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Test: Roland TR-8 Virtuell Analog Drumcomputer

4. Oktober 2015

Die Wiedergeburt der Klassiker TR-808 & TR-909

Good News vorab: Roland hat soeben die Nachfolgerin der TR-8 bekannt gegeben – die ROLAND TR-8S mit Sample-Speicher, Einzelausgängen, mehr Effekten und und und… HIER DER TEST.

Roland TR-8 – Virtuell Analog Drumcomputer

Die neue Roland TR-8 wurde mit der gesamten AIRA-Familie erst lange angeteasert, war dann aber schneller in den Läden, noch bevor uns ein Testgerät zur Verfügung stand. Also geht es ohne viel Brimborium gleich in die Vollen.

Bevor wir damit beginnen die AIRA TR-8 ausführlich vorzustellen. Hier kurz ein Überblick mit Links zu allen bisher erschienenen ROLAND AIRA-Tests:

Inzwischen bietet Roland zwei weitere Klone in Boutique-Bauuweise an – hier die verlinkten AMAZONA.de-Test:

Mit der Roland TR-8 stellt sich Roland endlich der Firmen-eigenen Vergangenheit und lässt die wohlmöglich größten Drummaschinen-Klassiker aller Zeiten wiederauferstehen: TR-808 und TR-909. Die Roland TR-8 ist dabei eine reinrassige Drummaschine ohne überbordende Feature-Liste oder Groovebox-Ambitionen. Es handelt sich jedoch auch nicht um einen Nachbau der Vorgänger, sondern um eine moderne Fortsetzung. Anstelle analoger Technik kommt eine DSP-basierte Klangerzeugung zum Einsatz. ACB – Analog Circuit Behavior nennt Roland diese Kreation, die eine Schaltung nicht als Ganzes, sondern in separaten Teilen emuliert und dabei die gegenseitigen Beeinflussungen der verschiedenen Baugruppen berücksichtigt. Außerdem beinhaltet die TR-8 Klänge und Funktionen von 808 und 909 und verbindet diese mit weiteren Elementen. Roland bleibt also dem Motto „We design the future“ auch mit diesem Ausflug in die Vergangenheit treu.

Roland TR-8 und Roland TR-808 together

In den Händen

In den 80ern bestimmte noch die Größe der Platine die Ausmaße eines Gerätes. TR-808 und TR-909 sind ziemlich wuchtige Teile, deren Bedienoberflächen jedoch aufgeräumt, teils sogar leer ausfallen. Anders die TR-8, sie ist kleiner und leichter als die Vorgänger. Hier wird die Gehäusegröße von der Anzahl der Bedienelemente bestimmt. Die Oberfläche wurde knackig ausgenutzt, wirkt aber nicht überladen. Das Design ist nicht an die Klassiker angelehnt, die TR-8 hat ihren eigenen Stil. Einzig die Farbcodierung der Sequencer-Tasten, wo die vier Viertel des Taktes rot, orange gelb und weiß abgesetzt sind, ist eine Reminiszenz an die TR-808. Doch bei der TR-8 handelt es sich um Mehrfarb-LEDs unter durchsichtigen Tasten, die je nach Status in unterschiedlichen Farben leuchten.

Alle Instrumente verfügen wie in der guten alten Zeit alle über eigene Lautstärke-Fader, Anwahltaster und Klangregler. Ebenso haben alle Sequencer-Funktionen und Effekte dedizierte Tasten und Regler. Es gibt keine verzweigte Menübedienung, nur einige Systemeinstellungen kann man nicht direkt erreichen. Dazu später mehr.

Die Rückseite birgt Stereosumme, zwei Einzelausgänge, zwei Eingänge, MIDI-I/O, USB für Audio- und MIDI-Übertragung sowie die Netzteilbuchse. Sicherlich häten sich ein Teil der Anwender auch DIN-Sync gewünscht. Dafür wird es in Zukunft eine separate Sync Box geben, deren Prototyp auf der Musikmesse schon zu sehen war. Neben zwei DIN-Outs und einem DIN-In (!) wird die Box auch über CV/Gate-Schnittstellen verfügen.

Rückseitenvergleich zwischen Roland TR-8 und Roland TR-808

In den Ohren

Bei einer Drummaschine, insbesondere einer TR, geht es natürlich zu allererst um die Klänge. Ein TR-8-Set besteht aus insgesamt 11 Drums: Kick, Snare, drei Toms, Rimshot, Clap, Closed und Open Hihat sowie Crash- und Ride-Cymbal. Zusätzlich sind die Percussions der TR-808 vorhanden: drei Congas, Clave, Maracas und Cowbell, die sich wie beim Original nur alternativ zu bestimmten Klängen auswählen lassen.

Pro Instrument besteht die Wahl zwischen 808- oder 909-Sound bzw. dem alternativen 808-Percussioninstrument. Man kann ein Set rein historisch korrekt zusammenstellen oder fröhlich bunt mixen. Allerdings ist die Verwendung von beispielsweise zwei Kicks oder Snares in einem Set nicht möglich.

Die brennende Frage lautet natürlich: Klingt es denn wie bei den beiden Klassikern? Seit Erscheinen der TR-8 gibt es inzwischen viele Vergleichsvideos und -audiobeispiele im Netz. Das Problem hierbei ist, dass die Demonstranten die TR-8 jeweils nur mit ihrem Originalgerät vergleichen. Allerdings unterscheiden sich die über 30 Jahre alten Maschinen schon untereinander, teils sogar erheblich. Das liegt an nicht selektierten Bauteilen, deren Toleranzen und manuellem Abgleich sowie dem Alterungsprozess. Zwangläufig kommt man da zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen, insbesondere wenn man die einzelnen Sounds im A/B-Vergleich abhört. Die häufigsten Abweichungen beziehen sich auf Stimmung und Länge der Drums. Hier hilft die Vollausstattung der TR-8, die im Gegensatz zu den Originalen für jeden Sound Tune und Decay zur Verfügung stellt, sich den variierenden Vorbildern anzunähern. Nehmen wir mal ein paar ausgewählte Sounds unter die Lupe.

Die TR-Instrumente

808 Kick: Als einziger Sound der TR-8 gibt es die Bassdrum in zwei Varianten. Zum einen der „normal“ tiefe, runde Klang mit ordentlichem Wumms, wie man es gewohnt ist. Zum anderen eine Variante mit stärkerem Sustain und sehr langer maximaler Decay-Zeit. Einige TR-808-Modelle haben diese besondere Kick, die in den 90ern gern bei Jeep Beats und Bass-Music eingesetzt wurde.

909 Kick:

Diese klingt etwas höher gestimmt als ich es kenne und diesen Punkt kann die TR-8 nicht ausgleichen, da der Tune-Regler wie beim Original nur die Pitch-Hüllkurve, nicht aber das Tuning steuert. An dieser Stelle lernt man Jomox zu schätzen, die für die Xbase / M-Base die 909-Kick-Schaltung so überaus effektiv erweitert haben. Trotzdem klingt die 9er-Bassdrum in der TR-8 gut und authentisch. Und schließlich wird auch das Vorbild in der Regel nicht pur, sondern bearbeitet aufgenommen.

Snare:

Beide Varianten überzeugen klanglich, aber die 808-Snare wirkt etwas zu leise und die 909-Snare nicht ganz so kompakt. Doch lässt sich das mit dem Kompressor ausgleichen, über den Kick und Snare als einzige Instrumente der TR-8 verfügen.

