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Test: Roland VT-4, Voice Transformer Vocoder

24. April 2019

Rolands Voice Transformer wird erwachsen

Test: Roland VT-4, Voice Transformer

Test: Roland VT-4, Voice Transformer

Ich hatte sie alle. Ok, das ist ein Satz, mit dem für gewöhnlich die Lebensbeichten von alternden Schauspielern oder Lebemännern beginnen, in diesem Fall sind aber die Voice Transformer von Roland gemeint. Den VT-1, der damals noch unter dem Namen Boss VT-1 lief (und übrigens von Apollo 440 für alle Vocals in „Stop The Rock“ eingesetzt wurde – Nerd-Wissen), kaufte ich 1996, als ich noch hauptberuflich Videogames vertonte. Horden von Orks, Aliens und Monster wurden mit seiner Hilfe geschaffen. Den Roland VT-3 (einen VT-2 gab es nie, warum auch immer) schaffte ich dann vor gut drei Jahren an, um meinen Radioclips hier und da den besonderen Touch zu geben. Zufrieden war und bin ich mit beiden, denn beide sind auch heute noch im Einsatz. Umso gespannter war ich natürlich auf den Roland VT-4. Kann der was, was die anderen nicht können? Muss ich aus meinem VT-Duo jetzt ein Trio machen?

Test: Roland VT-4, Voice Transformer

Roland VT-1, VT-3 und VT-4 im direkten Vergleich

Roland VT-4 Haptik

Liebling, ich hab den Transformer geschrumpft!

Mit zum Lieferumfang gehören neben dem Roland VT-4 selber vier AA-Batterien und ein kleines, mehrsprachiges Anleitungsheftchen. Kein Netzteil? Richtig, und das hat auch seinen guten Grund, wie eine erste Inaugenscheinnahme ergibt: Das Gerät benötigt – anders als seine beiden Vorgänger – keins mehr, sondern wird entweder per USB oder mit Batterien mit Strom versorgt. Letztere sollen laut Hersteller etwa sechs Stunden (sieben mit Akkus) bzw. vier Stunden (5,5 mit Akkus) bei eingeschalteter Phantomspeisung halten. Was ich jetzt aber nicht nachgeprüft habe

Viel auffälliger als dieses Detail aber ist natürlich erst einmal die komplette Überarbeitung von Gehäuse und Design. Der VT-4 beansprucht mit seinen ca. 17,5 x 12,7 Zentimetern im Gegensatz zum Vorgänger (21 x1 7 cm) gerade noch etwa die Hälfte der Grundfläche. Auch die stylische, neongrüne Umrandung ist verschwunden und hat einem nüchternen Komplettschwarz Platz gemacht. Und schließlich hat man sich auch vom abgeschrägten Pultdesign verabschiedet, das dafür sorgte, dass sich mein VT-3 auf meinem Schreibtisch harmonisch an den daneben stehenden Mackie 802-VLZ3 mit seinen gleichfalls fallenden Linien anpasste. Stattdessen gibt es nun eine kleine, schnörkellose schwarze Kiste – der Voice Transformer ist erwachsen geworden und verzichtet auf jedwede Spielereien. Aus Metall war übrigens nur der VT-1, schon beim VT-3 kam Kunststoff komplett zum Einsatz – und so auch beim Roland VT-4.

Roland VT-4

Roland VT-4

Neues Bedienfeld: Wo sind die Presets?

Die geringere Grundfläche sorgt dann aber natürlich auch dafür, dass die sich  Bedienelemente dort nun deutlich mehr drängen. Diese sind beim VT-4 auch weniger intuitiv erfahrbar. Wird der VT-3 vom zentralen Preset-Schalter bestimmt, um den herum deutlich beschriftet die zehn Presets angeordnet waren, befindet sich beim VT-4 an dieser Stelle zwar ein ebenso großer Drehknopf, der aber für den „Auto Pitch“ zuständig ist. Damit lässt sich das Stimmensignal automatisch auf eine Note ziehen, was landläufig unter „Autotune“ läuft; die dazugehörige Tonlage wird über den neuen KEY-Regler (C-B/H) oben rechts eingestellt.

