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Test: Roland P-6, Creative Sampler

Potenter Creative Sampler

4. Oktober 2024
Roland P6 sampler test

Roland P-6, Creative Sampler

Der Roland P6 Creative Sampler ist ein sehr handlicher Sampler mit Sequencer, Live-orientierten Performance-Effekten und eingebautem Akku.

Bewertung

Roland P-6

Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bewertung des Autors
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Die Funktionen des Roland P-6

Zunächst ein paar Fakten zum P.6 Die Möglichkeiten der Sampling-Sektion des P6 umfassen:

  • bis zu 48 im Speicher hausende Samples
  • chromatisches Spiel der Samples (auch polyphon),
  • die Möglichkeit, Samples in kleineren Schnipseln wiederzugeben
  • eine Granular-Sampler-Sektion (hier ein Sound pro Pattern) mit diversen änderbaren Klangparametern
  • 16-fache Polyphonie für die „normale“ Samples und 4-fache Polyphonie für die Granular-Sektion
  • einfache Bearbeitungsfunktionen und Loop-Funktionen für die Samples
  • diverse schnell aktivierbare Performance Effekte (jedoch nicht gleichzeitig aktivierbar)
  • ein eingebautes Mikrofon für schnelle Aufnahmen
  • Resampling der internen Samples und Patterns  mit den eingebauten Effekten

roland p-6 sampler test

Die Sequencer-Sektion umfasst u. a.:

  • 64 Patterns mit jeweils einer Länge von maximale 64 Schritten
  • Shuffle
  • Live-und Step-Recording
  • Wahrscheinlichkeitsfunktionen bei der Wiedergabe von Schritten (Probability)
  • Paramterlock für einige wenige Parameter

Zudem gibt es noch 6 Performance-Effekte, die schnell über dedizierte Tasten aktivierbar sind.

Das Gerät gehört zu Rolands AIRA Compact Serie, in der es u. a. noch die Produkte J-6 Chord Synth, S-1 Tweak Synth und T-8 Beat Machine mit gleichem Formfaktor gibt. Roland hat mit dem SP-404 MKII auch noch einen anderen Sampler im Programm. Der P-6 ist aber noch wesentlich kompakter und geht eher Richtung Groovebox mit klassischem Step-Sequencer als Zentrale, wohingegen der S-404 MKII den Sequencer mehr als Dreingabe verwendet.

Lieferumfang und Anschlüsse

Huch, ist der klein! So mein erster Eindruck nach dem Auspacken des P6. Zum Lieferumfang des Samplers gehören ein USB-Kabel (USB-A auf USB-C) sowie ein kleiner Plastikumschlag mit einem Faltblatt, das mehrsprachig darauf hinweist, dass ich mir das Handbuch online anschauen kann. Ansonsten enthält es die üblichen Rechts- und Entsorgungsklauseln. Dann noch ein Zettelchen mit einem Barcode und das war es auch schon. Ein mitgeliefertes USB-Netzteil hätte ich schon schön gefunden.

Der Roland P-6 liegt angenehm in der Hand und ist erstaunlich leicht. Im Gerät ist ein Akku verbaut – im öffentlichen Nahverkehr oder auf der Parkbank kann das Kistchen also für schöne Stunden sorgen.

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An Anschlüssen bietet der P-6:

  • USB-C zum Anschluss eines Netzteils, aber auch als Audio und MIDI Ein-und Ausgang verwendbar
  • Sync In und Out zur Synchronisation des Sequencers mit z. B. Geräten der Korg Volca-Serie, aber auch anlogen Step-Sequencern, Modularsystemen usw. Die Clockrate lässt sich verschiedenen Szenarien anpassen, verfügbar sind 1, 2, 3, 4, 6, 8, 12 und 24.
  • analoge Audio-Ein und Ausgänge.

Mit Ausnahme der USB-Buchse sind sämtliche Anschlüsse als kleine Klinkenbuchsen (3,5 mm) realisiert.

Inbetriebnahme des Creative Sampler

Ich wage es und schalte das Gerät an, ohne zuvor die Anleitung studiert zu haben und siehe da, es geht an – auch ohne Netzteil. Der P-6 weist aber auch gleich durch rotes Leuchten der „Charge“-LED darauf hin, dass der Akku zur Neige geht. Nach Anschluss eines Netzteils wechselt die LED dann zur gelben Farbe, um später ganz zu erlöschen.Der Akku hielt bei mir im Betrieb nicht übermässig lange, bevor die Charge- LED wieder gelb leuchtete (ca. 2  Stunden).  Beim Parkbesuch mag eine Powerbank also ein zusätzlicher Begleiter sein.

