Test: Roland System-1m, VA-Synthesizer

22. Juli 2015

Digital überholt Analog!

Ausgerechnet der beste analoge Synthesizer von Roland ist digital, das Roland System-1m. Der Weg zurück nach Hause war lang und steinig. Unter dem Aira Label und der Farbe Grün besinnt man sich auf die Klassiker. Unter diesen ist auch das Roland System-1m.

Was sich so an Roland-Aira-Tests hier auf AMAZONA.de bisher tummelt, finden Sie in der folgenden Auflistung:

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Was ist es?

Das Roland System-1m ist ein Rack Modul, welches als „Desktop“-Gerät arbeitet, aber auch in ein Eurorack eingeschraubt werden kann, um sich dort eine gemeinsame Zukunft mit LFOs und Hüllkurven diverser Hersteller aufzubauen. Das 1m ist ein semimodularer Synthesizer, welcher genau dann semimodular wird, wenn das System 1m streng monophon betrieben wird. Es gibt alle Funktionen wie im System 1, also auch die Plug-Out-Technologie. Mit dieser können bisher drei erhältliche Synthesizer geladen und ohne Zeitverzögerung umgeschaltet werden.

Die Plugouts sind stets monophon, das System 1m hingegen vierstimmig. Klanglich orientiert sich dieser sehr stark an der SH-Serie der späten siebziger Jahre sowie dem System 100, von dem es auch den Namen geerbt hat. Als Plugouts gibt es den Promars, den SH101 und den SH2. Unabhängig von einem Computer kann jeweils ein Plugout im Speicher bleiben und fungiert als eigener Synthesizer mit eigenem Speicher. Somit hat man immer zwei Alternativen direkt griffbereit. Für das Hochladen eines Plugouts benötigt man 30 Sekunden Zeit und fortan befindet sich dann dieses als Alternative. Das System 1 selbst verändert sich nicht, aber sie sind nicht gleichzeitig in Betrieb, da der DSP sich nur mit einem Synthesizer befassen kann.

Neues, ganz Altes und Grundsätzliches

Gegenüber dem klassischen System 100 ist das Roland System-1m deutlich flexibler und „modularer“. Das alte System war eigentlich ein in zwei Teilen erhältlicher Synthesizer, um es möglichst vielen Musikern zu ermöglichen, sich dieses auch leisten zu können. Deshalb wurden einige Kabelverbindungen nötig, um diese zu verbinden. Besonders offen oder frei war es jedoch nicht. Selbst die LFOs sind nicht zugänglich. Patchkabelbuchsen gibt es beim 1m auch. Der LFO und zwei Hüllkurven bis hin zu den beiden Oszillatoren nebst Sync sowie der Mischsektion können von außen abgegriffen werden.

Das ist weit mehr als beim klassischen Vorbild, jedoch nicht voll modular. Der Begriff bezeichnet Geräte, die keine freie Umsortierung der Baugruppen für Audiosignale vorgibt, was bedeutet – der Signalweg ist klassisch, man kann aber einiges abgreifen oder einleiten. Signale können von außen durch andere Quellen ersetzt werden. Die Kennzeichnung der Miniklinken ist einfach zu verstehen. Pfeile nach oben führen heraus, Pfeile nach unten führen ins System hinein. Rote Verbindungen sind Audiosignale, während blaue Steuersignale markieren. Die beiden blauen Eingänge für CV und Gate markieren damit folgerichtig die externe Ansteuerung durch einen analogen Sequencer oder Steuerkeyboard.

system1m im rack

So sind alle Modulationsquellen abgreifbar und nur die Tonhöhenhüllkurve nicht nach außen geführt worden. Zugang zum Filter besteht über den externen Eingang indirekt, jedoch nicht im modularen Sinne, da nicht jedes Einzelmodul (in dem Falle das Filter) sondern der gesamte Synthesestrang durchlaufen werden „muss“.
Es fehlt die MIDI-Thru-Buchse, man kann jedoch den Out als Thru umschalten. Das ist nicht perfekt, aber leider gängige (Spar-)Praxis geworden.

Das Roland System-1m besitzt einen USB-Port, welcher für Audio und MIDI zuständig ist. Dazu gibt es je ein MIDI Ein-/Ausgangspärchen auf der Rück- und Unterseite. Diese sind für den möglichen Rackeinbau so angeordnet. Sie lassen sich alternativ nutzen und umschalten innerhalb eines globalen Einstellungsmodus‘.

Dummerweise ist ein MIDI-Kabel innerhalb des Racks nicht immer sinnvoll. Deshalb hat man wohl auch den USB-Anschluss am Front-Panel angebracht. Beim Rack-Einbau sollte man sich MIDI deshalb kreativ herauslegen. Bei Desktop-Betrieb ist alles einfach. Wie die MIDI-Buchsen befinden sich eigene Miniklinken-Anschlüsse für Kopfhörer und Stereoausgang am Frontbedienfeld. Die Ausgänge an der Rückseite und an der Front sind gleichzeitig nutzbar. Der Kopfhöreranschluss ist nur als Miniklinke vorn angebracht, was ein neuerlich häufigeres Angebot zu sein scheint. Der Miniklinkenadapter sollte nun also in Griffnähe sein. Auch wenn es massenhaft Klinkenbuchsen für analoge Steuersignale gibt, so ist der Synthesizer insgesamt digital, jedoch spricht er fließend „analog“.

Die Audiorechentiefe liegt in 96 kHz vor, auch die analogen Buchsen arbeiten ebenso durchgehend mit 24 Bit und 96 kHz. Seit Version 1.21 sind 64 Speicher für Sounds vorgesehen. Das 1m ist gute 100 Euro teurer, da die Anschlüsse offenbar teurer sind als die Tastatur. Die Scatter-Funktion und der Arpeggiator fallen ersatzlos weg, sie lagen im Bereich der Handräder, welche im Rack keinen Platz mehr fanden. Das Bedienfeld ist sehr eng mit Knöpfen und Fadern bestückt. Es gibt im Vergleich zur Keyboard-Version sonst keine Nachteile. Einen Vorteil gibt es aber, nämlich die Anschlagdynamik und Aftertouch werden in Form von Lautstärkesteuerung und Tonhöhenbeugung (nach oben) umgesetzt. Diese Möglichkeit kann man nur „aktivieren“ und nicht näher einstellen. Es ist möglich, dass dies jetzt oder später verändert werden kann, denn es wäre sicherlich am effektivsten, nur die Hüllkurvenstärke der Filterhüllkurve für die Anschlagdynamik zu verwenden oder diese insgesamt auch abzuschalten. Es ist jedoch ein besserer Kompromiss, dass es sie gibt.