808 Hihat/Cymbal:

Bei diesen Klängen lässt sich ein hörbarer Unterschied zum Original ausmachen. Bekanntlich werden Hihats und Cymbal aus einem Mix von sechs Oszillatoren gebildet. Diese Mischung klingt bei der TR-8 subjektiv anders und auch Tune, was beim Cymbal ein Mix-Regler für die zwei Signalanteile ist, hilft hier nicht beim Angleichen. Auch die Hihats wirken etwas zu leise, was allerdings auch täuscht. Nach dem Motto “mit Kompressor klingt besser“ sind Kick und Snare ohnehin lauter als der Rest. Dreht man diesen raus, ist auch der Abstand zu den Hihats nicht mehr so groß.

.. der Rest

Ich könnte jetzt auf jeden einzelnen Sound eingehen, doch das bringt wie gesagt objektiv nicht viel. Generell finde ich die Percussions sehr gelungen und wirklich dicht am Vorbild. Dazu kommen die Regelmöglichkeiten, die am Original nur durch Modifikationen möglich sind, wie zum Beispiel eine tief gestimmte 808-Cowbell, wie sie gern in Minimal- und Ambient-Tracks verwendet wird.

Wichtiger und aussagekräftiger finde ich den Vergleich des Gesamtklanges. Da haben mich in der Vergangenheit sowohl Software-Clones und selbst die Acidlab Miami nicht wirklich überzeugen können. Ich habe nun drei 808en zum Vergleich herangezogen, außerdem sind mir bei meiner Zeit im Handel mehr TRs durch meine Hände gegangen als gut für die Seele ist. Ich denke ich kann sagen, mit der TR-808 ausreichend vertraut zu sein. Kurzum, die TR-8 ist für mich der erste 808-Clone, der in diesem Punkt wirklich mithalten kann. Bei sehr kritischem Hinhören erkennt man natürlich Unterschiede, aber der Gesamtklang steht dem Original nicht wirklich nach. Hier habe ich einen Beat zum Vergleich mit zwei 808-Modellen und der TR-8 aufgenommen. Einfach mal blind hören und vergleichen.

Und die 909? Von dem Gerät war ich nie ein Fan und besitze auch keins. Befreundete Maschinen waren leider grade alle auf Tournee, so dass ich hier auf Studioerfahrungen und Aufnahmen zurückgreifen musste. Auch diese Emulation klingt wirklich authentisch und bei Dance-Tracks wird ja schließlich in der Regel recht zünftig nachbearbeitet, so dass etwaige Unterschiede verschwimmen.

Die Roland ACB-Technologie

Die ACB-Technologie bildet nicht nur Schwankungen der analoge Schaltung nach, sondern auch die kleinen Besonderheiten der Originale. Programmiert man zwei oder drei 808-Kicks mit längeren Decay in 16teln, so schaukelt sich die Bassdrum auf, was sich als Special-Accent einsetzen lässt. 808-Open und Closed Hihat ergeben einen dritten Hihat-Sound, wenn sie auf dem gleichen Step gesetzt werden. Zusammen mit den Maracas ein wichtiges Stilmittel bei alten Electro-Tracks.

Programmiert man 909-Snare und Clap auf den gleichen Step, kommt es zu einem Phasing-Effekt, da auf den selben Rauschgenerator zugegriffen wird. Ich hatte diesen Effekt zwar schwächer in Erinnerung, jedoch jubelten schon User im Internet, dass die TR-8 dies perfekt nachbildet. Scheinbar gibt es auch hierbei Toleranzen.

Heftig spekuliert wird bereits, ob Roland noch andere Drumsounds per Update nachreichen wird, schließlich böte die Anwahl noch Platz für 13 oder 14 Variationen pro Instrument und die TR-Serie hat ja noch einiges zu bietet. Tatsächlich wurde auf mindestens zwei Roland-Präsentationen die TR-707 als möglicher Kandidat erwähnt. Dann aber bitte auch die TR-727, deren Percussionsounds in den 90ern die perfekte Ergänzung zur TR-909 waren. Offiziell ist jedoch noch nichts angekündigt, man muss abwarten.

Nachtrag der Redaktion:
Inzwischen sind die Erweiterung 7X7-TR8 mit Sounds der TR-707 und TR-727 sowie das nachgereichte Update mit einem TR-606 Kit erschienen.

Im Takt

Die Klänge sind jedoch nur die eine Hälfte der Kultmaschinen. Die TR-808 schrieb als erster voll programmierbarer Drummy mit ihrem Lauflicht-Sequencer Geschichte. Die TR-909 erweiterte das Konzept mit der Möglichkeit, Steps für jedes Instrument in zwei verschiedenen Lautstärken setzen zu können, sowie einem äußerst musikalischen Shuffle, der bis heute untrennbar mit House verbunden ist. Die TR-8 bietet die Features beider Klassiker, so dass sich auch ein 808-Beat mit Shuffle und zweistufiger Velocity spielen lässt. Die TR-8 befindet sich in einem permanenten Ist-Zustand, d.h. alles was man programmiert oder verändert, ist sofort gültig. Man braucht nichts zu speichern, kann aber auch nichts per Undo zurücksetzen, sondern muss gegebenenfalls alles manuell korrigieren. Wer nur die Arbeit mit Grooveboxen oder DAWs kennt, wird sich an diese Denk- und Arbeitsweise erst gewöhnen müssen.

Pattern in der TR-8 können zweitaktig (A- und B-Part) sein. Mit vier verschiedenen Skalen und frei wählbarem Last Step lassen sich beliebige Taktarten erzeugen, auch wenn die Maschinen wohl zu 99,9% im 4/4 eingesetzt werden.

Neben der Lauflichtprogrammierung ist auch eine Echtzeiteingabe möglich. Allerdings nimmt die TR-8 weder Reglerbewegungen auf, noch kann man unterschiedliche Einstellungen pro Step setzen. In dieser Hinsicht haben andere (moderne) Maschinen deutlich mehr Ausdruckmöglichkeiten. Will man so etwas mit der TR-8 erreichen, muss man über eine DAW die Reglerbewegungen als MIDI-Controller aufzeichnen.

Ebenso minimalistisch ist die Speicherkapazität. Nur 16 Drumkits und 16 Patten lassen sich im Gerät speichern. Warum muss man sich ausgerechnet in diesem Punkt so sehr am Original orientieren? Offenbar sieht Roland die User hier entweder im Verbund mit der DAW arbeiten oder im Live-Bereich, wo mit dem Gerät eher on-the-fly gearbeitet wird. Für den Live-Betrieb sind auch vier Roll-Variationen und Mute-Taster gedacht, die nicht im Sequencer aufgezeichnet werden.

In der Halle und verzögert

Zur klanglichen Aufwertung sind ein Reverb und ein Delay vorhanden. Diese Effekte lassen sich wie die Drums und Accent stepweise setzen. Zur Auswahl stehen je acht Effektvarianten, die mit zwei Parametern verändert werden können. Nur leider erfährt man nicht, was für Varianten das sind, denn die Anleitung geht, wie auch in anderen Punkten, mit keinem Wort darauf ein. Man muss also selbst durchprobieren und findet dann heraus, dass zum Beispiel Delay 8 kein Delay, sondern ein LoFi/Filter-Effekt ist.

Die Hallalgorithmen klingen groß und sauber, sind aber nicht unbedingt mein Geschmack. Zu viel Effekthascherei, ich vermisse etwa eine einfache, dichte Ambience. Die Auswahl von Delay gefällt mir besser, da gibt es Stereo-, Ping-Pong-, Rückwärts-, Tape-Delay u.a., die jedoch nicht alle synchronisierbar sind, sondern teils nach Gehör eingestellt werden.