Was mir sofort ungut auffällt, ist die Beschriftung der Tasten. Diese sind zwar wundervoll beleuchtet, sobald die jeweilige Taste gedrückt wird und sie zeigen so auch an „ich bin aktiv“. Jedoch ist die jeweilige Funktion vor dem Drücken nur bei sehr guter Beleuchtung ersichtlich. Die Performance-Effekt-Tasten lassen sich, auch wenn nicht aktiviert, bei Bedarf leicht beleuchten, um dem entgegenzuwirken. Für die anderen Tasten geht das leider nicht. Im Laufe der Zeit sind mir die Funktionen natürlich nach und nach geläufig geworden, aber eine Beschriftung unterhalb der Tasten wäre doch praktisch.

roland sampler p-6 test

Die Regler für die wichtigsten Funktionen – auch ein Mikrofon bietet der P-6

Die Sampler-Sektion des Roland P-6

Insgesamt stehen 48 Samples zur Verfügung, von denen immer sechs gleichzeitig auf den Pads bereitstehen. Leider sind diese nicht anschlagsdynamisch. Die restlichen Samples lassen sich durch Druck der BANK-Tasten erreichen. Die Sample-Kapazität ist pro Sample festgelegt. Ist ein Sample extrem kurz, steht dadurch also nicht mehr Zeit für andere Samples zur Verfügung. Die Zeit pro Sample beläuft sich auf

  • mono 5,9 Sekunden (bei 44,1 kHz)
  • mono 11,8 Sekunden (bei 22,05 kHz)
  • mono 17,8 Sekunden (bei 14,7 kHz)
  • mono 23,7 Sekunden (bei 11,025 kHz)

Für Stereo-Samples müssen die angegebenen Werte halbiert werden.

roland p-6 sampler test

Für die Wiedergabe ganzer Audiospuren wird es knapp, aber ansonsten lässt sich mit der Sample-Zeit gut arbeiten.

Samples können als One-Shot oder Loop wiedergegeben werden. Wird die KYBD-Taste gedrückt, können Samples auch transponiert und sogar polyphon gespielt werden.

Auch das Zerlegen eines Samples in einzelne Schnipsel (CHOP) ist möglich. Breakbeat samplen, gewünschte Anzahl der Schnipsel definieren und dann neu arrangieren, ist mit dem P-6 kein Problem. Allerdings sind die Schnipsel immer gleich groß. Das Sample sollte also zuvor auf die richtige Länge gestutzt werden. Durch das Zerschnipseln von Samples lässt sich auch die Beschränkung von 48 Samples umgehen. Einfach vier Snare-Samples im gleichen Abstand in ein einziges Sample packen und dann in den P-6 ziehen. Danach choppen und die Samples einzeln anspielen.

Die Bearbeitungsmöglichkeiten der Samples sind ordentlich. Start- und Endpunkt lassen sich verändern, die Samples in der Tonhöhe verbiegen, Filter und Lautstärke können mit ADSR-Hüllkurven versehen werden und auch die Tonhöhe lässt sich via Hüllkurve steuern. Samples lassen sich auch rückwärts abspielen und loopen. Abgesehen davon lässt ein pro Sample aktivierbarer LoFi-Effekt die Änderung der Bittiefe bis zur Unkenntlichkeit zu. Für abgefahrene Klangverbiegungen müssen die Performance-Effekte bemüht werden. Aktivieren, Sample mit Effekt resamplen und weiter geht’s.

Mein Hauptkritikpunkt dabei ist, dass die Einstellungen der Sample-Pads für sämtliche Patterns gelten. Es passiert doch schnell, dass für den aktuellen Beat am Clip geschraubt wird, nur um dann festzustellen, dass derselbe Clip schon in einem anderen Pattern Verwendung fand. Zuvor getätigte Einstellungen müssen da nicht zwangsläufig übereinstimmen. Sound-Settings pro Pattern wären da ein großer Vorteil.

Die Granular-Sektion des P-6

Je eines der 48 Samples lässt sich pro Pattern der Granluar-Sektion zuweisen. Die Samples können dann mit diversen Parametern in die Mangel genommen werden. Eine genaue Auflistung der Parameter würde den Rahmen sprengen (jetzt schreibe ich diesen Satz auch mal) – bitte werft hierzu einen Blick in die Bedienungsanleitung. Hier ein paar Beispiele einer mit dem internen Mikrofon gemachten Sprachaufnahme, die dann schrittweise granuliert wurde.

