Test: Roland System-100 Plug-Out für System 1/1m

24. Oktober 2015

Ist das wirklich Software?

ROLAND ist inzwischen längst auf seinem ganz persönlichen Vintage-Trip. Von Boutique-Synthesizern, Plug-outs und AIRAs werden Begriffe etabliert, die die alten Klassiker bemühen, verknüpft mit den Innovationen moderner Technologien. Das Roland System-100 ist dabei ein Teil der immer größer werdenden AIRA-Familie (zu denen auch die sogenannten Plug-outs gehören), die wir bereits umfassend vorgestellt und getestet haben:

Zentrales Hardware-Element für die Plug-outs sind die beiden Controller Roland System-1 und Roland System 1m, die perfekt darauf abgestimmt sind, die Roland Plug-outs anzusteuern, aber auch zu beherbergen, denn über die beiden Controller lassen sich die Plug-outs auch ohne PC direkt ins Konzert mitnehmen und spielen.

Mit der Software-Version des System-100 hat sich Roland nun ein weiteres Mal an einen Klassiker gewagt und eben als klassisches Plug-in sowie als Plug-out vorgestellt.

Hier nun der Test von Mic Irmer:

Das Roland System-100 ist ein absoluter Klassiker, der in unzähligen Stücken enthalten ist. Während sich die „großen Alten“ noch an Human League erinnern, haben andere vielleicht Technoides im Ohr. Die Wahrheit ist, dass dieser Sound eine Zeitlosigkeit genießt, weshalb Roland diesen Sound nun wieder verfügbar macht. Hier quiekt die Resonanz genau so wie sie soll. Und in welcher Form? Es gibt ein Plug-in und auch ein Plug-out. Beides bekommt man beim Kauf in Form des Plug-ins, welches erlaubt, eben dieses an die Hardware zu senden, aber auch selbst ein ganz normaler Softsynth zu sein (AU/VST). Wer die System 1/1m-Hardware besitzt, kann ihn in das Gerät laden und dort nutzen. Unabhängig davon erlaubt das Plug-in die einstimmige Klangerzeugung auf dem Rechner der Wahl.

Die Standardseite des Roland System-100

Plug-was?

„Plug-out“ ist nichts anderes als eine eingeladene Software, die zur Zeit den Roland SH101, Roland Promars, das Roland System-100 und den Roland SH-2 in gleicher Weise simuliert. Es kann aber immer nur ein solches Plug-out in die Hardware geladen werden. Am Rechner laufen die Plug-ins jedoch alle in mehreren Instanzen und so viel, wie man möchte. Das Plug-out und das Plug-in sind ein und dieselbe Form, sie unterscheiden sich lediglich durch den Plug-out-Knopf, der den Synthesizer in das System 1/1m verfrachtet, um dort dann autark arbeiten zu können. Läuft das Ganze als Plug-in, muss der Rechner ein Schneller sein.

Verbindung mit Hardware System-1

Sogar das System 1 selbst gibt es als vierstimmiges Plug-in mit den gleichen Eigenschaften und Sound wie die Hardware, die wirklich hohe Anforderungen an den Rechner hat, beim System 100 ist es nicht ganz so stark. Das System 1 ist die einzige „generische“ Version, die nicht direkt und klar ein eindeutiges Vorbild hat, jedoch eindeutig Anklänge der SH-Serie und den „System“ genannten Synthesizern aus Rolands Vergangenheit hat (1973-1982) und so für alle gut ist, die den Basissound generell mögen. Die Fähigkeiten ähneln dem System 100. Das System 100 ist historisch gesehen der wichtigste Synthesizer der SH-Serie und klanglich wie technisch mit dem SH5 und SH7 zu vergleichen. Er war jedoch konzeptionell ein zweigeteilter Synthesizer, bestehend aus Keyboard (101) und Expander (102) mit jeweils einem Oszillator, LFO, Filter und einer ADSR-Hüllkurve und ist pro „Modul“ noch mit weiteren individuellen Möglichkeiten ausgestattet gewesen (Ringmodulator, Rauschgenerator, Sample and Hold). Wer sich das klassische System 100 einmal ansehen und hören möchte, kann das hier tun.

Das Original bestand zudem noch aus einem Sequencer (104), einem Lautsprecherpärchen sowie einem Mischpult (103). Damals war die Entscheidung für die beiden Teile eine Geldfrage, hier ist sie das nicht. Deshalb sind sie wieder vereint und ähneln damit am meisten dem SH7. Der Aufbau mit dem „Expander“, der hinter das Keyboard gestellt wurde, ist ohne alberne Vintage-Geräte-Grafik-Kitsch-Elemente umgesetzt worden, sondern erscheinen als eine sinnvoll gestaltete Komplettoberfläche.

Routing und Vorverkablung
Was ist was

Insgesamt findet man am Roland System-100 zwei Oszillatoren mit 3 Positionen für Dreieck, Sägezahn und Rechteck vor. Sie bieten frei steckbare Sync-Anschlüsse mit schwacher und starker Synchronisation. Diese ist für den anderen Oszillator vorgesehen, man könnte aber auch ein anderes Signal einleiten. Die Pulsbreitensteuerung beider Oszillatoren (jeweils) hat im Gegensatz zum Original mehr Quellen, die jeweils beide Hüllkurven und LFOs sowie Glide verwenden kann. Glide als Quelle bedeutet, dass tatsächlich das Portamento/Glide die Pulssymmetrie steuert. Das Glide muss nach oben oder unten vorgegeben werden und kann pro Oszillator (oder für beide) wirken. Das ist ungewöhnlich und ist deutlich flexibler als das klassische System 100. Direkt nebenan kann einer der LFOs die Tonhöhen steuern.