Aufbau des Roland System-1m

Das Roland System-1m bietet zwei Oszillatoren mit 12 Oszillator-Modellen und einem weitreichenden Oktavumfang von 64′ bis 2′. Das kommt der Crossmodulation sowie der Ringmodulation sehr entgegen, die zwischen ihnen wirken können. Außerdem ist eine harte Synchronisation vorgesehen. Die Modulation und Veränderung der jeweiligen Oszillator-Modelle erfolgt über den Color-Regler. Dessen Modulationsquelle wird wiederum mit dem darunter befindlichen Knopf ausgewählt.

Die große Besonderheit besteht in zwei Dingen. Der Suboszillator ist eine der Modulationsquellen für die Oszillator-Modelle und alle anderen Quellen auch. Jene Oszillatormodelle bieten die klassischen Schwingungsformen und deren Vervielfachung an. Jene Vervielfachung ist gemeinhin als Supersaw bekannt. Das ist für Sägezahn, Rechteck und Dreieck möglich, ob wie Hyper oder Super genannt wird, wäre auch technisch verschieden, aber sie soll einfach ein Bündel an gleichartigen leicht gegeneinander verstimmten Oszillatoren simulieren. Die „puren“ Wellen erlauben die Steuerung von Pulsbreite und einer vergleichbaren Funktion beim Sägezahn. Dadurch erzeugt man mehr Obertöne und diese eigenen sich zum Andicken, wenn man den LFO als Modulationsquelle verwendet. Das Dreieck bietet im Gegensatz dazu eine Art Filterwirkung. Ein Sinus ist leider nicht vorhanden. Die „Super“-Varianten lassen sich in ihrer Breite und Fettheit einstellen. Der perfekte Knopf für die Hexe bei Hänsel und Gretel.

Die weiteren Schwingungsformen sind eher spezielle Angebote und eben doch eher Modelle als „nur“ Schwingungsformen. Einer davon ist ein schmutziger Sägezahn, der sich nach Belieben dreckiger und ungenauer machen lässt. Damit gibt man dem Sound insgesamt noch interessante Texturen hinzu. Außerdem kann eine bewusste Verunreinigung für Ringmodulation und Crossmodulation damit sehr wirkungsvoll eingesetzt werden. Hinzu kommen zwei FM-Modelle, davon eine mit Sync. Diese bieten bereits ein Oszillator-Duo an, welches ein FM-typisches Spektrum von Obertönen bietet, ohne den zweiten Oszillator und die Crossmodulation zu verwenden! Diese sind jedoch weiterhin anwendbar, aber zusätzlich! Als weitere Option für harschere Klänge ist der Logik-Modus da, welcher ebenfalls einen zweiten internen Oszillator verwendet, um mit logischen Verknüpfungen „schräge“ Sounds zu erzeugen. Als komplett andersartig kann man den Formant-Modus bezeichnen. Damit lassen sich stimmähnliche Klänge formen.

Den Abschluss bildet der Cowbell-Oszillator. Das sind sechs Oszillatoren, die gegeneinander verstimmt sind. Leider stellt man nicht die Verstimmung ein, sondern die Abklingdauer. Somit ist das allerdings ein Klang mit einer Hüllkurve vor der gesamten Restklangerzeugung und damit auch wieder nützlich. Ein Hochpass-Filter hier sehr offensichtlich zum Einsatz. Es ergänzt das Hauptfilter, welches einen 12- sowie einen 24-dB pro Oktave Tiefpass anbietet. Bei Erweiterungen wäre der Wähltaster mit mehr als einer Funktion zu belegen und würde mit einem Highpass-Modus bestimmt vielen gefallen. Sehr typisch für die frühen Rolands ist das statische Hochpassfilter. Das hilft, einen Klang etwas auszudünnen. Das reicht nicht ganz für Hihats und Becken, kommt diesem Wunsch aber entgegen. Die Resonanz ist absolut klassisch-roländisch und überhaupt klingt hier alles sehr vertraut, sie kann in Selbstresonanz versetzt werden.

LFO OSCs

Der Mischbereich sorgt für weißes oder rosa Rauschen. Eine perfekte Idee wäre es, wenn alle Hersteller auch sehr dunkle Rauschfarben mit einbezögen. Der Suboszillator liefert Rechteck-Signale, die ein oder zwei Oktaven unterhalb des Hauptoszillators arbeiten. Die Gesamtheit dieser Klangquellen kann auch mittels Patchkabeln abgegriffen werden. Außerdem kann statt des Rauschens auch externes Material genau hier eingeleitet werden. Die Ringmodulation kann statt durch die beiden Oszillatoren von einem externen Signal und einem Oszillator beschickt werden. Die beiden Oszillatoren sind ebenfalls nach außen hin zugänglich. Für die Sync-Funktion können externe Oszillatoren genutzt werden, aber auch der Sync vom System 1m wird heraus geführt. Spannend ist auch, den Sync mit dem Mischergebnis des Mixers zu verwenden. Hier können mit Rauschen und der Supersaw nette, interessante bis irre Flächen und Noise-Klänge hergestellt werden.

Drei Hüllkurven sind bereit, sich endloser Arbeit hinzugeben. Davon sind die ADSR-Hüllkurven Filter und Lautstärke und eine AR-Hüllkurve der Tonhöhensteuerung zugewiesen. Wo kann man denn einen klassischen Sync-Lead herstellen? Das kann man mittels der Pitch-Hüllkurve tun, denn mit aktiviertem Sync moduliert sie nur noch einen Oszillator und erfüllt damit die Bedingung für den Klassiker. Der LFO reicht in den Audiobereich hinein und bedient Tonhöhe, Filter und Lautstärke in positiver wie negativer Art. Man muss etwas mehr als durchschnittlich darauf achten, dass genug Modulationsraum bleibt, damit der LFO arbeiten kann. Die Random-Funktion ist zusätzlich zur klassischen Sample & Hold Zufallswahl mit getaktetem ruckartigem Verlauf in der Random-Version geglättet. Ersterer ist der klassische Zufallsgeber für Regen- und Glitzerklänge, letzterer kann etwas nebulöser und subtiler arbeiten.

Filter Hüllkurve

Filter Hüllkurve

Die Hüllkurven weisen das typische knackige Saugverhalten, für das die alten Rolands bekannt sind, auf und für die langsamen Stellung gilt ebenfalls das Gesetz der totalen Harmonie im Gleichgewicht mit Pluto und Sonne. Das ist eine gute Nachricht für jeden Ur-Roland-Fanboy. Alles ist gut skaliert und muss nicht „schöngesoffen“ werden. Die Lautstärkehüllkurve hat ebenfalls ein sehr schnell gut einstellbares Verhalten und kann mit etwas Bitcrushing und EQ-ing verziert werden.