Und hier das gleiche Spiel mit einem über das interne Mikrofon aufgenommenen Toy Piano:

Die raue Oberfläche des P-6 verhindert das Entfernen von Staub höchst erfolgreich

Die Performance-Effekte

Von den Performance-Effekten ist stets nur ein Effekt aktivierbar und der gewählte Effekt lässt sich jeweils in drei Parametern schnell ändern. Fünf Effekte sind sofort anwählbar, hinter MFX verbergen sich diverse weitere Effekte. Dabei gibt es zwei Modi: „Ein Druck der Taste schaltet den Effekt ein, erneuter Druck ihn aus“ oder „Effekt ist nur aktiv, solange die Taste gehalten wird“.

Der Klang der Effekte ist gut und brauchbar. Mit dem Looper-Effekt lässt sich allerlei Unfug anstellen, der den ganzen Beat schon einmal rhythmisch ins Aus schießen kann. Den Pitch-Effekt mochte ich insbesondere in den nach unten transponierten Einstellungen auf Beats. Das Delay ist gut, aber eine Tiefenabsenkung wäre gerade bei Beats praktisch gewesen. Das Filter klingt gut und ist brauchbar, solange die Resonanz nicht zu hoch gedreht wird. Bei sehr hohen Werten klingt es fast schon unangenehm. Auch der Scatter-Effekt ist toll und kann in einigen Einstellungen auch sehr granulesk klingen.

Die Auswahl der MFX-Effekte geht schnell. Einfach die MFX Taste gedrückt halten und eine der Step-Tasten drücken oder am Value-Encoder drehen. Besonders im ersten Fall lässt sich mit den Effekten sehr spielerisch umgehen. U.a. gibt es hier Reverb, Chorus, Phaser, einen Isolator und vieles mehr. Gewünscht hätte ich mir lediglich, dass man die MFX-Effekte auf die anderen Effekt-Pads legen könnte (so wie beim SP 404 MKII). So würde dann z. B. die Taste LOOPER stattdessen ein Reverb aktivieren. Vielleicht ist das ja etwas für ein Update?

Audio Routing

Durchdacht ist das Audio Routing des P-6. Einzelne Pads können auf zwei verschiedenen Bussen an den Effekten vorbei zum Ausgang geroutet werden. Das ermöglicht zum Beispiel einen gefilterten oder durch SCATTER zerlegten Beat, während ein Pad-Sound weiter sanft Stimmung macht. Die an den Performance-Effekten vorbei geschmuggelten Samples können dann trotzdem noch in den Genuss globaler Reverb- und Delay-Effekte kommen, die als Send pro Pad realisiert sind. Sowohl Reverb als auch Delay klingen für meine Ohren gut.

Hier ein simpler Beat, bei welchem schnörkellos zwischen diversen Effekten umgeschaltet wird:

Der Sequencer des Roland P-6

Der Sequencer bietet zunächst einmal alles, was ich von einem Groovebox-Sequencer erwarte: Live-und Step-Recording sind beide möglich. Es wird nicht auf dedizierten Spuren aufgenommen, sondern einfach immer direkt das jeweils gespielte Sample.Will man dieses später löschen, muss man es in der ihm zugewiesenen Bank finden. Mutes einzelner Samples lassen sich einfach über Shift+SamplePad ausführen. Die Mutes gelten dabei pro Pattern.

Tiefergehende Sequencer-Funktionen und Systemeinstellungen sind im Menü zu finden

Tiefergehende Sequencer-Funktionen und Systemeinstellungen sind im Menü zu finden

Ist eine Sequenz erstmal aufgenommen, kann sie noch ein wenig verändert werden:

  • Einfache Variationen eines Patterns lassen sich durch das Definieren von Wahrscheinlichkeiten der Wiedergabe einzelner Steps erzeugen. So spielt in einem Pattern mit 16 Steps eine Offbeat-Snare dann nur gelegentlich mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 % und ein Becken nur jeden 4. Takt.
  • Shuffle lässt sich global pro Pattern regeln in Abstufungen „nicht“ bis „extrem“. Der Shuffle-Effekt lässt sich auch in negative Bereiche hinein regeln.
  • Der Step-Loop-Effekt ist ein sehr potentes Werkzeug beim Jammen mit nur einem Pattern für fixe Breaks. Nach Aktivierung lässt sich ein beliebiger Step der Sequenz wiederholen – eigentlich wie ein Stutter-Effekt.
  • Auch Reglerbewegungen lassen sich aufzeichnen, leider betrifft das aber nur die oberste Ebene der Klangbearbeitung. „Versteckte“ Parameter wie Filter-Cutoff oder Amp-Decay sind daher von der Automation ausgenommen, was sehr schade ist.