Was nicht geht, ist die Steuerung der Tonhöhe des zweiten Oszillators durch eine andere Quelle, wie etwa eine der Hüllkurven. Es gibt auch keine Umschaltung zur Steuerung durch Sample & Hold, jedoch gibt es im LFO einen Schalter, der diesen Job übernimmt. Das Original hat einen Steuereingang jeweils für beide VCOs, die Software hat nur einen für VCO 1. Der externe Eingang des ersten Oszillators kann eine Frequenzmodulation via VCO 2 herstellen. Eine gegenseitige Modulation ist mangels VCO 2 Pitch-Eingang nicht möglich. FM erlaubte der SH5 nicht, jedoch war es beim Roland System-100 und dem SH7 möglich, weil beide Oszillatoren einzeln abgreifbar waren. Beim Plug-out kann man im Gegensatz zum Original die LFOs abgreifen. Im Original wurden sie innerhalb des Moduls fest verdrahtet und waren nur so zugänglich wie bei nicht modularen Synthesizern. Genau deshalb war es auch das am wenigsten offene Pseudomodular-System, das noch geschlossener als der MS20 war. Im Plug-in gibt es mehr Flexibilität, nicht nur was die LFO Ausgänge betrifft.

LFO mit GT-Modus

Absolut großartig ist die Ausgestaltung der LFOs aufgebohrt worden, sie haben einen Offset-Fader für den Geschwindigkeitsbereich, den man prinzipiell vom Promars und Jupiter 4 her kennt. Damit können sehr langsame als auch extrem (audio-)schnelle Modulationen im „FM-Frequenzbereich“ aufgebaut werden. Fünf Schwingungsformen werden dafür geliefert. Das ist genau eine mehr als im Original. Der Einfachheit wegen hat man auch Sample & Hold mit in den LFOs angelegt. So spart man sich beim Patchen ein paar Kabel, ist jedoch trotzdem in der Lage, andere Quellen als die LFOs für Sample & Hold zu verwenden. Das LFO-Tempo ist jeweils über eine beliebige Quelle steuerbar. Ein Fade-in fehlt allerdings.
Ein Rauschgenerator mit weißer und rosa Geräuschquelle wird genauso angeboten wie ein Ringmodulator. Der fällt durch nur einen Eingang auf. Der zweite Eingang ist mit dem Oszillator verbunden. Hier ist man deshalb nicht ganz so flexibel wie mit einem freien Ringmodulator. Allerdings wird selten nicht weniger als mindestens ein Oszillator bei der Ringmodulation eingesetzt. Dass von außen keine Signale angelegt werden können, ist diese Reduktion vertretbar. Die beiden ADSR-Hüllkurven greifen ordentlich zu und lassen sich zusammen per LFO neu triggern. Außerdem sind sie per Gate oder Trigger/Gate anzusteuern. Das bedeutet, dass ein zweiter Tastenanschlag mit gehaltenem Ton/Taste die Hüllkurven neu startet (oder nicht) – dies ist auch bekannt als Single- und Multiple-Trigger Mode. Der VCA ist mit einem „Drone“-Fader ausgestattet, um den VCA dauerhaft geöffnet zu lassen. Es lässt sich per LFO oder Hüllkurve steuern.

Der Hüllkurveneingang ist frei durch ein anderes Signal zu belegen. Der LFO ist hingegen fest verdrahtet. Warum das „so herum“ geschieht, leuchtet nicht ganz ein.

Filter

Im Filter gibt es LFO und Hüllkurve als zwei Eingänge, die auch durch andere Signale ersetzt werden können. Das Filter ist ein 24 dB / Oktave Tiefpass. Im Original gibt es zwei Filter, hier gibt es nur eins, man kann leider auch nicht eine doppelte Flankensteilheit einstellen, um dies zu kompensieren. Das obligate Roland-typische statische und nicht modulierbare Hochpassfilter zur Ausdünnung des Klanges ist jedoch vorhanden. Generell gibt es im System 100 einige Verbindungen bereits vorverdrahtet. Man kann sie durch andere Baugruppen ersetzen durch Einstecken eines Kabels. Im VCA-Bereich findet man den Klangregler des Systems 1, der den Sound, ähnlich wie der Hochpass-Teil des Filters, ausdünnen kann. Außerdem sind Phase, Delay und Hall vorgesehen.

Für den Phaser hat man auch einen LFO und Manual-Eingang vorgesehen. Es gibt noch ein paar Kleinigkeiten, wie etwa den externen Aus-/Eingang im Mixer. Das mag verwunden, nicht aber im modularen Kontext. Man muss nämlich nicht das Signal des Mixers in das Filter leiten, um es dann via VCA nach außen zu bringen. Es ist auch möglich, das Signal des Mischers selbst an ein anderes Ziel anzuschließen und die Baugruppen zu vertauschen. Das ist jedoch Theorie, da beispielsweise das Filter nicht an eine andere Stelle gepatcht werden kann, ebenso der VCA.

System 100 Ansicht

Das Routing am Roland System-100 ist recht clever gelöst. Wenn man genau wissen möchte, was bereits vorverkabelt ist, kann man auch am unteren linken Rand den Signal-Flow Taster drücken oder aber alle Kabel ausblenden, um eine Übersicht über die Knöpfe zu gewinnen. Das geschieht, ohne dass die Kabel „stören“. Alternativ zu den Kabeln lassen sich in einer Schaltmatrix Verbindungen genauso herstellen wie durch das Ziehen der Kabel. Es ist lediglich eine alternative grafische Darstellung. Es können mehrere Kabel von einer Quelle entspringen, jedoch kann nur ein Eingang damit belegt werden. Es gibt keine „Multiples“ (Verteiler) oder Mischbereiche, womit man Signale mischen oder weiter verteilen kann. Das ist bei der Größe und Komplexität des Systems eine vertretbare Reduktion.