Übrigens können einzelne Drums auch ganz vom Effekt ausgeschlossen werden. Dann lassen sich Kick, Snare und Hihat auf einen Step setzen, aber nur die Snare verhallen. Interessant klingt es auch, wenn man bei Drums mit längerem Decay den Effekt ein 16tel später setzt.

Über den External In kann ein Signal in die TR-8 eingespeist werden, das sich mit einem Sidechain rhythmisieren lässt. Hier steht man dank nicht vorhandener Erläuterung wieder im Dunkeln und kann nur schlecht nachvollziehen, woher sich der Sidechain ableitet. Leider arbeiten die beiden Eingangsbuchsen nur Stereo. Wenn man ein Monosignal eingibt, muss man es per Y-Kabel auf beide Buchsen legen, sonst hat man es nur auf einer Seite.

Als Performance-Effekt ist der Scatter ausgelegt, mit dem sich der Beat rhythmisch variieren lässt, indem er Wiederholungen, Rückwärtseffekte und Transponierungen generiert. Je höher man Depth einstellt, umso mehr geht es in Richtung Glitch.

Im Geheimen & im System

Offenbar denkt man bei Roland, dass heutzutage sowieso niemand mehr Anleitung liest. Oder warum sonst wird so einiges an Informationen unterschlagen? Warum erfahre ich erst aus dem Internet, dass und wie ich das Panorama der Drums einstelle oder dass ich die LED-Helligkeit dimmen kann? Zwar erklärt sich die TR-8 weitestgehend selbst, aber auf einige Funktionen wäre ich von allein nicht gekommen.

Ein weiterer Punkt, der nicht ganz verständlich ist, ist der Umstand, dass man für Änderungen im System das Gerät neu booten muss. Ist es denn so ungewöhnlich, die Belegung der Einzelausgänge oder den MIDI-Kanal wechseln zu wollen? Da man aus dem Systemmodus direkt in den Playmodus zurückwechseln kann, hätte ich mir eine System-Taste gewünscht, anstatt immer neu Booten zu müssen.

In den Rechner

Die TR-8 kann nicht mit der gleichen Batterie an Audioausgängen wie die Originale aufwarten. Das wäre auch angesichts der dafür nötigen DA-Wandler ein nicht unerheblicher Kostenfaktor gewesen. Stattdessen hat man sich für einen Mehrkanalübertragung per USB entschieden, was im Grunde genommen auch praktisch und praxisnah ist. Leider ist wegen Umbau mein großes System derzeit nicht einsetzbar. Auf meinem transportablen System, ein älterer Dual-Core-Laptop, war ein sinnvoller Einsatz nicht machbar, da die TR-8 ausschließlich mit 96kHz arbeitet. Da braucht man für die 14 Kanäle schon ordentlich CPU-Power, um die Latenzen in einem akzeptablen Rahmen zu halten. Ich kenne durchaus eine Reihe von Musikern, die noch mit älteren Rechnern arbeiten. Nicht aus Geiz, sondern einfach weil die Systeme laufen und man lieber damit arbeitet, anstatt ständig neu aufzurüsten. Ist also nicht völlig weltfremd. Also wenigstens ein Kurzcheck bei einem Bekannten auf einem i7-Rechner gemacht und siehe da, es läuft wie gewünscht.

Aber es ist eher eine grundsätzliche Überlegung. Will man eine Drummaschine als Audiointerface haben? Das Problem liegt hier nicht bei Roland, sondern in der ASIO-Thematik, die keine vernünftige Parallelverwaltung mehrerer Devices ermöglicht. Auf dem Mac kann man sich wenigstens mit Aggregate Device behelfen, muss da aber auch alles auf 96 kHz setzen. Ist schon klar, dass Roland hierüber eine optimale Audioqualität gewährleisten will, aber man sollte unbedingt eine niedrige Rate als Alternative anbieten. Außerdem wäre eine Kanalbezeichnung in der DAW schön.

In Konkurrenz

Mittlerweile gibt es wieder eine umfangreiche Auswahl an ausgewachsenen Drummaschinen auf dem Markt. MFB Tanzbär, DSI Tempest, demnächst Elektron Analog RYTM, Elektron Machinedrum, Jomox XBase 999, Acidlab Miami, dazu noch diverse Kleingeräte. Wo ordnet sich die Roland TR-8 dort ein? Wenn wir mal Volca & Co außen vor lassen, ist die TR-8 erst einmal das günstigste Gerät der Riege. Zwar können etwa Tempest oder Machinedrum deutlich mehr, sind daher aber auch nicht ganz so gradlinig zu bedienen. Acidlab Miami würde sich als Vergleichkandidat anbieten, jedoch fehlen diesem Clone das 909-Set und die Erweiterungen der Roland TR-8. Der MFB Tanzbär geht zwar teilweise auch in Richtung TR-Sound, doch verliert er mit seinen vielen Shift-Funktionen und Tastenkombinationen den Workflow. So gesehen gibt es zwar eine Reihe von Alternativen (Konzepten), jedoch keine echte Konkurrenz. Wenn man eine moderne TR808/909 haben will, kommt man an der Roland TR-8 kaum vorbei.

Roland TR-8 vs TR-808 on YouTube

Fazit

Roland hat seine Fans sehr lange warten lassen und musste sich schließlich auch äußerst hohen und teils auch gegensätzlichen Erwartungshaltungen stellen. In der Summe hat es Roland sehr gut gelöst. Der Sound hat mich, einem -ja- alten 808-Fan, wirklich überzeugt und die leicht erweiterten Möglichkeiten der Klangeditierung sind absolut sinnvoll wie auch musikalisch. Die flüssige Arbeit mit dem Sequencer ohne Speichern oder anderen ablenkenden Operationen kommt mir sehr entgegen. Ich hätte mir mehr Einzelausgänge gewünscht, verstehe aber, dass das bei dem Straßenpreis von unter 500 Euro nicht möglich ist. Die Lösung der Mehrkanalübertragung via USB ist sinnvoll, wenngleich mit hohen Anforderungen verbunden. Doch das liegt in der Natur der Sache.

Es wäre natürlich großartig, wenn Roland noch weitere TR-Sounds per Update nachreichen würde, dann hätte man eine wirkliche Über-TR, die stolz und gleichberechtigt neben den Klassikern stehen kann. Doch auch so ist die Roland TR-8 für Drummaschinen-Fans eine klare Empfehlung.

 

Plus

  • überzeugende Soundemulation der Originale
  • Tune/Decay für alle Instrumente
  • nahtloser Workflow für Live-Einsatz
  • Reverb/Delay pro Step aktivierbar
  • external Input mit Sidechain-Funktion

Minus

  • für Systemeinstellungen muss das Gerät aus-/eingeschaltet werden
  • mehrere Funktionen versteckt, schlechte Dokumentation
  • USB-Audio nur mit leistungsstarken Rechnern sinnvoll nutzbar

Preis

  • Straßenpreis: 495,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Jim,

    (Y) meine MC303 und MC909 bekommen einen „Bruder“. Das mit der Bedienungsanleitung ist Mist, großer Haufen davon. Was bitte ist Aggregate Device??? Audio Midi Setup > Audio Setup > Hauptgerät hinzufügen???

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        TobyB  RED

        Hallo King Tubby,

        Danke für den Link, Aggregate Device == Hauptgerät hinzufügen, ich konnte nur mit dem Wort nichts anfangen, was ich damit anfangen kann ist mir klar, man benutzt halt in Hessen selten ein englisches OS X.