Richtig gut hingegen gefällt mir die Möglichkeit, ein komplettes Pattern einfach in der Tonhöhe zu transponieren. Pattern kopiert, transponiert – Variation fertig.

Zum endgültigen Speichern eines Patterns und der Sampler-Einstellungen muss der Sequencer gestoppt werden.

Wie klingt der Roland P-6?

Generell klingt ein Sampler, abgesehen von den Wandlern, natürlich immer nur so gut wie die Samples, mit denen man ihn füttert. An der davon unabhängigen Audioqualität des P6 habe ich nichts zu beanstanden. Die Audioeffekte klingen insgesamt hochwertig und was aus dem Gerät rauskommt, klingt druckvoll. Auch beim Runter-und Hochtransponieren klingen die Samples wirklich gut.

Von der Klangqualität des Mikrofons beim Sampeln sollte man nicht zu viel erwarten, es klingt leicht nasal. Zwei Beispielaufnahmen mit Mikrofon finden sich weiter oben (Abschnitt: Granularsektion). Ich finde das Mikro trotzdem sehr praktisch und da ich persönlich auch für viele Anwendungen auf eine gewisse Portion LoFi stehe, würde es bei mir sicher öfter zum Einsatz kommen.

Für qualitativ hochwertigere Aufnahmen muss der Klinkeneingang bemüht werden. Alternativ bleibt aber die Möglichkeit, Samples vom Computer zu importieren oder via USB von diesem zu sampeln.

Hier noch zwei kurze Patterns, die mit einfachen Sample-Mutes und ein paar eingeflogenen Granular-Sounds variiert wurden. Die Tracks sind eher basslastig – nichts für den Handy- oder Laptop-Speaker …

Einbindung des Roland P-6 in bestehende Setups

Der P-6 Sampler lässt sich wunderbar einfach in viele Umgebungen integrieren. Die Sync-Anschlüsse sind im Modular- oder Analogverbund sehr praktisch. MIDI-TRS ist aufgrund der zwei Standards nicht mein Favorit, inzwischen besitze ich aber diverse Adapter und habe mich an den Umstand gewöhnt, dass immer der falsche zur Hand ist …

Der Eingang lässt sich auch als Mix-In-Eingang verwenden. So können Eingangssignale mit dem P-6 Signal gemischt werden. In Setups mit zwei Geräten spart das einen externen Mixer.

Auch mit Computern oder iOS Geräten versteht sich der P-6. Was ohne Umschweife funktionierte, ist die Audio/MIDI-Verbindung mit dem Rechner. Das Gerät wurde (am Mac mit OS 10.15.7) ohne weitere Vorbereitung als mögliche Audio/MIDI-Quelle bzw. Ziel angezeigt und spielte dann sofort mit der DAW.

Backups der Pattern-Daten, aber auch Sample-Import vom und zum Rechner via USB sind relativ unkompliziert. 

Was dagegen etwas umständlich ist: Je nachdem, welche Daten ex-oder importiert werden sollen, muss beim Anschalten des Gerätes eine andere Taste gedrückt werden. Also erst Pattern exportieren, dann Gerät abschalten,  mit anderer Tastenkombination neu starten und dann erst neue Samples importieren. Nach einem Start mit der passenden Tastenkombination wird der P-6 als Laufwerk erkannt. Nun können Daten bzw. Samples vom/zum P-6 kopiert werden. 

Zu importierende Samples müssen im WAV-Format vorliegen und dürfen bis zu 96 khz Sampling Rate und eine Bit-Tiefe von 8, 16, 24 oder 32 Bit aufweisen. Der Export von Samples vom P-6 zum Rechner erfolgt in ganzen Bänken; jeweils 6 Samples samt Soundparameter.

Viele Klangbearbeitungsfunktionen sind nur über das Menü erreichbar

Die Bedienung des Roland P-6

Die Bedienung geht vielerorts flott von der Hand. Viele Doppelbelegungen der Tasten ermöglichen letztlich (nach längerer Einarbeitungszeit) einen einigermaßen schnellen Workflow. Nicht nur die Shift-Taste, sondern u. a. auch die Pattern-KYBD und die MFX-Taste lösen in Kombination mit anderen Tasten weitere Funktionen aus. So lassen sich viele Funktionen ohne Scrollen im Menü erreichen und die Bedienung geht schnell ins Muskelgedächtnis über.

