Das Sampling-Pad wird erwachsen
Mit dem SPD-SX Pro hat Roland sein bekanntestes Sampling-Pad, das Roland SPD-SX, im Jahr 2022 in die nächste Generation geschickt. Dabei gehörte das Farb-Display sicherlich zu den interessanten Verbesserungen. Doch was nutzt einem ein solches Display ohne die entsprechende Software? Genau hier hat Roland kürzlich mit der Software-Version 2.0 nachgelegt, die wir uns im folgenden Test einmal genauer anschauen. Was leistet das Roland SPD-SX Pro 2.0 in der Praxis?
Was ist es? Das Roland SPD-SX Pro 2.0 ist ein Sampling-Pad, das durch ein Software-Update erweiterte Funktionen für Live-Anwendungen erhält.
- Time-Stretching: Samples können beim SPD-SX Pro 2.0 nun in Echtzeit oder offline in ihrer Geschwindigkeit angepasst werden, was die Flexibilität bei Tempoänderungen erhöht.
- BPM-Erkennung und Modulation: Das System erkennt die BPM von Loops und ermöglicht deren Beschleunigung oder Verlangsamung über separate Pads.
- DJ-Style-Muting: Ein laufender Track lässt sich stummschalten, ohne die Wiedergabe zu stoppen, was bei spontanen musikalischen Anpassungen nützlich ist.
- Trigger-Steuerung: Externe Trigger können nun über ein Pad aktiviert/deaktiviert werden, was eine dynamische Umkonfiguration von Hybrid-Kits im Songverlauf ermöglicht.
- Kit-spezifische Effekte: Master-Effekte sind nicht mehr nur global, sondern auch individuell pro Kit nutzbar, was eine präzisere Klanggestaltung erlaubt.
- Schwächen: Die Migration von SPD-SX-Backups auf das SPD-SX Pro ist nur mit ALL-Backups möglich, und globale Einstellungen des Vorgängers werden nicht übernommen.
Inhaltsverzeichnis
Roland SPD-SX Pro 2.0
Das ursprüngliche Roland SPD-SX gehörte viele Jahre zum Standardinventar einer Band. Gerade im Pop-Bereich findet man kaum ein größeres Live-Setup, in dem nicht irgendwo ein Sampling-Pad sowie Drum-Trigger ihr Unwesen treiben.
Mit dem SPD-SX Pro modernisierte Roland das bestehende und sehr erfolgreiche SPD-SX, behielt dessen Grundkonzept jedoch bei. Die hinzugekommenen Trigger-Eingänge und Direct-Ausgänge laden dazu ein, die bisherigen Hardware-Limitierungen zu überwinden und das SPD-SX Pro noch besser in Shows zu integrieren.
Mit dem Software-Update 2.0 setzt Roland genau an dieser Stelle an und hat dabei zunächst ein grundsätzliches Kernproblem gelöst.
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Alte Setups ziehen um
Auf den ersten Blick unspektakulär, auf den zweiten jedoch äußerst relevant, ist die nun eingeräumte Möglichkeit, Backup-Dateien des SPD-SX auf das SPD-SX Pro laden zu können.
Wer sein SPD-SX über Jahre im Live-Betrieb eingesetzt hat, dürfte wissen, dass ein Preset irgendwann nicht mehr nur ein paar Samples, sondern im Zweifel eine komplette Show enthält. Ein Umzug auf ein „weißes Blatt Papier“ wäre entsprechend müßig.
Ganz hürdenfrei ist die Migration allerdings nicht, denn es können nur Backups geladen werden, die mit der Option „ALL“ erstellt wurden. „KIT+SETTINGS“-Backups werden leider nicht unterstützt. Dazu werden auch globale Einstellungen des Vorgängers nicht übertragen. Bei den vielen zusätzlichen Einstellungsmöglichkeiten des SPD-SX Pro wäre dies aber ohnehin nur bedingt zielführend.
Ein komplett identischer Umzug von einem Gerät auf das andere ist damit nicht möglich. Trotzdem dürfte die Funktion für langjährige SPD-SX-Nutzer einen erheblichen Unterschied machen.

Die alten Kits/Presets können genauso wie das Software-Update beim Roland SPD-SX Pro über den USB-Port aufgespielt werden.
Time-Stretching – brauchen nicht nur Produzenten
Man spielt als Band mit Click und Loop aus dem Roland SPD-SX Pro 2.0 heraus und plötzlich sagt der MD: „Können wir den Loop doppelt so schnell laufen lassen?“
Bisher musste das Tempo eines Samples im Grunde bereits vor dem Import stimmen. Wer einen Loop mit 100 BPM für einen Song mit 105 BPM verwenden wollte, bearbeitete ihn üblicherweise vorher in Ableton Live, Logic, Pro Tools oder einer anderen DAW und exportierte diesen anschließend in eine neue Audiodatei. Das funktioniert natürlich, ist aber gerade bei kurzfristigen Änderungen ziemlich umständlich. Mit Version 2.0 kann das SPD-SX Pro solche Anpassungen nun selbst übernehmen.

