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Test: Rupert Neve Designs MBC, Mastering Konverter

11. Dezember 2020

Neve goes digital - Jetzt erst recht!

rupert neve designs mbc test

Rupert Neve Designs MBC, Mastering Konverter

Achtung, Seltenheitsgarantie! Ein gänzlich neues Produkt von Rupert Neve Designs – der erste dedizierte A/D-Konverter, gespickt mit analogem Limiter und bewährter Class-A Transistortechnik, wie man sie von Neve kennt und liebt. Ein gänzlich neuer Baustein aus der Pro-Audio Himmelsriege, mitentwickelt von der „#1 audio personality of the century“, Rupert Neve persönlich.

Die Bedeutungsschwere des Umstands, dass Rupert Neve Designs sich eine gänzlich neue Produktkategorie erschlossen hat, gemessen an der Verantwortung eines solch geschichtsträchtigen Unternehmens, erschließt sich dem Leser wahrscheinlich am ehesten, wenn man einen Nebensatz aus dem Press Release zum Gerät wiedergibt: „Jahre des sorgfältigen Hörens“ habe man bis zum abgeschlossenen Produkt investiert. Den meisten Unternehmen würde man eine solche Aussage bei Zeiten wohl nicht mehr abnehmen, aber beim großen N ist das bislang noch „irgendwie was anderes“.

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Es ist auch ein Zeichen der Zeit. Produktionsansätze haben sich stark geändert, es passiert so viel „In the Box“, und den klassischen Mastering Engineer erreichen deutlich mehr Stücke, deren Summe bereits ausgiebig prozessiert wurde, als jemals zuvor. Die bereits in der Szene manifestierten Rupert Neve Designs RMP-D8 Preamps mit digitalen Ausgängen erfreuten sich seit Veröffentlichung bereits großem Zuspruch und gewannen in einigen Produktionshäusern sogar bereits das Rennen gegen andere, nur für die Summe gebauten, Konverter. Der Schritt, auch etwas in dieser Richtung zu bauen und mit weiteren Funktionen zu versehen, lag somit nahe.

Rupert Neve Designs MBC

Der Rupert Neve Designs MBC in seiner Gänze.

Prinzipiell folgt das Gerät in seiner Idee dem altbekannten Portico Busprozessor: als Hybrid moderne und „bewährte“ Aspekte miteinander zu vereinen. Allerdings geht man hier einen Schritt weiter und reduziert die Möglichkeiten der analogen Klangformung auf ein essentielleres Niveau – liefert dafür aber Wandlung wie eine üppige digitale Ausgangssituation mit, welche das Gerät dafür prädestiniert, am Ende jedweder analoger Signalketten zu sitzen und den Mix (oder das Master) entweder übertragerlos oder durch den farbenfrohen Übertragerweg in seiner ganzen Detailgetreue inklusive „Mojo“ abzugreifen. Durch die „Beigabe“ eines musikalischen wie vielseitigen Limiters wird dieses Prinzip noch unterstrichen.

Anschlussmöglichkeiten und Ersteindruck des Neve MBC

Zunächst einmal fällt dem Nutzer auf, dass das Gerät für seine Größe von stattlichem Gewicht ist – einen Großteil dessen wird wohl das solide Gehäuse des Gerätes zu verantworten haben. Sämtliche internen Komponenten wurden auf wundersame Art und Weise geschrumpft, worauf man im Hause Neve besonders stolz ist. Einen großen Ringkerntrafo als Netzteil sowie handgewickelte, ringkern-förmige Übertrager sucht man im Inneren vergebens, ohne auch nur irgendeinen sonischen Abstrich dafür machen zu müssen.

Rupert Neve Designs MBC

Verdammt ungewohnt: Ziemlich kleines Netzteil im Rupert Neve Designs MBC

Das altbekannte Farbschema sticht sofort ins Auge – dunkles blau, rote, silberne und dunkelblaue Potentiometer. Es ist und bleibt einfach unverkennbar.

