Soundmodul TD 12
Was soll ich sagen, die Bedienungsanleitung hat nicht umsonst über 100 Seiten.
Das TD 12 hat unzählige Möglichkeiten. Es gibt 50 Kits , 560 Drumsounds und 262 Backinginstrumente und, und, und … Ein integrierter Sequenzer erlaubt es, zu 150 Preset-Patterns zu spielen, die alle im Tempo variabel sind. Zusätzlich hat man noch die Möglichkeit, sich 100 User-Patterns zu basteln. Das Spielen zu den Patterns hat mir richtig viel Spaß bereitet.
Nun zu den Drumsounds:
Alle nichtakustischen Sounds hören sich wirklich hervorragend an. Bei den „echten“ Schlagzeugsounds klingt es manchmal etwas nach Plastik, v.a. bei den Toms. Becken und HiHats sind hingegen sehr gut. Es wurde hier, so scheint mir, seitens Roland etwas mehr Augenmerk auf elektronische Klänge gelegt. Die Percussion-Sets wiederum finde ich äußerst gelungen. Phantastisch ist auch, dass man das Set mit Besen spielen kann.
Wie bereits erwähnt bietet das TD 12 eine unglaubliche Vielzahl an Sounds und Editiermöglichkeiten. Bei Kick und Toms kann man Kesseltiefe, Fellart, Stimmung, Dämpfung und Übersprechen auf den Snare-Teppich einstellen. Bei der Snare kommt noch Kesselmaterial und Teppichspannung hinzu. Bei Becken und HiHat sind Größe und Art variabel. Natürlich gibt es zu jedem Becken den passenden Rand- bzw. Kuppensound. Außerdem kann man bei jedem Instrument die Mikrophonposition verändern. Zusätzlich sind Hallraumart, -größe, -form und Wandbeschaffenheit frei editierbar. Man kann auch jedes Pad einzeln mit einem EQ und Compressor versehen.
Auch beim Sequenzer sind wenig Grenzen vorhanden. Es steht einem eine komplette Band zur Verfügung, die man sich nach Gusto zusammenstellen kann, sei es bei der Editierung bestehender Patterns oder wenn man was Neues aufnehmen will. Etwas schade finde ich allerdings, dass das Modul nur 4 Ausgänge hat. Somit ist man gezwungen, alle Lautstärkeveränderungen bei einer Aufnahme am Computer im Modul zu machen. Der MIDI Aus- bzw. Eingang schafft aber eine zusätzliche Möglichkeit, auf externe Soundquellen zuzugreifen oder nur MIDI-Daten aufzunehmen und somit das „Feintuning“ auf später zu verschieben.
Diese vielen Möglichkeiten haben auf den ersten Blick natürlich den Nachteil, dass man sich am Anfang etwas erschlagen fühlt von der Informationsflut. Man muss sich wirklich Zeit nehmen, um alle Features dieses Sets auskosten zu können. Und das kann dauern. Vieles ist leicht zu finden und erklärt sich quasi von selbst. Manche Funktionen allerdings findet man nur mit der Bedienungsanleitung in der Hand. Darum am Anfang nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, wenn’s etwas dauert, bis alles so klingt, wie man es gerne hätte.































„Alle nichtakustischen Sounds hören sich wirklich hervorragend an. Bei den „echten“ Schlagzeugsounds klingt es manchmal etwas nach Plastik,“
..dann hat das Gerät in der Hauptdisziplin versagt!