Test: Roland JU-06A vs Roland Juno-60 Synthesizer

11. Dezember 2019

Die perfekte Juno-60 Kopie?

Der Roland JU-06A und ein wenig Geschichte

An den Synthesizern aus Rolands Boutique-Serie, den Miniatur-Remakes berühmter Klassiker wie beispielsweise dem Roland Juno-106 oder Roland SH-101, scheiden sich ein wenig die Geister: Die einen möchten lieber einen authentischen, analogen Nachbau jener legendären Synthesizer und kein kleines digitales Modul, das im Vergleich zum Original für viele eher „wie Spielzeug“ anmutet. Vielen anderen hingegen scheinen Rolands Neuauflagen zu gefallen – die Verkaufszahlen sprechen hier für sich, denn viele der limitierten Boutique-Modelle wie der Roland JU-06 waren schnell ausverkauft und haben bereits steigende Preise auf dem Gebrauchtmarkt erzielt. Das hat Roland zum Anlass genommen, mit dem Roland JU-06A jetzt eine verbesserte Version des Vorgängers JU-06 herauszubringen, die nun den Fokus auf den Juno-60 setzt. Welche Figur der kleine Synthesizer im Praxistest macht und wie er sich im Vergleich mit seinem berühmten Vorfahren, dem Roland Juno-60 schlägt, klären wir in diesem AMAZONA.de Test.

Original und Remake: Roland Juno-60 und Roland JU-06A

Roland JU-06A – Legende und Remake

Der Roland Juno-60 war mein erster Hardware-Synthesizer und ich habe ihn schnell lieben gelernt. In zahllosen Live-Auftritten konnte der Juno-60 unter Beweis stellen, was genau ihn so besonders und gefragt macht: schneller und intuitiver Zugriff auf jeden Parameter, durch große Fader und minimalistische Übersichtlichkeit; durchsetzungsfähiger und charaktervoller Grundsound, der immer gut klingt und fast nie richtig „verbogen“ werden kann sowie eine hohe technische Zuverlässigkeit. Die Gebrauchtpreise für einen Juno-60 haben sich in den letzten 8 Jahren jedoch nochmals verdoppelt (auf über 2.000 Euro), so dass die Boutique-Serie von Roland für viele eine durchaus interessante Alternative darstellt.
Obwohl … ist sie wirklich eine Alternative zum Original oder bedient sie doch eher eine andere Nische? Nun, schaut man sich die oben genannten Punkte für den Juno-60 an, dann kann man einige Kritikpunkte an dem Remake JU-06 schon ein wenig nachvollziehen: Im Live-Betrieb zeigt das kleine Boutique-Modell im Miniaturformat vermutlich nicht seine größte Stärke. Zudem kamen hinsichtlich der digitalen Klangerzeugung bei vielen Musikern auch Zweifel auf, ob der Sound wirklich noch genauso gut ist wie beim Original. Man muss sich also im Klaren darüber sein, was man von den Roland Boutique-Instrumenten alles erwartet.

Was den Roland Juno-60 ebenfalls noch so spaßig machte, ist ein Feature, das beim JU-06 – wie auch bei dessen Vorbild, dem Juno-106 – fehlte, im aktuellen Nachfolger Roland JU-06A aber einbezogen wurde: der Arpeggiator. Diesen habe ich beim JU-06 schon etwas vermisst, auf die beiden Ribbon-Controller für Modulation und Pitch hätte ich dafür gerne verzichtet. Dies hat Roland nun verbessert und so befindet sich auf der linken Seite des JU-06A nun die Arpeggiator- und Keyboard-Sektion.
Der JU-06A ist nun also eine Mischung, und enthält sowohl Juno-60 als auch Juno-106 Sounds – klasse! Optisch ist er nun ganz dem Juno-60 nachempfunden, was vielen Leuten gefallen dürfte.

Facelift: Der JU-06A hat ein neues Frontpanel erhalten

Roland JU-06A: Features

Der Roland JU-06A ist ein 4-stimmig polyphones Klangmodul zur digitalen Nachbildung der Juno-60 und Juno-106 Synthesizer. Die Klangerzeugung erfolgt komplett digital auf Rolands ACB-Technologie basierend und lässt sich per Schalter zwischen Juno-60 und Juno-106 umschalten. Zur Verfügung stehen ein DCO mit Sägezahn und Rechteck, Suboszillator und Rauschen; eine ADSR-Hüllkurve, ein synchronisierbarer LFO sowie ein Hochpass- und ein resonanzfähiges Tiefpassfilter – alles exakt so wie beim Juno-60.

Ebenfalls enthalten: ein Arpeggiator und ein 16-Step-Sequencer, der zur Programmierung kurzer Notensequenzen genutzt werden kann.

Neben der Nachbildung des berühmten Juno-Chorus besitzt der JU-06A auch noch einen Delay-Effekt, was besonders in Verbindung mit dem Arpeggiator sehr sinnvoll ist.

Der JU-06A ist sehr kompakt und transportabel; das zeigt sich auch an der Möglichkeit zum Batteriebetrieb und dem eingebauten Lautsprecher. Außerdem besitzt das Modul noch ein integriertes USB-Audiointerface mit 24 Bit/44,1 kHz.

Auch der JU-06A kann natürlich wieder optional mit dem Keyboard Roland K-25m erweitert werden.

Erster Eindruck des Roland JU-06A

Ich befreie den Roland JU-06A aus seinem Karton und halte ihn in meinen Händen. Das Gewicht von 996 g vermittelt einen wertigen Eindruck, der keineswegs Assoziationen an ein Spielzeuginstrument weckt. Das Gehäuse ist aus Metall gefertigt und die Fader fühlen sich stabil und leichtgängig an, wenn auch durchaus recht klein. Auch die Taster fühlen sich wertig und mit einem guten Druckpunkt an.
Ein USB-Anschlusskabel liegt dem Gerät leider nicht bei.

Die Anschlüsse auf der Rückseite

Die Anschlüsse

Die Anschlüsse des Roland JU-06A befinden sich auf der Rückseite des Gerätes. Die Stromversorgung geschieht über einen Mini-USB-Anschluss sowie über 4x AA-Batterien. Es gibt einen MIDI-In und einen MIDI-Out. Alle anderen Ein- und Ausgänge sind als Miniklinke ausgeführt: Kopfhörerausgang, Audioausgang, Mix In sowie External Clock In. Der Volume-Regler befindet sich ebenfalls auf der Rückseite.

