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Test: Roland K-25m Tastatur für Boutique Synthesizer

25. September 2019

Tastatur mit Mankos für Boutique-Synthesizer

Roland Boutiquew K-25 Tastatur

Roland Boutique K-25 Tastatur

Unter den Namen Roland JX-03, Roland Juno-06 und Roland JP-08 gibt es zwischenzeitlich drei VA-Synthesizer in Miniaturausgabe, die entweder standalone funktionieren oder sich durch die optionale Tastatur K-25M ergänzen lassen.

Grundsätzlich lassen sich tatsächlich alle Klangerzeuger der Boutique-Synthesizer-Serie von Roland mit der K-25m Tastatur verbinden. Egal ob es sich um einen Drumcomputer handelt, wie die Roland TR-08, einen Analogsynthesizer wie dem Roland SE-02 oder eben einen Vintage-Keyboard-Klone wie z. B. dem Roland JP-08.

Die Roland K-25m Tastatur

Die Tastatur besitzt 25 Keyboard-Tasten in normaler Größe. Da die Module in der Regel sehr kleine Knöpfe zur Bedienung bereitstellen, wirkt die Tastatur in Kombination mit den Modulen etwas klobig. Schön ist etwas anderes. Die Tastatur besitzt leider keinen Aftertouch und nimmt von der Spielqualität unter den 25-Tasten-Controllern einen mittleren Platz ein. Virtuos wird damit sicher niemand spielen können, aber zur schnellen Editierung der Module ist sie ausreichend.

Arretierung und Aufstellwinkel der Module

Die Module rasten in die K-25m Tastatur kräftig ein und lassen sich entweder komplett waagerecht oder mit Hilfe einer rechteckigen Plastikscheibe in drei angewinkelten Positionen arretieren.

Zur Einstellung des Neigungswinkels dient eine kleine Plastikscheibe

Elektronische Verknüpfung zwischen Modul und K-25m

Die Verbindung gelingt mittels eines in der Tastatur verbauten Kabels, das auf der Unterseite des Roland JP-08 mit dem entsprechenden Interface verbunden wird. Damit eine versehentliche Verpolung unmöglich wird, hat der Stecker eine Nase auf einer Seite. Dennoch ist die Herstellung der Verbindung nicht sonderlich elegant gelöst, da der Zugang zum Interface zu weit in das Gehäuse des Moduls eingelassen ist. Das Ablösen der Steckverbindung wird dadurch ebenfalls erschwert und man zieht unweigerlich am Kabel selbst, weil man den Stecker nicht greifen kann. Damit ist eine zuverlässige Verbindung dauerhaft nicht garantiert. Immerhin kostet die Tastatur 99,- Euro (UVP). Da wäre es ärgerlich, wenn das Kabel bereits nach kurzer Zeit seinen Dienst versagt.

Schmales Flachbandkabel zur Verbindung zwischen Modul und Tastatur K-25m

Vor allem wenn man mit einer Tastatur abwechselnd mehrere Module bedienen möchte, hätte ich mir hier eine einfachere Lösung gewünscht. Das Flachbandkabel entfernen und wieder anbringen, ist eine echte Plagerei.

Die K-25m Tastatur in der Praxis

Tastatur inklusive einem Modul sind handlich, lassen sich schnell zusammenklappen und nehmen auch bei einem Live-Set nicht viel Platz weg. Leider besitzt die Tastatur aber keine einzige Modulationsmöglichkeit. Irgendwie ist das Teil nicht wirklich zu Ende gedacht.

Für den Preis von 88,- Euro bieten Wettbewerber deutlich mehr, siehe auch z. B. AKAI APC Keys 25 oder M-Audio Oxygens 25 MKIV. Zwar können die Wettbewerber die Module nicht direkt aufnehmen, aber über ein MIDI-Kabel verbunden bieten am Ende die Keyboards der Wettbewerber sehr viel mehr Möglichkeiten zum selben Preis.

Theorie…

… und Praxis.