System 100 Layout – Links: was die HW nicht erreichen kann

Der Sample & Hold

Dieser Bereich ist gegenüber dem Original erweitert. Eine S&H-Schaltung schaut sich abhängig vom eingestellten „Scan-Tempo“ an, was am Eingang anliegt und springt erst beim nächsten Takt zum nächsten Schritt. Das kennen viele von anderen Synthesizern. Dort ist es meist eine LFO-Schwingungsform. Im Gegensatz zu anderen Synthesizern kann man im System 100 wählen, von wo das Signal „angeschaut“ werden soll. Es gibt diverse Oszillatoren-Quellen, die Treppenstufen aller Formen mit steigender und sinkender Tendenz erzeugen können. Wenn ein externes Signal anliegt, wie etwa eine Hüllkurve, so lässt sich mit etwas Attack und Decay ein klassischer 8-Bit „Jump & Run – Spielfigur Sprungsound“ wie aus einem Computerspiel herstellen. Diese Sprünge lassen sich dann wiederum mit „LAG“ glätten. Mit der Einrichtung des Sample & Hold hat man ungleich mehr interessante Modulationsarten. Synthpop-Stufenmodulationen und ähnliche Sachen sind damit kein Problem und weit flexibler als reine LFO-S&H-Schwingungsform-Lösungen. In Teilen könnte man das auch als eine Art Arpeggiator für beliebige Steuerungsaufgaben nennen. Damit ist der technische Teil erfasst.

Matrix links unten

Es lassen sich verschiedene Plug-in Fenster-Größen einstellen, damit auch größere Monitore sinnvoll nutzbar sind. Dies sind allerdings „pixelige“ Vergrößerungen, die nicht für Retina-Freunde gedacht ist. Wer ein System 1/1m hat, kann damit das Plug-in steuern. Das System 1 ist ein sehr passender Controller für die Software oder für die Nutzung auf dem System 1/1m selbst. Es geht alles wesentlich schneller, wenn man direkt zu den Hüllkurvenfadern greift als zur Maus oder dem Trackpad. Es ist erstaunlich, dass noch ein größerer Softwarehersteller eine Art Synthesizer-Controller gebaut hat, der viele oder die meisten Angebote mit Hüllkurvenfadern und Knöpfen für die wichtigsten Elemente versorgt.

Es gibt beim Roland System-100 gegenüber anderen Plug-outs jedoch einen Unterschied: Der zweite LFO und die Sample & Hold-Abteilung sowie das Patching kann man nicht am Gerät einstellen, da es selbst die passenden Bedienelemente nicht hat. Angeschlossene Controller als Erweiterung können das nicht leisten, da es keine Learn-Funktion gibt. Es lässt sich lediglich das System 1- Schema abschalten. Sehr praktisch sind die beiden Ansichten. Das klassische Layout ist für alle, die keine System-1-Hardware besitzen. Das sogenannte „System 1-Layout“ ordnet die Knöpfe optisch so an, dass man sie schneller wiederfinden kann. Im linken Bereich sieht man deutlich abgegrenzt vom Rest die Bereiche, die nur mit der Software verändert werden können. Natürlich kann man das Patch im System 1 speichern und spielen. Es wäre denkbar, dass Roland eine größere Version anbietet, die mehr Stimmen oder Polyphonie für die Plug-outs anbietet und mehr Knöpfe aufweist, um auch die „großen“ Synthesizer abbilden zu können. Diese könnten dann auch den SH5, SH7 oder ein System 700 sowie das 100m simulieren. Letztere wären wegen ihrer Modularität jedoch ebenfalls auf Software-Editoren angewiesen. Die Patchkabel am System 1m werden nur dort direkt eingesetzt. Sie werden nicht auf den Editor angewandt.

Man muss sie also mit dem Plug-in selbst und wirklich klicken und ziehen. Für die Arbeit mit der Hardware ist man ein wenig im Vorteil gegenüber der Software. Es ist jedoch nicht ganz konsequent, dass die Verkabelungen am Gerät nicht übernommen werden und eben jene Bereiche LFO 2 und S&H am System 1 nicht mit irgendwelchen Shift-Funktionen erreichbar sind.

Der Sound des Roland System-100

So klingt Roland, es ist sehr inspirierend, genau diesen Klang zu spielen, der so extrem stilprägend für sehr viele Musiker und Stilrichtungen war. So etwas kann man auch an einem Buch wie „R is for Roland“ feststellen. Nicht für jede Firma gibt es so eine liebevolle Devotionaliensammlung und das System 100 fehlt in solchen Aufstellungen selten. Das liegt an der typischen Reaktion des Filters mit und ohne Resonanz und dem doch sehr fetten Basissound. Die Resonanz dünnt den Klang nicht all zu sehr aus und klingt stets angenehm. Die Software macht kaum den Eindruck, eine solche zu sein.

Das fällt beim ganzen System 1-Umfeld und der freien Plug-ins deutlich auf. Besonders gelungen war schon der SH2 und auch das Roland System-100 scheint mit ihm den vorderen Platz bei Authentizität und Grundsound zu bilden. Wer besonders hinhört, wird dies bei FM-Klängen und Modulationsvorgängen hören, welcher Aufwand hinter diesem Synthesizer zu stecken scheint. Es lässt sich nur schwer heraushören, ob sich überhaupt Artefakte einschleichen. Man muss es nicht dran schreiben oder erklären, dass es sich um den bekannten Roland-Klang handelt. Das ist bei so manchen anderen leider nur optisch identisch. Hier haben wir es mit einer sehr hochwertigen Präzision zu tun. Das hört man. Und wer nicht speziell nach alten Kriterien sucht, sondern einfach eine gute Klangmaschine finden möchte, ist hier ebenfalls gut bedient. Allein das Filter mit seinem in allen Einstellungen gut klingenden Eigenschaften ist es wert, sich das Teil mal als Demo herunterzuladen.

