die Kompatibilität mit einer großen Bandbreite an analogen Geräten gewährleistet. Die analoge Synchronisation hat dabei immer Vorrang. Sobald am Sync-In-Eingang ein Signal anliegt, wird dieses übernommen. Auch eine eingehende MIDI-Clock wird dann ignoriert. Ich hatte zum Test hier noch andere Geräte der Aira-Compact-Geräte. Das mit dem Sync funktioniert einwandfrei.

Chords eines Chord Synths

Man kann einerseits die Akkorde selber eingeben, andererseits gibt es auch insgesamt 100 Chord-Presets, die über die Shift-Funktion „Genre“ abgerufen werden können. Diese reichen von Pop über EDM zu Jazz und Klassik. Auf jedem Keyboard-Taster liegt dann ein Akkord. Wobei man sich schon fragen muss wie „Jazz“-Chords mit nur vier Tönen sein können. Im PDF-Handbuch, von dem es auch eine Online-Version gibt, kann man in einer Tabelle nachschlagen, aus welchen Tönen die jeweiligen Akkorde aufgebaut sind.

Alle Chord-Sets können dabei über das schnell erreichbare Key-Menü transponiert werden. Dies erreicht man einfach über Shift + Keyboard-Taste „A“. Natürlich ist diese Funktion unter der Taste abgedruckt, so dass man sich das nicht merken muss.

Alle Chord- und Style-Variationen werden übrigens genau wie man sie hört auch über MIDI ausgegeben. Das ist wirklich fantastisch, denn so kann man allerlei anstellen, wie z. B. doppeln mit anderen Synths und und und. Was leider weder ausgeben, noch aufgezeichnet wird, sind die Bewegungen der Regler für Filter, Envelope, Delay, Reverb. Der Roland J-6 Chord Synthesizer akzeptiert auch keine CC, außer CC-64 (Hold). Verläufe werden also immer manuell gemacht werden müssen.

Style und Variation des Roland J-6 Chord Synthesizers

Ein reiner Chord-Sequencer bei dem jeder Step gleich lang ist klingt nun nicht besonders interessant, obwohl er immerhin 64 Steps pro Pattern bietet. Und auch wenn man die Steps von einer Länge von einer 1/4-Note bis zu 8 Takten einstellen kann, gilt das immer für alle Steps des Patterns. Hier kommen nun die Styles und deren Variations ins Spiel. Diese beinhalten sowohl Arpeggiator- als auch Phrase-Funktionen.

Jeder der 9 Styles hat 12 Variations. Die ersten beiden Styles bedienen eine Reihe der üblichen Arpeggiospielarten. Die Styles 3 bis 5 beinhalten einfache Phrasen, bei denen z. B. von einem Takt nur jede erste oder zweite 16tel gespielt wird. Das betrifft wohlgemerkt den ganzen Akkord. Die Styles 6 bis 9 sind dann schon spezieller und beinhalten auch gleichzeitig Arpeggios und Phrasen. Man startet beispielsweise mit einem Arpeggio auf den ersten beiden Viertelnoten und danach gibt es kurze 16tel Chord-Stabs. Hier muss man sich einfach durchhören. Das Beste ist aber, dass es möglich ist, pro Step eine andere Variation auszuwählen!

Roland J-6 Chord Synthesizer - Styles

Alles in allem stehen also 108 Style/Variations zur Verfügung. Kombiniert mit den bereits erwähnten Sound-Presets, gibt das mehr an Material her, als man zunächst annehmen würde. Bezieht man hier noch Sync-Delay und die Reverb-Variationen ein, wird einem so schnell nicht langweilig werden.

Ein Manko gibt es aber bei der jetzigen Firmware-Version (1.02) des Roland J-6 Chord Synthesizers jedoch. Verstellt man die Variations, während der Sequencer läuft, gibt es ein unmusikalisches Gerumpel. Nur wenn man genau die 1 eines Steps trifft, bekommt man den Übergang hin. Live empfiehlt es sich also nicht, mit den Variations zu experimentieren. Ich bin mir aber sicher, dass das in einem Update behoben werden kann.

Bei meinem Test kam es auch schon mal vor, dass ich eine Variation partout nicht von einem Step wegbekommen habe. Eigentlich sollte das möglich sein, wenn man den Step auswählt und dort einfach den Style-Taster deaktiviert.