JU-06A: klassische Bedienoberfläche im Miniaturformat

Die Bedienoberfläche

Das Frontpanel ist in seiner Gestaltung und Farbgebung nun ganz dem Juno-60 und Juno-6 angepasst und erscheint sehr übersichtlich. Dies empfinde ich als Verbesserung zum Vorgänger JU-06, denn das originale Design des Juno-60 ist in seiner Übersichtlichkeit schon kaum zu schlagen. Fast alle Klangparameter sind über die Fader einzustellen, was ein schnelles Ablesen der Werte erleichtert. Aber: Viele Patch- und Delay-Parameter des Roland JU-06A sind nur über verschiedene Tastenkombinationen auf den 16 Sequencer-Tasten zu erreichen. Beschriftet sind diese nicht auf dem Frontpanel, so dass man besser die Bedienungsanleitung griffbereit hat, um hier nicht den Überblick zu verlieren. Der JU-06A erweitert damit die Soundpalette etwa durch zusätzliche LFO-Schwingungsformen und entfernt sich damit auch ein wenig von dem Original, an dem wirklich jeder Parameter einen eigenen Regler hat.

Ganz links auf dem JU-06A befinden sich nun die Keyboard-Funktionen, die das Spielen des Synthesizers erlauben, wenn kein Sequencer läuft oder keine Noten per MIDI/USB getriggert werden. Es können Akkorde und Noten gespielt werden, während der HOLD-Button als Haltepedal wirkt und besonders mit dem Arpeggiator unerlässlich ist, der rechts daneben liegt. Der Arpeggiator bietet alle Funktionen des Originals: Up, Down und Up/Down Mode, 3 Oktaven Range sowie ein RATE-Poti zur Veränderung des Tempos – dies kann zu einer MIDI-Clock via MIDI-In oder USB und einem externen Clock-Signal synchronisiert werden. Der JU-06A lässt sich also auch in ein modulares Setup einbinden.

Rechts daneben befinden sich die rot hinterlegten verschiedenen Sektionen der Klangerzeugung. Diese sind von links nach rechts: LFO, DCO, HPF, VCF, VCA und ADSR-Envelope-Generator. Jede dieser Sektionen bietet exakt die Funktionalität des Vorgängers JU-60, mit einem Unterschied, für den PWM-Regler lassen sich nun drei Ziele auswählen: LFO, Manual und auch Envelope. Mit Letzterem beeinflusst die Form des Envelopes die PWM. Diese dritte Funktion hatte der Juno-106 vom originalen Juno-60 nicht mehr übernommen und so fehlte sie auch beim JU-06 Modul. Nun wurde dies wieder hinzugefügt, was die Klangmöglichkeiten des JU-06A noch mal erweitert!

Im unteren Bereich des JU-06A Moduls befinden sich 16 Drucktaster zur Steuerung des Sequencers, über die ebenfalls die 64 verschiedenen Klangspeicherplätze aufgerufen werden können. Auch dienen diese Taster als Keyboard zum Spielen von Noten, wenn NOTE in der Keyboard-Sektion ausgewählt ist. In Kombination mit dem eingebauten Lautsprecher und dem Batteriebetrieb kann man dem Modul also auch unterwegs ganz ohne angeschlossenes Keyboard oder Lautsprecher Klänge entlocken. Die Oktaven lassen sich hierbei auch über die beiden Taster für CHORUS verstellen.
Ein kleines Display bietet nützliche Information über die getriggerten Notenwerte sowie über das Tempo.

Die Drucktaster des Sequencers steuern viele Einstellungen

JU-06A: Im Praxistest

Nun bin ich neugierig geworden, welche Klänge sich dem Roland JU-06A entlocken lassen – und ob mich diese genauso packen, wie die meines Juno-60. Roland selbst sagen auf ihrer Homepage, dass der Sound und das Regelverhalten von den Originalen nicht zu unterscheiden sei, selbst in extremen Einstellungen. Auch der Chorus wurde bis ins Detail rekonstruiert und hat nun sogar 3 verschiedene Einstellungen zur Dosierung des Rauschens im Chorus.

Bei soviel Liebe zum Detail fragt man sich allerdings, warum Roland dies nicht auch konsequent bei der Polyphonie weitergeführt hat: Die Namensgebung bei den Vorbildern Juno-6/60/106 basierte schließlich auf der 6-stimmigen polyphonen Klangerzeugung – daher ist es etwas schade, dass man mit dem JU-06A erneut nur 4 Stimmen zur Verfügung hat. Das wird nicht nur Vintage-Puristen etwas bitter aufstoßen; auch all jene, die gerne vielstimmige Akkorde mit beiden Händen greifen, können schnell an die Grenzen stoßen.

Die Klangerzeugung

Der Roland JU-06A besitzt einen Oszillator, der den DCO des Juno-60 bzw. Juno-106 nachbildet. Dieser lässt sich wahlweise als Sägezahn, Puls bzw. einer Kombination aus beiden Schwingungsformen betreiben. Zusätzlich können noch Rauschen sowie ein Suboszillator stufenlos hinzugeregelt werden.

Den Grundklang meines Juno-60 kann man als recht rund und warm bezeichnen; die Schwingungsformen haben auch mit vollständig geöffneten Filter eine angenehme Obertonstruktur und klingen nie zu hell oder schrill. Beim Vergleich einer einfachen Sägezahnschwingung mit dem JU-06A fällt mir auf, dass dieser etwas mehr Obertöne hat und somit etwas brillanter klingt. Der typische Klangcharakter der Juno-Familie ist jedoch klar zu erkennen. Dies wird auch in Klangbeispiel 6 deutlich. Schön zu hören hier auch: das Phasing bei einem einfachen Intervall aus zwei Tönen, das auch beim JU-06A gut umgesetzt ist.

Der leicht hellere, schon als härter zu bezeichnende Klangcharakter des Roland JU-06A zeigt sich auch im nächsten Klangbeispiel 07. Während der Juno-60 viel Druck in den Tiefmitten erzeugt, sind die Frequenzen bei gleichen Reglerstellungen auf dem JU-06A etwas schwächer repräsentiert.

Eine Neuerung beim JU-06A ist die Möglichkeit, nun auch den Envelope auf die Pulsbreite des Rechteck-Oszillators wirken zu lassen (Klangbeispiel 11). Das klingt schon sehr fein! Der Klangcharakter beim JU-06A ist schon sehr ähnlich zum Juno-60, auch wenn der Juno-60 auch hier wieder etwas runder und zurückhaltender klingt. Bisher vermisse ich diese Weichheit etwas beim JU-06A, auch wenn er in seinem Klang schon der Juno-Familie zugehörig klingt.