System 100 Original

System 100 Original

Die Kritikpunkte

Das Einzige, wo das Roland System-100 etwas Federn lassen muss, ist die Sache mit der Rechenkraft. Mit einem MacPro 2009 und 8 Kernen verlangt Ableton 35% auf dem DSP-Meter. Das ist durchaus sportlich. Delay und Hall kosten gut 1% mehr, Crossmodulation etwa einen halben Prozentpunkt mehr. Ohne gespielten Ton bleibt die Anzeige bei 35%. Die andere kritische Tatsache ist die erwähnte Steuerung aller Parameter. Es wäre wohl denkbar und machbar gewesen, dass man den „fehlenden“ Parametern für das System 1/1m einfach Controller-Nummern zuweisen kann. Das geht jedoch nicht. Auch ein kleiner Controller, der diese Knöpfe ergänzt, wäre eine gute Sache. Strukturell ist dazu noch anzumerken, dass die Tonhöhe des VCO 2 keinen eigenen Steuereingang besitzt. Das sollte man noch nachlegen.

Fazit

Der Sound allein rechtfertigt alles. In diesem Falle kann man ohne Einschränkungen sagen, dass dieser Synthesizer in den eigenen Besitz überzugehen hat. Rolands Preisvorstellung ist für heutige Verhältnisse allerdings eher hoch. Wer kein System 1 oder 1m sein Eigen nennt, muss 175 Euro investieren. Man bekommt eine hungrige und hochwertige und monophone Spielwiese mit einer Modularität, die auch für die, die damit sonst nicht umgehen können, sehr geeignet ist. Das Roland System-100 bleibt übersichtlich und durchschaubar. Für System 1-Hardware-Nutzer gibt es einen Rabatt und kostet dann 130 Euro. Die Hardware-Nutzung hat ohnehin nur Vorteile, da es dann keinen Computer so stark belastet, sondern einfach auf der Hardware läuft. Heute nutzt man dafür übrigens keine DSPs mehr, sondern ARM-Prozessoren. Hat man die Hardware bestückt, so läuft die Software dennoch unabhängig als zweite Stimme im Rechner, sofern man das wünscht. Installieren auf einem Rechner kann man die Software 2x, so kann auch der „Live-Rechner“ damit versorgt werden ohne die unsägliche Dongle-Nerverei. Die Steuerung der zusätzlichen Parameter, die dem System 1m fehlen, kann man mit einem Controller wie dem Novation Remote SL konfigurieren, sofern die DAW das erlaubt. Der Controller funktioniert nur, wenn das Mapping direkt über die Plug-in Steuerung so etwas anbietet (in Ableton Live klappt das). Wer keinen Computer nutzen will, hat jedoch das Nachsehen. Der Weg über MIDI und MIDI-Learn ist nicht vorgesehen. Man kann sich also nicht jeden beliebigen Controller dazu stellen, sondern dieser und dessen Treiber sollten das können. Das ist besonders für diejenigen schade, die das System 1/1m ohne Rechner verwenden wollen, da die Parameter dann einfach nicht erreichbar sind. Auch nicht über Tricks – dazu braucht man dann die Software. Das Plug-in ist Editor, Bibliothek für die Sounds und Übertragungsweg für Plug-outs zugleich. Deshalb ist es unverzichtbar für den Betrieb. Aber – der Sound! Ein Traum. Und genau deshalb ist das System 100 eines der besten Synthesizer-Angebote, die es zur Zeit überhaupt gibt.

Plus

  • hervorragender Sound
  • noch einmal: wahnsinnig guter Sound!!
  • Konzept und einfacher Zugang
  • Flexibilität

Minus

  • Keine smarte Lösung für die zusätzlichen Parameter (LFO 2 und S&H), Patching des System 1m wird nicht vollständig ausgereizt – keine Steuerung per MIDI via Controller der HW Version im System 1/m möglich, nur über VST/AU Steuerung!
  • VCO2 Tonhöhe nur per LFO steuerbar / nicht via Kabel/Matrix erreichbar.

Preis

  • 175 Euro ohne Besitz eines Systems 1 oder 1m, 130 Euro mit
Klangbeispiele
Forum
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    Atarkid  AHU

    Danke für den Test, Mic…. War mir nicht bewusst, dass ich nicht alle Parameter direkt am System-1 einstellen kann. Eigentlich war das System 100 der Grund warum ich mir doch noch einen Aira holen wollte. Aber wenn ich dafür zusätzlich einen Rechner brauche macht das einfach keinen Sinn für mich. Schade :(

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    AMAZONA Archiv

    Ich liebäugel jetzt schon ein paar Wochen mit dem System-1m obwohl ich eigentlch erstmal das Studio nicht mehr weiter aufbohren wollte, denn mehr Geräte heißt meistens mehr Verwaltung und weniger Musikmachen.
    Aber mit dem System 100 ist die Entscheidung gefallen.
    Daumen hoch an Mic für die überzeugenden Soundbeispiele….

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      TobyB  RED

      Hallo Gevatter,

      ich habs System 1m hier, ich bin begeistert :-) der Grundsound von dem Ding ist Vollfettstufe, selbst mit einem SQ 1 geht da der Sound ab. mit System 100 ist das noch mal ein Extrahäubchen.