Unangenehm wird es aber z. B. im Menü der Sequencer-Funktionen oder bei den tiefergehenden Synthesizer-Parametern. Hier wird es teilweise kompliziert, da die Abkürzungen des 4-Zeichendisplays an dieser Stelle einen höheren Stellenwert bekommen. Nur vier Zeichen und diese zudem in 7-Segment-Darstellung benötigen zuweilen doch einiges an Abstraktionsvermögen und erschließen sich oft nur, wenn einem schon klar ist, was sich hinter dem Kürzel verbergen könnte. Eine Anzeige wie „Eu.dP“ ist doch nur mit gutem Willen als Envelope Depth identifizierbar. Nach längerer Einarbeitungszeit lassen sich die Zeichen natürlich besser einordnen, toll ist es trotzdem nicht.

Welche Funktion mag sich hinter diesem Kürzel verbergen?

Die Drehregler ändern in einigen Menüs ihre Funktion. Sehr praktisch, aber auch hier gilt: Erstmal wissen (lernen), welche das dann jeweils sind.

Aufgrund der vielen versteckten Funktionen der o. g. Einschränkungen des Displays ist gerade am Anfang, ab und zu aber auch darüber hinaus, die Bedienungsanleitung ein wichtiger Begleiter. Das leider nur online verfügbare Handbuch liegt dankenswerterweise auch in Deutsch vor. Eine handliche Übersicht der Menüpunkte in Papierform oder auf Pappe hätte dem Gerät meiner Meinung nach gut gestanden. Insbesondere eine Übersicht der Doppelbelegungen wäre praktisch.

Alternativen zum Roland P-6

Hier ist der direkteste Konkurrent, sowohl preislich als auch aufgrund der Größe, wohl der Korg Volca Sample, der allerdings nur Samples abspielen, aber nicht selbst im Gerät aufnehmen kann. In preislich etwas höheren Gefilden tummelt sich dann der Sonicware LoFi-12. Ich persönlich mag den LoFi 12 sehr, der Formfaktor ist aber gänzlich anders und die Qualität der Roland Effekte ist doch etwas hochwertiger. Der Novation Circuit Rhythm ist dann schon ca. 100,- Euro teurer als der P-6, verfolgt aber auch ein anderes Konzept und lässt sich, nicht zuletzt aufgrund seiner Größe, doch ganz anders bedienen.

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Klangbeispiele
Fazit

Der Roland P-6 bietet sehr viel Sampling-Power – nicht nur gemessen am geringen Preis. Samples können polyphon gespielt, transponiert, zerschnippelt und mit Effekten versehen werden. Die Anschlussmöglichkeiten erlauben eine leichte Integration ins Rechner-Setup, aber auch im Modular- oder klassischen MIDI-Verbund zu. Die Größe und der Akkubetrieb prädestinieren den Sampler als Ideenspeicher für unterwegs, aber auch als zusätzliches Gerät in einem sonst schon vollen Gigbag. Sowohl Sampler als auch Sequencer bieten einen ausgewachsenen Funktionsumfang. Erkauft wird dieser durch eine teils umständliche Bedienung, insbesondere bei den tiefergehenden Funktionen. Das Display ist für die ihm zugewiesenen Aufgaben leider unterdimensioniert.

Plus

  • guter Klang
  • hoher Funktionsumfang bei sehr kompakten Maßen
  • umfangreiche Anschlussmöglichkeiten
  • komplexe Bearbeitungsmöglichkeiten für Samples und Sequencer
  • komplexe Granularfunktionen

Minus

  • ungenügendes Display für den Funktionsumfang des Gerätes
  • umständliche Bedienung bei tiefergehenden Synthese und Sequencer-Funktionen
  • Beschriftung einiger Tasten je nach Licht nur ablesbar, wenn Taste bereits gedrückt wurde

Preis

  • 198,- Euro
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Über den Autor
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Leo Solter RED

Ich mache seit den frühen 90er Jahren Musik. Zu erst vornehmlich mit elektronischen Klangerzeugern. Später zunehmend auch mit mechanischen und anderen akustischen Instrumenten. Zur Zeit arbeite ich als freischaffender Komponist haupsächlich für das Theater. Ansonsten auch in diversen kleineren, musikalisch- performativen Projekten.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Jens Hecht RED

    Wenn die Bedienung nicht allzu umständlich sein sollte liest sich das doch toll für mobile Experimente. Schöne Klangbeispiele übrigens :)