Etwas versteckt ist die Funktion beim Roland SPD-SX Pro 2.0 schon, aber wenn man sie einmal gefunden hat, sehr einfach zu bedienen
Roland unterscheidet dabei zwischen zwei Verfahren. Das Real-Time Time-Stretch arbeitet auf Ebene des Kits und eignet sich dementsprechend für schnelle Anpassungen. Daneben gibt es eine Offline-Variante, bei der die Audiodatei vorab verarbeitet wird. Diese benötigt entsprechend etwas mehr Zeit, soll dafür aber eine höhere Klangqualität liefern.
Aber nicht nur für Loops ist diese Funktion interessant. In meinem konkreten Fall arbeiten wir häufig mit Sub-Drops, die natürlich entsprechend auf die Geschwindigkeit des Songs abgestimmt sind. So etwas lässt sich nun in kürzester Zeit umsetzen, toll.
BPM-Erkennung und Modulation
Mit der Time-Stretching-Funktion des Roland SPD-SX Pro 2.0 geht auch die Möglichkeit einher, mit einem einzelnen Knopfdruck die Geschwindigkeit eines Loops zu erkennen. Das soll die Bearbeitung, das Looping sowie die Handhabung zeitbasierter Effekte vereinfachen. In der Praxis funktioniert das ziemlich gut, sofern die Audiodatei genügend Anhaltspunkte für eine zuverlässige Erkennung bietet.
Einmal erkannt, lässt sich ein Loop über zwei Pads jeweils beschleunigen bzw. verlangsamen. Das kann besonders beim Üben interessant sein. So lässt sich mit Click über Loops spielen und das Tempo schrittweise steigern, ohne zwischendurch die Sticks aus der Hand legen zu müssen.
Backing-Tracks verschwinden lassen
Ein weiteres neues Feature des Roland SPD-SX Pro 2.0 nennt sich DJ-Style-Muting bzw. DJ-Drop. Dahinter steckt eine einfache Funktion: Ein laufender Track kann stummgeschaltet werden, ohne dass dessen Wiedergabe tatsächlich gestoppt wird.

Im Control-Setup des Roland SPD-SX Pro 2.0 legt man das Pad für den DJ-Drop fest. Dieses Menü birgt viele Möglichkeiten und ist auch für den nächsten Punkt auf unserer Liste wichtig.
Was zunächst großartig klingt, ist am Ende des Tages jedoch lediglich ein Mute-Button für Audiodateien, der mit dem Stick betätigt werden kann. Sollte die Band aus dem Tempo kommen oder der Track spontan aussetzen müssen, kann das Feature dennoch sehr hilfreich sein.
Trigger an – Trigger aus
Durch seine externen Eingänge konnte sich das SPD-SX Pro bereits ziemlich umfangreich in ein Hybrid-Drumset integrieren. Akustische Trommeln lassen sich bspw. mit Triggern versehen und anschließend mit Samples layern.
Mit Version 2.0 können diese externen Trigger nun über ein Pad gezielt stummgeschaltet werden. Dadurch lässt sich ein Hybrid-Kit während eines Songs umkonfigurieren, ohne das Preset wechseln oder in ein Menü springen zu müssen.
In meinem konkreten Anwendungsfall als Drummer in einer Band wäre das z. B. eine Snare, die im Chorus noch einmal ein „bisschen was obendrauf bekommen soll“. Das kann ein fettes Snare-Sample, ein Clap, ein Snap oder etwas Ähnliches sein. Diese Samples kann der Drummer nun spontan aktivieren oder deaktivieren. Eine Funktion, die mir persönlich in der Praxis sehr gut gefallen hat.
Effekte gehören jetzt zum Kit (Preset)
Auch wenn ich noch nie auf die internen Effekte eines Drum-Pads zurückgegriffen habe, soll es ja doch einige da draußen geben, die dies tun. So lassen sich beim Roland SPD-SX Pro 2.0 die Master-Effekte nun nicht nur global, sondern auch individuell pro Kit nutzen.
So benötigt ein elektronisches Percussion-Kit mit Sicherheit eine vollkommen andere Effektbearbeitung als ein Kit mit akustischen Drum-Samples. Ebenso kann ein Song nach einem stark verhallten oder gefilterten Gesamtsignal verlangen, während beim nächsten Titel ein weitgehend unbearbeitetes Ausgangssignal gefragt ist.