Nun testen wir mal etwas extreme Einstellungen bei den Oszillatoren und mischen einfach alle Schwingungsformen samt Suboszillator zusammen, inklusive Pulsbreitenmodulation. Das ergibt einen fetten Bass-Sound, der in Klangbeispiel 13 zu hören ist. Der Juno-60 ist hier ordentlich am Grummeln im Tiefbass und zeigt auch viel Bewegung in den Schwingungsformen; der Sound hat ein deutliches Phasing durch die Überlagerung und Verschiebung der verschiedenen Schwingungen. Dadurch ergibt sich ein sehr organischer Klang. Dies ist sicher keine leichte Aufgabe für die Emulation des JU-06A und auch wenn er hier schon eine gute Figur macht, ist das Original auch hier wieder einen Schritt voraus. Der JU-06A erzeugt zwar auch einiges an Druck im Bass, aber im Vergleich klingt er doch etwas statischer und kann nicht ganz die schwebende Tiefe des Juno-60 erreichen.

Kleiner Bruder: der JU-06A im Vergleichtest gegen den Juno-60

Filter

Das Filterdesign der Juno-60/106 Synthesizer, bestehend aus einem 24 dB/Okt. resonanzfähigem Tiefpassfilter sowie einen beim Juno-60 dreistufig einstellbaren Hochpassfilter, ist legendär und verantwortlich für den beliebten Klang. Das Tiefpassfilter dünnt die Frequenzen nicht aus und erzeugt schöne Resonanzen auch im Tiefmitten- und Bassbereich. Die Verzerrung bei voll aufgerissener Resonanz klingt immer schön weich und nie schrill. Dies gefällt mir auch bei der Emulation des Ju-06A sehr gut. Der Klang eines Filtersweeps auf dem JU-06A kommt dem Original schon ziemlich nahe. Dennoch habe ich den Eindruck, als mache das Filter des JU-06A nicht ganz so viel Druck in den tiefen Frequenzen, wie der des Juno-60; letzterer kann bei drastischeren Filtereinstellungen wirklich schöne puckernde Bässe aus Melodien zaubern. Dies fällt mir mit dem JU-06A schon etwas schwerer, denn der Filter schließt dann einfach im unteren Bereich etwas schneller. Umgekehrt öffnet das Filter des JU-06A auch etwas weiter, so dass mehr Obertöne zu hören sind als bei meinem Juno-60.

Ansonsten bietet das Filter alle Einstellungen wie auch beim Juno-60/106. Dass die Filterregler (wie alle anderen Regler auch) als nebeneinander liegende Fader ausgeführt sind, ist übrigens sehr praktisch, denn so kann man auch mit einer Hand gleichzeitig Resonanz und Frequenz tweaken, super!

Hüllkurven und LFOs

Der Vorteil der LFOs beim JU-06A ist sicherlich die Möglichkeit, diese zum Tempo synchronisieren zu können. Darüber hinaus hat man nun auch noch die Möglichkeit, verschiedene Schwingungsformen für den LFO auswählen können. Dies geschieht über eine Tastenkombination in dem Sequencer-Bereich. (Es ist wirklich hilfreich, sich einige dieser Tastenkombinationen einzuprägen, da man ansonsten kein visuelles Feedback darüber hat.)
Somit kann der JU-06A Klänge erzeugen, die auf dem Juno-60 oder dem Juno-106 nicht möglich sind. Im Klangbeispiel 18 ist der LFO mit einer Random Schwingungsform zu hören.
Die Hüllkurve ist eine klassische ADSR-Hüllkurve und ist beim Original Juno-60 aufgrund der analogen Ausführung sehr schnell und knackig. Doch auch der JU-06A ist hier recht zackig unterwegs.

Eine schöne Neuerung: der Arpeggiator

Arpeggiator und Sequencer

Der Arpeggiator ist sicherlich ein Gewinn auf dem JU-06A und macht durch seine einfache Bedienung großen Spaß. Die RATE kann zum Tempo synchronisiert werden oder freilaufen.

Der Sequencer besitzt 16 Steps, die per Lauflichtprogrammierung gesetzt und abgelesen werden. Es können 16 verschiedene Patterns gespeichert werden.
Einzelne Steps können einfach mit den Drucktastern aktiviert und deaktiviert werden. Die Eingabe von Noten kann über die 16 Drucktaster oder auch über den Value Regler erfolgen. Am einfachsten ist es sicherlich, ein MIDI-Keyboard anzuschließen und die Noten auf der Klaviatur einzuspielen.
Die Länge der Sequenz lässt sich von 1-16 Steps beliebig einstellen. Ebenfalls gut für Abwechslung in der programmierten Sequenz ist die Funktion Step Order Type, welche die Abspielreihenfolge auf 7 verschiedene Arten verändert, unter anderem auch in eine zufällige Reihenfolge.

Bei Verwendung des EXTERNAL CLOCK IN können weitere Variationen in die Sequenzen oder den Arpeggiator gebracht werden: In Verbindung mit einer Drummachine, die Trigger-Signale sendet wie die Roland TR-08, kann man schöne Rhythmen erzeugen.

Klang

Der Roland JU-06A macht schon Spaß und es lassen sich ihm eine Fülle an schönen Sounds entlocken, die deutlich wie die Juno-Synthesizer klingen und Assoziationen an viele bekannte und legendäre Klänge wecken. Man hat aufgrund der übersichtlichen Klangsynthese schnell einen brauchbaren Klang zusammengeschraubt und das Filter klingt ebenfalls gut. Roland hat mit dem Circuit-Modeling seiner ACB-Technologie schon gute Arbeit geleistet. Im direkten Vergleich mit einem Juno-60 zeigt sich allerdings der etwas härtere, weniger warme Grundcharakter des JU-06A. Dies zeigt sich insbesondere in den hohen Frequenzen. Wo der Juno-60 immer schwebend und sehr animiert daherkommt, kann der JU-06A dagegen schon mal eine Spur statischer und weniger lebendig wirken. Auch im Bassbereich erzeugt der JU-06A etwas weniger Druck, auch wenn der Klang immer noch Roland-typisch abgerundet und harmonisch klingt.
Die wirklich schönen Aha-Momente sind beim JU-06A zwar etwas seltener als bei dem Juno-60, der wie schon gesagt wirklich in fast jeder Einstellung ausgewogen und interessant klingt. Für sich alleine klingt der JU-06A aber trotzdem noch überzeugend. Das eingebaute Delay beim JU-06A ist eine gute Ergänzung und bereichert den Sound.