    • Profilbild
      Leo Solter RED

      @Jens Hecht Danke, freut mich, dass Du sie magst. 🙂Umständlich ist es schon aufgrund des Menudisvings und des Displays, aber von zuuu umständlich würde ich nicht sprechen. Da hatte ich schon Schlimmeres unter den Fingern- ich hatte auch mal einen Ensoniq Mirage und bin damit nach einiger Zeit auch ohne Parameterliste gut klargekommen. Da gab es noch weiniger Display und keine dedizierten Regler. Ich hatte wie schon geschrieben schon während der kurzen Testzeit das Gefühl, dass sich das Gerät durch längeres Arbeiten ganz gut erlernen lässt. Wenn man die Kiste aber nur alle halbe Jahre mal auspackt und dann Sounddesign betreiben möchte, würde ich die Bedienungsanleitung in Reichweite lassen…

  2. Profilbild
    Wenno

    Toller Bericht & Preis voll ok,

    sollte ich mit mal genauer anschauen…

    Mal sehen ob er im Vergleich zu meinem Kaola-Sampler auf dem Android Handy und Android Tablet eine teurere Alternative ist…

    https://www.koalasampler.com/

    • Profilbild
      Leo Solter RED

      @Wenno Danke :-) Der Koala Sampler ist ja preislich schwer schlagbar. Und wikrlich gut ist ja, dass Du ihn als Smartphonebesitzer ja immer dabei hast, wenn eine Idee anklopft. Wahrscheinlich wären das immer die Momente in denen Du den P6 nicht dabei hast.
      Insbesondere Live aber auch im Studio mag ich persönlich Geräte zum Anfassen lieber als Touchscreenbasiertes Arbeiten (insbesondere Live). Das ist der P6 an vielen Stellen wirklich super. Gerade beim Einspielen von Sequenzen. Allerdings dreht es sich dann beim Stichwort Sounddesign- hier währen ein paar dedizierte Tasten zur Erreichbarkeit von Ebenen wie Filter und Amp und noch 3 Pages für granuale Parametersets sehr hilfreich gewesen, dann hätten die 4 Drehregelr in der Samplesektion jeweils andere Funktionen gehabt und die Arbeit mit der Kiste hätte noch mehr nur an der Hardware stattfinden können (statt im Kopf via Menu) .

  3. Profilbild
    Numitron AHU

    Akku ist ja nett, würde aber gerne wissen, ob man in einigen Jahren einen Ersatzakku bekommt.
    nach wenigen Jahren wird der ja deutlich schwächer.

    • Profilbild
      HG

      @Numitron Hi! kann mich nicht daran erinnern, welcher Akku das ist, aber hab ein Video gesehen, wo einer ein Gerät aus dieser Serie öffnet und den Akku tauscht. Ist so ein Standardding, kann man überall günstig bestellen und einfach mit Stecker austauschen.

    • Profilbild
      martin stimming AHU

      @Numitron na dann hast du halt das Kabel immer dran. außerdem wirst du den Akku ziemlich sicher nicht so beanspruchen wie in deinem Handy – wenn dein Handy also nach zwei/drei Jahren täglichem Aufladen spürbar schlechter wird, reden wir hier von sechs bis acht Jahren.

      ich finde eher die Aufnahmezeit für ein 2024 Gerät grenzwertig.

    • Profilbild
      Olaf Strassen AHU

      @Numitron Habe hier recht viele Klangmaschinchen (Grooveboxes u. a.) mit eingebautem Akku. Die meisten sind schon über zwei Jahre alt. Ich lese zwar immer wieder davon, dass Akkus deutlich schwächer würden, konnte dies jedoch bei keinem der Geräte bisher irgendwie feststellen. Ist das Thema „Akkuabnutzung“ vielleicht eher Schnee von gestern? Natürlich halten sie nicht ewig, aber viele Jahre scheinen kein Problem zu sein.

      • Profilbild
        genderina

        @Olaf Strassen Da hat sich auf jeden Fall einiges getan. Früher war es ja noch so, dass man die Akkus am besten voll aufgeladen hat und erst wenn sie leer waren, wieder geladen hat.
        Bei den aktuellen Akkus ist es jedoch so, dass man sie nie ganz aufladen sollte und auch schon wieder aufladen, bevor sie leer sind.
        Kommt natürlich immer darauf an, was dann verbaut ist, aber die Akkus allgemein werden immer besser.
        Ich würde mir wünschen, dass es hier so einen Industriestandard geben würde. Das wäre ein Traum.
        Apropos Traum. Ich träume immer noch von einem opz field mit Display! Daran erinnert mich dieses Gerät.