Nutzen und weitere Funktionen

Als Live-Maschine geht das Roland System-1m sehr gut durch, denn es ist extrem klein und kompakt, wiegt fast nichts und lässt sich sehr universell verwenden. Also kann man auch mal den alten SH101 zuhause lassen, denn das System bietet mehr als jede Nova-Mod und man hat vier Stimmen mit SH-Sound. Das ist übrigens auch das erste Mal, dass es das so gibt. Roland hatte ja nach der System und SH-Serie die Junos und Jupiters eingeführt, welche wieder anders klingen, von dem der Promars das Bindeglied ist, da er die monophone Version des Jupiter 4 ist, jedoch mit 2 VCOs (und Arpeggiator). Was aber gesagt werden muss ist, dass Unisono-Mode und Vierstimmigkeit nicht mit Modularität dienen können. Das ist nur dem Mono-Mode des Systems möglich. Die LED-Beleuchtung zeigt das auch deutlich durch Erlöschen aller Anschlüsse mit Ausnahme von Kopfhörer und Ausgangsbuchsen. Auch CV/Gate funktionieren dann nicht. Es wäre technisch auch ein Ratespiel, welche Modulation auf welche Stimme anzuwenden sei, aber denkbar wäre es schon, dass es eines Tages ein Update gäbe, welches den Unisono und Plugout-Modus beschicken könnte.

Die neuen Schwingungsformen, die 64 Klangspeicher sowie die Integration der Dynamik und Aftertouch sind auch im System 1 hinzu gekommen. Die neue Software, welche gleichzeitig als Editor fungieren kann, bietet die gleiche Funktionalität wie die Hardware. Sie hat also auch vier Stimmen und alle beschriebenen Funktion, nicht aber die Plugouts, welche eigene Software jeweils sind als Gegenstück, denn mit den jeweiligen Software-Plugins können Klänge gesichert und organisiert oder verwaltet und ausgetauscht werden. Das System 1m und 1 kann als spezieller Controller dafür verwendet werden. Zusammen haben sie 8 Stimmen zu bieten, allerdings gibt es keinen Modus, um das auch so spielen zu können, es bleibt also bei 2x 4 stimmiger Nutzung, wenn man sich für die Software entscheidet, denn die liegt nicht bei, sie kostet extra und ist auch ohne Hardware zu nutzen. Sie braucht übrigens durchaus viele Rechnerresourcen. Das ist auf dem Niveau von Diva anzusiedeln. Mindestens.

Kommen wir noch zur Bedienbarkeit insgesamt, denn die ist sehr offensichtlich direkt und ohne viele Umstände umgesetzt worden. Es gibt jedoch ein paar Funktionen, für die man Tasten festhalten muss. So zum Beispiel, um die Bank von 1-8 umzuschalten oder das Tuning in Halbtonschritten für den zweiten Oszillator zu justieren. Auch die 6 zusätzlichen Waveform-Modelle benötigen einen kleinen Tastendruck, während man am Waveform-Knopf dreht. Er signalisiert, dass der Nutzer sich genau diese wünscht. Das Rack hat keine Tasten, deshalb gibt es einen kleinen Anspielknopf. Auch mit dem kommenden OS 1.22 wird es noch Updates geben.

UPDATE zum Roland System-1m

Die neuesten Versionen der Plugouts sind nun sowohl in der Lage die Buchsen anzusprechen als auch der Button nun für alle Plugouts ordnungsgemäß funktioniert
SH101 und SH2 haben 2 kleine Einschränkungen zum Zeitpunkt dieses Tests (hier wird noch an Updates gearbeitet): OSC in und out fehlt noch beim SH101 und beim SH2 kann von extern ENV nicht genutzt werden, da dies nur eine Decay-Funktion „Autobend“ ist, es ist dennoch möglich, dass man dies noch ergänzt.
Damit ist das System 1m für alle Plugouts modularisiert verwendbar!

Generell gibt es auch einen Sondermodus, der ebenfalls einen Handgriff erfordert. Dort werden die Bedienelemente dann globale Funktionen eingestellt, wie etwa die MIDI-Buchsen-Paare zu aktivieren, die man benötigt, ebenfalls das Abschalten der Las-Vegas-Blinkshow, MIDI-Kanal und so weiter.

Einordnung

Die wirklich wichtige Nachricht ist, dass das Roland System-1m schlicht und einfach gut klingt. Roland baut zwar wieder analoge Elemente in Synthesizer ein (JD-X Serie), dennoch ist das System 1m als digitaler halbmodularer Synthesizer etwas, was auf jeden Tisch passt und alle Verhaltensweisen zeigt, welche man von den klassischen Rolands kennt und erwartet. Somit fragt man sich fast, was bei der Qualität überhaupt der Auslöser für analoges Engagement gewesen sein könnte. Die Qualität insgesamt stellt nicht weniger Fortschritt dar, als dass man die darin arbeitende Technologie vernachlässigen kann. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben einen Meilenstein gewonnen.

Das Keyboard des Roland System 1 war sicher keine Glanzleistung, da es weder Dynamik noch einigermaßen eine Art Spielgefühl aufweist und wohl eher als Notanspielhilfe zu sehen ist. Deshalb hat man es hier weggelassen. Man muss leider auf den Arpeggiator verzichten und leider auch auf eine Transposition zur Anpassung auf externe Sequencer, denn diese werden wohl sehr häufig der Antrieb des Systems sein. Die Treiber sind nicht Class Compliant, was bedeutet, dass ohne sie kein Computer oder iPad das System erkennt. Der sequenzierbare Mischer MX1 benötigt allerdings keinen Treiber und erkennt alle Aira-Geräte als Audioquellen.

