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Test: Roland, UA-55 Quad-Capture, USB-Interface mit Digital I/O

Praxis und Güte

Die Qualität der Preamps und der (Hardware)-„Effekte“ ist Roland-typisch wirklich gut. Ob die werbegepriesenen „VS-Preamps“ etwas wirklich Besonderes darstellen? Hängt etwas von den eigenen Ansprüchen ab. Mit meinem alten TLA-Audio sind sie nicht direkt zu vergleichen. Der ist für meine Ohren eine Klasse besser, aber die Unterschiede sind halt auch im Preis sichtbar (er war wesentlich teurer). Aber zumindest erreichen die Preamps die Klasse gängiger guter Mixerpreamps namhafter Hersteller und sind auch deutlich besser als die der USB-Einstiegsklasse und sind damit insgesamt sehr gut. Auch das mit dem MONO-Button ist in der Praxis recht fein, denn es erleichtert doch das genaue  Hinhören, gerade beim Einspielen oder auch Üben.  Praktisch ist auch der frei routbare Direkt-In des USB-Interfaces, denn so kann man zu bestehendem Audiomaterial latenzfrei üben. Weniger gefallen hat dem Tester die Auto-Sens-Funktion an sich. An sich wäre hier eine kleine LED-Kette als Hilfe zum selber Einpegeln möglicherweise die sinnvollere Lösung. Beim automatischen Einpegeln muss man nämlich den Button zweimal drücken, eine Weile warten und dann hoffen, dass es stimmt. Es funktioniert zwar, ist aber auch nicht wirklich ganz so einfach wie es die Roland Ingenieure vielleicht erdacht haben. Die – auch per Software genau einstellbaren – integrierten Kompressoren sind gut. Sie unterstreichen den gehoben semiprofessionellen Anspruch des Gerätes, denn letztlich hilft nachträgliche Kompression nicht bei vorher übersteuertem Eingangsmaterial. Im Regelfall will man ja das Signal vor der Wandlung verdichten, nicht danach. Trotzdem gelungen, denn Sinn macht es allemal, und nicht jeder hat tolle Kompressoren im Arsenal. Ansonsten funktioniert das Quad Capture wie es soll. Es ist stabil, sofern man nicht die geringste Latenz nimmt, die auf langsameren Systemen (wie meinem) manchmal etwas ruckelt. Ärgerlich finde ich dagegen, dass die Samplerate selber nicht vom Sequencer-Programm aus umgeschaltet werden kann. Hier hätte etwas mehr Mühe bei der Programmierung des Treibers wohl nicht geschadet. Gerade der Speicherbedarf von 192 kHz-Aufnahmen ist wesentlich höher als der von 44,1 kHz-Aufnahmen und einfache Wählbarkeit aus dem Sequencer ist da einfach Pflicht. Ansonsten bleibt es aber: edel und praktisch mit einigen Eigenheiten, wie von dem japanischen Traditionsunternehmen auch sonst gewohnt.

Forum
  1. Profilbild
    fantomxs

    Hallo,
    ich verwende das Interface seit ca. 4 Wochen in Verbindung mit meinem Mac und Cubase. Qualität und Verarbeitung sind sehr gut. Kaufgrund war vor allem der rückseitige Digitaleingang, um einen entsprechenden Synthesizer digital zu verbinden.

    Im Test steht, die Samplerate sei softwareseitig nicht zu ändern, dies stimmt zumindest bezogen auf mein System nicht, ich kann kann jederzeit die Samplerate in Cubase direkt verändern (MacOSx Lion)

    Auf jeden Fall ist das Teil für kleinere Setups im Homestudio absolut zu empfehlen.

  2. Profilbild
    gaffer  AHU

    Zitat:
    Die – auch per Software genau einstellbaren – integrierten Kompressoren sind gut. Sie unterstreichen den gehoben semiprofessionellen Anspruch des Gerätes, denn letztlich hilft nachträgliche Kompression nicht bei vorher übersteuertem Eingangsmaterial. Im Regelfall will man ja das Signal vor der Wandlung verdichten, nicht danach. Trotzdem gelungen, denn Sinn macht es allemal, und nicht jeder hat tolle Kompressoren im Arsenal.
    Zitat Ende

    Ja, hat er nun die Kompressoren vor oder nach dem Wandler? Das „trotzdem“ deutet auf danach, das ist aber nicht klar und das finde ich auch wichtig.