Fazit

Der Roland JU-06A ist eine gelungene Neuauflage des JU-06 und bringt viele sinnvolle Verbesserungen wie Arpeggiator, Synchronisierbarkeit des LFOs und Keyboard-Funktionen wie HOLD oder CHORD mit. Die Bedienung geht abgesehen von den Patch- und Systemeinstellungen intuitiv von der Hand und der Formfaktor macht Spaß, auch unterwegs.
Klingt der JU-06A exakt wie ein Juno-60? Nein, nicht immer zu 100 % – aber auch ohne Bezug auf das Vintage-Original macht der JU-06A eine gute Figur, denn das klassisch-minimalistische Layout der Klangerzeugung auf dem sehr übersichtlich gestalteten Frontpanel macht definitiv Spaß – auch mit kleinen Fadern. Zusammen mit dem Sequencer, den erweiterten LFO-Funktionen, der Klangcharakteristik des Juno-60 und Juno-106 in einem Gerät sowie der hohen Portabilität ergibt sich ein sehr gutes und interessantes Instrument. Wer sich also damit arrangieren kann, dass der Sound manchmal doch noch eine Spur weniger lebendig und warm als das Original ist, bekommt hier sehr viel Juno-Feeling in einer kleinen Box geliefert, mit allen Vorzügen der digitalen Welt. Letztlich muss hier jeder für sich persönlich entscheiden, wie viel einem die letzten Prozentpunkte zum Original wert sind – denn das ist ja immer eine subjektive Empfindung. Der JU-06A klingt jedenfalls Roland-typisch und unverwechselbar der Juno-Familie zugehörig.
Etwas schade ist lediglich die nur 4-stimmig polyphone Klangerzeugung, das ist schon etwas wenig – angesichts des kleinen Formats ohne ein vollständiges Keyboard erscheint dies aber akzeptabel.

Plus

  • Sequencer und Arpeggiator
  • gelungene Adaption des Juno-60 Designs
  • hohe Portabilität und spaßiger Formfaktor

Minus

  • nur 4-stimmig polyphon

Preis

  • 399,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Tyrell  RED 12

    Hi TIMM, DU hast den Chorus zwar erwähnt, aber nicht beurteilt. Für mich ist aber gerade der Chorus des Juno-60 einer der Gründe, warum der Juno-60 so hervorragend klingt. Wie gut klingt also der Chorus des JU-06A? Hattest du das mal verglichen?

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      Timm Brockmann  RED

      Hi Tyrell,
      stimmt, bin nicht mehr speziell auf den Chorus eingegangen, in Hörbeispiel 25 und 26 habe ich den Chorus allerdings verglichen, und bei gleichem Sound von Ju-06A und Juno-60 jeweils eingeschaltet. Ich finde, der Chorus des JU-06A öffnet den Klang schon ganz gut und klingt angenehm, aber ich fand, der Chorus des Juno-60 fügt noch ein paar mehr tiefere Frequenzen hinzu, und klingt somit etwas wärmer und runder.

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      Rockruepel

      Warum hörst du dir hier nicht einfach die Klangbeispiele an und belästigst den Autor nicht mit so unsinnigen fragen? Dann kannst du dir einen eigene Meinung bilden und musst dich nicht davon abhängig machen was „leute“ schreiben! ;)

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    TobyB  RED

    Guter Test! Ich hab zwar nach der SE02 gesagt, keine Boutique aber beim J06A wurde ich schwach.

    Ich höre teilweise hochfrequentes Pfiepen und Netzrauschen bei den JU06A Soundbeispielen. Kommen die aus der Signalkette? Während der Ju60 sauber und störungfrei klingt. Das ist etwas irritierend.

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      SynthUndMetal  

      Ja, das habe ich auch sofort gehört. Ich tippe mal auf eine Brummschleife über die USB Spannungsversorgung. USB macht da je nach verwendetem Adapter häufig Störgeräusche im Audiosignal. Daher mag ich diese Form der Spannungsversorgung bei Klangerzeugern nicht. Abhilfe schafft da nur eine galvanische Trennung oder Batteriebetrieb.

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    costello  RED

    Ich finde es wirklich schade, dass man auch beim JU-06A wieder zwei Geräte stacken muss, um auf eine brauchbare Polyphonie zu kommen. Der Chorus beim Pad klingt sehr ordentlich, wie ich überhaupt mit dem digitalen Konzept keine Probleme habe. Ein guter VA kann einem halbgaren analogen Nachbau durchaus das Wasser reichen.

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      TobyB  RED

      Hallo Costello,

      ich hab den JP08 offen gehabt. Der Formfaktor und die Miniaturisierung ist schuld, du kriegst schlicht weg nicht mehr von diesen Riesenchips auf die Platine / ins Gehäuse. Die Polyphonie ist zwar begrenzt aber ich sehe den als Arp/Bass/Sequenz Schleuder und da hat die Kiste was.

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          TobyB  RED

          Absolut, ich glaube ich habe ca. 70 JP08 Pads in den EXS Sampler gewurstet.

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        camarillobrillo  

        @TobyB: „Der Formfaktor und die Miniaturisierung ist schuld, du kriegst schlicht weg nicht mehr von diesen Riesenchips auf die Platine / ins Gehäuse.“

        Es zwingt Roland ja niemand, diesen Formfaktor zu nutzen ;-)

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          TobyB  RED

          Nein aber sie tun es aus Gründen betriebswirtschaftlicher Cleverness ;-)

          *Irgendwann gibts ACB 2.0 , die Chips sind dann nicht mehr ganz so groß und Roland kann 8 Stimmen im gleichen Formfaktor verkaufen ;-)*

          Für alles andere gibts System 8 und Co.

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    storyplay

    Sorry, aber nee.
    Der neue Roland JU 04A bringt den Charme einfach nicht rüber.
    In allen Bereichen.
    SCHADE!

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    AMAZONA Archiv

    Dem ACB Chrous fehlt irgendwie das samtartige, schade. Das Gerät klingt halt nach Plugin nur mit 2 Stimmen weniger. Ich würde mal sagen der Klang ist zu 70% getroffen. Wird sicher seine Käufer finden, wenn man nicht so viel Wert auf den Originalklang legt.

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    Marco Korda  AHU

    Dass er nur 4 Stimmen hat, ist wirklich bedauerlich. Es hätte vom Hersteller ohne Weiteres implementiert werden können. Warum macht man das? Offensichtlich setzt man auf einer bestehenden Architektur auf. Das ist etwas schade.

    Über meine billigen Logitech-Boxen mit (lustigem kleinen Subwoofer) klingen die Beispiele recht nahe beieinander. Da war ich doch erstaunt. Werde das aber auch noch mal auf einer richtigen Abhöre checken. So gesehen, hat Roland einen guten Job gemacht.