Auf der Rückseite befindet sich zunächst einmal ein Wordclock Ein- und Ausgang, danach ein digitales Trio an Ausgängen: AES, Optical und S/PDIF Coaxial sorgen für eine großartige digitale Anschlussvielfalt. Sämtliche Ausgänge werden zeitgleich beschickt und können auch gemeinsam abgegriffen und an unterschiedliche Ziele gesendet werden. Rechts neben den Ausgängen sind kleine Kippschalter untergebracht. Mit dem einen lässt sich der Peak-Hold im Meter aktivieren bzw. deaktivieren, mit dem anderen lässt sich festlegen, ob der Hold für den maximalen Peak auf der 22 segmentigen LED-Skala eine oder drei Sekunden lang andauern soll. Als Eingang für die Zuspielquelle dienen TRS-XLR-Kombibuchsen von Neutrik.

Rupert Neve Designs MBC

Blick auf die Rückseite des Rupert Neve Designs MBC

Äußerliches: Limiter und Metering

Auf einer HE findet man hier einen analogen Limiter, üppig proportionierte Übertrager, Netzteil und A/D-Wandlung mit eigener Clock. Was zunächst zwar nach einer ziemlich gestauchten Bedienoberfläche anmutet, wird durch eine extrem aufgeräumte wie intuitive Kopfplatte widerlegt. Links und rechts auf dieser befinden sich die Einstellungen für den analogen Limiter sowie die Aufholung, die 20 dB Gain pro Seite bereit hält. Betrachtet man die Serie von vier verschiedenfarbigen, 31-schrittig gerasterten Potentiometern pro Kanal von links nach rechts, so zeigt sich zunächst jener für die Grenzfrequenz des Sidechain-Filters.

Rupert Neve Designs MBC

Channel A des RND MBC

Mit diesem lässt sich nach dessen Aktivierung über den darüber liegenden Drucktaster ein Tiefpass zwischen 20 und 250 Hz einstellen, der dafür sorgt, dass der Limiter auf Informationen unterhalb dieser Grenzfrequenz nicht anspricht. So lassen sich mit größter Einfachheit kohärente und sinnvolle, das gesamte Frequenzspektrum betreffende Ergebnisse erzielen, inklusive knackigem und unangestrengtem Low End.

Rechts daneben befindet sich das rote Gain-Potentiometer; mit den 20 hier anliegenden dB holt man allerdings nicht auf, was der Limiter weggedrückt hat, sondern fährt in selbigen hinein, was für dieses Gerät tatsächlich auch aufgrund seiner präzisen Einbindung großen Sinn macht. Hierzu jedoch später mehr. Rechts daneben fällt der Blick auf das Potentiometer zu Festlegung des Thresholds; dieser reicht von ca. +2 dBfs (over) bis -14 dBfs, gefolgt vom Potentiometer zur Festlegung der Releasezeit des Limiters. Die Skalierung dessen reicht von 50 ms bis zu einer Sekunde, gestaltet sich aber in der praktischen Nutzung variabel, was den Limiter sehr musikalisch klingen lässt. Je stärker die Information der Dynamik ist, die den Threshold überschreitet, desto schneller reagiert er auch auf diese. Hat man langsame Release-Zeiten eingestellt, klingt er fast ein wenig wie „der“ VCA-Buskompressor und sorgt für die zusätzliche Schippe Druck in der Snare nach dem Transienten; bei schnelleren Werten isst er sie genüsslich auf – bis zu dem Punkt, zu dem es dem Nutzer beliebt – was für eine großartige Kontrolle und für überraschende klangliche Vielseitigkeit sorgen kann.