Zum Abschluss noch eine Liste zu allen Testberichten der Module, die sich mit der K-25m bislang verbinden lassen:

Übersicht aller Roland Boutique-Synthesizer

Die Roland Boutique-Synthesizer sind seit 2015 am Markt und erfreuen sich großer Beliebtheit. Kein Wunder, dass ROLAND seine Mini-Serie an Vintage-Klonen jedes Jahr um neue Ausgaben erweitert hat. Hier ein kleiner Überblick mit Verlinkungen zu unseren Tests, über alle bisher erschienen Roland-Boutique-Synthesizer:

Fazit

Keine Controller, umständlicher Anschluss per friemeligen Breitbandkabel und schnörkelloser Industrielook. Angesichts des Preises muss man eigentlich den Käufern zu kleinen Controllkeyboards von Wettbewerbern raten.

Liebhaber der Roland Boutique-Synthesizer werden trotzdem zuschlagen, denn sind Modul und K-25m Keyboard einmal verknüpft, ergibt das Duo eine kompakte Einheit und bietet bei minimalen Platzaufwand eine handliche Einheit.

Vielleicht eine Bitte an Roland: Denkt doch mal über ein K-49m nach, das dann zwei Module fassen kann und zumindest über zwei Wheels verfügt.

Plus

  • kompakte Einheit

Minus

  • umständliche Verbindung per Breitbandkabel
  • keine Controller wie z. B. Pitch- oder Mod-Wheel

Preis

  • 87,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    citric acid  RED

    ich hasse diese Steckverbindung. Habe mir schon eine meiner Tasterturen beschädigt da die pins sehr gerne verbiegen. Und man holt sich ja nicht gleich für jeden Boutique ein eigenes Keyboard. Also liebe Roländer. Bitte ne große Version her wo mehrere Boutiques rein passen.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 3

      Mein Rede. Ich hatte die K-25m ebenfalls. Ein Grauen in Dur und Moll. Wen Roland hier nachlegen würde, wäre echt toll. Ich hatte ja fest für dieses Jahr damit gerechnet, aber das wird wohl wieder nichts :-(

  2. Profilbild
    chardt  

    Bei aller berechtigten Kritik sollte doch erwähnt werden, dass Pitch-Bend- und Modulations-Controller durchaus vorhanden sind – auf dem Modul, welches angeflanscht wird. (Abgesehen von einigen Ausnahmen, wobei das bei den Drum-Machines auch nachvollziehbar sein sollte.)
    Als „Paket“ haben also z.B. Ju-06 und JP-08 sogar etwas bessere Modulationsmöglichkeiten als die Originale (Mod-Slider statt Taster). Aber ja, auch ich hätte es besser gefunden, wenn die Pitch- und Mod-Slider zur Tastatur gehören würden und die Module dafür etwas mehr Bedienfläche hätten. So, wie es ist, hat die Tastatur mit Modul aber ziemlich genau DIN A4-Grundfläche (genauso wie der Microbrute) – sehr rucksackfreundlich. Und mit der Harley Benton Powerplant Powerbank kann man beide laaange mit Strom versorgen, Batterien adé! :-)

    Kleine Korrektur: Die Tasten sind natürlich im Mini-Format, also nicht „Keyboard-Tasten in normaler Größe“.

  3. Profilbild
    Florian Anwander  RED

    Hallo,

    ja, das mit dem Kabel ist Mist. Aber irgendwie sträubt sich in mir was, eines der beiden anderen 25-Tasten Keyboards als Vergleich zuzulassen.
    Die brauchen sehr viel mehr Platz, ich kaufe jede Menge Controller-Kram mit, den ich nicht brauche, und dann habe ich immer noch kein stabiles Gehäuse für mein Boutique-Modul. Das krieg ich erst wenn ich ein DK-01 für schlanke 60 Euro Thomannpreis kaufe. Und zusammen mit dem Akai oder M-Audio ist die Sache dann schon nicht mehr so günstig. Bzw dann kostet das Keyboard im K-25m plötzlich nur noch 27 Euro, wenn ich von seinem Preis die 60 Euro für das DK-01 abziehe, das ich ja quasi für lau dazubekomme…

    Ich denke mir das K-25m ist exakt für diesen Zweck gebaut und den erfüllt es wunderbar.