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          Saxifraga  

          Man kann jedes OS X auf englisch umschalten.
          Einfach Hauptsprache Englisch auswählen und einmal ein- und wieder ausloggen! ;)

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            TobyB  RED

            Hallo Saxifraga,

            man kann man muss aber nicht ;-) , Hauptgerät klingt zwar nicht so toll aber man hätte gewusst was ambach ist. ;-)

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    AMAZONA Archiv

    Die Klangerzeugung der TR-8 in einem Drum-Modul mit Trigger-Eingängen – das wäre geil. Vielleicht liest das ja hier jemand von Roland.

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      der jim  RED

      Ah, tatsächlich, ist mir durch die Lappen gerutscht. Aber da sieht man es wieder, die Anleitung unterschlägt zu viele Infos.

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        Basicnoise  

        Ja das nervt wirklich. Denke mal, Roland liefert das noch nach. (Hoffe ich zumindest)
        Kennt jemand eine gute Zusammenfassung der nicht offensichtlichen Funktionen?
        Habe noch nichts entdeckt, wo wirklich mal alles dabei stand. Da fragt man sich doch, was da vielleicht noch geht??

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    Onkel Sigi  RED

    Griass Di Jim,

    ist das richtig oder ein Tippfehler mit den 32 bit/96 kHz? 24 bit/96 kHz war es bei meinem Testgerät des Roland VT-3, weshalb wählt Roland hier plötzlich eine so seltene Wortbreite? Da geht ja dann nix mehr zusammen, falls man mehrere Geräte der AIRA-Serie verwendet….

    Musikalische Grüße von „Onkel Sigi“

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      der jim  RED

      Dank für den Hinweis. Die Engine arbeitet aber mit 32 Bit, sowohl bei VT als auch TR.

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        Onkel Sigi  RED

        Das meinte ich nicht, aber wahrscheinlich habe ich mich ungenau ausgedrückt. Dass die ENGINE selbst mit 32 bit arbeitet, kann ich mir schon vorstellen. Aber der DATENSTROM des USB-Interfaces für die Audio-Übertragung müsste eigentlich auf 24 bit/96 kHz ausgelegt sein. Mit 32 bit Wortbreite wird ja extrem selten gearbeitet im Musikbereich……?…….

        Musikalische Grüße von „Onkel Sigi“

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      chain  AHU

      Also wenn mich nicht alles Täuscht, laufen beim Roland MX1 per USB alle AIRA, Botiquen und JD x, mittlerweile zusammen. Jetzt noch an Novation die Lizens verkauft. Korg geht je eher in Richtung CV

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    AMAZONA Archiv

    Guter Bericht! Der Klang geht echt in Ordnung vorallem bei dem Preis. Die Snare kommt nicht so schön snappy wie bei 808 und die Hi-Hats klingen anders, aber gut. Ich vermisse vorallem die Trigger Ausgänge. Die schönen Spielereien die mit einer 808 mit ihren 3 Trigger Ausgängen möglich sind, bleiben dem TR-8 Benutzer somit verwährt.

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    falconi  RED

    Ich bin unzufrieden.

    Wenn ich Roland heiße und im Jahre 2014 eine selbst geschriebene Legende wieder auferstehen lasse, dann mache ich das gefälligst perfekt. Die TR-8 erscheint mir dagegen wie das Ergebnis einer Extremwertrechnung „globaler Marktpreis vs. globalisierte Marktdurchdringung“. Und natürlich darf das Produkt dann Marketing-strategisch nicht für sich alleine aufpoppen, sondern muss in einer Range gelauncht werden.
    Auch Herrn Sailer fiel im Interview mit Peter am 10.3. nicht viel mehr zum Thema ein, als einem Geschäftsführer von Roland Deutschland eben öffentlich zum Thema einfallen darf.

    Das Paradigma, dass Vintage Revivals billig sein müssen, stammt ja eher von Korg, wobei ich die Korg-Produkte als charmanter und erfreulich nerdig empfinde.

    Für beide Weltfirmen gilt: Derartige Produkte sichern kurzfristige Umsätze und – vermutlich – auch gute Gewinne. Zu einer neuerlichen Legendenbildung rund um die Marke und das eigentliche Produkt tragen sie nicht bei. Eher zum schleichenden Bedeutungsverlust von Hardware-Produkten…

    Der Gebrauchtpreis der 808 wird jedenfalls weiter anziehen.

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      bobs world  

      Du gehörst leider zu den Vielen die nicht verstanden haben was Roland hier gebaut hat und warum die AIRA Reihe erheblich mehr leistet als die durchaus sehr guten analogen Dinosaurier von Roland.
      Jeder der sich mit der Materie befasst weiss dass mit der Analogtechnologie natürliche Grenzen gesetzt sind, die hier mit der neuen TR-8 aufgebrochen werden.
      Aus meiner Sicht müssen die Klänge der TR-8 nicht mit einer 808 oder 909 identisch sein, wer das haben will kauft die alten Teile gebraucht, inklusive natürlichem Rauschgenerator die alle Analogen aus diese Zeit mitbringen.
      Der Klang der TR-8 ist sehr sehr gut, moderner und passt in die Zeit. Zudem sind die Manipulationsmöglichkeiten auch sehr gut und Soundpalette größer als bei der TR-808.
      Auch wenn mir einer die TR-808 zum gleichen Preis wie die TR-8 anbieten würde, nimm ich die TR-8 lieber, weil es das bessere Gerät ist.
      Roland hebt sich mit der AIRA Reihe von den Wettbewerbern erfrischend ab, und „klont“ nicht zum x-sten mal die Analogteile mit fantasielosen Nachbauten.
      Roland hat hier alles richtig gemacht.

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      bobs world  

      @Hoffmann noch eine kleine Anmerkung zu Korg.
      Sicher ist der „Plastikweltmeister“ Korg billig, hört sich aber auch so an, und spielt mindesten eine Liga weiter unter als Roland mit AIRA oder andere gute Wettbewerber mit TR-808 Clones.
      Sorry, mit der Korg Argumentation hast Du voll daneben gegriffen

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      TobyB  RED

      Hallo F.Hoffmann,

      ich bin grundsätzlich deiner Meinung. Allerdings finde ich es etwas einfach gedacht, wenn du mit deiner Gleichung argumentierst. Die Bedrohung für Hardware Synthesizer kommt aus einer anderen Ecke. Und momentan gucken alle Hersteller mehr oder minder genauhin wohin die Reise geht und die AIRA Serie ist hier erstmal nur der erste Schritt. Und hier sind Kompromisse gefragt,Roland hat die Plugged Out Geschichte am Start, Elektron die Ueberbridge. usw. Was die Interoperabilität zwischen Software und Hardware angeht(von Midi abgesehen) ist ein Thema mit dem sich die Hardware Hersteller noch anfreuden müssen, damit meine ich nicht Start/Stop/Filter Cutoff , sondern das was eine DAW mit Softwaresynth heute möglich macht. Wenn es die Hardware Jungs nicht hinkriegen, dann machen das die IT Jungs. Auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen, ich finde die Gebrauchtmarktpreise für die 808 et al. übertrieben hoch, gemessen an dem Aufwand so ein Gerät am Leben zu erhalten und nur eine gute Kick, Snare macht noch keinen guten Track/Song. Mir ist dieser Hype um die ollen Geräte manchmal wirklich unverständlich. Wenn ich in den letzten Jahren des Komponieren, Musizierens, Produzierens eines gelernt hab, es führen viele Wege zum Ziel.

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        Betancourt  

        Ich denke, wer sich heute für viel Geld eine 808, 909 oder 303 zulegt, tut dies nicht nur wegen des Klangs sondern auch, weil er damit ein Stück Musikgeschichte erwirbt. Es ist doch etwas Besonderes, mit einem solchen Instrument zu arbeiten, das auf unzähligen bedeutenden Platten zu hören ist. Ich würde diese Preise selbst auch nicht bezahlen, kann das aber als beginnender Synth-Nerd grundsätzlich nachvollziehen.