Roland J-6

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Preis199,00 €

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Meine Zeit mit dem Roland J-6 Chord Synthesizer

Ich muss sagen, obwohl es hier und da kleine Unstimmigkeiten gibt, bin ich mit dem Gesamtpaket sehr zufrieden. Es ist das erste Mini-Gerät, mit dem ich mich mal gemütlich auf die Couch gelegt habe, um einfach ein paar Akkordverläufe zu programmieren. Dabei habe ich mich ertappt, wie angefangen habe, unwillkürlich Melodien zu summen. Der Roland J-6 Chord Synthesizer hat mich also tatsächlich inspiriert, auch mal was außerhalb meiner Routine zu versuchen.

Roland J-6 Chord Synthesizer - In the Jungle

Dass das Gerät ein eignes Audiosinterface hat und auch AIRA-Sync-kompatibel ist, ist schon erstaunlich, so wird es sich nahtlos in ein Setup mit anderen Geräten, wie der Boutique-Serie, einreihen. Durch die Sync-Optionen ist es aber nach allen Seiten hin kompatibel und universell einsetzbar. Das ist viel Funktion fürs Geld.

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Fazit

Der Roland J-6 Chord Synthesizer ist bis auf die genannten Abstriche ein interessantes Gerät, das zu inspirieren weiß. Obwohl der Klang in Extremeinstellungen sich die Blöße der digitalen Emulation geben muss, ist es nichts was wirklich ins Gewicht fällt – man quält seine Zuhörer ja auch er selten mit Resonanzeinstellungen auf Stufe „11“.

Was schwerer ins Gewicht fällt ist, dass die Style-Variation nicht im Flug verändert werden können. Das ist schon ein Manko.

Ein tolles Feature ist, dass der Roland J-6 Chord Synthesizer alle MIDI-Daten, auch der Chord-Styles, als MIDI ausgibt, so kann man diese noch mit anderen Geräten nutzen oder weiter bearbeiten. Dagegen steht das Fehlen der Aufzeichnung der Realtime-Regler.

Plus

  • guter Basissound
  • einfache Bedienung
  • viele Phrasen und Stile
  • vollständiges MIDI-/Audiointerface über USB

Minus

  • Resonanzverhalten nicht ganz getroffen
  • nur 4-stimmig
  • Style/Variations nicht in Echtzeit änderbar

Preis

  • 199,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      t.goldschmitz RED

      Jau, Super. Hab alles mit Shift ausprobiert, bloß das Filter nicht?
       
      Mea Culpa und ganz dicker Faux Pas.

  1. Profilbild
    Örli

    Vielen Dank für den ausführlichen Test. Ich hatte den J-6 auch direkt geordert, bin mit dem Sequencer aber irgendwie nicht warm geworden. Die Vor- und Nachteile, von denen hier berichtet werden kann ich ansonsten voll bestätigen. Allerdings hab ich auf den Roland Seiten kein PDF-Handbuch zum Download finden können, lediglich ein HTML Handbuch, zum online lesen, das ich auch recht nervig fand. :-))

  2. Profilbild
    Emmbot AHU

    Hm auf einer Seite interessant mit seine Chords welche auch als Midi rauskommen. Aber die Klangregelungsmöglichkeiten sind schon arg begrenzt.

    • Profilbild
      Klang X

      Ein sogenannter „Plastikschachtelrompler“
      Viele schreiben doch immer „Limitierungen fördern die Kreativität“, also genau die richtige Schachtel.

  3. Profilbild
    Marco Korda AHU

    Ich kenne den Juno 6 auch einigermaßen gut. Was ich mir überhaupt gar nicht (!) vorstellen kann, wie das mit der Limitierung von 4 Stimmen noch hinreichend gut funktionieren soll. Wie schon bei anderen ACB-Modellen, empfinde ich das als ungenügend. Zwar kann man mit dem Juno auch hervorragend Bässe spielen, sein vorangiger Spielplatz ist jedoch nach meiner persönlichen Erfahrung eindeutig diese sahnigen, sanften oder fetten Flächen.

    Wie immer muss man daher sagen: wer Juno 6 will, muss sich einen kaufen….

  4. Profilbild
    Codeman1965 AHU

    Hmmm.
    Also, wenn das, was es in den Videos zu sehen/hören gibt, alles ist, dann drängt sich mir die Frage auf, wo denn jetzt die Pointe sitzt.
    Das bekomme ich doch mit jedem meiner Geräte besser hin ( und das sind weder unheimlich viele noch teure).

    Merkwürdig finde ich auch immer wieder, daß alle möglichen Einschränkungen „dem Formfaktor geschuldet“ sind. Das kann doch kein Argument sein…?