Rupert Neve Designs MBC

Channel A am Rupert Neve Designs MBC

Sämtliche Potentiometer am Gerät sind 31-schrittig gerastert und angenehm zu bedienen. Könnte man beide Kanäle des Geräts durch diesen Umstand bedingt zwar präzise aufeinander abstimmen, so wird diese Aufgabe aber durch den verbauten Channel-Link noch einfacher. Interessant am Link-Modus für die Limiter Funktion ist allerdings, dass trotzdem in beiden Kanälen grob die selben Einstellungen getroffen werden müssen, damit dieser präzise funktioniert. Das Gerät erkennt in diesem Falle, auf welchem der beiden Kanäle das Eingangssignal am meisten limitiert wird und repliziert die Settings fortan auf dem anderen Kanal. Hat man die selben Einstellungen an beiden Kanälen vorgenommen, aber nicht den Link aktiviert, findet das Limiting Kanal-unabhängig statt.

Rupert Neve Designs MBC

Blick auf Channel B am Rupert Neve Designs MBC

Die links und rechts verbauten Level Meter sind 22-segmentig und in den wichtigen Lebenslagen (ab 5 dBFS) in 0,5 dB Schritten extrem gut abzulesen, auch die darunter liegenden Meter für die Gain Reduction tun dem keinen Abbruch.

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Wandlung und Übertrager des MBC

In der Mitte des Gerätes spielt die Musik: Hier lassen sich zum einen die Sample Rate einstellen (44,1 bis 192 kHz) und der Limiter bypassen, des weiteren auch die eingebaute Word Clock aktivieren. Leuchtet das darüber liegende LED grün auf, besteht ein aufrechter Clock Sync. Gibt es an dem Gerät zwar sowohl einen Word Clock Ausgang als auch einen Eingang, so brüstet sich Neve damit, hier eine absolute High-Grade Clock in das Gerät eingebaut zu haben, mit welcher man getrost den Rest des Studios im Takt halten könne. Die verbaute A/D ist tatsächlich eine Weiterentwicklung und Ausarbeitung jener, welche erstmalig im RMP-D8 zum Einsatz kam. Je nach use-case und Arbeitsumgebung lässt sich das Gerät frei nach Gusto auf -14, -16 über den Standard -18 oder auf -20 dBFS kalibrieren. Die Akkuranz, in der genau das passiert, wird bei Betätigung des „ADC CAL“-Tasters von einem angenehmen Relais-Klicken unterstrichen.

Rupert Neve Designs MBC

Optionen zur Kalibrierung am Rupert Neve Designs MBC

Als letzte Bedienelemente sind die Taster und das Potentiometer für die von Rupert Neve Designs als „Analog Drive“-Schaltung betitelten Ausgangsübertrager zu nennen. Hier gibt es zunächst den „Transformer In“ Taster, mit dem sich der Übertragerpfad zum Leben erwecken lässt. Der rechts daneben befindliche Taster mit der Aufschrift „Silk“ sorgt für die Aktivierung der Sättigungsstufe des Übertragers. Leuchtet dieser blau auf, so wird sich bei der durch das Poti fahrbaren Sättigung auf die tieffrequenten Anteile konzentriert. Drückt man den „Silk“ Taster ein weiteres Mal, leuchtet dieser rot auf und die Höhen werden von der Sättigung bevorzugt. Aktiviert man einfach nur den Übertrager, lässt aber die Finger vom „Silk“, tut sich auch bereits eine Menge im Subtilen. Wie sich das genau äußert, erfahrt ihr im nachfolgenden Praxisteil.

Praxis: Klang und Nutzbarkeit

Rupert Neve Designs MBC

Der Rupert Neve Designs MBC in der Totalen

Obwohl das Gerät natürlich für den Master- oder Mixbus prädestiniert ist, lässt sich hiermit so einiges anstellen. Der Limiter ist als extrem musikalisch, gütig, aber gleichzeitig auch abschätzbar charakterisierbar. Egal ob in der Tracking Situation auf Vocals, Klavier oder natürlich Drums – nutzt man ihn in moderateren Einstellungen bereits To Tape oder gar in einer Live- oder Bühnen Situation, spart man sich hinterher eine Menge Arbeit im Mix.