Euro Stromversorgung möglich

Euro Stromversorgung möglich

Da es sich um digitale Technik mit vollkommen neuer Klangengine handelt, konnte Roland sämtliche Angebote auch als Software anbieten. Rein theoretisch könnte die Software sogar mehr Stimmen anbieten, jedoch sind schon mit vier Stimmen und den Super-Schwingungsformen die Grenzen vieler Rechner recht gut erreicht. Sie bieten demzufolge die gleichen Stimmen-Eckdaten. Sie bleiben daher extrem vergleichbar. Mehr zur Software dann aber in einem eigenen Test. Zurück zur Hardware – Die Integration ist dank der Rackwinkel und Rackwanne in verschiedenen Weisen möglich und reicht bis hin zum Anschluss innerhalb eines Euro-Rahmens und einer simplen Aufstellung auf den Tisch bis zum klassischen 19“ Rack-Einbau. Da das Instrument extrem kompakt ist, passt es auch in sehr flache Cases und Rahmen, aber da auch andere Geräte heute flach und kompakt sind, sind sehr elegante 19“-Konstruktionen denkbar. Die Euro-Rahmen sind nicht unbedingt günstig, weshalb sich diese nur anbieten, wenn man auch den unmittelbaren modularen Ansatz braucht oder sich einen „größeren“ Synthesizer bauen will. Da gäbe es zwei Stoßrichtungen –
Erweitern der Modulationsfähigkeit (A) und erweitern der klanglichen Vielfalt (B):

Modulationsfähigkeit – A

Zunächst ist ein weiterer LFO interessant. Da eingeleitete Signale die internen Quellen faktisch übergehen, muss man dieses bei Bedarf ebenfalls replizieren. Es wäre somit etwas besser gewesen, hätte man eine Modulation ohne Ersetzung implementiert. 2 LFOs und 2-3 Hüllkurven sind eine gute Wahl. Dank der Packungsdichte hat man bei normalen Größen noch etwas übrig oder man nimmt komplexere oder verschiedene Typen von LFOs bzw. Hüllkurven. Es gibt vierfach und zweifach LFOs. Prima ist auch eine Pulsbreitensteuerung für den LFO. Generell sind Abschwächer ebenfalls eine gute Idee, da die Module nicht immer einen Pegelwähler an Bord haben. Signalmischer und Multiples sind ebenfalls immer eine sinnvolle Erweiterung.

Vorschlag Modular

Beides: A+B:

Wem die FM-Möglichkeiten innerhalb des Systems noch zu wenig sein sollten, kann diese in Form von FM-tauglichen Oszillatoren anbauen. Allerdings bietet gerade das System 1 schon so viele FM-AM, FM oder Filter-FM wird mit nicht mehr als zwei VCOs abgedeckt, um zum LFO und der Oszillator-basierten hinzugefügt werden zu können.

Vielfalt – B

Die Buchla-Welt der Euro-Module bieten heute komplexere Modulationsmöglichkeiten an als klassische Quellen. Außerdem sind die Grenzen zwischen Hüllkurven und LFOs heute durch Loopfähigkeiten sehr interessant. Die Entscheidung auf einer Bühne und der Wechsel klappen so auch viel schneller. Beispiel ist die von EMS inspirierte Hüllkurve von Analogue Systems. Auch AD- oder ADSR-Typen mit Comparator von Doepfer erlauben komplexere als ADSR-Modelle, welche man direkt selbst „bauen“ kann. Wem das noch zu normal ist, kann sich mal bei Malekko und Makenoise umsehen. Das Westküsten-Buchla-Serge-Umfeld bietet Module wie Wogglebug, Maths und Co., welche Zufall, LFO und eben LFO/Hüllkurven-artige Mechaniken an oder kombinieren sie mit einem Sequencer. So etwas kann einen normalen LFO durchaus ersetzen. Roland hat auch eigene analoge Module, welche als System 500 zu kaufen sind. Sie sind dem System 1m aber sehr ähnlich und durch das Ersetzungsprinzip erscheinen sie nicht als zu attraktiv. Auch denkbar sind extrem andersartige Module, wie das von mir schon häufiger erwähnte Physical Modeling Modul „Elements“ von Mutable. Mit ihm ist Platz für 2-3 interessantere LFOs oder Hüllkurven. Das ist wiederum klanglich der größte Gewinn. Ohne Wiederholungen.

Die Stärken des Roland System-1m

Die andere Stärke des Roland System-1m liegt in der Individualisierung. Und zwar gegenüber dem System 1 und der Software-Version gleichermaßen. Es ist noch immer transportabel, dafür aber in der Lage, andersartig zu sein. Die wirklich optimierten Modulsynthesizer-Zusammenstellungen haben oft Platz in einem Doppelrahmen. Die einfachste Erweiterung ist ganz einfach – man betreibe das System 1m extern und nutzt den Rahmen komplett für die spannendsten Module mit dem System 1m als Basis, welcher zudem Speicher für dessen kompletten Bereich hat und somit schneller an ein Liveset anzupassen sind als andere klassische Systeme. Man kann auch sich radikal reduzieren und mit eben den 2 Hüllkurven leben lernen und baut sich nur einen universellen LFO-Loop-Modulationsgenerator ein.

Fairerweise muss man noch hinzufügen, dass externe Hüllkurven einen Auslöser brauchen, bei LFOs könnte ein Retriggering ebenfalls notwendig werden. Dieser muss über ein externes MIDI-Interface erfolgen, denn die stehen nicht irgendwo bereit. So brauchen wir also für ein gut organisiertes System nicht einfach die Modulationsquellen, sondern auch Abschwächer und Gate-Quellen. Eine CV-Quelle braucht man nur für eine getrackte FM und für die Idee Elements oder ähnliche Sachen zu integrieren. Abschwächer gibt es ebenfalls in einem kompakten Modul. Blue Lantern hat einen mit 6 Einheiten, die zudem noch invertierbar sind im Angebot. Und nun wird klar, zwei Rackbreiten werden helfen ein richtig spannendes System zu machen, ohne Kompromisse.

Modulationsmonster Rack

Interessante aktuelle Module für diesen Einsatz wären somit:

  1. MIDI-CV von Endorphines, Erica Synths oder Vermona
  2. sowie dem Blue Lantern Abschwächer für ein großes Set.
  3. Dazu sind bei wenig finanziellem Aufwand die vierfach LFOs und komplexen Hüllkurven von Doepfer vermutlich die günstigste Erweiterung. Das sind dann 4 LFOs und 4 Hüllkurven.
  4. Dazu aus obigem Fundus das Elements als Überraschungsgast im Sack für den besonderen Sound. Das würde über den Ringmodulator-Input aber noch viel öfter im externen Eingang des System 1m landen.

Wer es dann noch nicht ausreichend findet, könnte einen Mixer mit digitalem Rauschmodul dazu kaufen, um Metallisches hinzuzufügen, so kann man Hihats und Becken und andere Klänge dieser Art herstellen. Es ist aber denkbar, dass Roland so etwas selbst noch eines Tages nachrüsten könnte. Dasselbe gilt für Zufallsquellen „Source of Uncertainty“ und für komplexe Drumsounds. Wenn Roland kein dynamisches Hochpass-Filter einbaut, wäre auch das eine gute Erweiterung.
Potentiell ist das System 1m selbst sehr offen für alles. Naheliegend und sinnvoller ist, jedes Modul, was man nicht extern benötigt, von den internen Quellen bedienen zu lassen und diese nur ergänzt.