Das Bedienfeld des Roland VT-4 wirkt aufgeräumt

Das Bedienfeld des Roland VT-4 wirkt aufgeräumt

Die grundsätzliche Anordnung der Bedienelemente ist auf den ersten Blick im Großen und Ganzen gleich geblieben: links vom zentralen Auto-Pitch-Regler die Fader für Pitch (eine Oktave auf- bzw. abwärts) und Formant (bestimmt den Formant-Anteil im Signal), rechts davon die beiden für Balance (mischt Original- und Effektsignal) und Reverb. Darüber eine Reihe mit Buttons: Da sind zum einen jetzt vier Speicherplätze statt zuvor drei; mit Hilfe des „Manual“-Tasters lassen sich dann  die Speicherplätze 5-8 ansprechen, das ist schon mal ganz ordentlich. Zudem lassen sich Scenes auch vom Roland VT-4 via USB auch auf den Rechner kopieren; dazu wird der VT-4 am PC via USB als Laufwerk angemeldet (einfach beim Einschalten die Vocoder-Taste gedrückt halten). Da hat jemand mitgedacht.

Dazu kommen in dieser Reihe noch ein Bypass-Schalter und der Robot-Effekt. Im Roland VT-4 ist auch das Preset „Megaphone“ – das im Vorgänger VT-2 noch seinen Platz im oben beschriebenen Zehnerkreis hatte – in die Tasterkette  gewandert; für zwei weitere Effekte, nämlich „Vocoder“ und das neue „Harmony“, wurden zwei neue, kreisrunde Buttons oberhalb des Auto-Pitch eingerichtet. Weitere Presets aus dem Vorgänger wie Lead, Bass, Radio und Synth dagegen wurden ersatzlos gestrichen. Aber da hatte ich beim VT-3 eh das Gefühl, dass die nur mitspielen durften, damit es um den Preset-Wahlschalter nicht ganz so leer aussieht; ich selber jedenfalls habe die kaum genutzt.

Links oben auf dem Bedienfeld strahlt mich Vertrautes an: Die Regler für Volume und Mikrofon-Empfindlichkeit (MIC Sens) und eine kleine Peak-LED. Der Volume-Regler scheint dabei sowohl für die Line-Out-Buchsen als auch für die Phones Buchse gleichermaßen zuständig zu sein; wer aber ein wenig im Handbuch stöbert, findet unter „zusätzliche Funktionen“ zumindest auch die Möglichkeit, den Volume-Regler entweder nur für die Phones-Buchse oder zusätzlich auch für den Line-Out einzusetzen. Die Handhabung ist hier aber etwas umständlich, im laufenden Betrieb ist das nicht möglich: Beim  Einschalten muss nämlich die Robot-Taste gedrückt gehalten und anschließend der KEY-Regler auf „G“ gedreht werden. Eine getrennte Regelmöglichkeit wäre allerdings noch schöner gewesen.

Die Anschlüsse: Da hat sich einiges getan

Die Anschlüsse sind zum einen jetzt etwas nutzerfreundlicher verteilt worden: So befinden sich auf der Frontseite – neben den vom Vorgänger bekannten Cinch-Anschlüssen für Mikro und (dem immer noch etwas zu leisen) Kopfhörer – auch die Schalter für die zuschaltbare Phantomspeisung für den rückseitigen XLR-Anschluss und vor allem auch der Line-Out-Umschalter. Mit dem kann das Signal wahlweise in Stereo, aber auch getrennt in Effektsignal (Mono links) und Originalsignal (Mono rechts) ausgegeben werden.

Auf der Frontseite des VT-4 hat sich einiges getan

Auf der Frontseite des VT-4 hat sich einiges getan

Die dazugehörigen Ausgänge im Klinkenformat befinden sich auf der Rückseite, ebenso die XLR/Klinke-Kombibuchse (leider ohne Verriegelung), wenn es beim Mikro auch etwas höherwertiger sein darf als beim vorderen Cinch-Anschluss. Neu ist – Überraschung – ein klassischer MIDI-Eingang. Mit dem werden eingehende MIDI-Notenmeldungen genutzt, um die (Roboter)-Stimme zu manipulieren. Ob und wie das funktioniert, probieren wir später natürlich mal aus.