Aufgrund der extrem versatilen Release-Zeiten kann er wie ein Leveler wirken, wie ein Buskompressor oder eben wie ein etwas flotter ansprechendes Gerät (schnellste Releasezeit = 50 ms). Auch und gerade im Bezug auf die Aufnahme der Stimme glänzt der Übertragerweg geradezu, vor allen Dingen in der roten, sich auf die Höhen konzentrierenden „Silk“ Sättigung.

Man könnte das Übertragerverhalten als klassische Neve Färbung bezeichnen – man sollte natürlich kein Pärchen heiß gefahrener 1073er erwarten; die möchte man allerdings auch wohl kaum auf dem Master Bus haben. Der Konverter an sich ist das wirklich krasse Gegenteil zu diesem Bild. Kurz gesagt: Ich glaube nicht, dass es noch viel „flatter“ geht. Dieses flache und quasi „unberührte“ Low End kennt man weder als Lynx- noch als Burl Nutzer, und die Stereobühne/Soundstage des Geräts gestaltet sich schlichtweg breit. Und hier ist genau der Punkt, den man als MBC Nutzer gerne und schnell vergessen mag: Man kauft und zahlt hier nach wie vor vordergründig für einen AD Konverter – nicht für einen Limiter mit Übertragerweg.

Rupert Neve Designs MBC

Ein Übertrager am Rupert Neve Designs MBC

Die aus Portico und Konsorten bereits bekannte Sättigung des Rupert Neve Designs MBC könnte man, genau wie den Limiter, als extrem gütig und anreichernd wie verdichtend charakterisieren. Trotz anderer verbauter Komponenten: Wem die Silk Schaltung bereits aus anderer neve-Peripherie bekannt ist, wird sich wohl fühlen. Unten herum kann er das Lowend ganz schön anschmieren – genial für Folk/Rock/Pop Tracks. Hier gibt es nicht wirklich ein gut oder schlecht bei der Einstellung, wie viel man hier hinzugibt und für welche Art der Sättigung man sich entscheidet ist Geschmackssache, kann aber in einem für eine deutliche Verbesserung der Übertragung seines Mixes auf Konsumer-Endgeräte sorgen – vor allem im Lowend Bereich. Was hier passiert, ist einer Art der Abrundung gleichzusetzen, welche sich in einem zusammenfügenden und subtil wärmenden Charakter äußert, natürlich zum Preis von weniger Definition und Abhebung im jeweils gewählten Bereich.

Aktiviert man lediglich den Übertragerweg ohne „Silk“ und vergleicht mit dem übertragerlosen, bemerkt man vor allen Dingen die kanalunabhängige Prozessierung des Signals durch leichte Änderungen im Stereofeld; des weiteren bekommt das Signal eine ganz subtile „Pappigkeit“, vielleicht etwas à la 2520 Aufholer /API 2500? Es ist faszinierend, wie das Gerät in allen Lebenslagen stets absolute Moderne ausstrahlt, ohne von der unverkennbaren Neve-Kolorierung Abstand nehmen zu müssen.

Einen wichtigen Faktor der Moderne stellt natürlich auch die „clipbarkeit“ des Konverters dar, das heißt: Die AD ganz gezielt etwas zu übersteuern. Hier schlägt sich der MBC in Ordnung, aber man merkt, dass er hierfür nicht gebaut wurde. Wenn man hier mal 1,5 dB plus reinfährt, ist alles in Ordnung, aber man sollte es bei diesem Gerät nicht damit übertreiben – hier machen andere Mitstreiter ganz klar einen besseren Job.