        Die eigentlich Bedrohung für den Hardwaremarkt besteht meiner Ansicht nach in einer extremen Workflow-Fixierung der heutigen Zeit: es muß schnell gehen, möglichst effizient sein und sollte nach Möglichkeit nicht zu sehr das Gefühl von „Arbeit“ aufkommen lassen. So viele Nachwuchsmusiker haben allzusehr das Verständnis eines reinen Produktlieferanten für den Musikmarkt verinnerlicht, der heute hauptsächlich auf die Nachschublieferung in möglichst hoher Frequenz ausgerichtet ist. Jedenfalls lässt sich das für den elektronischen Musikmarkt ziemlich genau so beobachten. Das wiederum ist mit einer reinen „in-the-box“-Lösung einfacher zu bewerkstelligen als in der Kombination mit Hardware. Eigenständigkeit und ein spezifischer Charakter im Klang – für mich immer noch eine Domäne dezidierter Hardware – spielen dagegen eine immer geringere Rolle.

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          TobyB  RED

          Hallo Betancourt,

          guter Punkt. Fraglich ob das dann besser ist. Was den Worklfow angeht, mag es richtig sein, allerdings so denke ich fehlt dieser Art von Musik dann die Tiefe, ich bilde mir ein das man das hören kann. Letzlich hat es doch jeder selber in der Hand. Wenn einige Künstler da der Effizienzlogik anheim fallen, ist das deren Problem. Ich für mich stelle fest, das ich mit meiner Art Musik zu machen, viel Hardware und nur die Software die ich brauche, auch nicht viel ineffizienter bin. Software als solches ist auch nicht das Allheilmittel. Klar hat sie Vorteile aber es ist dann schon angenehmer, seine Musikelektronik einfach mal anzumachen und dann schnell ein Pattern erstellen, sich kurz überlegen ob die und wie Drums durch die VT3 gehen und dann ab dafür, das ist ne ganz andere Art des musizierens als mit iPad, Laptop, Rechner und Controllern. Und wenn ich das aufzeichnen wollte geht das auch sehr gut ohne Software.

          Gudde

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            Betancourt  

            Ich denke auch nicht, dass die einseitige Betonung von Workflow und Effizienz dem musikalischen Ergebnis guttut. Wie du schon sagst, hört man es der Musik an, wenn diese unter der Prämisse möglichst geringen Aufwands und hoher Schnelligkeit entsteht. Aber leider ist eine solche Herangehensweise mittlerweile extrem weit verbreitet – man sehe sich dazu nur mal die unzähligen Produktionsvideos auf FutureMusic an.

            Und nein, Software ist sicherlich kein Allheilmittel. Vielleicht lässt sich im Gegenteil sogar sagen, dass die quasi unbegrenzte Auswahl an Funktionen und Klängen eher zu Beliebigkeit führt. Jedenfalls bilde ich mir ein, das in vielen Produktionen zu hören.

            Schönen Gruß!

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              TobyB  RED

              Hallo Betancort,

              Fehlendes und Technische Begrenztheit führen zu kreativem Umgang mit dem Vorhandenen. Aber um jetz mal wieder zur TR 8 zu kommen, So wie sie ist, ist sie gut, damit kann man was anfangen und was daraus machen. Und das ist gut so. Futuremusic habe ich mir grade im Ansatz gegeben, ich dachte bei D’n’B gings immer um deepness und realness…

              Grüsse

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      AMAZONA Archiv

      Es ist schon mehr als fraglich ob Roland damit eine “ neuerliche Legendenbildung“ angestrebt hat. Das haben die auch schon beim Jupiter 80 gezeigt. Das grosse J im Namen aber vom Original Lichtjahre entfernt. So auch hier beim T.

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        bobs world  

        Entweder ist es Unkenntnis, Neid, oder es spricht einer von den üblichen Roland Hassern, die zuhause nur Plastiksynthesizer stehen haben, und bei Roland meckrn, warum dies nicht wie das Alte ist, oder warum dies wieder wie das Alte ist. Egal wie herum, es wird immer alles benörgelt.
        Von der Verarbeitungsqualität ist der Jupiter unter den Großserienherstellern aktuell der beste Synth. – da gibt es schlicht nichts gleichwertiges.
        Bei den Sounds ist es wie immer Geschmacksache, zweifelsfrei ist auch diesbezüglich der Jupiter 80 ganz vorne dabei – wie in jedem Test nachzulesen ist. Das ist hier aber nicht Thema, es geht um AIRA.

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          AMAZONA Archiv

          Es ist ja kein Nörgeln wenn man seine Meinung kund tut. Machen andere ja auch wie sich einen Synth zu kaufen weil er so toll verarbeitet ist. Ob der Klang gefällt ist ja Wurscht. Hauptsache man schwimmt mit dem Strom der Meinungen vom Kollektiv. Es soll sogar Musiker geben die nen Sampleplayer nutzen und damit eine TR emulieren. Das Ergebniss zählt.

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      AMAZONA Archiv

      Solange es ein paar wenige Menschen gibt, die wissen, was es bedeutet, mit einem Instrument zu SPIELEN bzw. zu musizieren (=live), wird es einen Bedarf für Hardware geben. Da können Sound und Features noch so schlecht sein. Dass Hardware überflüssig ist, behaupten immer nur die PRODUZENTEN – ein Musiker käme niemals auf eine so abstruse Idee. Ein Musiker erwartet allerdings auch nicht, dass die Hersteller mit Technik seine Kreativität ersetzen. Er behilft sich zur Not auch mit Kochtöpfen und Tischplatten.

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        AMAZONA Archiv

        Warum sollte ein Musiker nicht seiner Hardware überdrüssig werden? Die Liste derer, die auf Software umsteigen wird immer länger. Das hat auch nicht nur Soundtechnische Gründe.

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          AMAZONA Archiv

          Ganz einfach: Weil ein Musiker SPIELT und nicht PRODUZIERT. Dazu braucht man Hardware. Es bedeutet, unter unmittelbarer Beteiligung des Körpers Töne und Rhythmen hervorzubringen. Das Hervorbringen der Musik und die Musik sind eins. Während man spielt, entsteht gleichzeitig die Musik. Die Interaktion mit dem Instrument ist zentraler Teil des SPIELENS. Das Ziel des Musizierens ist die Freude am Musizieren selbst. Bei der Musikproduktion hingegen sind der Entstehungsprozess und das Ablaufen der Musik getrennt. Es wird ein Musikstück ähnlich wie z.B. eine Software produziert, das später automatisch abläuft bzw. konsumiert wird. Das Ziel des Produzierens ist der Erfolg mit dem produzierten Musikstück. Natürlich behaupten die Produzenten immer, sie würden auch spielen. Aber das ist genau das Problem dieser gesamten Diskussion, dass beide Seiten etwas vollkommen Verschiedenes tun. Natürlich ist es ein bisschen albern, diese Diskussion angesichts eines Drum-Computers zu führen. Für mich gibt es nichts Idiotischeres, als Rhythmen automatisch ablaufen zu lassen, wo es doch nichts Geileres gibt, als selbst zu trommeln. Aber ich finde die Sounds des TR-8 sehr verlockend und würde es gern hinter ein Drum-Modul hängen, um damit zu trommeln. Noch besser wäre natürlich, Roland würde gleich ein entsprechendes Drum-Modul mit den TR-8-Sounds herausbringen.