Die Rückseite des VT-4: Jetzt mit MIDI

Die Rückseite des VT-4: Jetzt mit MIDI

Wie der VT-3 auch kann der VT-4 per USB 2.0 an den PC angeschlossen und dort als Audiointerface eingesetzt werden. Gleichzeitig wird der VT-4 (anders als der Vorgänger) zudem ja auch per USB mit Strom versorgt; das funktioniert aber auch über ein – wohl in jedem Haushalt vorhandenes – USB-Netzteil oder eben per Batterien.

Weggefallen ist – neben dem Anschluss für ein eigenes Netzteil – auch die Klinkenbuchse für ein Pedal. Das wurde am VT-3 genutzt, um den Bypass auch per Fußschaltung aktivieren zu können. Was ich schon immer überflüssig fand, da man am Voice-Transformer nun mal in den seltensten Fällen immer beide Hände voll zu tun hat. Der Wegfall ist also kein Verlust und schafft Platz für die wesentlich nützlichere MIDI-In-Buchse.

Was immer noch fehlt, ist eine Stereo-Line-In, den ich schon beim VT-3 vermisst habe.

Der Roland VT-4 als Audiointerface

Treiber benötigt der VT-4 keine: Einfach an den Testrechner anstöpseln (in dem Fall ein Windows 10 Notebook), wenig später meldet der Vollzug und das neue Interface ist betriebsbereit. Als mögliche Eingabegeräte werden dann MIX (der Sound, der über Line-Out rausgeht, wird aufgezeichnet), WET (das Effektsignal wird aufgezeichnet) und DRY (das trockene Signal wird aufgezeichnet) angeboten, als Ausgabegeräte OUT (Ausgabe über Line-Out und Phones-Buchsen, aber ohne Effekte) und TO MIC IN (Ausgabe über VT-4, abhängig vom Signal, das über die Mic-In-Buchse eingeht). Dazu kommt noch ein TO CARRIER: Hier kann der Sound eines externen Synthies, der in den TO CARRIER-Bereich des USB-Anschlusses geleitet wird, als Trägersignal für die Vocoder-Stimme verwendet werden. Besagter External-Carrier wird (wie beim Volume vorhin) über die Robot-Taste beim Einschalten plus KEY-Regler aktiviert oder deaktiviert.

Der VT-4 ist auch als Audio-Interface einsetzbar

Der VT-4 ist auch als Audiointerface einsetzbar

Der Roland VT-4 in der Praxis

Der VT-4 kommt mit fünf Effekten: Robot, Megaphone, Vocoder und Harmony. Außerdem lässt sich auch das Reverb als Solo-Effekt nutzen, wenn man den Bypass-Button betätigt hat. Für jeden dieser Effekte sind vier Variationen verfügbar, die über die Tastenkombination Effekt+Memory-Taste 1-4 aufgerufen werden können. Die Bandbreite ist da ebenso ordentlich wie der Klang, da ist für fast jeden Anwendungszweck etwas dabei: Den Roboter in verschiedenen Oktavlagen, das Megaphone auch als Radio- oder Strobo-Effekt, den Vocoder unter anderem als Talk-Box oder Spell-Toy, Harmony in verschiedenen Akkord-Zusammenstellungen (+5, +3, +3/-4 und +3/+5) und das Reverb auch als Dub-Echo, Tempo-Delay oder Echo. Damit kann man gut arbeiten – und falls nicht, halt noch ein wenig weiter schrauben, bis es passt. Möglichkeiten gibt es da mehr als genug, lassen sich doch alle Effekte auch kombinieren; Harmony plus Vocoder plus Megaphone? Einfach mal ausprobieren, wie es klingt. Und dann sind da ja auch noch die Regler für Formant, Pitch und Echo bzw. für die Tonarten für Harmony; oder man schließt anstelle eines Mikros ein Instrument an. So wird aus der kleinen Kiste schnell eine riesengroße Spielwiese, auf der man meist wesentlich länger herumtollt als ursprünglich geplant. Ohne es am Ende zu bereuen, das macht schon verdammt viel Spaß.

Der wird noch mal potenziert, wenn man den Roland VT-4 über ein MIDI-Kabel mit einem MIDI-Keyboard verbindet. Der Voice Transformer schaltet daraufhin automatisch in den Robot-Modus; das Stimmensignal wird dann über die auf dem Keyboard gespielten Noten, Läufe oder – bei zusätzlich betätigter Harmony-Taste – auch über gegriffene Akkorde manipuliert. Denkbar ist da natürlich auch, zuvor aufgezeichnete MIDI-Daten aus einer DAW zuzuspielen.