Entsprechend schön ist es zu sehen, dass hier an genügend Rechenleistung bzw. Speicher gedacht wurde, um solche Aufwertungen auch nachträglich einzuführen.
Viele kleine Verbesserungen
Neben den großen Neuerungen hat Roland für das Roland SPD-SX Pro 2.0 Sampling-Pad eine Reihe kleinerer Funktionen ergänzt. Dazu gehört eine Kit-Übersicht, mit der sich vorhandene Kits schneller überblicken lassen. MIDI-Aktivitäten können nun auf dem Hauptbildschirm überwacht werden und auch die Kopierfunktionen wurden erweitert. Mehrere Parameter lassen sich außerdem gleichzeitig für alle Pads einstellen. Gerade beim Erstellen größerer Kits erspart das einiges an sich wiederholender Menüarbeit. Wer richtig kreativ sein möchte, kann nun die Hauptansicht mit eigens importierten Bildern versehen.
Das Handling in der Praxis
Sofern man sich einmal an die Bedienung des SPD-SX Pro gewöhnt hat, bleibt diese auch nach dem Update durchweg stringent, übersichtlich und praxisnah. Einstellungen lassen sich spontan und unkompliziert direkt am Gerät vornehmen. Meine persönliche Wahl bleibt jedoch grundsätzlich der SPD-SX Editor, der nun auch die zugehörigen WAV-Dateien anzeigt, sobald man das entsprechende Pad anwählt.

































Die Beleuchtung sieht ja klasse aus! So lässt sich auch der dunkelste Gig problemlos bewältigen. Diesbezüglich hat man sich wirklich Gedanken gemacht.
So wie ich Roland kenne ist bei 2.0 Schluss mit Updates.
Falls das hier mal nicht der Fall sein sollte, freut es mich.😁
visually giebt instrument gutes feedback und reflexion🙂
danke für test!
nett aber wieder extrem überteuert.
eine mpc ist billiger.
Roland lebt eh nur von dem Ruf der alten Geräte der 70er&80er… später fast nur Recycling..
OK, hab eine tr6s und den p6.
die taugen mir.😄
die teurerem Dinge sind wohl zur querfinanzierung der Lockangebote.😎
@Numitron Dein Ernst ?
Du vergleichst das Samplng Pad mit einer MPC? Die Zielgruppe hier ist doch eine völlig andere.
Ok dann trommel mal mit Sticks auf Deinen Pads der MPC. Viel Spaß 👍😜
@MPC-User OK, aber die Pads sind auch nicht so teuer.
der Rest ist stark eingeschränkt im Vergleich zu einer mpc.
ich hatte Mal ein Alesis Samplepad, OK nicht ganz Vergleichbar aber die Grundfunktion Samples mit Pad Spielen war gleich.
@Numitron Du verstehst nicht ganz. Das Ding ist in erster Linie für Drummer gedacht.
Das Teil will keine MPC sein.
@MPC-User Ich hätte das Gerät als Klangerzeuger für Drums inkl. Effekte genutzt und es per Sequencer angesteuert. ^^ Aber ich habe bereits das ältere HPD-20, das zum Spielen mit Händen gedacht ist, und es lässt sich auch per Sequencer ansteuern. ^^ Die Effekt-Sektion ist zwar weniger flexibel und etwas älter, aber es geht damit auch Eniges. Außerdem habe ich ein FGDP-50 gekauft, und da kommt auch ein Sequencer dran. ^^ Gerade für preisbewusste Trommler ist das Teil nicht schlecht. ;-)
@MPC-User Aber Numitron hat ja schon irgendwie nicht ganz unrecht. Beides sind Triggerpads, eines vorallem für Fingerdrumming und eines mehr für Sticks. Ansonsten kann die MPC aber dazu noch vieeel mehr und da muss sich Roland schon die Frage gefallen lassen, warum deren Teil gleichviel kosten soll.
Den Vorwurf kann man allerdings auch vielen anderen Geräten machen, weil die MPC einfach wirklich viel kann für verhältnismäßig wenig Geld und vieles abdeckt, was spezialisierte Geräte können.
Ich habe das Teil diese Woche beim Thomann gesehen:
Es ist viel kleiner, als ich dachte!
Das DJ Style Muting ist genau das, was Milli Vanilli damals gefehlt hat 😅
Im Ernst, ich liebe mein SPD-SX Pro und auch seinen Editor. Für „human“ getrommeltes Zeugs mit Sticks oder auch von Hand im Djembe Style ist es total gut. Für‘s Beat klopfen mit den Fingern a la MPC verwende ich jedoch ein MPD-218. Diese Art der Eingabe ist schon nicht die gleiche wie beim SPD.