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            Joghurt  AHU

            Das würde dann aber auch bedeuten, dass zum Beispiel Pierre Schaeffer auch kein Musiker ist. Dem würden aber einige Menschen widersprechen…

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              AMAZONA Archiv

              Es geht im Kern ganz sicher nicht um irgendwelche Kategorien. Die Frage ist vielmehr, welche Wirkung hat das, was ein Mensch tut. Wer je erlebt hat, wie eine ganze Gruppe von Trommlern in einem einzigen Groove aufgeht, wie man mit seinem Soloinstrument auf absolut magische Weise verschmelzen kann oder wie in einer Gruppe von Musikern wie aus dem Nichts etwas überwältigend Neues entsteht, der kennt den Wert des Musizierens oder auch des „selber Spielens“. Wer Musik produziert, schafft ein Musikideal, das direkt auf einem Instrument nicht mehr erreicht werden kann. Und das führt dazu, dass unsere Kultur das Wissen um die Magie des Musizierens verliert. Ein paar Genies produzieren Werke, die von der Masse angehimmelt werden. Als die Musik aber in der frühen Geschichte der Menschheit entstand, da war das Musizieren eine Sache von allen, so wie es heute noch in einigen – aus unserer Sicht rückständigen Kulturen – der Fall ist. Es gibt einen Typen irgendwo im Ruhrgebiet, der organisiert sogenannte Drumcircle. Ich habe ein paar Mal erlebt, wie er Gruppen absoluter Laien zum Grooven bringt. Die Menschen erleben dabei eine Form von Glück, wie sie in der Disco garantiert noch nie ein einziger erlebt hat. Das ist was wirklich zählt – nicht der Verkaufserfolg von Konservenmusik.

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              TobyB  RED

              Hallo Joghurt72,

              ja ich, ich habe vier Vinyl von Stockhausen und 6 Platten von Eberhard Schöner im Gepäck. Und ohne den wäre Giorgio Moroder wohl nie in die Nähe eines Moog gekommen, also kommen noch mal 10 Vinyl hinzu. :)

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                Joghurt  AHU

                Hallo Tobi

                Ich denke Stockhause ist gerade ein gutes Gegenbeispiel zur Aussage von Andreas. Es war gerade die Unvollkommenheit der individuellen Musiker, welche ihn in die elektronische Musik geführt haben. Viele Komponisten wollten sich in der Jahrhundertwende ins 20. Jh. von der Inperfektion der Musiker loslösen.

                Jetzt sind wir aber definitiv vom Thema Roland abgekommen… Ich halte mich von jetzt an wieder raus.

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                  TobyB  RED

                  Hallo Joghurt72,

                  ja wir sind bei der TR 8 etwas abgekommen und ich finde sie so wie sie ist gut. Da ich nie ne TR808 / TR909 hatte, weiss ich nicht wie die klangen, mir reicht die MC303 und die MC909 und diese freuen sich auf die TR 8.

                  Ich weiss warum ich Stockhausen und Schöner anführte, das Werk von Scheffler ist ja nun auch nicht eben unwichtig, ohne den gäbs keinen JMJ… Ich habe meine Argumentation auch abgewürgt, sonst hätte ich noch angefangen über Demokratisierung der Musik durch technischen Fortschritt zu parlieren, aber irgendwann ist gut ;)

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            TobyB  RED

            Hallo Andreas,

            ich glaube die meisten hier machen Musik um der Musik willen. Nicht mehr und nicht weniger. Mit welchen Instrumenten das passiert ist sekundär. Spätenstens seit der ersten Industriellen Revolution gab es mal mehr oder weniger erfolgreiche Versuche den Prozess des Musizierens zu automatisieren. Die Magie des Musizierens geht hier nicht verloren, die bleibt Anderenorts auf der Strecke, bei unreflektierter Konsumption.

            Und ich finde deine Argumentation hinterhältig gut, auf der einen Seite sagst du, … in der frühen Geschichte der Menschheit entstand, da war das Musizieren eine Sache von allen, so wie es heute noch in einigen… und andererseits lehnst du den Fortschrittsaspekt ab, … Und das führt dazu, dass unsere Kultur das Wissen um die Magie des Musizierens verliert…

            Okay, ich würde hier attestieren, das ich der Argumentation nicht folgen kann, warum? Ich denke das es immer Leute gab, denen Trommeln nicht reichten, es gab immer Leute deren Zugang zur Welt eher technokratischer als geistig/spirituell war, beides interagiert. Und am Ende kommt dabei was raus. Hier eine TR8. Und die macht genau wie eine Trommel nur das was man ihr sagt, oder dem Trommler. Und das Ergebnis, also die Magie, entsteht exakt in dem Moment wo der Programmierer exakt das findet im Sound was er haben wollte. Genauso wie der Trommler. Nur weil irgendwo einer trommelt, wird der noch lange keine Magie erleben. Beide müssen schon ein bischen Arbeit verrichten, damit exakt dieser Moment entsteht.

            Und das können beide entweder gut oder schlecht, deswegen ist weder das Eine oder das Andere schlecht.

            Man muss einfach mal sehen, das es offensichtlich verschiedene Wege des Musizieren gibt. Und das einfach respektieren, der eine trommelt halt gerne, ein Anderer spielt gerne Gitarre elektrisch und dann gibts Leute, die es faszinierend finden durch Knöpfe drehen, Tastendrücken, Glitsch, Wobble, Wah oder was auch immer. Deswegen ist der eine kein rückständiger Musiker und der andere kein fortschrittlicher Produzent. Beides ist okay. Am Ende des Tages entscheiden wir vielleicht, das war gut was wir gemacht haben.

            Offtopic: Das Finanzamt und das Künstlersozialversicherungsgesetz unterscheidet nicht groß zwischen Musiker und Produzent solange keine Gewinnabzielungsabsicht besteht ist das Liebhaberei.

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              AMAZONA Archiv

              Hallo TobyFB,
              technischer Fortschritt ist nicht gleich geistiger Fortschritt und schon gar nicht seelischer Fortschritt – einer der größten Irrtümer des Menschen überhaupt. Wenn ich sehe, wie Menschen immer mehr Zeit damit verbringen, in ihre Smartphones und Social Networks zu starren, frage ich mich manchmal, ob wir uns nicht schon längst in einer Phase geistiger Degeneration befinden. Die Matrix lässt grüßen. Das Musizieren – das echte Musizieren mit einem Instrument – ist einer der wenigen Wege aus diesem Sumpf heraus. Musikkonsum hingegen zieht die Leute nur noch tiefer in den Sumpf hinein, weil es ihnen eine Freude vorspiegelt, die nur die Macher dieser Musik wirklich haben – wenn überhaupt.

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                TobyB  RED

                Hallo Andreas,

                dieser dystopische Matrix Ansatz ist sicher überspitzt und für mich philosphisch eher ein Axiom. Ich würde den Turingtest hier eher den Neuropsychologen überlassen, Kandel et al. haben hier sicher eine Antwort drauf.

                Du gibst dir im Prinzip die Antwort selber, wenn du sagt das der Musikkonsum die Leute weiter in den Sumpf zieht, ich interpretiere das als unreflektiertes Konsumverhalten. Nur wie du hier am Diskussionsverlauf siehst, reflektieren die Anwesenden sehr wohl, in Pro und Contra. Und da du selber musizierst weisst du das dies notwendig ist.

                Warum, wieso weshalb jemand nun jemand mit einem Drumcomputer wie der TR8 musiziert ist für mich eine Detailfrage und unwesentlich. Primär macht man Musik um der Musikwillen. Ob nun in der Gruppe, Alleine, im Studio, Live.