Zusammen mit dem Pitch- und dem Formant-Regler ist das  insgesamt schon ein äußerst formidabler Vocoder, kein Vergleich zu dem da eher limitierten Effekt im Vorgänger. Übrigens muss man – um den MIDI-Effekt abzuschalten – nicht umständlich die Kabelverbindung wieder auflösen; es reicht, die Robot-Taste zu betätigen, um in den normalen VT-4 Modus zurückzukehren. Einziger Haken: Der Robot-Modus selber steht dann nicht mehr zur Verfügung: Drücke ich nämlich die entsprechende Effekttaste (oder eine Taste auf dem Keyboard), ist der MIDI-Modus wieder scharfgeschaltet. Da würde ich mir eventuell für Rolands nächsten Voice Transformer dann einen separaten (Ab)schalter wünschen, um die Sache vollends perfekt zu machen.

Die Autotune-Funktion arbeitet meist zufriedenstellend. Diese lässt sich stufenlos von Off bis Max anpassen und korrigiert tonale Entgleisungen fast immer zuverlässig; nur bei kapitalen Ausreißern gibt’s schon mal kleine kurze Schwankungen, bei maximaler Einstellung wird auch schon mal der falsche Halbton erwischt. Dass das Ergebnis dann recht künstlich klingt, liegt in der Natur der Sache – Autotune klingt eben immer nach Autotune.

Nach Orange und Discogrün jetzt mal seriös in Schwarz

Nach Orange und Discogrün jetzt mal seriös in Schwarz

Und dann ist da noch …

Einige zusätzliche Features für den Praxisbetrieb liegen recht versteckt unter etwas komplexeren Tastenkombinationen; das ist eben der Preis, wenn man ein Gerät kompakt halten und nicht mit Bedienelementen überfrachten will. Dazu gehören zum Beispiel eine zuschaltbares Noise-Gate zur Unterdrückung von Rückkopplungen, ein Low-Cut-Filter zum Filtern von tiefen Frequenzen und ein Enhancer, um hohe Frequenzanteile zu verstärken.

Über die Tastenkombination Robot+Key kommt man überdies an die Einstellungen für den MIDI-Sende- und Empfangskanal, die Bandbreite des Formanten, für den Monitor-Modus und die Lautstärke-Balance zwischen USB-Audio-Eingangssignal und Mikrofon-Eingangssignal. Sogar die Gesamtlautstärke des Gerätes lässt sich kontrollieren und ändern – wobei es dann endgültig tricky wird. Auch wenn ich sonst kein Freund davon bin, aus dem Handbuch abzuschreiben, will ich Ihnen diesen kleinen Auszug aus dem Manual nicht vorenthalten: „Die Anzahl der leuchtenden Scene Memory-Taster [1] – [4] bezeichnen die Gesamtlautstärke des Geräts. Der [MEGAPHONE]-Taster leuchtet, wenn der Wert zwischen 10-19 liegt, der [ROBOT]-Taster leuchtet, wenn der Wert bei 20 liegt. Beispiel: bei „18“ leuchten die Anzeigen der Scene-Memory-Taster [1], [3] und [4], sowie der [Megaphone]-Taster.“

Alles klar?

Dass die Handbuchschreiber auch sonst Humor haben, beweist folgender Satz aus Muttis „Junge, fahr vorsichtig“-Schublade: „Lassen Sie das Gerät beim Umdrehen nicht fallen.“

Nee, keine Sorge Mutti.

Fazit

Sollte Roland damals den VT-2 in der Bezeichnungskette ausgelassen haben, um zu demonstrieren, wie groß der Sprung vom VT-1 gewesen war, so müsste der VT-4 jetzt aber mindestens VT-6 heißen – so groß sind die Unterschiede zum Vorgänger ausgefallen. Das nüchterne, kleine Kästchen ist randvoll mit nützlichen und teilweise überraschend guten Features: So findet sich zum Beispiel neben einem leistungsstarken Vocoder mit MIDI-Option und drei anderen sehr guten, praxisnahen Effekten mit zahlreichen einfach zu bedienenden Manipulationsmöglichkeiten auch eine Autotune-Funktion. Dazu begeistern auch viele durchdachte Kleinigkeiten wie die Möglichkeit, den VT-4 zwecks Scene-Backup als USB-Laufwerk an den Rechner zu hängen oder das Gerät im Batterie-Modus zu betreiben. Dass man dann hin und wieder das Handbuch bemühen muss, um mit wilden Tastenkombinationen noch weiter in die Struktur des VT-4 einzudringen, sei da verziehen. Klar hätte man das mit zusätzlichen Reglern und einem kleinen Display eleganter lösen können, doch wäre das auf Kosten des Preises und der Kompaktheit des Roland VT-4 gegangen.