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    andreas2  

    Danke auch von mir an Mic, das System 100 als Plug-Out war für mich der entscheidende Grund, das System 1m zu kaufen. Der Sound vom System 1m und dem Plug System 100 ist allererste Sahne, die Kombi kann süchtig machen. ;)

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    AMAZONA Archiv

    Wenn es ein Plugin schafft die Sounds der Helden der 80er und 90er so zu reproduzieren kein Zweifel aufkommt, dann ist es wirklich gut geworden. Super Soundbeispiele auch! Hat man nicht immer. ;) Dann mal schauen wie die Demo unter Windows 10 und Cubase 6 läuft. 35% Auslastung bei 8 Kernen ist eine Ansage, auch wenn dieser Prozessor schon 6 Jahre alt ist und kaum über 3Ghz taktet. Es wird wohl Zeit für einen DAW Extreme-Test mit Haswell-E und einigen Leistungshungrigen Plugins.
    Nebenbei hat Microsofft mit einem Update wohl das Cubase-Problem gefixed. http://www.....-3379.html
    Mal schaun ob der Mixer von Version 7 bei mir immer noch abschmiert. Warum musste ich auch updaten. :)

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      moogulator  RED

      Ich habe leider weder Cubase noch Windows10, da kann ich also keine qualifizierte Aussage geben. Mein 2009 MP 2.29GHz ist so gesehen alt – aber ich habe meinen alten MP echt lieb. Skylake Prozessoren und so weiter konnte ich nicht berücksichtigen. Die sind in der Applewelt noch nicht da.

      MBP / late 2012, 4 Kerne: 31% – Das kannst du ggf. besser einordnen. 2.6Ghz, i7

      Also neuere Rechner werden damit etwas besser klar kommen. Wenn Steinberg mir ein aktuelles Cubase geben würde, würde ich diese Angabe auch machen.

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        tantris  

        Meiner Meinung brauchen Sie sich diese Mühe nicht zu machen. Welche Rolle spielt es, ob ein Plugin 30%, 50% oder 60% der Rechenleistung verbraucht ? Könnte dann der Attack beim nächsten Takt eine Millisekunde zu spät kommen ? Welche Rolle spielt das ? Es fragt doch auch keiner danach, wie heiss die Transistoren-Gräber eines analogen Synthesizers beim Spielen werden.

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          moogulator  RED

          Das spielt eine Rolle beim komponieren bzw Song machen, weil du mit viel Verbrauch anders umgehen musst und musst etwas schonender agieren.

          Das ist alles. Die Rechner sind aber grob einzuschätzen und bei 80-85% ist ja idR schon ziemlich die Grenze erreicht. die DSP Anzeigen sind natürlich auch verschieden. In Logic hat das eine andere Bedeutung.

          Man kann auch die TOP Anzeige des Mac/PCs nehmen. Dann sieht man die Gesamtlast – aber auch wie der Host damit umgeht. Ebenso mit RAM und Verteilung auf Kerne etc. Aber viele Kerne ist immer gut, dann Architektur und Serie und dazu zählt Cache, Prozessorgeneration und Typ (i7 idealerweise oder Xeon) – das andere kann durchaus 20% ausmachen. Und so weiter..

          Am Ende will man nur arbeiten, also machen wir das mal nicht zu technisch – Hier wird man ein paar Spuren aufnehmen und das Plugin dann zu machen, dann kann man auch gut arbeiten. Diva braucht weniger Power. Aber – das ist der Preis für diesen Sound. Oder es ist ein Grund für die Hardware System 1/1m – da kostet es keine Power – oder die gleiche wie andere Plugouts – einen Slot – und gut is‘.

          Hoffe, dass das irgendwie denen hilft, die das einschätzen müssen/möchten.

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        moogulator  RED

        Hätte ich auch so erwartet – wenn du noch sonen Richtwert über Belastung auf deinem Rechner hast, ist das auch cool – also wenn du die Zeit hast mal auf das „Meter“ zu schauen mit Angabe was das für ein Teil ist, .. Falls du möchtest.. ;)

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    dilux  AHU

    imposante klangbeispiele, hatte zwischendurch tatsächlich mal etwas angst um meine boxen :)
    ist hier eventuell noch ein 1:1 vergleich mit einem originalem system100 geplant? also nicht das dieses aira-plug so etwas nötig hätte, der klang spricht für sich, aber interessieren würde es mich schon…

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    moogulator  RED

    Also von mir ist das nicht geplant. Ich habe mal einen Vergleich mit dem SH5 gemacht ,der technisch sehr nahe ist und da ist es schwer einen Unterschied herzustellen. Hatte den aber nicht so aufbereitet, dass er hier präsentabel gewesen wäre sondern nur für mich. Hab es in Sequencer.DB geladen, dann kann man das selbst hören.

    Auch im System 1 Modus bereits.
    Natürlich wenn man das weglässt, was den SH5 vom System 1 unterscheidet – und das was das System 1 kann vom SH5 nicht erwartet ;)
    Am Ende ist das Sys1 so wie es ist jedenfalls klar ein Mitglied der SH/System Serie und hat sich das echt verdient.
    Ich habe in der Liste der Plugins, die diesen Eindruck überhaupt vermitteln können auf 3 gesetzt, wenn man alle Roland-Dinger als ein Teil zählte.

    Das ist schon ordentlich und sowohl technisch wie historisch von einer Relevanz, erst so etwas sollte sich überhaupt solche Bezeichnungen geben, die „virtuell“ und „analog“ mit sich führen. Besonders das Schwurbelthema meistern viele ältere VAs eben nicht bis gar nicht. Oder sie haben nicht genug Überzeugungskraft in bestimmten teilen.

    Ja – Beispiele sind bewusst so. Ich weiss, dass das nicht der Stil ist, den jeder möchte, den wird man nie treffen können. Ich mache das einfach für die, die daraus interpolieren können, was dieser Synth kann. Allein diese Macht haben viele Plugs einfach nicht.

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      dilux  AHU

      also meinen stil treffen die klangbeispiele auf jeden fall, nur für den fall, dass das in meinem posting nicht klar wurde ;)

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        moogulator  RED

        Danke – klang ein bisschen nach zu schräg oder sowas – aber um so besser, freut mich!

        @all: es wurde nur das Sys100 verwendet, sonst nichts. Wie immer.