Rupert Neve Designs MBC

Klare und warme Farben: Passt zum Sound des Rupert Neve Designs MBC

Auf dem Mixbus glänzt das Gerät besonders. Mischt man hier „aus der Box“, bzw. in meinem Falle, aus dem Summierer hinein, so wertet man seine Signalkette auf, kann sich auf vertrauensvolle Art und Weise an den Metern orientieren und bereits eine Summenbearbeitung vornehmen, die das Mischen beschleunigt und den Ausführenden dreimal darüber nachdenken lässt, ob er vor der Mastering Arbeit noch ein Premastering mit weiteren Plugins vornimmt. Mischt man mit einer Konsole, helfen einem musikalisches Limiting und leichte Summen-Kolorierung dabei, seinen Mix auf wettbewerbsfähiger Lautstärke möglichst natürlich durchführen zu können. Weder das Clocking, noch das Arbeiten in verschiedenen Sample-Rates in Verbindung damit bereiteten in einem Monat Testzeitraum auch nur ein einziges Mal Probleme, sowohl die analoge als auch die digitale Komponente des Gerätes arbeitet absolut zuverlässig und vertrauenserweckend.

Rupert Neve Designs MBC

Klein, aber oho: Hier findet sich einiges auf 1 HE am Rupert Neve Designs MBC

Anhand eines Audiobeispiels möchte ich die Vielseitigkeit des Rupert Neve Designs MBC verdeutlichen. Konzentrieren wir uns zunächst auf den Übertragerweg. Allen Anfang macht ein Beispiel, in welchem kein Processing durchgeführt wurde, das Material wurde lediglich durch den Konverter des MBC aufgenommen. Darauf folgt ein Beispiel mit einem musikalischen Limiting (Peak bei -5 dB GR), mittlerer Release-Zeit und deaktiviertem Übertrager. Danach mit aktiviertem Übertragerweg ohne Silk, danach mit jeweils red und blue und dem dazugehörigen Textur Regler auf Anschlag. Hier kann man sich die verschiedenen Charakterzüge der unterschiedlichen Sättigungswege verdeutlichen und auch gut verstehen, was der analoge Weg bereits ohne die Analog Drive Einstellungen ausmacht.

Als nächstes folgen Beispiele mit extremer Gain Reduktion, um die Charakteristik des Limiters zu verdeutlichen – auch zeige ich hier, welchen Unterschied der aktivierbare Sidechain macht. Hier hört man einmal das Limiting mit langsamster und einmal mit der schnellsten Releasezeit, jeweils mit aktiviertem und deaktiviertem Sidechain-Relais. Gerade mit dem Sidechain Filter hört man die sage und schreibe zehn Dezibel wohl kaum. Zu guter Letzt folgt die stun-Einstellung: hier gehen alle Lämpchen an (d.h. die -14 dB Lampe schlägt voll aus) – in den leisen Phasen des Materials geht der Limiter allerdings auch komplett wieder aus – hier liegen also echte mindestens 14 dB GR vor – hört ihr die? Ich höre die nicht. Viel eher gefällt mir ziemlich gut, was ich hier höre. Das Gerät lädt also förmlich dazu ein, bereits in der Mixstage hineinzumischen.

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Fazit

Für wen der Rupert Neve Designs MBC geeignet ist, lässt sich schwer definieren, weil er eigentlich jedem in unserer Riege extrem nützlich sein kann. Es muss eben, wie immer, einfach passen. Hier bekommt man zunächst einen Mastering-Grade Konverter mit versatilem digitalen Breakout und stabilem Clocking geliefert, einen absolut genialen Limiter sowie ein wertvolles Pärchen Ausgangsübertrager der meistgeliebten Farbe „Neve“.