    Dennoch: ich kenne den Juno-6, und gerade das abgerundete, satte und bauchige ist ja der große Spaßfaktor, wo die Gänsehaut aktiviert wird. Das geht dem digitalen Klon doch etwas ab (schein- und hörbar). Für das Geld trotzdem sehr gut, finde ich, sofern man auf die Miniatur-Bedienung steht. Ich persönlich mag’s lieber opulent und raumfordernd… dafür hab ich dann one knop per function.

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    drbach  

    hätte mir als „Mitnehm-Synth“ wirklich auch gut gefallen, aber 4-Voice Polyphony ist einfach ein Witz. Wie kommen Hersteller auf so etwas? Will man auf dem Synth klassische 3-stimmige pads legen, dann braucht es beim Übergang jeweils 6 stimmen (R-Phase des Ausklingers überlappt mit A-Phase des Einklingers). Mit 4-stimmen wird schon immer mal eine Stimme „geklaut“. Also 4stimmig ist eigentlich nicht wirklich brauchbare Polyphonie

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      heimannrudolf  

      Ein Schelm, wer böses denkt: Da der neue, preislich ebenfalls interessante Behringer Vierfachboog (Poly D) nur parafon ist, „klaut“ er keine Voices beim Akkordwechsel – die Hüllkurve läuft brav weiter, nur die Tonhöhen ändern sich.

      So gesehen könnte das Implementieren von Parafonie statt „echter“ Polyfonie beim B nicht minderwertig, sondern tatsächlich eine bewusste, schlaue Lösung des von Dir gut erklärten Problems der Vierstimmigkeit sein.

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      psv-ddv  AHU

      Echte Polyphonie wird überschätzt. Theoretisch das Non plus ultra, mulmt einem in der Praxis der Release-Stimmenüberhang vor allem den Mix zu. Ein Hall oder Delay mit Feedback drauf und schon ist das „Problem“ der 4 Stimmigkeit in den meisten Fällen viel besser gelöst.
      Unabhängig davon sollte ein Juno-60 inspirierter Synthesizer prinzipiell auch 6 Stimmen haben.

  8. Profilbild
    Florian Anwander  RED 1

    Hallo Timm
    .
    Schöner Test und aussagekräftige Klangbeispiele. Dass Rolands ACB Technik wirklich sehr ordentliche wenn nicht gar ezellente Replikationen bereitstellen kann, ist da jetzt wirklich greifbar und hörbar.
    .
    Ich persönlich finde es schade, dass Roland beim JU-06A wieder den eher mauen monofonen Sequencer der ersten Boutique-Reihe verwendet hat. Im SH-01a haben sie ja gezeigt, dass ein großartiger polyfoner Stepsequencer mit deutlich mehr Noten möglich wäre (und auch mit deutlich mehr Sequenzen!). Das ist echt eine verpasste Chance.
    .
    Viele Grüße
    Florian

  9. Profilbild
    t.goldschmitz  RED

    Ich sage mal voraus, dass die Gebrauchtmarktpreise für Juno6/60 nicht sinken werden…
     
    Gerade beim Chorus fehlen so ungefähr 75% des Charakters Der ist einfach zu bieder, finde ich.
     
    Und beim Arp-Filtersweep kann man deutlich hören, das der Juno-60 eindringlicher und mit mehr Kehlen „singt“.

  10. Profilbild
    lectrolurch  

    „Das Gewicht von 996 g vermittelt einen wertigen Eindruck“…
    Geile Aussage, ein Synth mit dem Gewicht eine Milka-Vollmilch vermittelt einen wertigen Eindruck. Nur Pappe wäre noch leichter ;o)

    Ist das ironisch gemeint oder sind das wirklich die Daten?

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      Joerg  

      10 Tafeln Milka-Vollmilch minus 4 Gramm bitteschön, ja !
      Dazu dann noch das Gewicht der Batterien, nicht vergessen

      Ich will den kleinen Spassmacher-Synthi nicht mies machen. Habe ihn mir heute Vormittag ausgiebig angehört und getestet und finde ihn klasse.
      Trotz meines System-8 und der Soundcloud v. Roland denke ich ernsthaft über Anschaffung nach. Muss der Quantum halt noch was länger warten (was er bei dem Preis wahrscheinlich ewig muss). 4 Stimmen sind mir Wurst, da ich ihn max. 2-Stimmig für Basssounds und staubtrockene Plucksounds rattern lassen werde. Und da hat der Kleine schon einige Ideen spontan beim Test in die Gänge gebracht. Was will man mehr !

      • Profilbild
        lectrolurch  

        analog ist analog und digital is nun mal digital vielleicht solltest du mal einen A/B vergleich machen. Aufnahmen sind auch wieder verfälscht und so ein Test hat keinerlei Referenz.

  11. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Als der JU-06A vorgestellt wurde, stellte sich bei mir ein akutes GAS ein. Endlich war auch der Arpeggiator mit drin, der wohl auch für Viele ein Haupt-Feature ist. Mein JX-03 hat mir gezeigt, dass ACB schon recht nahe am Original ist, leider ist der JU-06A auch nur 4-stimmig. Da ich mit meinem DeepMind12 ebenfalls ziemlich überzeugende Juno-6-Sounds sogar 12-stimmig erzeugen kann, hat sich mein GAS auch wieder verflüchtigt. Im Jupiter-X(m) ist ja auch ein Juno-106-Modell implementiert; vielleicht bringt Roland noch einen Juno-X mit ZEN-Core mit höherer Polyphonie sowie JU-6, -60 und -106-Modellen…

  12. Profilbild
    lightman  AHU

    Zum Thema Juno-60 vs. Juno-106: Wir hatten einen Juno-60 im Studio unseres Labels stehen, mit dem ich immer mal wieder Sounds für diverse Projekte erstellte, meistens dicke Bässe. Eines Tages wurde der 60 durch den 106 ersetzt, und es hieß, das sei kein Problem, weil der 106 genauso klingen würde. Ich war und bin anderer Meinung, der 60 hat das gewisse Etwas im Klang, eine Lebendigkeit, an die der 106 nicht ganz rankommt.

    Diese Agilität ist im digitalen Modul etwas zurückgenommen, aber nach Anhören der Klangbeispiele muß ich schon sagen, daß die kleine Kiste sehr nahe an den Originalen liegt und gut klingt. Vielleicht hole ich mir auf meine alten Tage doch noch einen Schönklinger ins Haus, die Größe des Synths ist auch passend für meine derzeitige Studiosituation, habe nur noch halb soviel Platz zur Verfügung als früher, da ist man dankbar um jede kleine Kiste ohne Tasten.