So viel Spaß wie bei diesem Test hatte ich schon lange nicht mehr – und ich habe in den letzten Monaten sicher eine Menge überzeugende Hard- und Software testen dürfen. Was mich zu der eingangs gestellten Frage führt: Muss ich aus meinem VT-Duo jetzt ein Trio machen? Antwort: Definitiv ja!

Plus

  • kompaktes Gehäuse
  • guter Klang
  • gute Sounds
  • leistungsstarker Vocoder, …
  • … der auch über ein externes Keyboard per MIDI angesteuert werden kann
  • Auto-Tune Funktion
  • vier Presets pro Effekt
  • Acht Speicherplätze …
  • … plus zusätzliche Backup-Möglichkeit mit VT-4 als USB-Laufwerk
  • läuft auch im Batteriebetrieb
  • auch als Audiointerface einsetzbar
  • intuitives Bedienfeld (zumindest in den wichtigen Funktionen)
  • Reverb auch einzeln nutzbar
  • getrennte Regler für Formant und Pitch

Minus

  • Kopfhörerausgang etwas schwach auf der Brust …
  • … und zudem nicht getrennt vom Line-Out regelbar
  • kein analoger Stereoeingang für Line-Signale

Preis

  • Ladenpreis: 222,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    lightman  AHU

    Ich hab mir damals den VT-3 gekauft und setze ihn nach wie vor ein, weniger für Vocals als als Effektmaschine für meine Klangerzeuger. Den VT-4 hab ich mir genau angesehen, als er rauskam, und auch viele Demos angehört, klingt super und hat wirklich ’ne Menge tolle Funktionen, die aber noch stärker in Stimmenbearbeitung gehen, als das beim VT-3 der Fall ist, daher muß ich ihn in meinem Setup erst mal ausprobieren. Der Test hier macht jedenfalls Lust darauf, danke dafür.

    Optisch gefällt mir der VT-4 auch besser als der AIRAisierte VT-3 mit seinem albernen grünen Rand, den fand ich persönlich nie wirklich stylisch, eher panne, genauso wie die anderen Produkte der Serie. Übler Xbox-Look in Grün und Schwarz.

    Ansonsten kann ich nur empfehlen, die Dinger mal anzutesten, damit geht mehr, als es auf den ersten Blick scheint.

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    Marco Korda  

    Es ist gut, dass Roland da nachgebessert hat. Zunächst fällt die deutlich verbesserte Optik auf. Der Autor nennt es erwachsen, dem kann ich folgen. Die vorherige Version ist mit verspielt noch nett umschrieben. Jetzt sieht es nach einem kaufbaren Effektgerät aus, das ernst zu nehmen ist.

    Klanglich fand ich die Harmony-Sektion in den o. g. Beispielen ausgesprochen gelungen, wenn das sicherlich auch Geschmacksache ist. Robot hat mich weniger überzeugt, Vocoder überraschte mich mit einer für den Preis ganz brauchbaren Verständlichkeit.

    Über die Menüführung schweigt man sich besser aus. Es gibt zwar einige klare Verbesserungen, aber die „neuen“ Untermenüs sind sicherlich nicht unbedingt ein intuitiv nutzbares Stilmittel. Sehr schlecht: nach Beenden des Midi-Spiels kann man nicht zurück in den Robot-Modus? So etwas finde ich unverständlich. Man kann nur hoffen, dass es da ein Software-Update gibt, das Abhilfe schaffen kann.