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Fazit

Das System 1m ist eine Brücke zwischen einem komplett digitalen System mit all seinen Vorzügen und einem bisher nicht in dieser Qualität erreichten typischen Roland-Sound.
Es ist sogar noch als Modulsystem zum Mitnehmen genau so geeignet wie fürs Studio. Auch andere semi-modulare Synthesizer wie etwa der MS20M / Mini kann sein Partner werden, um Korg und Roland zu verheiraten. Das alles bringt ein sehr kompaktes Klanglabor für alle gängigen Musikstile. Roland geht eigentlich immer. Wer einfach einen Klangsklaven braucht, spielt ihn einfach ganz profan als vierstimmigen Synthesizer. Er ist ein vierstimmiger SH-Synthesizer.

Etwas, was es bisher noch nicht gab. Man kann zwar nicht sagen, dass es sich um einen Jupiter 8 handele, aber noch nie war man näher dran, etwas in der Art in „neu“ haben zu können. Wäre der Promars polyphon, so hätte man automatisch sogar einen Jupiter 4 an Bord. Die eigentliche Alternative ist zur Zeit die Bass Station 2 ohne Polyphonie und Modularität und mit einem drahtigeren Klang, die andere Alternative ist Roland selbst mit der Software-Version, welche aber auch einen recht aktuellen Rechner ziemlich unter Beschlag nimmt. Hier wird mit 96 kHz und 24 Bit gerechnet. Vergleiche mit einigen SH-Synths haben nur einen Unterschied gezeigt, nämlich wenn der Modulationshub größer ist, sind die „alten“ mit mehr Tiefe ausgestattet. Somit sind die alten Klassiker zwar im Rennen, aber in jedem Falle teurer und natürlich nicht polyphon. In der Praxis lässt sich gut mit dem neuen System arbeiten und auf der Bühne wäre Alter und Preis nicht so relevant und ersetzbar, wenn mal etwas kaputt gehen sollte oder jemand „aus Versehen Bier über alles schütten sollte“.

Mit Ringmodulation oder ähnlichen Möglichkeiten sind alle Tests der Klassiker gegen das System 1m so verlaufen, dass es zumindest nicht zu unterscheiden war. Im Verbund mit Modulen heißt das konkret, dass das System auch bei FM/Crossmodulation und anderen komplexen Modulationsvorgängen genug Reserve hat und die Update-Frequenzen der einzelnen Modulationsquellen weit besser greifen als die der meisten so genannten „Virtuell Analogen“ Synthesizer. Die haben mehr Stimmen – aber klanglich sind sie aufgrund ihres Alters beim Thema „Basis-Klangerzeugung“ einfach nicht auf dem klanglichen Niveau. Das spürt man meist an Eckpunkten wie eben einer FM. Es ist zu hoffen, dass dieser Trend der Auftakt für eine neue Serie ist und andere Hersteller ihre Messlatte ebenso nach oben verschieben. Die nächste Generation und weitere Entwicklungen profitieren sehr oft von genau diesen Entwicklungen. So kann man sich Verdopplungen der Stimmenanzahl genau so vorstellen, wie die Erweiterung der Möglichkeiten, etwa mehr LFOs oder Samples in die Oszillatoren einzubauen oder in einer Groovebox verwendet zu werden. Sehr viel wünscht man sich eigentlich für einen Klassiker nicht.

Es ist gut, dass einige „digitale“ Oszillatoren an Bord sind, dennoch ist die Basisausrichtung schon noch immer eher „analog zu klingen“. Die Erweiterungen hat Roland angedeutet mit den FM-Oszillatormodellen. Das „Unperfekte“ braucht den großen Rechenaufwand. Dafür klingt es auch extrem gut. Er spielt in der Liga der Analogen und fühlt sich gut an für seinen Preis. Und er ist einfach ein Arbeitstier für Elektroniksounds sehr klassischer Art. Wenn diese Technik mal in eine Groovebox fließen sollte oder irgendein anderes neues Produkt, dann wird das sicher kein Fehler sein. Außerdem werden wohl vermutlich noch ein paar Plugouts folgen. Defakto hat man die SH Serie bis auf den SH5 recht gut damit erfasst. Wer das kann, kann das auch mit jedem anderen Synthesizer. Dem Jupiter 8, dem JX8P oder auch dem System 700 als wahrscheinlich dem Gewaltigsten und Besten, was Roland klanglich in dem Gebiet zu bieten hat. Die Königsdisziplin, die es auch wegen der Struktur mit einem neuen Hardware-Teil geben könnte. Einen Jupiter 4 nachbauen könne Roland eigentlich schon, man muss nur genug DSPs-Kraft einbauen. Das System 100m ist bereits überflügelt, da die Hürde „System 100“ schon genommen wurde, es fehlt eben nur noch die Modularität des 100m, welche weniger Musiker wirklich brauchen.

Das hier eine verdammt schwer zu reißende Referenzlinie für „die Anderen“. Es ginge noch modularer (System 700 und offen arrangierbare Audio-Bausteine) und es ging komplexer bei der Struktur (zweiter LFO, zweites Filter, Hochpass) und weitreichender (Jupiter 8, System 700). Da fehlt nicht viel. Schon deshalb ist sogar eher zu vermuten, dass es gar nicht viel mehr geben muss, die meisten Musiker werden schon jetzt zufrieden sein, außer vielleicht jene, die klassische Keyboardsynthesizer bevorzugen. Der Player will natürlich schon noch ein gute Tastatur. Die muss man sich dann selbst anhängen, vielleicht würde so jemand auch lieber 8 Stimmen einsetzen können. Aber auf diese Klientel zielt Roland offensichtlich mit Aira insgesamt eher nicht. Imgrunde könnte man auch jedem Roland-Fan ohne die eben beschriebenen Vorlieben empfehlen, sich den auch als „halben Jupiter“ mal anzusehen, denn es ist irgendwo ein wenig Juno und Jupiter bereits in der Luft, aber vielleicht kommt ja dazu noch ein Plugout mit Jupiter- oder Juno-Geschmack. Nie war irgendetwas näher dran als das hier. Und ganz unabhängig von Geschichtlichem.

Es klingt. Wem das alles nichts sagt, kann es auch einfach so probieren. Es hat über Jahrzehnte viele Musiker angesprochen und ist ohne Frage stilprägend für sehr viele Genres. Damit kann man ganz gut leben. We design the future. Jetzt stimmt das wieder und mein Weltbild ist wieder okay. Übrigens muss auch U-HEs Diva da ziemlich schwitzen und wer das mal genau analysieren will, sollte sich Modulationen anhören und die Präzision und Feinheiten gegenchecken. Tja, einmal Fanboy, immer Fanboy. Ich mag es einfach.