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        Cavestudioschweiz  

        Ich kann nur beipflichten, wir hatten beide (106 und 60) im Studio. Der 60er klang immer voller, weicher, magischer – wie man das auch nennen will.
        Hier in den Klangbeispielen für den JU06a scheint vieles gut bis sehr gut getroffen zu sein, bis auf den Chorus: beim Vergleich mit dem Klangbeispiel 25 Juno Chorus Pad hört man das ganz deutlich – da fehlt die Magie des alten Roland Chorus.

  13. Profilbild
    Everpure  

    Die Sache mit der vierstimmigen Polyphonie wurde doch schon tausendmal überall dirchgekaut: ACB gibt in Verbindung mit dem limitierten Prozessor auf der Platine dieser Boutiquen nicht mehr her. Nein, Roland hätte eben nicht „einfach“ mehr Stimmen einbauen können, ohne die Teile teurer zu machen.

    Und weil hier auch nach einem „ACB 2.0“ gefragt wurde: Das wird es ganz sicher nicht geben, denn stattdessen hat Roland ja gerade ZEN-Core vollkommen neu entwickelt, um unter anderem die Limitierungen bei ACB (siehe oben) hinter sich lassen zu können.

    Wir können also, wenn überhaupt, eher davon ausgehen, dass es statt aufgebohrter 6-stimmiger Boutiquen vielleicht irgendwann einen Juno-Xm (statt Jupiter…) geben könnte. Nicht vergessen: Teile der neuen Jupiter Sounds gibt es auch in den neuen MCs.

    Und zu guter letzt ist ein JU-06(A) eben auch kein Ersatz für einen der Juno Klassiker, sondern wendet sich an völlig andere Anwendungsbereiche: DJs, die mal schnell ein paar nette Analog-Sounds ins Set mischen wollen, Studiorecording, Bässe, Arpeggios… aber eben nicht die klassischen Flächen. Muss man nicht mögen, aber dann kauft man eben auch keinen Boutique, sondern was anderes.

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      Maxi  

      Meines Wissen haben z. B. VP-03 und D-05 mehr als vier Stimmen. Ich halte das eher für eine künstliche Verknappung. Möglicher Grund: Höherpreisige Produkte (z. B. System-8) könnten weniger interessant werden. „Kannibalisierung von unten“ sozusagen. Das Thema wird auch deutlich bei den verschiedenen aktuellen Roland TR Drum Machines (hier Feature-Ausstattung), die ja alle in ihrem Kundensegment funktionieren sollen. Das nennt man Product Management.

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        Everpure  

        Ich habe ja nicht gesagt, dass ich das gut finde. Ich gebe nur wieder, was ich in früheren Diskussionen gelesen habe.

        Ich weiß auch nicht, ob es so ist, ob Roland Unsinn kommuniziert, oder was wirklich wahr ist. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es technische Gründe gibt, warum man nur vier Stimmen bekommt. Und nur weil der D-05 16-stimmig ist, heißt noch lange nicht, dass darum alle anderen Boutiquen das auch können müssen. Wer das einfach so behauptet, ohne die technischen Details zu kennen, hat schlicht keine Ahnung von Softwareentwicklung. Mit Verlaub.

        Ich mag das Boutique Konzept im Prinzip sehr gerne, habe mich aber nach einigen Versuchen (JU-06, SH-01, TR-08) letztlich dagegen entschieden. Die Polyphonie ist ein Grund, die 3.5mm Ausgänge ein anderer. Aber ich finde es einfach sehr ermüdend, dass immer noch, immer wieder das gleiche Gejammere stattfindet. Roland hat hier ein klares Konzept, das lange bekannt und kommuniziert ist. Die werden das nicht mehr ändern. Get over it und seht euch nach anderen Synthesizern um.

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        Larifari  AHU

        Das System 8 hat 2 FPGAs welche jeweils 4 Stimmen über ACB ausgeben können. Die Boutiques haben nur einen FPGA.
        Der D05 wird laut Roland NICHT über ACB emuliert sondern ist wie das Original ein Linear Synthesizer. VP 03 – keine Ahnung.

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      AMAZONA Archiv

      Sorry, aber diese Aussage ist – bitte nicht persönlich nehmen – BULLSHIT.

      ACB ist vor 2015 und wahrscheinlich technologisch noch viel früher ??? Und derartige CPU/DSP Technik ist 2019 fast nur noch Elektroschrott.

      Es ist also lediglich nur ne Bequemlichkeit von Roland wenn überhaupt, denn D-05 läuft prima mit 16 Stimmen, und Yamaha hat es zuvor mit REFACE gezeigt, wie es mit mehr Stimmen geht.

      Die Roland Boutiques finde ich Klasse, aber die Stimmenreduzierung ist ein unnötiges NO GO.

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        Everpure  

        Reface ist eine ganz andere Technologie. Das kannst du nicht mit ACB vergleichen. Nur weil beides „virtuell analog“ ist, heißt das noch lange nicht, dass beide Plattformen das gleiche können müssen. Dann müsste es schon seit Nord Lead 1 und Access Virus wasweißich dieselben Möglichkeiten bei allen virtuell analogen geben. Tut es aber nicht. Softwareentwicklung ist leider etwas komplexer als mal eben ein dreizeiliges BASIC Programm zu schreiben.

  14. Profilbild
    Henrik Fisch  

    Bischen OT (weil Vergleich Hardware gegen Software):

    Ich habe im Moment viel Spaß daran, mit dem VST-Synthesizer TAL-Mod Sounds zu programmieren. Also habe ich mich am Beispiel 13/14 probiert, dem »Puls Saw PWM Bass«. Ja, es klingt bei mir mit dem TAL-Mod (ein wenig) anders als auf einem originalen Juno-60; ich bekomme es nicht ganz so »böse« hin. Aber das mag auch daran liegen, dass ich nur ca. 2 Minuten herumgefummelt habe und in der Soundprogrammierung des VSTs noch nicht fit bin. Mit dem TAL-Mod könnte man mit Hilfe des zweiten LFOs und der »MOD ENV« auch weitere komplexe Schwebungen erzeugen.

    Aber ganz im Ernst: Mir langt das, was ich da aus meinen Lautsprechern höre. Der JU-06A (Soundbeispiel 14) tönt deutlich weniger »lebendig«.

    Natürlich hätte ich auch gerne einen echten Juno-60 hier stehen, keine Frage. Aber wenn ich solche Sounds benötige … mei, der TAL kann’s. Was vermutlich daran liegt, dass der – jetzt nach diesem Test in meiner Gunst weiter gestiegene – Programmierer auch den TAL-U-NO-LX, ebenfalls ein Klon des Juno-60 als VST, im Angebot hat und weiß, was er da macht.