    Der Artikel liest sich total gut. Mir fehlt nur eine persönliche klangliche Bewertung der Sektionen im Einzelnen und das tatsächliche Austesten der Batterielaufleistung, denn hier wird ja gerne mal gelogen, dass sich die schwarzen Tasten biegen… Andererseits habe ich mich gefragt, wozu man das Gerät überhaupt mobil benötigt. Vielleicht mal zur Bandprobe oder zum Gig und man hat das Kabel vergessen vielleicht.

    • Profilbild
      m.steinwachs  RED

      DIe Batterielaufleistung werde ich hier an dieser Stelle dann mal nachreichen, momentan läuft die Kiste bei mir über USB. Aber ich werde da mal Batterien einsetzen.

      Und – du kommst schon von MIDI zurück in den Robot-Modus; dazu musst Du dann halt das MIDI-Kabel abziehen. Elegant geht aber anders.

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    Marcel Halbeisen  

    Besten Dank für den tollen Bericht, das Teilchen begeistert mich von Stand weg :-) In der Schweiz bereits für CHF 181.- erhältlich, ist das ja fast ein Schnäppchen wenn man hört was es alles kann.

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    dAS hEIKO  

    Der VT war schon immer ein Gerät „zum gleich essen“. Sofort kommt man an das, was man möchte: Robotervoice, ohne sich gleich einen Eventide zu kaufen und die restlichen 784 Presets nicht zu nutzen. Für die, die ersnthaftes Pitchshifting nutzen möchten gibt es zwar teurere, aber eben auch speziellere Maschinen.
    Seltsamerweise gibt es seit dem VT1 kaum Konkurrenz. Vielleicht, weil Roland das einfach gut gemacht hat.

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    Markus Schroeder  RED

    Offentsichtlich hat der VT-4 alles gehalten was er versprochen hat und noch einiges mehr dazu.

    Was noch genial gewesen wäre, wenn es MIDI-Steuerung gäbe, um die ganzen Tatstenkombos / Betriebseinschränkungen zu umgehen, da offensichlich USB-Klassenkompatibel wäre es z.B. das für den mobilen Gig optimal.

    Auf jedenfall ein gut kllingender Hardware-Vocoder für wenig Geld. War ja auch nicht umsonst unter meiner „Produkt des Jahres“-Auswahl für 2018.

    :D

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      polycake

      Es gibt beim VT-4 jede Menge Möglichkeiten der Steuerung via MIDI-Sysex inkl. vieler Parameter, die nicht über die Oberfläche erreichbar sind.

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    Son of MooG  AHU

    Ich hatte mal für kurze Zeit einen VT-1, der mir jedoch wegen fehlendem MIDI zu eingeschränkt war. Schön, dass Roland das nun beim VT-4 verbessert hat. Wäre praktisch, wenn es dafür noch eine Möglichkeit zur Befestigung an einen Mikro-Ständer gäbe…

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      m.steinwachs  RED

      Stimmt. Bei mir steht es derzeit wegen der Erreichbarkeit neben mir auf einem aktuell nicht genutzten Boxenständer – ist aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

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    strassen

    Es wird kein Treiber benötigt? Meins ist heute gekommen und wurde an meinem Mac gar nicht erkannt. Auf der Website gleich mal den richtigen Treiber heruntergeladen (gibt es auch für Windows) und oh Schreck: Mein MacBook liess sich ab sofort nicht mehr starten! Zweieinhalb Stunden und viele Rescue-Anläufe später konnte ich wieder vollständig booten. Gleich die Treiber deinstalliert und lasse nun schön die Finger davon. Ist überhaupt ein Schmarren: In der Treiberanleitung steht, dass man das Gerät jedesmal vom USB abhängen muss, wenn der Computer ein System-Update erhält, da man den Treiber sonst erneut einzurichten hat. Programmieren geht anders. Schade, Roland. Also grosse Vorsicht an alle Macuser: Unbedingt vor der Treiber-Installation ein frisches Backup des Systems erstellen!

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        strassen

        Das kann gut sein, ist mir aber nicht wert, es nochmals zu versuchen. Hat schon genug Zeit verbraten. Das Ding kommt nun ins Studio, kriegt ein USB Ladegerät und wird ins Audio Interface verkabelt. Schon doof, dabei hatte ich es gerade wegen der Angabe in diesem Test, es benötige keine Treiber, sofort für mein mobiles MacBook bestellt. Weil ich gerne zwischendurch auf dem Sofa sounde, war das integrierte Audio Interface des VT-4 mit der von mir missverständlich angenommenen Class Compliant der entscheidende Kaufgrund. Ich dachte, ein einziges USB-Kabel dran hängen und los geht’s. ;-)

        Aber halb so wild. Ich drücke den Mac-Usern da draussen die Daumen, dass es bei euch auf Anhieb reibungslos läuft! Mein MacBook (2016) ist softwareseitig übrigens komplett auf dem neuesten Stand.