UPDATE:

Die neuesten Versionen der Plugouts sind nun sowohl in der Lage die Buchsen anzusprechen als auch der Button nun für alle Plugouts ordnungsgemäß funktioniert

SH101 und SH2 haben 2 kleine Einschränkungen zum Zeitpunkt dieses Tests (hier wird noch an Updates gearbeitet): OSC in und out fehlt noch beim SH101 und beim SH2 kann von extern ENV nicht genutzt werden, da dies nur eine Decay-Funktion „Autobend“ ist, es ist dennoch möglich, dass man dies noch ergänzt.
Damit ist das System 1m für alle Plugouts modularisiert verwendbar!
—-
Der Inhalt wurde am 24.7.2015 vom Autor überarbeitet.

Plus

  • sehr guter Sound
  • Waveform-Umsetzung (2x 6 Typen)
  • Modularität
  • vier Stimmen mit diesem Klang möglich
  • vollständig umgesetzte SH/System 100 Serie – inkl. Ringmod/Xmod
  • LFO und Envelopes gut skaliert (schnappig und schön)
  • weitreichende Modularität
  • endlich Dynamik
  • Sehr klein/leicht und kompakt und vielseitig einsetzbar (Eurorack, Desktop…) daher perfekt für Liveauftritte
  • Hall und Delay für Bühnennutzung vorhanden – spart Extra-Hardware

Minus

  • Modularität nur im monophonen Modus, nicht poly
  • Plugouts nur monophon
  • Dynamik kann man nicht NUR auf Filterhüllkurven-Stärke wirken lassen
  • Arpeggiator (und Scatter) fehlen
  • (- USB MIDI/Audio nicht Class Compliant – braucht Treiber – wird also bei späteren OS Updates irgendwann nicht mehr funktionieren)

Preis

  • Ladenpreis: 594,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    MartinZull

    Ich habe bisher noch nie mit einem modularen System gespielt, aber auf Grund dieses Tests kann man schon sehr leicht auf den Geschmack kommen, selbst wenn man noch nicht einmal weiß, wie gekocht wird. Ich finde es sehr stark wie der Autor Funktionen versinnbildlicht und in verständliche Sprache gießt. Auch für Roland gilt nach langer Zeit wieder: Daumen hoch, ihr habt die kleine Zielgruppe der vermutlich pekunial nicht so gewinnbringenden Klangträumer doch nicht vergessen. Dafür gilt euch ein dickes Lob nach langer Abstinenzzeit.

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      UPDATE: Alle Plugouts haben in allen Modi nun zugriff auf die Buchsen, sind also alle modularisiert.

      Dafür alle Plugouts erneut herunterladen. Es wird an allen auch gearbeitet, dh – es kommen generell noch ein paar Dinge dazu.

      Das habe ich im Test nicht erwähnt, daher dieser Nachtrag.

      dh, beim SH101 fehlt NOCH OSC in und OUT, sonst ist aber alles da.
      Auch Ring in ist belegt ;)

      Auch der Audition Knopf „Pitch“ funktioniert in allen Plugouts inzwischen.

      Viel Spaß damit!

  2. Profilbild
    D.Siegmund  

    Hallo moogulator,

    erst einmal ein dickes Danke für den sehr ausführlichen Bericht. Ich habe hier ein System-1 und eine TRacht aus der AIRA-Serie. Nachdem ich mit dem System-1 und den PlugOuts SH101 und SH2 schon viel Spaß hatte, habe ich mir sofort bei Ankündigung das System-1 PlugIN gekauft und kämpfe auf meinem SixCore AMD unter Cubase 8.02 mit dessen Performance (je nach Sound 100% ASIO und Dropouts).
    Dein Bericht lässt mich zu dem Schluß kommen, dass es sinnvoller gewesen wäre, dem System-1 ein System-1m zu spendieren, anstelle des PlugIN. Es hätte erstens meine Möglichkeiten erweitert (z.B. in Kombination mit meinen beiden Microbrutes) und zweitens Nerven und Ärger mit dem PlugIn verhindert.

    Ansonsten stimme ich den klanglichen Eigenschaften zu… hier hat Roland gut gearbeitet.
    Meine JP4 geht da eilweise im Soundmix unter ;-)

    Dirk

    • Profilbild
      moogulator  AHU

      Naja, das System 1 als Soft ist wirklich hungrig. Mein 8core MP 2009 ist da schon gut ausgelastet. Es ist wie als Diva eingeführt wurde, nur – mit 4 Stimmen. Es lohnt sich klanglich zwar auch – aber zum Soft System wird es noch einen Bericht geben, ich hab es hier nur leicht vorweg genommen. (Das ist zwar möglich, aber…)

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      DSP Hunger von der Diva ist vergleichsweise gering im Gegensatz zu Roland. Mein i7 Laptop packt nur 1 Stimme, und dann isses für andere plugins zu knapp. Also wenn man da mehr will, dann ein neuer PC oder billiger ist 2. Roland hinstellen. Oder eben Audio Aufnahme oder freezen oder oder….

  3. Profilbild
    Michael Starzmann

    Danke für diesen umfangreichen Test. Er bestätigt den spontanen „haben will“ Impuls vom Erstkontakt auf der Musikmesse 2015.

  4. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Auch ich danke für die sehr ausführliche Einleitung – die weit über einen Test hinausgeht -, aber etwas verstehe ich nicht. Das mag daran liegen, dass ich Rolands Aria-Konzept noch nicht ganz verstanden habe. Bislang dachte, dass die erforderliche Rechenleistung von den externen Geräten (System 1 / 1m) erbracht wird. Wenn ich nun lese „einen recht aktuellen Rechner ziemlich unter Beschlag nimmt“, dann kann diese meine Annahme nur verfehlt sein. Dieser Unsinn wäre jedoch ein entscheidendes Anschaffungskriterium für mich gewesen. Nun gut, dann halt nicht ;-)

    • Profilbild
      binary_idol

      Das mit der Rechenleistung bezog sich auf die extra zu kaufenden Plugouts, die auch als Softwaresynthesizer auf dem Rechner laufen (mit mehr Stimmen), dann dient das Gerät als Controller. Plugouts laufen auch auf dem System 1m, aber nur monophon. Nur der eigentliche System 1m Synthi (ohne Plugouts, ohne Computer) ist 4stimmig aber nicht semimodular und als einstimmige Variante eben semimodular. Die Plugouts kann man auf dem System 1M installieren, sie sind dann nur einstimming und nicht modular. Haffe ich habe alles korrekt zusammengefasst.