    P.S.: Vielen lieben Dank noch mal an »Tyrell«, der den TAL-Mod hier auf Amazona.de in einem Kurztest vorgestellt hat, und den ich mir nach Sichtung des Beitrags sofort gekauft habe.

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    defrigge  

    Bei Boutique-Vierstimmigkeit platzt mir regelmäßig der Kragen, auch wenn ich weiß, dass viele heutige „Producer“ sich für ihre Zwecke ohnehin kaum über mehr als zwei bis drei Stimmen per Track hinaustrauen wollen (für Arps und House-Simpel-Riffs reicht das ja auch) – und vom Rest auch nicht wirklich einen Plan hätten. Man kann ja als Kompensation 63 Spuren in der DAW mit überfrachtetem Kleinkranm vollstopfen und so musikalische Bedeutsamkeit simulieren.

    Für mich ist Vierstimmigkeit trotzdem bloß eine Form von aktuellem Boutique-Format-Schwachsinn, und als Keyboarder weder Fleisch noch Fisch, sondern (bei digitaler Grenzenlosigkeit) bestenfalls sinnfrei limitiertes Beiwerk unterer Kategorie.

    Klanglich finde ich den JU06A zwar nicht übermäßig beeindruckend, aber durchaus gut und vielseitig einsetzbar – bloß eben nicht als überzeugenden Ersatz für einen Juno 60 mit dessen Chorus – das schafft sogar die Tal-Uno-Emulation besser. Vieles ist ganz gut geworden für 400€, aber die kranke 4-Stimmen-Limitierung und das offenkundige Versagen bei Square Waves und im Chorus lässt Rolands Behauptung der Gleichwertigkeit mit dem Original doch ziemlich lächerlich erscheinen. Abgesehen davon wird man mit dem preiswerten Gerät aber immer noch erfreulich viel Kreatives anstellen können. Man muss dabei nur auf fehlgeleitete Erwartungen und Hoffnungen verzichten.

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    calvato  

    so, jetzt hab ich mir die vergleiche auch mal unterm kopfhörer angehört. ja, der alte juno 60 ist einfach besser/fetter, allerdings wirklich nur im detail. ohne vergleichsmöglichkeiten klingt der 06A schon verdammt gut!

    ich hab alkerdings drei echte probleme mit dem teil:
    -die polyphonie. ich spiele gerne „dicke“ akkorde, die sind gern mal 5-6 stimmig. mit dem 06A keine chance :/
    -der miniklinken-ausgang. man muss also ständig ein y-adapterkabel benutzen. für mich als live-spieler ein völliges unding, das hält keine 20 shows sag ich mal……
    -die winzige größe. meinen ollen juno6 konnte ich im schlaf bedienen. er hatte ja keine speicher, also musste ich damals live innerhalb von wenigen sekunden die sounds komplett neu einstellen. das wird mit dem 06A nicht gehen, meine riesigen hände haben keinerlei qualifikation zum uhrmacher. dadurch lahmt die intuitive bedienung doch arg.

    wie viele anderer bin ich auch der meinung: roland, bring das ding in vernünftiger größe mit 6-8 stimmen raus und ihr verkauft das ding wie geschnitten brot!

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    AMAZONA Archiv

    Sehr guter Test, der es auf den Punkt bringt: Niemand kann einen Juno 100% digital erwarten. Analog bleibt Analog. PUNKT! Aber sehr gut gemacht vom Produzenten des Originals.

    Der einzige bei BOUTIQUE gewohnte Wermutstropfen bleibt:

    Warum nur 4 Stimmen ???

    Trotzdem, ich hab das Teil und bin damit voll zufrieden.

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    hejasa  AHU

    Enthalte mich jeglichen Kommentars zukünftig. Mit meinen Euroracks baue ich mir die Zukunft, die ich will und nicht die der Hersteller und leiste mir dazu wenn nötig Module, die wesentlich mehr kosten als diese eingeschränkte Engine. Vierfach Polyphon bei diesen Teil ist einfach ein „Witz“.
    Trotzdem ein gut erläuternder Artikel ohne den ich nicht zu meinem Urteil gekommen wäre!
    Schade Roland, mochte den Klang eurer Synths in der Vergangenheit, aber ihr verpasst meineserachtens den Zeitgeist individuell zugeschnittene Synth zu entwickeln trotz eurer Geniuse in der Entwicklungsabteilung!

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    lightman  AHU

    Kauft euch doch zwei von den Dingern und kettet sie zusammen, dann habt ihr einen Juno-60/106 mit acht Stimmen, oder holt euch das System-8, da gibts auch noch viel mehr zu entdecken. Ein gutes Teil, recht unterbewertet, wie unter anderem auch der JD-XA und JD-Xi, aber das ist ein anderes Thema.

    Es gibt reichlich Möglichkeiten, diese Module kreativ einzusetzen, egal ob man „Producer“ in Anführungszeichen oder Supervirtuose ist. Ich habe wie gesagt selbst mit den Junos gearbeitet, aber bevor ich mir 30 Jahre alte Hardware in Form der Originale ins Studio stellen wüde, würde ich mir lieber zwei JU-06As kaufen, das wäre mit 800 Euro auch noch deutlich günstiger als die gegenwärtigen Gebrauchtpreise für einen 60, viel weniger anfällig und mit einem analogen Filter dahinter sicher nicht weniger klangintensiv.

    Selbst mit nur einem JU-06A ist der Stimmenzahl im Studio praktisch keine Grenzen gesetzt, wofür gibts denn die tollen DAWs mit milljon‘ Spuren und Features?

    Immer dieses Gejammer…

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      moogist  

      Wenn Du zwei Boutiques zusammen kettest, hast Du keine vollwertige 8fache Polyphonie. Bei Sounds, die nicht in der Sustain-Phase gehalten werden, wird Release nach 4 Stimmen abgeschnitten. Bei vollwertiger 8-stimmiger Polyphonie würde Release der ersten Stimme erst nach 8 Stimmen abgeschnitten. Leider wird diese Tatsache im Test nicht erwähnt.

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        psv-ddv  AHU

        @moogist:
        Nee, nee, nee, bitte hier nicht einfach irgendwelche Phantasie-Infos posten!
        Im MidiChain Mode verhalten sich zwei oder mehr Boutiques gleichen Typs exakt wie ein einzelner mit doppelter oder dreifacher Stimmenzahl. Alle verfügbaren Voices klingen aus bis die erste abgeschnitten wird. Ausserdem werden alle Klangeinstellungen und Reglerbewegungen am Master auf die Slaves übernommen.
        https://rolandcorp.com.au/blog/boutique-hidden-features

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          Larifari  AHU

          @psv-ddd Hallo, darf ich fragen wie im beschriebenen Beispiel dein audio routing aussieht ? Slave – Master – Mixer/soundkarte ?