                Eine mag halt echtes Schlagwerk, der andere die TR8, solange beide sich mühen, ist das sehr respektabel.

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          AMAZONA Archiv

          Lieber FischerZ,

          auch wenn Du es noch jahrelang erzählst es wird damit nicht richtiger. Aktuell hat sich der Trend umgekehrt. Viele Produzenten gehen wieder zur Hardware zurück oder verwenden beides.

          Die ganzen analogen Monosynths sprechen da wohl eine deutliche Sprache…

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            AMAZONA Archiv

            Lieber DanielT,

            allein schon aus Kostengründen wird sich kein ernst zu nehmender Produzent die ganze Bude vollstellen. Die Musikmessen haben es ja auch gezeigt. Was kommt den neues raus? Die Hundertste Moogemulation mit 5 Knöppen drauf. Ende. Wirklichliche Innovationen sind so selten wie Wasser in der Wüste und wenn Waldorf mal versucht was neues zu bringen wird sofort draufgeprügelt. Warum baut den kein Hersteller mehr einen richtigen Analogsynth? Weil er nicht bezahlt werden kann. Siehe z.B. den Schmitt. Ein Instrument vor dem Herrn aber unbezahlbar. Selbst für ein kleines Modularsystem must eine Hypothek aufnehmen. Hier bei Amazona war vor einiger Zeit auch schon mal ein Versuch einen Hardwaresynth zu bauen. Tolle Idee, leider gescheitert. Woran hats gelegen? Ich glaube zu teuer.

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              AMAZONA Archiv

              Das mit dem Produzenten würde ich so nicht unterschreiben. Überall dort wo Qualität und künstlerischer Anspruch im Vordergrund stehen wird auch Hardware immer eine Rolle spielen. Unter Kostengründen wird immer die Software attraktiver sein. Alles andere bewegt sich dann dazwischen. Schau Dir z.B. den Hans Zimmer an, der hat beides im Überfluss.
              Ich weiß, dass Dir die Innovation immer sehr am Herzen liegt, aber mal ganz ehrlich das Problem der letzten Jahre war doch nicht die mangelnde Innovation, sondern der Preisverfall und einhergehend damit die mangelnden musikalischen Fähigkeiten und Ideen der Künstler und Produzenten. Jeder konnte mit Software jetzt günstig und schnelle produzieren. Viele haben das so gemacht und viele hätten dies bleiben lassen sollen. Ich sehe das Thema vielmehr so, dass die neue günstige Hardware (MS 20 usw.) auch den weniger Betuchten die Möglichkeit gibt ihre Ideen mit den Mitteln ihrer Wahl auszuüben und nicht so leicht finanziell eingebremst zu werden. Und der Schmitt-Synth wie auch Buchla oder der JP8 sind halt Sachen, die keiner ernsthaft braucht um gute Musik zu machen, aber die trotzdem viel Spass machen und sei es nur als Status-Symbol…

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        nor

        Perfekt!!! Denn es waren die PlugIns, die unbegrenzten Möglichkeiten der neuen Computertechnologien und der daraus entstandene Instant-Schrott, die die Technoszene zerstört haben – nicht die Polizei!!! ;)

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      chain  AHU

      eine TR8 und 2 x TB3, kann man sich doch vom Veranstalter stellen lassen, weil Preiswert und verfügbar. Da können die „Schätzchen“ doch direkt zu hause bleiben und Traktor muss nicht bemüht werden ;)

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    Onkel Sigi  RED

    Griass euch mitanand,

    am besten, man macht keine Weltanschauung daraus. Die Kiste kann was und das für relativ wenig Geld. Nicht jeder will und kann für ein Original so tief in die Börse fassen.

    Was mich aber echt nervt, ist die Vorgehensweise von Roland bezüglich der Anleitung. Sie sollten sich hier mal ein Beispiel an z.B. der Firma Casio nehmen, die ja bekanntlich sehr günstige Keyboards anbietet. Aber selbst bei diesen findet sich eine gedruckte Bedienungsanleitung in Deutsch, welche auf wirklich ALLE Funktionen eingeht. Und die Firma Roland, die ja immer den Anspruch auf hohe Professionalität ihrer Produkte legt, fügt so eine unausgegorene „Anleitung“ in den Karton? Das finde ich nicht nur dreist sondern eigentlich eine Frechheit.

    Musikalische Grüße von „Onkel Sigi“

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    joy

    Ich habe mir die Kiste gekauft – ganz ohne 808/909-Fetisch.

    Das Teil setzt sich im Mix durch, hat Groove, ist perfekt zum bedienen und macht einfach glücklich… =)

    Wenn ich eine 808 haben möchte, dann muss ich mir höchstwahrscheinlich eine 808 kaufen.

    Ich wünsche mir ja auch nicht, dass mein Juno-60 ein Jupiter 8 ist, oder der Mopho ein Pro-one. Jedes Teil hat doch seinen eigenen Charme und Ausdruck, den man nur passend einsetzen muß.

    Ich finde die Kiste ist gelungen – die DAW- Drums bleiben bei mir künftig aus. =)

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    tomk  AHU

    Ich finde es super was Roland hier liefert.
    Warum???
    Endlich wird den Trittbrettfahrern das Wasser abgegraben. Das Volk bekommt zum fairen Preis seine original Klone zum erschwinglichen Preis, und endlich entsteht Luft für übergreifend nötige Neuentwicklungen.
    Bitte Hersteller aller Art, macht endlich etwas eigenes, und kopiert nicht permanent diese ausgelatschten Schuhe.
    Ja… Roland war vor zig Jahren ungewollt innovativ, aber jetzt seit ihr dran. Vorbei ist endlich dieses stupide Abkupfern!!!!!
    Bisher glänzte ja leider nur Elektrons Machinedrum mit weiterführender Innovation.

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    falconi  RED

    Ich denke, alle AIRA-Produkte klingen für sich gut und liefern einen Sound, der die Originale ersetzen kann, umgesetzt mit moderner Technologie in Verbindung mit einer frischen Bedienoberfläche und erweiterten Funktionen zu einem fairen Preis:

    In Zukunft hören wir im Club also noch öfter den Sound der 303, der 808 und der 909, diesmal aber aus Roland-Geräten, die anders aussehen.

    Reicht das als Existensberechtigung, und ist das die Produktinnovation, auf die wir gewartet haben? Oder ist das vielleicht alles doch ein bißchen viel Bohei um AIRA?

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      bobs world  

      Keine Ahnung ob Du die AIRA Geräte schon in den Fingern hattest und daran ausgibt testen konntest, um so ein Urteil zu fällen.
      Ich vermute nein. Meine Erfahrung war, dass auch absolut andere neue Sounds mit AIRA möglich sind, und man sich von den Analogen Dinosaurier abhebt. Wenn überhaupt sehe ich die Gefahr bei den 303 oder 808 Clones – wobei diese es ja länger gibt, und die Musikbranche hat es trotzdem überlebt. Für den der will wird sich zum benörgeln schon was finden.

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      Betancourt  

      Ja, es ist bei nüchterner Betrachtung schon recht viel Bohei, was sicherlich mit der aktuellen Renaissance des 90er-Jahre-Sounds zu tun hat und mit der Tatsache, daß es jetzt eine ausgewachsene Produzenten-Generation gibt, für die Drumcomputer etwas Neues oder zumindest Anderes sind.

      Man kommt meiner Meinung nach kaum umhin zu sagen, daß wir heute einen Großteil unserer modernsten Technologie darauf verwenden, wieder möglichst genau so zu klingen wie früher. Ich denke nur, etwas wirklich Neues mit dem Zeug zur „Legendenbildung“ wird es einfach nicht mehr geben. Auch das, was die AIRAs jetzt mehr können als die Originale ist ja nichts, was es nicht anderswo auch schon gibt. Das wäre meiner Meinung nach aber auch eine zu hohe Erwartung, zumal an einen Massenhersteller.