    Aber wer weiss, vllt. kommt das Ding ja noch als „EX“ raus, mit nur 2 Stimmen und 1stelligem Display, aber dafür mit XV-5080-Sounds und RD-Pianos…

    • Profilbild
      t.goldschmitz RED

      Damit meinte ich wohl, dass man auf einer begrenzten Oberfläche nur eine begrenzte Anzahl an Bedienelementen platzieren kann. Andere Male schreib ich das mit einem Augenzwinckern, das im Test nicht so rüberkommt.

      • Profilbild
        Codeman1965 AHU

        Neinneinnein, das ging ja nicht gegen Dich! Wenn’s so ‚rübergekommen ist, werde ICH es nächstes Mal anders formulieren… :-)

        Es ist ja auch richtig, was Du schreibst, function follows design scheint das Credo zu werden.

        Man könnte auf die Idee kommen, daß in einigen Firmen (nicht nur Roland) zuerst die Design-Abteilung beauftragt wird:
        „Baut mal einen schicken Kasten, mit Briefmarken-Display und nicht mehr als 5 Tasten und Reglern. Miniklinken und Micro-USB nicht vergessen.
        Sagt Bescheid, wenn Ihr fertig seid, dann kann die Technik-Crew mal schauen, was und was nicht sie da untergebracht bekommen.“

        Ich war auch mal ein echter Roland-Jünger, habe viele tolle Geräte von denen gehabt.
        Aber ich (persönlich) finde, es geht bei Denen immer mehr in die Richtung „Entweder inclusive uralter Sound-Libraries oder eben unausgereiter, halbgarer Spielkram“ wie eben dieses Teil.

        Auch andere Hersteller erfinden das Rad nicht neu. Das zu erwarten, wäre wohl auch ein bissel strong.
        Aber viele Andere beschränken sich darauf, ihre Geräte so zu gestalten, daß es Hand und Fuß hat.
        Die ganze Roland-Palette wirkt (von Ausnahmen abgesehen) einfach nur lust- und ideenlos hingeklatscht…

        • Profilbild
          t.goldschmitz RED

          Passt schon Codeman, dein Kommentar hat mich nur selber überlgen lassen, ob ich das nicht offener ansprechen und kritisieren sollte. Von daher, Danke! Und was du schreibst: +1

  5. Profilbild
    calvato

    Also, bei Roland hab ich langsam das Gefühl, dass sie seit einigen Jahren nach der Devise handeln: Trend erkannt, Gerät entwickelt/gebaut und am Ende ziemlich verkackt.
    Jedes einzelne Roland-Instrument kommt für mich irgendwie „knapp daneben“ vor, und das sage ich als ehemaliger Roland-Fan und User.
    Man denkt sich immer „das und das wäre geil!“ und Roland so: „och nö, ich geb euch nicht einmal die Möglichkeit einer Editor-Software, vergesse dies und jenes, dafür baue ich euch ein paar 30 Jahre alte Sounds mit rein und nen Vocoder oder einen supergeilen D-Beam!“
    Neee neee neeee, so wird das nix, zumindest nicht für mich….

    • Profilbild
      Sven Blau

      „Trend erkannt, Gerät entwickelt/gebaut und am Ende ziemlich verkackt.“

      Ich würde eher sagen, Trend verschlafen (zumindest in dem Fall).

      Korg hat mit den Volcas vor was weiß ich 10 Jahren? diesen Trend gesettet und seitdem konsequent ausgebaut. Die Volcas mögen ihre Fehler haben, sind aber wenigstens konsequent designt.. kann man von den 3 neuen Roland Tischhupen nicht sagen.

      • Profilbild
        d_eric

        Kann dir da nur zustimmen, bei den Volcas sagt mein GAS jedesmal: „Zugreifen!“
        Bei den Roland-Geräten klingt die Ankündigung jedes Mal super, wenn ich dann die Tests lese kommt dann die Ernüchterung…

      • Profilbild
        Seabstian

        Konsequent designed finde ich sie schon, vor allem wenn man alle drei zusammen betrachtet, wo sie dann auch am meisten „Sinn“ machen. Dann hat man allerdings auch 600€ hingelegt, wofür es schon deutlich anderes mobiles Spielzeug gibt (z.B. Hydrasynth Explorer).
        Schade finde ich, dass Roland zusätzliche Funktionen auch nicht über einen Software Editor zugänglich macht, da hätte man sich positiv von den Mitbewerbern absetzen können.

    • Profilbild
      Örli

      „Jedes einzelne Roland-Instrument kommt für mich irgendwie „knapp daneben“ vor, und das sage ich als ehemaliger Roland-Fan und User.“

      Die kleine Beat Machine T-8 finde ich am besten gelungen von den drei kleinen Airas. Intuitiv genug um ein paar Beats und Bässe auf der Couch zu basteln und mit nem USB-C Kabel ist schwuppdiwupp eine kleine Jamsession in die DAW aufgenommen. Nice!