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            psv-ddv  AHU

            Hallo Larifari,
            einfach alle Audio-Ausgänge sowohl des Master als auch der Slaves auf einen Mixer schicken und summieren. Wenn Roland eine alternierende Stimmenzuweisung nachliefern würde könnte man damit auch nette Stereoeffekte erzeugen. Das liesse sich aber auch mit ein wenig Modularzauber machen.
            Wenn kein Mixer vorhanden ist geht das natürlich auch mit den Eingängen der Soundkarte und Summierung im Rechner oder gegebenenfalls im DSP Mixer der Soundkarte.

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      defrigge  

      Hier jammert niemand: hier wird nur diskutiert was mehr Sinn macht und was eher weniger. Kritik wäre nur dann Gejammer, wenn es nicht haufenweise gute Soft- und Hardware-Alternativen gäbe oder jemand sich über den Mangel an Möglichkeiten beklagen würde, statt Musik mit dem Vorhandenen zu machen.

      Mit dem JU06 kann man wie schon gesagt viele nette Sachen machen, wenn man sich klar macht und akzeptieret, dass es
      a) nicht wirklich (wie von Roland suggeriert) klanglich ein vollwertiger Juno-Ersatz ist (ich finde besonders den Square Wave Klang und den Chorus wenig überzeugend, mit anderen kleinen Unterschieden könnte ich gut leben) und
      b) auf das aus meiner Sicht sinnfreie digitale 4-Stimmen-Layout einlassen möchte (und nein, die Verkettung von zwei Junos ergibt, mal abgesehen von dem unwillkommenen Boutique-Gedöns-Gehampel, auch keinen voll taugliche 8fach polyphonen Synth, s.o.)

      Kurz: ich finde Idee und Aspekte der Ausführung ganz reizvoll, möchte es bei näherem Hinsehen aber erst dann kaufen, wenn es das ganze (gern auch für 800€) als 6-8-stimmig Polyphonen mit etwas besserem Square-Wave Modelling und besserm Chorus gibt. Das ist eine völlig unaufgeregte Kauf oder Nichtkauf Entscheidungsfindung, während wir eine Riesenauswahl von guten analogen, digitalen und VA-Synths zur Wahl haben und mir gar nichts Grundlegendes fehlt. Alles gut so.

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        lightman  AHU

        Kann ich nachvollziehen.

        Eigentlich ist die Sache doch recht klar strukturiert. Es gibt die Boutique-Module, die für viele Leute eine feine Sache sind, solange man mit den Rahmenbedingungen klarkommt. Für Performer und alle, die mehr Stimmen und Power wollen, gibts den System 8 mit seinen Plugouts, der übrigens eine echt tolle Maschine ist.

        Bezüglich der Koppelung zweier Boutiques kann ich auf einen Kollegen verweisen, der sich zwei JP-08s gekauft hat und damit sehr zufrieden ist. Die genannten Einschränkungen kann er offenbar problemlos kompensieren, und ich möchte hinzufügen, daß er eine klassische Ausbildung genossen hat, also im Gegensatz zu mir tatsächlich sehr gut spielen kann. Wenn der mir sagt, daß das Setup paßt, ist das für mich maßgebend, deshalb auch meine obigen Einwände.

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        psv-ddv  AHU

        @defrigge
        Nicht einfach alles glauben, was gepostet wird nur weil es grade zur Argumentation passt. 12 und mehr Stimmen vollwertige Polyphonie sind möglich. Einschliesslich Layer und Split Optionen. S.o. Wenn man den Sound von dem Teil mag, ist das eine sehr ergiebige Sache zum vernünftigen Preis, wie ich finde.
        Mich persönlich interessiert schon der Klang des Orginals nur mässig, daher ist mir die Digitalkopie erst recht Latte. Ich versuche lediglich das Konzept hinter Rolands aktuellen Produkten zu verstehen.

  20. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    ich habe es gerade mit meinem Juno-6 verglichen.
    Ja, es sind Unterschiede da und der Chorus bringt den Charme nur
    ca. 50% rüber. Aber ohne den direkten Vergleich gebe ich euch recht, da klingt
    er wirklich gut, ist zu gebrauchen und sieht auch schick aus.
    Ob man jetzt unbedingt zwei braucht, sei dahingestellt.

    Ich möchte aber noch einbringen, dass ein gut erhaltener Juno-6 auch heute noch,
    oder vielleicht gerade jetzt, eine gute Investition darstellt. Midi kann man auch relativ günstig
    nachrüsten (CHD-Kit bei meinem) läuft gut und reicht vollkommen aus.

    Zum Test: der ist saugut geschrieben und klasse Klangbeispiele, da hast du dir sehr große
    Mühe gemacht.

    netter Gruß

  21. Profilbild
    Jauly  

    Gerade bei dieser ebenfalls stimmlich beschnittenen Boutique hätte ich mir ein Eingehen auf das ehemals von Roland mitbeworbene Polychain-Feature erhofft. Wurde das mittlerweile gar gestrichen? Hab mal gelesen, dass die Stimmverteilung beim JP08 nicht fein gelöst wurde. Oder ist da eventuell nachgebessert worden bzw. können Sounds bei gechainten Modellen gleichzeitig editiert werden? Wäre ja ziemlich unklug von Roland, nicht mehr darauf zu setzen sich zwei gleiche Boutiques zu besorgen. Wenn das mittlerweile passt, würde ich mir blind 2 JU01As holen.

  22. Profilbild
    Rockruepel

    Danke für die hervorragenden Klangbeispiel… Ich habe nur 2 oder 3 signifikante Unterschiede gehört.. und die betreffen ausgerechnet Oszillator „Puls“ und Chorus… sehr sehr schade aber trotzdem ein sehr feines Gerät!

  23. Profilbild
    roseblood11  

    Guter Vergleich!

    Ein TAL-U-NO daneben wäre noch interessant gewesen. Der hält sich bei mir seit Jahren im Dauereinsatz. Rein von den Demos her würde ich sagen: Der JU-06A ist nicht näher am Original.

    Was dem fehlt, ist nur ein maßgeschneiderter Controller. Ich weiß, es gibt eine teure Lösung, aber…

    Wäre das nicht mal was für einen Konkurrenten von Behringer? Statt massenhaft kleine Synth auf den Markt zu werfen, lieber ein paar Controller für die beliebtesten Soft Synth. Auf meiner Liste oben wären TAL-U-NO, Arturia Pigments 2 und U-HE Repro 5

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