      Grüße

      • Profilbild
        XCenter  

        Kleine Korrektur: Plugouts kann man auf dem 1m installieren, sie sind dann einstimmig UND modular.
        Originaltext von der ROLAND-Webside:
        „Laden Sie das SH-101 PLUG-OUT in das SYSTEM-1m, und Sie haben einen SH-101-Synthesizer als Hardware mit Modular-Kapazität“

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      moogulator  AHU

      Nein, die Hardware braucht gar keine Anforderung an den Rechner, die PlugINS, die ja eigentlich extra sind und das System 1 als SOFTWARE sind da gemeint, sie klingen gut aber benötigen nunmal Rechenpower. Bei den Monophonen ist das nicht so dramatisch, bei dem System 1 ist es schon eine Herausforderung – deshalb macht die Hardware auch deshalb viel Sinn.

      Wenn du keinen Klang mit dem PlugIN machst, belastet es den Rechner nicht, und ich sprach vom König, dem 4sitmmigen System 1 als Software – quasi als Alternative. Danke für den Einwand, denn das habe ich dann wohl zu unklar und interpetierbar formuliert. Die normalen Plugin-Verisonen sind ok – vermutlich auch deshalb auf 1 Stimme begrenzt, könnte man vermuten. Das hier ist also schon aufwendige Technik und vermutlich klingt es auch deshalb so gut? Kurz gefasst gesprochen.

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    jaxson  

    Das Problem an einem Digitalen Synth ist das er Digital bleibt, auch wenn er besser klingt als das Original ;-)

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    Bodie  

    Wenn ich sehe das man das Gerät mit der Bedienerseite auf die Straße legt um ein Foto von
    der Rückseite zu machen blutet mir das Herz.

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    solitud

    Das vorgeschlagene Analogue Systems Modul ist auf Grund anderer Dimensionen der Bohrlöcher nicht 100% Eurorack kompatible. Das wird nicht so schön bündig aussehen wie in dem modulargrid.net Screenshot.
    Auch zu erwähnen: das System 1m hat im Vergleich zu analogen Modulen einen recht hohen Stromverbrauch. Wenn man es in ein Eurorack Case einbaut sollte man drauf achten, dass man das Netzteil nicht überlastet. Das geht schnell wenn man noch andere hungrige Digital-Module ergänzt …

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      moogulator  AHU

      Das stimmt, ich würde es immer als Desktop betreiben, da es sein eigener Rahmen ist und den Rahmen eher für weitere Module nutzen, was ich auch erwähnte.

      Es ist aber möglich. Ich würde intern dessen reguläre Stromversorgung nutzen, wenn ich es intern machen würde. ;)
      Mache ich aber nicht…
      wie dem auch sei – es „geht“. Aber es ist schlauer es so zu machen, in jeder Hinsicht.

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    RRomm

    Digital hat den Vorteil, Logik und damit die Repräsentationen die Schaltkreise und Funktionalitäten mit Updates verändern oder erweitern zu können. Bei rein analogen Geräten tut man sich Updates… also den neuen Wellenformen, Modulationsmöglichkeiten, Eingriffsmöglichkeiten eher schwer.

    Falls im System 1 tatsächlich eine programmierbare Logik, also ein FPGA steckt, wird es interessant, was noch alles an Updates kommen wird. Gerade bei komplexen Echtzeitberechnungen zieht ein vergleichsweise günstiger FPGA einer reinen DSP-Lösung davon, zumal man die Prozessorarchitektur bei großen (leistungsfähigen) FPGA mit entsprechenden Fachwissen umbauen kann, geht beim DSP nunmal nicht, die Architektur ist dort hartverdrahtet. Beim FPGA läßt sich recht viel „umprogrammieren“.

    Wird spannend, was von den anderen Herstellern demnächst kommen wird. Mit einem DSP stößt man da an architekturbedingte Grenzen, der FPGA läßt sich bei Bedarf an die Echtzeitaufgabe … Fachwissen und Entwicklungsumgebung vorausgesetzt… mit Updates anpassen.

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    AMAZONA Archiv

    Ich muss sagen, dass dies der erste Sounderzeuger aus der AIRA-Serie ist, der mich wirklich überzeugt. Und zwar sowohl vom Sound als auch vom Preis.
    Und das übergroße Manko, nur ein Plug-Out an Bord zu haben, wie es das System-1 mit sich rumschleppt (und das mich hauptsächlich vom Kauf abgehalten hat, neben der lausigen Tastatur) wurde hier auch ausgemerzt.
    Ich bin schlichtweg begeistert und werde mir das Ding, auch wenn ich ansonsten mit dem ganzen Modularkram nix am Hut habe, hier hinstellen. Daumen hoch; diesmal hat Roland wirklich alles richtig gemacht.

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      moogulator  AHU

      sie machen auch noch Updates, siehe oben – die Plugouts sind nun alle auch modular in allen Modi – der „Pitch Button“ spielt auch dort Töne ab, es war also richtig, dass entsprechend zu erwähnen – ist also jetzt passiert.

      SH101, Promars und SH2 sind geprüft, sie sind jetzt alle komplett modular. Hat man auch nicht immer .. siehe oben mein Zusatzposting.

      Dachte und denke diese Info ist interessant, zusammen damit, dass das System 1 als Software auch ein Editor aber auch ein 4stimmiger Synth ist.
      Aber einer der Kraft braucht, die Hardware empfiehlt sich daher schon sehr.

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    tomk  AHU

    Der SH 101 gratis Download ist nicht mehr gegeben. Auf Email Anfragen diesbezüglich wich Roland nach langer Wartezeit oberflächlich aus. Nach 3 Wochen ging bereits die Stromversorgung kaputt! Auch empfand ich den LFO Hub auf das Filter mehr als schwach. Fazit: Das erstemal nutzte ich 30 Tage Geld zurück.

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      moogulator  AHU

      Kannst du selbst prüfen, das SynMag war ja in dem Falle schneller und dort sind noch die Digitalmodule dabei, der Customizer und eine andere Schwerpunktsetzung und und und..

      Hatte netterweise früh Zugriff als es noch Prototyp war. Die Artikel werden stets unterschiedlich und bekommen immer einen neuen Blickwinkel.

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        PapaJoe

        Ja, cool, dann lese ich den Artikel mal.
        Das SynMag liegt bei mir zu Hause, aber bis zu dem Artikel über das System1m bin ich noch nicht vorgedrungen.