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    tomk  AHU

    Als nach 3 Wochen das System 1m seinen Dienst quitierte, und ich innerhalb dieser Zeit auch nicht in zelebrierte Freudeshymnen einsteigen konnte, hatte sich für mich die Aira Sache erledigt. Es stellt sich eher die Frage wann nun das Roland System 500 erwerblich/bewertbar sein wird? Alles andere Roländische kickt mich persönlich nicht, zu vielfältig ist der aktelle Synthmarkt als ewig einem vergangenen Mythos nach zu geifern.

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      moogulator  RED

      sowas passiert – sicher überall
      Das System 500 stammt ja von Malekko und wird zur Zeit produziert, es ist sicher eine andere Menge an Modulen, ich glaube aber ernsthaft, dass die Qualität und Brisanz und Bedeutung ziemlich auf diesen Teilen hier liegt.

      So sowas vorliegt, würde ich mal mit dem Händler bzw Roland selbst sprechen, ich kann mir gut vorstellen, dass die da mindestens kulant sind – denn das ist wohl einfach Pech. Probier’s! Die meisten Firmen sind ziemlich cool und werden bei so kurzer Zeit sicher hilfsbereit sein, zumal sie dich als Kunden sicher behalten möchten.

      Vergangen hin oder her – das hier klingt und ja – ein neuartiges Konzept MIT einem guten Sound fänd ich auch gut.

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    Viertelnote  AHU

    danke für den ausführlichen Test.
    Man kommt ganz schön in Versuchung, das System zu erwerben. Roland scheint hier
    alles richtig zu machen.

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    syntach  

    Eine Frage an den Moogulator: Als ich bei einem Bekannten das System 1 „in echt“ gehört habe, hatte ich den Eindruck, das klingt zwar wirklich gut, aber neigt etwas zum Dröhnen. Auch hier bei den Soundbeispielen ab and zu. Wie könn man das System1 intern angehen? („extern“ würde ich ein dynamic eq plugin dahinterhängen)

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      moogulator  RED

      Du kannst intern den Pegel absenken, was ich natürlich auch getan habe. Ich wollte diese Art von Sound, was aber keine Lautstärke-Frage ist. Ich denke, dass man das auch hört. Die System1/1m werden idr zu hochpegelig ausgeliefert, dies kann du einstellen und da ordentlich was zurück drehen und DANN ist der Mastervolume dann das Werkzeug der Wahl.

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        syntach  

        ich hatte mich vielleicht falsch ausgedrückt, ich meinte nicht ein allgemeines zu laut sein, sondern ein Dröhnen, was mir – wenn überhaupt – im Bassbereich aufgefallen ist. Ist dir bei deinem Arbeiten mit dem AIRA System da bis jetzt nichts aufgefallen?

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          Filterpad  AHU

          Ich möchte mich jetzt nicht bei Mic’s Gespräch einmischen, aber du meist sicherlich den extremen Sub-Bass, der mir ebenfalls ins Ohr geschossen ist. Ich habe zwar nicht das Plug-in, aber laut der Bedienoberfläche (Bild) gibt es keinen internen EQ, sprich, ich habe mal keinen gefunden. Also wenn du einen dominanten Bass kreierst und weniger Sub möchtest, dann würde ich das mit dem handelsüblichem EQ machen. Was spricht dagegen?

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            syntach  

            ohne das jetzt unnötig in die Länge ziehen zu wollen: ich hätte das, was ich sowohl bei dem System 100 hier wie auch bei den System1 Sounds meines Kollegen gehört habe, eher bei ca 200 hz oder aber breitbandiger als nur sub vermutet. Aber wenn das so niemand ausser mir aufgefallen ist, dann sind das wahrscheinlich die nächsten Alterserscheinungen bei mir.

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              TobyB  RED

              Hallo Syntach,

              das Phänomen kannst bei jedem anderem Synth mit 2 OSC auch erzeugen. Das passiert wenn du 2 phasengleiche und mehr oder minder gleichfrequente Schwinungen überlagerst. Ich denke mal die Box hat erst gedröhnt und dann hat die Membran geflattert? Das hat nichts mit dem System 1m zu tun sondern mit Wellenphysik und Mechanik von Boxen. Ich hab mit dem Flatterbass schon Kopfhörer gehimmelt ;-)

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                syntach  

                ok danke,

                wenn niemand sonst ein Dröhnen hört…
                dann ist’s im Kopf der Elch der röhrt ;)

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    anselm  

    Alle Frequenzen im Mitten- und Hochtonbereich, speziell wenn es kratzig wird, klingt für mein Empfinden, subjektiv, nicht wie das, was ich mir unter analog vorstelle.
    Ich würde das digital nennen.
    Speziell bei Sounds mit viel Modulation habe ich diesen Eindruck.
    Es kann natürlich sein, dass das beim Original auch so ist (?), oder ich bin Banause.

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      tantris  

      Hier stellt sich – wie so oft – die Frage, welchen Sinn es macht, einen Klang analog zu erzeugen, wenn er am Ende nur digital weiter verarbeitet und verbreitet werden kann. Selbst die modernen Verstärker, Kompressoren oder Equalizer arbeiten intern digital, ganz zu schweigen von Formaten wie WAV (CD) oder MP3. Das analoge Signal wird am Ende dann doch durch den digitalen Fleischwolf gedreht.

      Vielleicht könnte der Autor dieses Artikels diese Frage mal auf seiner Webseite analysieren ? Auf wissenschaftlicher Basis, nicht nach Gefühl und ohne Fortsetzung des ewigen Kriegs zwischen digital und analog. Danke !