        • Profilbild
          Olaf Strassen AHU

          @genderina «Ich träume immer noch von einem opz field mit Display!»

          …oh, ich auch! Und natürlich in Stereo und mit Sample-Verwaltung auf SD-Karte! 😘

          • Profilbild
            genderina

            @Olaf Strassen Da wär ich auch sofort an Bord und würde sogar einen Riesen opfern.
            Seltsam war übrigens, dass TE trotz Ankündigung, meines Wissens nach, nicht auf der superbooth waren.
            Vielleicht wurde ja der opz field nicht rechtzeitig fertig 🤔😂

              • Profilbild
                genderina

                @Olaf Strassen Apropos: „ Oora Music on YouTube said he talked to Jesper directly at Superbooth who confirmed a metal body release coming up!“
                Das war 2023.

    • Profilbild
      Leo Solter RED

      @HOLODECK Sven Menudiving und Display sind unschön. Beim Thema Samplezeit finde ich das weniger: Ich würde auch sagen 5,9 Sekunden pro Sample sind sicher nicht ausreichend um komplette ungeloopte Orchestersamples in hoher Qualtiät wiederzugeben oder lange STEMS einer Studioproduktion. Somit wäre die Samplezeit für einen Multirecorder oder Librarysampler unzureichend. Aber 48 mal 5,9 Sekunden sind insgesamt doch immerhin 4 Minuten und 43 Sekunden. Bei miesester Qualität (die ja pro Sample gewählt werden kann) wären es 18 Minuten 58 Sekunden.

      Wie Kazimoto schrieb kommt es auf den Anwendungsfall an, ob die Kiste als potent betrachtet werden kann.

      Ich sehe den P6 nicht als STEM-Schleuder sondern eher als Kreativ-Sampler mit „klassischen“ Samplerfunktionen (ich denke so wird er auch beworben). Und da finde ich 5,9 Sekunden pro Sample bei maximaler Qualität schon ganz gut.
      Da passt z.B. ein Klavierton auch ohne Loop inklusive Decay gut rein. Danach kann ich das dann polyphon spielen. Ein Breakbeatsample passt in 5,9 Sekunden auch super rein und kann dann schnell gechoppt und in einzelnen Slices Wiedergegeben werden.
      Dann hätte ich immer noch viel Samplezeit übrig, kann die Samples oder ganze Sequenzen auf oberster Ebene mit Effekten resamplen, dann wieder polyphon einspielen, noch mal mit einem anderen Effekt versehen, nochmal samplen und choppen. Meine Kreativität hat das durchaus eher angeregt, als eine langes Sample einfach abzuspielen und Effekte draufzulegen.

  4. Profilbild
    Flowwater AHU

    Äh … ich musste das zwei mal lesen:

    5,9 s Samplezeit bei 44,1 kHz mono … pro Sample?!?

    Wenn man das mal zurück rechnet, dann sind das rund 1/2 MByte pro Sample (0,5 MByte wären genau 524.288 Byte, 5,9 s sind bei 44,1 kHz und 16 Bit mono 520.380 Byte, haut also hin). Da hat doch jemand eine Abkürzung beim Programmieren genommen, um so den Speicher einfacher »nicht zerclustern« zu lassen, wenn man Samples löscht, neu anlegt, wieder löscht, etc.

  5. Profilbild
    masterBlasterFX AHU

    Hallo Leo Solter

    Sehr guter Test, danke !

    Wie kann man ein Produkt mit so vielen guten Eigenschaften ausstatten und auf ein 4 Ziffer 7 Segment Display setzen ?

    Unglaublich !

    Mit minimalen programmier Mehraufwand und einem 0.5 Euro teureren Oled Grafik Display gleicher Grösse könnte man alle Namen voll ausschreiben.
    z.B. 3 zeilig klein oder 1 zeilig gross in Laufschrift.

    Damit wären 2 deiner 3 „Minuspunkte“ hinfällig.
    Die nicht anschlagsdynamischen Pads würde ich minuspunkten.