    • Profilbild
      sir stony

      Auf der Homepage ist eindeutig zu lesen „digital compression“.
      Eigentlich schade, denn schon die Vorfahren UA25 und UA25EX hatten analoge Limiter bzw. Kompressoren, m.E.n. einer der stärksten Bonuspunkte dieser Interfaces.

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    microbug  

    Wenn ich mir das Flußdiagramm auf dem Bild so anschaue, steht da nichts von einer Treiberinstallation, weder auf Mac noch auf Windows, es ist also Class compliant. Du schreibst aber etwas von mitgelieferten Treibern. Die sind dann offenbar keine, sondern nur optionale Utilities. Das kommt im Text leider nicht so deutlich raus.

  4. Profilbild
    W.Karp

    Hallo zusammen!

    Ich benutze dieses Audio-Interface mit Windows 7 Ultimate und Cakewalk Sonar X1 Studio … völlig problemlos. Ein Vorteil sehe ich auch darin, dass dieses Teil kein seperates Netzteil benötigt – USB 2.0 reicht hier völlig für die Versorgung aus .. und es ist ein Plus für all die jenigen, die einen Laptop oder ähnliches ihr Eigen nennen. Am Digitaleingang habe ich ein kleines „M-10DX“ (auch von Roland)Digitalmischpult angeschlossen. Auf diese Weise bekomme ich von einem zweiten PC (Atomteilchen) die Midiausgabe (als Audio) meiner betagten „Yamaha SW 1000XG“ in die DAW Wer ein unkompliziertes Audio Interface sucht, der liegt mit diesem Teil genau richtig.

  5. Profilbild
    harrymudd  

    leider wird im Test nicht der brummende Instrumenteneingang erwähnt, welcher so stark mit einem internen ~62Hz Störgeräusch verseucht ist, dass die Verwendung von Amp-Simulationen vereitelt wird:-(
    (Problem ist dem deutschen Roland Support bekannt)

  6. Profilbild
    boxtoear

    Hallo, mich würde interessieren, wieviel teurer war der TLAUDIO Preamp – welcher ist es?

    Und besonders würde mich die klangliche Einordnung zu Apogee One, Duet und anderen bis zur 500 Euro Region interessieren. Kommt er da ran oder lohnt es sich, die 333 für ein Duet zuum Abverkaufspreis auszugeben? Rein klanglich.

    Klingt besser als Einsteiger Interfaces – welche Preisregion ist damit gemeint?

    Über eine Antwort würde ich mich freuen, danke für den ansonsten informativen Test.

  7. Profilbild
    markusd

    Ich muss die Erfahrungen von Harrymudd leider bestätigen. Nach anfänglicher Euphorie, fiel mir auch das extreme Nebengeräuschproblem auf, das eben besonders beim Hi-Z Eingang zu Tage tritt. Das digitale Brizzeln ist immer vorhanden, egal an welchem Rechner oder USB-Hub. Mit Aktivierung des Hi-Z Eingangs kommt eben auch noch das 62Hz Brummen dazu.

    Zudem hat es ein Mikrofonie-Problem wie ein alter Röhrenamp: Dreht mal den Gain-Regler bei aktivierten Hi-Z und den Kopfhörerausgang auf und klopft links auf das Gehäuse: Ergebnis ist ein deutliches Klingeln im Kopfhörer.

    Hier schwingen scheinbar die Kontakte der Kombibuchsen und wirken beim hochohmigen Hi-Z Modus wie Mikrofone.

    Schade um dieses tolle Konzept, aber die Nebengeräusche sind so nicht hinnehmbar.

    • Profilbild
      gomfist

      Hi, darf man fragen bei welchem Interface du nun gelandet bist?
      Bin selbst auch auf der Suche – kann mich nicht zwischen extern und intern entscheiden und auch sonst nicht.

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