      Man kann (und wird in Zukunft wohl auch) die TR-8 wieder nüchterner betrachten als gutklingendes und gut zu bedienendes Studio-/Livetool für elektronische Musik.

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        falconi  RED

        Ergebnis war übrigens: TR-8 klingt prima und macht mit viel Spaß, die TB-3 klingt dagegen ein wenig dünne und verhalten; es fehlt das charakteristische Mittenbrett. In beiden Fällen hätte ich mir als Kaufanreiz wertigere Hardware gewünscht und dafür gerne etwas mehr bezahlt.

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    falconi  RED

    Ich werde Deinem Rat folgen, und die TR-8 noch einmal in Ruhe für ein paar Tage lang zu Hause ausprobieren…

  11. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    ganz schön viel Wirbel um eine „schnöde,
    billige Plastikkiste“ (Scherz!)

    Wenn ich die Komentare hier so lese, dann
    dürfte die TR8 die neue Modelleisenbahn
    2014 sein.

    Spaß kommt definitiv nicht zu kurz. Es müssen nicht immer TOP Workstations sein, die das Zeug zum Dauerbrenner haben können.

    mfG

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      TobyB  RED

      Hallo 1/4note,

      weniger ist mehr ;-) was meinste was für Aha’s ich schon mit der VT3 hatte :D

  12. Profilbild
    falconi  RED

    Genau.

    Und für die „ausgewachsene Produzenten-Generation, für die Drumcomputer etwas Neues oder zumindest Anderes sind“, könnte man auch bei diesem und anderen Geräten auch gleich ein gescheites Handbuch oder Tutorial beilegen – das motiviert, sorgt für eine längerfristige Markenbindung und kostet nicht viel.

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      Filterpad  AHU

      Bei anderen Roland Geräten funktionierte das „gescheite Handbuch“ ebenso. Ich denke hier wird eindeutig an der falschen Stelle gespart.

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    Tachum

    Ich hatte die Gelegenheit die TR-8 beim großen T anzutesten und kann sagen daß das Teil auf Anhieb Spaß macht. Sie klingt gut und ist kinderleicht zu bedienen.
    Ich bin mir dennoch unsicher ob ich mir das Ding zulegen würde.
    Funktionstechnisch fände ich es super, wenn man noch Flam und Accent für die einzelnen Instrumente (wie bei der echten 909) etc. implementieren könnte um die Funkionen der Originale abzudecken.
    Und weitere Drumkits wie von Roland versprochen wären auch toll.

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    Theo Möbus  

    Ich habe mal etwas in der Vergangenheit gekramt, dabei ist folgendes herausgekommen:

    In dem Musikmesse-Vorbericht des FACHLATT Musik Magazins Ausgabe Februar 1981 wurde die brandneue TR-808 noch mit folgenden Worten angekündigt: „Eine Sensation wird der TR-808 Rhythm Computer werden. Ein programmierbares Rhythmusgerät mit allen erdenklichen Variationsmöglichkeiten, einer perfekten und leichten, überschaubaren Bedienung und einem bisher ungekannten echten Drum-Sound mit 15 – davon 11 gleichzeitig spielbaren – Percussionsinstrumenten. Das Rhythmusgerät, bei dem man alle Instrumente auch einzeln rausführen kann (z.B. Anschluss an Mischpult), wird wohl hauptsächlich im Studiobereich Anwendung finden, aber auch alle anderen Musiker, die mit einem vollwertigen Rhythmusgerät arbeiten wollen, zufrieden stellen und wird etwas teurer als DM 2.000,- sein.“

    Es gab damals tatsächlich Produktionen, in denen man den Schlagzeuger durch die TR-808 ersetzt hatte, diese klangen jedoch aufgrund des „bisher ungekannten echten Drum-Sounds“ oft unfreiwillig komisch. Besserung gab es bekanntlich erst mit Erscheinen der LinnDrum, dem 808-Killer schlechthin. Nun ja, heute sind alle etwas schlauer.

    Hier möchte ich den Bogen zur TR-8 spannen. Roland scheint aus den Fehlern bei der Gestaltung und Präsentation des Jupiter-80 gelernt zu haben. Zum Einen wäre es idiotisch gewesen, wenn wieder behauptet worden wäre, die TR-8 klänge wie ein echtes Schlagzeug (stattdessen hat man den Kult-Status der 808 akzeptiert und die TR-8 entsprechend konzipiert). Zum Anderen wäre es fatal gewesen, wenn Roland die TR-8 in der Art der TB-3 herausgebracht hätte (Touchscreen mit Reglern, was bei der TB-3 allerdings in Ordnung geht). Um es abzukürzen: Roland hat – glaube ich – hier alles richtig gemacht und ist wieder dem symphatischen Motto von 1981 gefolgt: „THE CREATIVE ANSWER“ (siehe die TR-808-Anzeige im Fachblatt 3/1981: http://www....._tr808.jpg). Kleinigkeiten kann man natürlich kritisieren, aber das konnte man damals auch.

    P.S. Einige bemängeln am TR-8 Rhythmus-Computer das Grün. 1981 waren alle Computer-Monitore grün (einige auch „bernstein“). Das Grün ist also eigentlich voll retro.

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    elektrock  AHU

    Hallo Leute.

    Wenn das blöde Teasern nicht wäre hätte ich diese Drummaschine schon ein 1/2 Jahr länger!!!!!!!
    2 jahre überlegte ich welche Maschine es werden sollte und siehe da, Aira war am Markt, haha und jetzt ist sie bei mir in der Sammlung.
    Dieses Teil ist jeden Cent Wert.
    Optisch vom feinsten.
    Soundtechnisch a Schmankerl!!!
    Bedienung ein Traum…
    Ich hätte auch etwas mehr bezahlt für eine robustere Verarbeitung, aber ich hoffe einfach mal dass die TR-8 lange hält.

    Ich respektiere Roland – sie lassen alte Maschinen aufersteh´n und gehen dabei trotzdem immer wieder eigene Wege!

    Das Teil ist voll FETT!!!!
    mfg

  16. Profilbild
    der jim  RED

    Roland hat für den 25.7. Updates für TR-8, TB-3 & VT-3 angekündigt, allerdings ohne Angaben zum Inhalt.

    Erste Infos zur System-1 Plug-Out-Erweiterung: als erstes wird es wie erwartet eine SH-101-Emulation geben, die zum Lieferumfang dazugehört. SH-101 läuft nicht nur als Erweiterung des System-1, sondern auch als Plug-in für VST3 und AU!
    Es wird weitere Plug-Outs geben, aber System-1 kann immer nur ein Modell auf ein Mal laden.

    Hier gibt es ein Demovideo:
    http://www.....WnApHTrgcg

  17. Profilbild
    chain  AHU

    Wann kommt denn ein neues Drumset?
    Könnte Roland nicht das FTT, für alle zum Personalisieren“ raus geben. Damit sowas wie MODing bei rebirths Drummaschinen , möglich wäre. Na ja, träumen wird ja wohl noch erlaubt sein.
    Sooo schnell, wie mit der TR8, war ich noch nie. Eine Tribe EMX war schon schnell (klanglich ist das viel flexibler, weil noch Synths vorhanden).
    Elektron MD ist um gefühlte 2/3, an Zeit, unspontaner.

    Und das quasi ein neuer USB-Standard erfunden wurde, sollte doch auch mal ankommen!

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