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        anselm  

        Diese Frage stellt sich meiner Einschätzung nach nicht.
        Das Erzeugen eines Klangs und das Bearbeiten eines Klangs sind verschiedene Vorgänge.
        Man kann es selber ausprobieren, ob man es hört:
        Projekt in der DAW auf 88kHz stellen, VST Synthesizer rändern, dann auf 44kHz konvertieren.
        Das kann man dann vergleichen mit Synthesizer-Spuren, die man bei 44kHz erzeugt.
        Wenn Du keinen Unterschied hörst, dann ist die Sache für Dich abgehakt und Du brauchst Dir keine Gedanken mehr darüber machen.

      • Profilbild
        anselm  

        Ich habe gar nicht gemerkt, wie ich mich habe verleiten lassen zu der Diskussion über die Auflösung.
        Dazu habe ich in der Beschreibung zu meinem subjektiven Klangeindruck nichts geschrieben und zwar aus gutem Grund: Das System 100 Plug-In arbeitet, soweit ich es verstehe, mit 96kHz.
        Daran liegt es also offensichtlich nicht.

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          tantris  

          Wird ein analoges Signal digital abgetastet, bleibt eine periodische Reihenfolge von Zahlen übrig. Meist nur mit einer Genauigkeit von 16 Bit. Eine CPU kann diese Zahlenfolge errechnen, weil das analoge Ausgangssignal aufgrund der elektrischen Schaltung physikalisch vorgegeben ist. Der Unterschied zwischen dem errechneten und dem analog gesampelten Wert ergibt sich nur aus der Rechenleistung und der Auflösung bei Fliesskomma-Berechnungen. Diese Unterschiede werden mit dem Fortschritt in der CPU-Technologie immer geringer. Das Plugin von Roland zeigt das auf überzeugende Weise.

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            anselm  

            Deine Schlussfolgerung beruht darauf, dass Dir eine wichtige Sache nicht bewusst ist.

            Dazu die Frage an Dich:
            Ein Signal soll berechnet werden. Du schreibst, es ist grundsätzlich möglich, etwas das analog erzeugt wird, auch digital zu errechnen.
            Dem will ich nicht widersprechen.
            Entscheidend aber: *Wie* soll das errechnet werden?
            Mathematisch gesehen muss dafür ein Vorgang in der physischen Welt modelliert werden.
            Das muss erstmal geleistet werden.
            Nicht jedes Rechenmodell bringt gleich gute Ergebnisse.
            Das hat bis hier noch gar nichts mit Samplingrate zu tun.
            Ich habe auch in meinem zweiten Posting noch speziell darauf hingewiesen, dass die Samplingrate beim System 100 Plugin kein Problem sein dürfte, denn die ist ja gerade höher als bei den meisten anderen Softsynths.

            Nichts desto weniger trotz ist das Erzeugen von Klängen auf Basis eines virtuell analogen Synthesizermodells etwas anderes als das Bearbeiten von Audio.

            Frag einen Entwickler, probiere es selbst aus, oder lasse es sein.
            Wenn Du zufrieden mit dem System 100 Plugin bist, ist alles gut.

            Die Sounddemos vom SH2 Plugin habe mich sofort überzeugt. System 100 gar nicht.

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      krollspell  

      Es ist ein endloses Thema und es ist sehr viel subjektives Soundempfinden dabei, was ein „analoger“ Sound ausmacht. Es gibt analog erzeugte Klänge, die sehr digital klingen – z.B. Ringmodulation. Lustigerweise sind gerade diese recht schwierig digital zu emulieren. Dem etwas „rohen“ Sound vom System100 könnte man je nach Patch auch eine digitale Note nachsagen. Die Klangbeispiele von moogulator finde ich sehr interessant. Für mich zeigen sie wie nah dieses Stück Software am Original ist.

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        anselm  

        Das ist in der Tat endlos und subjektiv und ich kann nichts beweisen :)
        …ich bin mir ja nicht mal sicher. Ist einfach ein flüchtiger subjektiver Eindruck. Ich habe beim Hören gedacht: „Mist, das hat doch bestimmt ein anderer Kollege gemacht als den SH2 !?!
        Ich hoffe der macht nicht auch das System 700….“
        Roland haben ein neues kurzes Video mit neuem Audio-Demo. Das hat mich aufhorchen lassen. Im Bass und unteren Mittenbereich sehr charaktervoll und tadellos. Sobald es wieder von der Textur rauer wird, klingt es mir aber wieder zu kratzig.
        Ich mag verzerrte Töne, aber so nicht….

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    tantris  

    @anselm
    Das physikalische Modell einer analogen Klangsynthese kann nicht in allen Fällen exakt zu 100% emuliert werden. Da stimme ich zu. Ich behaupte nur, dass die Differenz des emulierten Werts zu dem digital gesampelten Wert des analogen Signals immer geringer wird – natürlich unabhängig von der Samplerate. Die Samplerate ist lediglich durch die Rechenleistung begrenzt bzw. durch den AD-Wandler.

    Die Differenz wird schon deshalb immer geringer, weil sich das Ergebnis nur in einem ganzzahligen Bereich von -32767 bis +32767 bewegt. Ein sehr kleiner Wertebereich..

    Geht man weiter davon aus, dass ein Synthesizer eher dazu dient, die Welt mit „Hyper-Hyper“ zu beschallen, ist es mir egal, ob das „Bäng-Bäng-Bumm-Bäng“ analog oder digital erzeugt wurde.

    Das ist nur meine persönliche Meinung und jeder kann das so machen wie er es gerne möchte.

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      anselm  

      Ja, es wird auf jeden Fall besser. Den Sh2 VST werde ich höchstwahrscheinlich auch kaufen.
      System 100 muss ich einfach als Demo selbst ausprobieren.

      Bei FM-Synths finde ich wichtig, dass es für die Operatoren Bitcrushing gibt, wie bei Abletons Operator 4. Das ist natürlich absolut Low-Fi.
      Ich bin also nicht päpstlicher als der Papst :)
      Das originale System 100 kenne ich auch nicht. Könnte also sein, dass das näher dran ist, als ich das vermuten würde.