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      m.steinwachs  RED

      Ich hab es – wie geschrieben – „nur“ auf einem Windows 10-Rechner getestet, da lief es völlig problemlos, Treiber hatte sich Windows alleine gezogen.

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        strassen

        War kein Vorwurf. Es las sich halt so geschmeidig und dann haben meine Finger im Schweizer Onlineshop gezuckt. ;-) Hätte mich definitiv erst schlau machen sollen. Drum schreibe ich hier, damit dieser Fehler anderen nicht auch passiert.

  8. Profilbild
    strassen

    Übrigens, der VT-4 selbst macht einen guten, stabilen Eindruck und klanglich echt Spaß! Dass einige Einstellungen nur über bestimmte Tasten- und Drehkombinationen zu erreichen sind, hätte Roland besser lösen können. Gerade seltene Funktionen weiß man doch oft nach zwei Jahren nicht mehr wirklich und das Manual ist dann möglicherweise längst verschwunden (hier wären unsere vier Katzen dafür zuständig).
    Zu proprietären Treibern: Ich arbeite auf zwei Computern. Auf dem mobilen Mac teste ich verspielt Soundgeräte aus und installiere haufenweise Treiber, Demos etc.
    Im Studio lasse ich nichts, aber auch gar nichts ran, das nicht absolut notwendig ist (v.a. keine Extensions, die dann ständig im Hintergrund laufen). Vor zwei Jahren hatte mein Studiorechner den großen Crash. Nichts ging mehr, was laut den IT Profis von Ableton eben genau an den proprietären Treibern lag, die sich irgendwie nicht mehr verstanden. Leider waren auch meine Backups längst von dem Problem betroffen, sogar das Deinstallieren aus den Backups half nichts, weil solche Treiber tief ins System eingreifen. So durfte ich dann alles komplett neu aufsetzen. Drum ist einfach schade, dass viele Hersteller für die einfache USB-Audio/Midi-Übertragung nicht (mehr) die vorhandenen Treiber von Mac und Windows verwenden. Was ist mit „Plug and Play“ geschehen?

    • Profilbild
      Marcel Halbeisen  

      Das Manual kannst Du ja jederzeit als PDF herunter laden:
      https://www.roland.com/de/support/by_product/vt-4/owners_manuals/fe06e6c3-264f-4349-bffd-3655d423e83a/

      Ich lade alle Manuals immer als PDF herunter (wenn nicht möglich scanne ich sie ein) und lege sie auf dem Mac-Desktop und in meinem iPad app, ähh ab ;-) Das mache ich aber nicht weil meine Katzen die Teile zerfetzen würden (die dürfen gar nicht ins Musikzimmer rein) sondern weil ich im fortgeschrittenen Alter die kleinen Manuals gar nicht mehr richtig lesen kann ;-)

      Und da ist doch auch ein nettes Schmankerl im Manual vom VT-4 drin:
      Mittels Key-Regler D kann die „Save Time“ bestimmt werden die nach Beschreibung „bestimmt die Zeit, nach der der Bildschirmschoner aktiviert wird“…

      • Profilbild
        m.steinwachs  RED

        Stimmt, die meisten Manuals kommen inzwischen in der Größe eines Pixi-Buchs (die Älteren wissen sicher noch, was das ist ;-) ), mit einer Schrift, die irgendwo im Bereich von Pica 2 liegt. Ein Hoch auf die Zoom-Funktion in PDF-Dokumenten (ich bin ja nun auch nicht mehr der Jüngste, und die vielen Jahre vor dem Bildschirm machen die Augen auch nicht besser).

        Das mit dem Bildschirmschoner ist mir dann aber trotz Kleinschrift auch aufgefallen. Ich habe es für eine versteckte Botschaft des Manual-Verfassers für einen ausländischen Geheimdienst gehalten, anders lässt sich dieser krude Hinweis kaum deuten :-)

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