Dieses Gerät eignet sich für in-the-box Produzenten, Live Engineers, große und kleine Produktionshäuser sowie natürlich Mastering-Arbeiten. Es bietet riesigen Mehrwert in Tracking, Mixing, Premastering und Masteringsituationen, beschleunigt die Arbeit in sämtlichen Lebenslagen ungemein und sorgt mit Nachdruck und vor allem der Reduktion des nötigen Processings bei „in the Box“-Produzenten dafür, dass am Ende ein qualitätsvolles Ergebnis auf dem Tisch liegt. Du suchst einen Buskompressor? Einen Hardware Limiter? Den wohl bekanntesten Transistorsound, den die Geschichte jemals hervorgebracht hat, in verschiedenen Variationen? Eine top-notch Mastering A/D? Eine stabile Master Clock? Search no more!

Bist du aber ein moderner Brot-und-Butter Produzent und kaufst dir die AD essentiell für die Conversion und auch mal zum clippen, würde ich woanders zuerst schauen. Es ist eine Charaktersache, wofür man sich hier entscheidet, mit dem Rupert Neve Designs MBC erhält man einen wirklich glasklaren Konverter und holt sich bei Bedarf etwas „Brizzeln“ vom Übertrager. Beispielsweise in einem Burl BA hat man von Natur aus ein etwas „blumigeres“ Low End und ein analogeres Gefühl, einen Crane HEDD oder Dangerous Convert kann man viel besser ins Clipping treiben. Hier sollte sich jeder selbst für die Waffe der Wahl entscheiden dürfen – Fakt ist aber mit Sicherheit, dass die Konverter im MBC zu den klarsten gehören, wenn sie nicht sogar die klarsten sind, die ich jemals hören durfte – ob man das nun mag oder nicht. Ein anderer Fakt ist aber eben auch, dass wir uns hier preislich am oberen Ende der Konverter-Nahrungskette bewegen, und wer weiß, wie lange man überhaupt noch einen bekommt? Wie mir zu Ohren gekommen ist, brannte die Fabrik der japanischen Marke AKM, welche die Konverter-Chips für den MBC, wie für viele anderen Geräte verschiedener Marken auch herstellte, unlängst ab und bemüht sich zur Zeit um Outsourcing.

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Versatilität

Preis

  • 3.999,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      swellkoerper  AHU

      Ähnlich gelagerte Geräte (High End AD/DA mit Mojo) aus der jüngeren Vergangenheit wie der API A2D oder UA 2192 kosten oder kosteten ungefähr dasselbe, sind aber mittlerweile gebraucht recht günstig zu haben. Wenn viel Wert auf eine charakteristische Färbung durch die analoge Eingangsstufe gelegt wird, wage ich zu behaupten, dass die feinsten Nuancen eines top-modernen Wandlerchips nicht so in Vordergrund treten wie bei Geräten, die auf absolute Neutralität hin getrimmt wurden.

  1. Profilbild
    Django07  

    Ein schönes Stück Technik und zugleich schwierig im Produktportfolio zu verorten. Ohne DA kann ich das gute Stück nicht rein digital integrieren. Ich benötige also noch einen hochwertigen DA-Wandler. Für einen hybriden Masteringansatz schade…

    Ein Stereo-Limiter (+Kompressor) aus gleichem Hause (Portico 5043) kostet weniger als die Hälfte. Für die 2000 Euro Differenz kriege ich einen sehr guten AD/DA-Wandler – einen Antelope Pure 2 oder einen RME ADI-2 Pro.

    Das Schöne an analogen Geräten ist, dass sie bei richtigem Umgang und Pflege den Besitzer für den Rest seiner Schaffenszeit begleiten können bzw. wertstabil sind. Ich vermute, dass ein 5043 – oder zwei 5017 – in zehn, zwanzig Jahren wenig an ihrem Nutzen verlieren und auch einen Käufer finden werden – bei Geräten mit rein digitaler Schnittstelle ist das nicht ausgeschlossen, aber schwieriger.

    Wahrscheinlich sind meine Punkte aber Quatsch und ich habe lediglich nicht erkannt, wie das Teil eingesetzt werden soll… Danke für den detaillierten Test mit Blick ins innere des Geräts und den wirklich aussagekräftigen Audio-Beispielen.

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