      Ich wünsche auf jedem Fall jedem, dem es gefällt, viel Freude am System 100 Plug-In.

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    Laserjones

    Inhaltlich ist der Test ja schön aussagekräftig, allerdings habe ich lange keinen so holperigen und fehlerhaften Text mehr gelesen. Da würde ich als Redaktion mal einen höheren Qualitätsmaßstab anlegen.

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      moogulator  RED

      Welche der Aussagen ist denn fehlerhaft oder falsch? Dann hast du hier die Chance das zu korrigieren.

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        Markus Galla  RED

        Das ist nicht das, was Dir Laserjones sagen wollte. Inhaltlich ok, aber grammatikalisch und von der Struktur her grauenhaft. Unvollständige Sätze, Bandwurmsätze, Grammatikfehler, das stört beim Lesen. Dann noch die fehlende Struktur, die es dem Leser wirklich sehr, sehr schwer macht. Wie schon bei einem anderen kürzlich hier veröffentlichten Test stellt sich auch hier die Frage, was der zuständige Redakteur eigentlich macht? Eigentlich ist es sein Job, Deinen Text auf Schlüssigkeit zu prüfen, die Orthografie und Grammatik ggf. zu verbessern sowie den Text in eine Struktur zu bringen. Der hier vorliegende Text wäre, vernünftig redigiert, um Klassen besser. Ich muss gestehen, dass es schon viel Durchhaltevermögen gekostet hat, ihn komplett zu lesen. Gerade am Bildschirm macht das aufgrund der vielen Fehler und der schlechten Struktur wenig Spaß.

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          Saxifraga  

          Wer moogulators Synthesizer Magazin liest kennt diesen Stil. ;)
          Ich glaube er schreibt einfach wie er spricht und hat ein Problem mit der Satzbildung. Aber wir alle haben die eine oder andere Rechtschreibschwäche. Letztendlich ist er Fachmann für Synthesizerarchitektur und wenn man sich Mühe gibt kann man den Sinn extrahieren. Ich lege auf sein Urteil jedenfalls viel Wert. Weiter so Moogulator!

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          dilux  AHU

          immer wieder interessant, wie unterschiedlich doch die wahrnehmngen sind…mir ist z.b. beim lesen nichts dergleichen aufgefallen, im gegenteil, ich hatte sogar grosses vergnügen dabei.
          ich stimme allerdings mit dir überein, dass die redaktion die texte durchaus noch einmal redigieren müsste, das habe ich z.b. beim letzten test vom tobyfb vermisst.

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            tantris  

            Die Kritik an diesem Test kann ich nicht nachvollziehen. Wenn sich einige damit schwer tun, bis zum Ende durchzuhalten, liegt das eventuell daran, dass das Gehirn aus der Area „Digitalzeit“ nur noch 160 Zeichen lange Texte per SMS oder Whatsapp verarbeiten kann ?

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      Tyrell  RED 11

      Hallo Laserjones,
      bei den Tests von moogulator scheiden sich wie immer die Geister bzgl. seiner grammatikalischen Eigenheiten. Eben genau diese Eigenheiten auszubügeln, würde bedeuten, dem Autor seines Profils zu berauben. Der Fachverstand eines Moogulators hat ihn zur absoluten Synth-Koryphäe aufsteigen lassen. Das Moogulator heute für uns schreibt, empfinden wir als Ehre!! Hinzu kommt, dass er inzwischen eine enorm große Fangemeinde hat, denen der Inhalt sehr viel mehr bedeutet als die Form.
      Ich kenne einen Professor an der Münchner LMU, dessen Vorlesungen eine Qual sind, da er kaum einen Satz zu Ende spricht – und es wirklich schwer fehlt seinen gedanken zu folgen. Das Problem, er denkt deutlich schneller als er spricht. Trotzdem sind seine Seminare die am besten besuchten.
      Die AMAZONa.de-Redaktion hat daher schon vor Jahren beschlossen, Moogulators Texte weder zu kürzen noch zu schleifen.
      Ich hoffe meine Ausführungen helfen ein wenig dabei, Moogulators Texte in einem anderen Licht zu sehen.
      Viele Grüße,
      Peter

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        Laserjones

        Hallo zusammen – na, da hab ich ja was losgetreten … Natürlich ist mir der Moogulator ein Begriff, und die Sachkompetenz steht hier außer Frage. Ich fand den Artikel inhaltlich auch sehr gut und hatte keine Verständnisprobleme. Für meinen Maßstab (bin allerdings auch von Beruf Texter, Lektor, Korrektor und Übersetzer) ist es halt ein Stil, über den man stolpert. Ich verstehe jedoch auch das Argument, den Stil nicht verwässern zu wollen.

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      Marko Ettlich  AHU

      Wo der von dir angesetzte Maßstab liegt ist immer ein subjektives Empfinden. Ich selbst habe alles Verstanden worum es in dem Test ging. Seid lieber froh dass es nicht nur langweiliges, ermüdendes Dahingeplänkel gibt. Mick hat ein Wahnsinnswissen was Synthesizer betrifft und macht hier allen noch etwas vor. Die Welt ist bunt, also lasst es besser so. Mick, weiter so!

  13. Profilbild
    Steril

    Ein sehr informativer Test mit interessanten Hörbeispielen! Eine Aussage kann ich allerdings nicht nachvollziehen:

    „Was nicht geht, ist die Steuerung der Tonhöhe des zweiten Oszillators durch eine andere Quelle, wie etwa eine der Hüllkurven.“

    Wenn man ADSR OUT mit GLIDE IN verbindet und als DEST VCO2 wählt, geht das schon. Ist ja auch essentiell wichtig für typische Sync Leads und Bässe.

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