      Sicher, die hat auch ihre Schwächen und zwar jede Menge davon, ist aber dennoch recht brauchbar. Also für mich eher „knapp geschafft“. :-)

  6. Profilbild
    zeitlos

    Der Schwerpunkt der Roland-Planung ist m.E. bei diesem Gerät eindeutig der Chord-Sequenzer gewesen und nicht die Sound-Engine. Die stark abspeckte J-6 Sound-Engine ist lediglich Beiwerk. (Wer den Juno-Sound haben will, muss sich halt die JU-06A zulegen.) Wenn man mehr Klang will, schließt man halt was Besseres an.
    Das Spiel mit den Akkorden ist für mich inspirierend. Ich gebe die J-6 nicht mehr her. Und 200 Euro sind dafür nicht zu viel.

  7. Profilbild
    Baeno

    Sieht für mich wieder stark nach einem Instrument aus, mit dem man spielt solange es neu ist. Sobald dann das nächste neue Spielzeug unter 200€ rauskommt spielt man halt mit dem und lässt das Letzte links liegen.

  8. Profilbild
    Basicnoise AHU

    Selten war ich so gehyped und dann so enttäuscht. Bei meiner Musik dreht sich alles um Chords. Da kommt so eine Ankündigung natürlich spannend daher. Aber so wenig Kontrolle über den Sound finde ich schwach. Dazu die wenigen Stimmen, wodurch viele Chords schon gar nicht mehr funktionieren. Und das soll doch das Spezialgebiet der Kiste sein.
    Auch die ganzen Sequenzervariationen sind mir viel zu vollgeladen. Wenn man die Sounds nicht hinreichend ändern kann und dann auch noch alles eigentlich von selbst spielt, finde ich das nicht inspirierend sondern langweilig.

    Da spiel ich lieber mit nem Subharmonicon, aber kann ja jeder machen, wie er mag :)

  9. Profilbild
    lunatic AHU

    Seit dem V-Synth hat mich Roland nicht mehr gecatcht. Ok, ich bin alt und es ist lange her. Trotzdem gefühlt lauwarm was da immer so präsentiert wird.

  10. Profilbild
    Dirk Siegmund

    Ich bin schon immer und ewig Roland-Fan, seit ich mit 12 Jahren in einem Musikgeschäft an einem Jupiter-8 spielen durfte (leider habe ich nie einen Jupiter-8 besessen).
    Ich habe mir sogar noch alle AIRAs (System 1, 1m und 8, TR-8,VT-3), alle Roland-Boutiques und einen Jupiter-X gekauft, aber das was Roland da jetzt mit den Mini-AIRAs veranstaltet kommt mir nicht mehr ins Studio. Selbst ein Juno-X ist wieder nur ein Abklatsch vom Jupiter-X, quasi ein Hardware-Controller für die ganzen ZEN-Core-Models.

    Wenn ich es mir eingestehe, dann mache ich Musik wirklich nur mit den Geräten, die richtige Tasten haben (System-8, JD-Xa, Jupiter-X). Die Boutiques sind zwar alle über USB an drei MX-1 angeschlossen, aber am Ende eigentlich bei mir nur Sammelgegenstände wegen G.A.S.

    Jetzt noch abgespecktere Versionen, die quasi noch weniger können als die bisherigen AIRAs und Boutiques, können mich nicht inspirieren, auch nicht mit Chord-Algorithmus… den bekomme ich auch über DAW oder Arpeggiator hin.

    Die Zielgruppe kann hier nur der absolute Einsteiger sein, der meistens im Teenager-Alter ist und kein großes Budget hat.

    Was mir wirklich fehlt, wäre endlich ein Nachfolger vom MX-1, der mehr als vier Roland-USB-Audio-Eingänge kann… von mir aus auch als reine USB-to-AES50-Box, um sie an bestehende Digital-Mischer (X32) anzuschließen.

  11. Profilbild
    Killnoizer

    Roland schafft es immer wieder mit seinen Neuerscheinungen knapp daneben zu liegen. Das Teil taugt nicht als Sender ( fehlende Reglerbewegungen ) und akzeptiert die auch nicht als Empfänger ( CC ) .
    Im Verbund zu schwach, damit bleibt ein Chordgenerator für 200,- übrig.
    Ich warte dann weiter auf die kleine Serie von Behringer.

    • Profilbild
      Benedikt

      Mich interessiert eigentlich nur der Chordgenerator. Gibt es da gute (Hardware) Alternativen unter 200€?

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