    Gruss masterBlasterFX

    • Profilbild
      Leo Solter RED

      @masterBlasterFX Freut mich, dass Die der Test zusagt 🙂. Ich bin ja eigentlich ein Fan von 7 Segment-Anzeigen, wenn sie gut implementiert sind- hier wirklich zu mager. Bei OLED stört mich immer das MHD, dass meines Wissens ja unabhängig von der Betriebsdauer ist. Im Fall des P6 hätte ich aber ein OLED oder LCD Display auch wichtig gefunden- oder noch lieber ein paar Taster mehr, um noch unabhängiger vom Display zu werden (dann hätte das Gerät aber auch grösser sein müssen). Zu den Pads: ja für z.B. Finderdrumming sicher ein Minuspunkt. Mich hat es nicht gestört bei dem Preis ; vor allem da ich schon einige Kisten in den Fingern hatte, bei denen die Anschlagsdynamik eher mau war , so dass ich sie dann doch oft lieber auschalte. Viele Grüße

      • Profilbild
        masterBlasterFX AHU

        @Leo Solter Das alles sehe ich genauso.
        Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen 7-Segment Anzeigen.
        Z.B. die Anzeige des Arturia BeatStepPro ist wunderschön und funktional.
        Aber auch das LCD vom Akai S5000 gefällt mir sehr gut.
        Dies ist mein einziger Hardware Sampler (seit Jahren ausgelagert … ist ein riesen Möbel).
        Ich nutze auch keine SW Sampler.
        Würde mich aber gern wiedereinmal mit sampling (HW) befassen.
        Auf so was „modernes“ und kompaktes wie den P6 habe ich eigentlich gewarted.
        Das nach Handbuch schreiende Display hat mir gesagt das ich schon genug Gear hätte ….
        Andernseits, wenn man sich in den P6 eingearbeitet hat wäre es nicht mehr ein Minus, hmm …

        Eine Frage noch :

        Was ist MHD ?

        Gruss
        masterBlasterFX

        • Profilbild
          Leo Solter RED

          @masterBlasterFX Ich meinte mit MHD das Mindeshaltbarkeitsdatum. Ich hatte mal das Vergnügen bei einer Sammelbestellung für ein Sequenzerbauprojekt dabei zu sein. Die Wahl fiel dann beim Display auf OLED (genauer PLED), dann „starben“ bei sehr vielen Beteiligten nach einiger Zeit in einem Zeitraum von 2-3 Monaten die Displays -unabhängig davon wie oft die Leute Ihre Sequenzer in Betrieb gehabt hatten. Damals wurde es mir so erklärt, das es an den organischen Materialien in den Displays liegen würde. Ich hab dann ein LCD eingebaut, das läuft immer noch 🙂 Das Drama ist schon gut 15 Jahre her und die Technik hat sich weiterentwickelt. Aber in einer Firma für Musiksoft-und Hardware für die ich bis vor kurzem tätig war, sagte der Chefingenieur noch vor wenigen Jahren, das Problem sei zwar nicht mehr so drastisch (also sie hielten jetzt wesentlich länger), würde aber grundsätzlich immer noch bestehen. Nun hat allerdings eine von mir soeben mal spontan gemachte Onlinesuche den Anschein erweckt, das Problem würde jetzt nicht mehr bestehen. Womöglich ist die Technik inzwischen schon wieder wesentlich weiter und ich sollte das Trauma einfach überwinden und vertrauen… Ich finde OLEDs von der Lesbarkeit her auf jeden Fall toll und würde mich sehr freuen, wenn es so wäre! BTW: den S5000 hatte ich auch- ein schöner (und ja, auch großer ) Sampler. Ich hatte ihn Live benutzt und konnte durch den Multimode und das Diskstreaming viel raus holen, wodurch sich die Größe dann etwas „verspielt hat“ ;-) … Viele Grüße

  6. Profilbild
    glain

    Hi, wieviele Tracks sind mit weniger Samplezeit entstanden. Sp303 hat auch nicht mehr display. Und Roland möchte bestimmt auch noch andere Kisten aus der Reihe verkaufen.

    Ich will damit nur sagen, dass es dafür wahrscheinlich ein gutes Gerät ist. Und das gerade den Charme ausmacht.

    Und es hat ein sample input was ein model:sample zb nicht hat.

  7. Profilbild
    kritik katze AHU

    die soundbeispiele mal wieder der grösste schwachsinn
    hallo das ist eine fette grovebox und kein synthesizer.oh man oh man

    das ding klingt nämlich voll fett und durchsichtig 3 dimensional
    groovt wie eine sau
    leider verstellt die automation alle sounds auch nur beim abspielen

    eure audiobeispiele sind auch klanglich viel schlechter als das original
    klingt nach komprimiertem 128 mp3

  8. Profilbild
    luap AHU

    Finde das Teil echt spannend, aber mit dem Display hätten Sie ruhig was anderes machen können.

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