    Gruß
    Florian (zwei seiner drei SH-01a mit seinem CME XKey 37 oder einem ollen Fatar 49er spielend, den dritten mit dem K-25m)

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      Thomas Columbo  

      GENAU! Das ist Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die Tastatur hat nur einen Sinn und das macht sie perfekt und damit ungleich besser als alle anderen: Die Aufnahme eines Boutique Moduls. Nicht mehr nicht weniger. Platzsparend, ergonomisch ausgedacht.
      Ich weiß auch nicht warum so viele an den Boutiques rum mäkeln. Zu kleine Bedienelemente zB. Ich bin bei weitem kein Filigrantrechniker, komme aber mit den Gadgets super zu Recht. Gerade der jetzt so gehypte Behringer RD 8 ist einfach für meine Zwecke zu groß. Das Boutique Modell paßt genau perfekt noch irgendwo in mein Setup. Und stylish und vor allem authentisch sind die Rolandos allemal und insoweit Behringer & Co. um Längen überlegen

      • Profilbild
        mhagen1  

        Für mich erfüllt die K-25m-Tastatur auch genau den Zweck, für den sie beworben wird: Einfache anschlagsdynamische und kompakte Tastatur mit ergonomischem Gehäuse. Solide ist sie auch. Selbst mit dem Verbindungskabel komme ich sehr gut klar. Das kann man wenigstens austauschen, sollte es einmal defekt sein.

  4. Profilbild
    h3rtz  

    Und dann gibts da noch eine Sache, die nur das K-25 kann, und zwar den laufenden Sequencer transponieren. Zumindest beim SE-02 ist das so. War bei mir, nach langer Recherche etwaiger (aber nicht vorhandener) Alternativen, der Kaufgrund. Erinnert mich irgendwie an Sony.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo H3rtz , dem ist so. Ich habe die Kombi SE02, 2x JP08, D05 und K25. Ich habs im Eifer des Gefechts geschafft den Hosenträger zu schrotten, eine scharfe Kante und dann Plink. Generell fände ich es gut, wenn Roland das Konzept von A-01 und K25 noch einmal aufnimmt und vom Kopf auf die Füsse stellt. Mir würde da sowas wie ein KB37 für verschiedene freikombinierbare Boutiquen vorschweben.

  5. Profilbild
    Ralle373  

    Einst hatte ich an meinem Arbeitsplatz ein Laptop von IBM mit Dockingstation… Auf der Dockingstation war ein breiter Pin-Sockel der beim Auflegen des Laptops in einem kleinen Schacht versenkt wurde. Laptop auflegen, Klick…und die Verbindung stand! Und auf der Unterseite des Laptops wurde der Schacht durch eine kleine Plastikklappe geschützt. Diese wurde durch den PIN-Sockel beim Auflegen des Laptops eingedrückt. Genial einfach…einfach genial.
    So eine Konstruktion wünsche ich mir bei Roland ebenfalls. Man könnte ja eine Grundplatte mit Pin-Sockel versehen auf der dann der Synthesizer gesetzt würde und diese Grundplatte müsste sich in verschiedenen Winkeln anstellen lassen. FERTIG!
    So könnte man z.B. eine 25er Tastatur anbieten zur Aufnahme eines Synth-Moduls. Gerne auch eine Version mit größeren Tastaturumpfang zur Aufnahme von 2 oder gar 3 Synth-Modulen. So eine Tastatur sollte dann auch in der Lage sein die Klaviatur in frei konfigurierbaren SplitModi und / oder Layer Modi arbeiten zu lassen…

    OK…man darf ja mal träumen…

    Gruß der Ralle

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