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    mhagen1  

    Hallo Moogulator, danke für den ausführlichen und interessanten Test und die schönen Soundbeispiele! Ich finde es sehr erholsam, dass deine Beiträge nicht mehr ganz so mit nerdigen Spezialformulierungen und kreativer Grammatik gespickt sind. Bitte mach weiter so – an deiner Kompetenz gibt es ja nicht den geringsten Zweifel!

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    Son of MooG  AHU

    In der analogen Modularwelt ist es nicht ungewöhnlich, für den Preis des 1m nur ein oder zwei Module zu erhalten; keinesfalls aber ein derartig ausgestattetes Komplett-System. Ich begrüße es, wenn solche digitalen Bausteine Einzug ins Eurorack halten; das Ganze kann dadurch nur wachsen. Der gleiche Geist gilt natürlich auch für Flüchtlinge…

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      AMAZONA Archiv

      Ernst gemeinte Frage?
      Einfach Oszi- und Filtermodule durchzählen und schauen, ob man die einen durch die anderen ganzzahlig teilen kann…..

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      moogulator  AHU

      Polyphon. Wenn ich Paraphonie gemeint hätte, hätte ich das so geschrieben.

      Es gibt heute natürlich mehr solche Sachen, aber dies ist normal 4stimmig mit 4 Filtern etc..

      Die Plusouts sind natürlich voll-monophon ;)

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      AMAZONA Archiv

      Alles OK; aber wenn du Anfänger in Sachen Synths bist, wie kommst du dann auf die doch eher Fortgeschrittenenfrage nach echter Polyphonie oder Paraphonie?

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    Michael Anders

    Ich hab mich schon im Internet allgemein und in einigen Foren informiert über das System-1, was ja wohl fast gleich ist und es gibt halt Gerüchte, dass es paraphon sein soll statt polyphon. Da hätte ich gerne mal eine definitive Aussage von einem Fachmann gehört. :-) Ich hab auch schon einige Artikel in englisch gelesen, was der Unterschied zwischen polyphon und paraphon sein soll, aber so ganz habe ich es noch nicht kapiert. Vielleicht kann man ja mal hier auf Amazona jemand einen Artikel darüber schreiben. :-)

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      Son of MooG  AHU

      Vereinfacht, aber meist zutreffend, ist diese Definition: wird für jede Stimme je mindestens 1 Osc, 1 Filter, 1 Amp sowie Hüllkurve verwendet, ist es polyphon, Beispiel Juno-6. Wird dagegen nur ein Filter, Amp & Hüllkurve für alle Stimmen verwendet, ist es paraphon, Beispiel Poly-800.

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    moogulator  AHU

    System 1m und 1 sind polyphon – Die Gerüchte kenne ich auch nicht. Schrieb ich oben aber schon.

    Paraphon sind der Korg Poly800, Waldorf Pulse 2 oder der DSI Pro2.

    Die OSCs werden dann quasi von der Tastatur verschieden gesteuert, also VCO1 spielt das was der erste Finger gedrückt hält, der VCO2 das was der zweite Finger gedrückt hält. Aber beides wird durch EIN Filter geführt. Dh – sowas macht man wenn ein Filter da ist und nicht so viele wie es Stimmen bräuchte. Hüllkurven lösen bei jedem Tastendruck aus. Auch die Volcas machen das so. Da ist es auch verständlich und nachvollziehbar und beim Odyssey oder Moog Sub37 (da ist es eigentlich eine Duophonie) ist es eher eine Art Zugabe. Man kann damit ja auch andere Intervalle spielen um per Sync, Ringmod, FM .. den Klang zu ändern und somit „zu spielen“.

    Man muss nur wissen, dass die gespielten Tasten dann auf die OSCs (beim Pro 2 sind es 4) verteilt werden und behalten dennoch ihre monophone Struktur bei, ein richtiger polyphoner Synth wie das System 1m hält für die Polyphonie 4x die Struktur vor, also 2 OSCs die durch 1 Filter gehen müssen 4x vorhanden sein. Bei Paraphonie würde man nur 1 Filter haben statt 4 – aber 4 OSCs (Pro2, Volca) oder 2×4 OSCs (Poly800,) sogar.

    Oder: spezielle vollpolyphone OSCs durch Frequenzteiler wie beim Polymoog.

  15. Profilbild
    Michael Anders

    Danke für die ausführliche Antwort. :-)
    Wenn man in der Suchmaschine „system 1 paraphonic“ eingibt, findet man eine ganze Menge.
    Nick Batt von Sonic State hat in seinem Testvideo zum System 1 gesagt, das es paraphonic ist.
    Jemand anderes schreibt: „There’s even a hidden paraphonic feature that I discovered while kicking the tires: If you switch the portamento to legato mode, the amp and filter sections perform monophonically while maintaining four-voice polyphony.“
    Und noch jemand anderes schreibt: „My friend tested it and yes the polyphony is 4 but the filter is one.
    So every key you press the filter is re triggered and so is 1 filter paraphonic.“
    Alles in Bezug auf das System 1 ohne m. Und alles auch schon eine weile her.
    Vielleicht war das so und wurde mit einem Update geändert?
    Vielleicht haben die auch alle unrecht?

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      moogulator  AHU

      Wie gesagt – es bleibt polyphon.
      Plugouts monophon, System 1 Mode: 4fach polyphon.

      Genau das. Alles andere ist falsch.

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      moogulator  AHU

      ps: es war auch nie paraphon oder duophon sondern immer polyphon im System 1 Mode. Die Plugouts waren immer monophon bisher.

  16. Profilbild
    andreas2  

    Schöner Bericht zu einem schönen Synth ! Nachdem jetzt das System100 als Plugout verfügbar ist, konnte ich nicht mehr widerstehen, seit gestern habe ich diese Kombi, ein Erfahrungsbericht wird nach Erprobung folgen.
    Wie sieht es eigentlich mit „verpatchen“ aus, kann man durch „falsche Steckerei“ etwas beschädigen ?

  17. Profilbild
    percy

    Hab seit gestern den System 1m und er klingt echt höllisch gut!

    Wie ich gesehen habe, bekommt man einen special price als Besitzer eines System1/m.
    Daher wollte ich über meinen Roland Account, mit dem mitgelieferten Key Code, dass Gerärt registrieren.
    Doch der Code wurde nicht aktzeptiert.
    Irgendjemand eine Idee woran das liegt?

    • Profilbild
      cortex91

      Auch wenn’s lange her ist und dir vermutlich nicht mehr hilft, vielleicht noch als Antwort für andere die das Problem haben:

      Man muss den Coupon der der Hardware beiliegt direkt beim Checkout eingeben, also nicht über Account/“Product Key Validation“

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