Test: Rupert Neve Designs Portico 545, Enhancer

30. September 2018

Einfach, aber gut

Wenn es um den perfekten Gesangssound bei großen Liveshows geht, legen Profis Wert auf kompromisslose Qualität. Obwohl es heute Digitalpulte mit allen möglichen integrierten Prozessoren gibt, nutzen zahlreiche Tontechniker nach wie vor kostspielige Sideracks, die mit allerhand technischen Leckerbissen gefüllt sind. Auf den Livebühnen rund um den Globus ist für den Gesang oder die Sprache im professionellen Lager nicht selten der Portico 5045 anzutreffen, ein Stereo-Prozessor im 19-Zoll Format, der es in der Live-Sound-Umgebung ermöglicht, das Mikrofonsignal vor dem Feedback um bis zu 20 dB anzuheben, ohne dabei negative Auswirkungen auf den Klang des Quellsignals zu haben. Egal, ob bei der Oscar-Verleihung oder auf Tour mit Weltstars wie Madonna, Taylor Swift und Paul Simon, der Portico 5045 hat das Leben vieler Tontechniker enorm erleichtert, das behaupten die Anwender. Auf der jüngsten InfoComm 2018 im Juni in Las Vegas hat Rupert Neve Designs nun den Portico 545 angekündigt, die Mono-Version des 5045 für das 500er Format. AMAZONA.de gehört zu den ersten, die dieses Gerät in den Händen halten können – und euch mit diesem Testbericht einen Überblick verschaffen.

Portico 545

Portico 545 in drei Ansichten

Einige Stimmen von namhaften Tontechnikern zum Portico 5045

Vincent Casamatta (Maroon 5, Halsey): „The 5045 is the one piece of hardware I can’t do a show without. It let’s me eq the mic for how I want it in the mix instead of worrying about feedback. It’s especially game changing when the vocalist is out in front of the mains.“

Andy Meyer, FOH Engineer (Madonna, Justin Timberlake): „Without the 5045, I wouldn’t be able to do my job.“

Paul Gallagher, FOH Engineer (CHVRCHES): „It’s great for shutting the mic down when it’s not in use, while leaving the envelope of the source sounding natural. We are using 965 capsules – they can be sensitive, so it’s great for getting more gain without building up feedback. I’ve found since using the 5045, reverbs and delays sound tighter.“

Diese Videos der Profis sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache

Andy Meyer, Madonna Tontechniker Live

Todd Hartmann, Head of Audio, Austin Stone Worship

Was kann der Portico 545 denn jetzt?

Der Portico 545 Primary Source Enhancer kann genau das, was die 5045 Rackversion auch so beliebt gemacht hat. Er macht das Signal lauter und ermöglicht es dem Tontechniker, Mikrofonsignale (Gesang, Sprache, Instrumentenabnahme, …) in der Live-Sound-Umgebung vor eintretendem Feedback um bis zu 20 dB anzuheben.

Portico 545

Portico 545

Infobox zur besseren Einschätzung von 20 dB

Aus Sengpiel Audio:

– 20 dB Pegeländerung sollen den Faktor 4 (vierfach) bei der empfundenen Lautstärke und Lautheit ergeben
– 20 dB Pegeländerung ergeben den Faktor 10 bei der gemessenen Spannung und dem Schalldruck
– 20 dB Pegeländerung ergeben den Faktor 100 bei der berechneten Schallleistung und der Schallintensität

Forum
  1. Profilbild
    Michael Krusch  

    So ganz hab ich das besondere an dem Gerät nicht verstanden.
    Ist es ein Noise Gate?
    Und was ist an Analog so besonders, alle Hardware-Noisegates, die ich kenne, sind analog.

  2. Profilbild
    psv-ddv  AHU

    Die Kommentare der Profianwender lassen auf ein sehr leistungsfähiges Gerät schliessen.
    Vielleicht sogar für Studiotrixereien interessant.
    Leider kann ich anhand Deines Artikels die Funktionsweise bzw. den Unterschied zu einem analogen Noisegate nicht nachvollziehen.
    Ich kann da falsch liegen, aber es entsteht der Eindruck, Du hättest das Teil selbst auch nicht so ganz verstanden.

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Nun ja, es ist für mich tatsächlich eine Form von Noisegate. Und weil hier sicher der Name des Herstellers ordentlich mitschwingt und das Gerät dabei aber auch guten Nutzen liefert wird es wahrscheinlich von den Profis eingesetzt. Überprüfen konnte ich das natürlich nicht. Deshalb muss ich mich auf meine Recherche im Web verlassen. Das typische an diesen Neve Designs Geräten ist meist der analoge Aufbau. Und diesen Vibe möchte ich mit meinem Testurteil „gut“ und nicht „sehr gut“ unterstreichen. Warum sind beispielsweise analoge Bodenpedale für die Gitarre in vielen Fällen so viel beliebter als die digitalen Pendents? Wärme im Sound? Ist das alles? Also analoge Technik oder sogar rein diskrete Schaltungen heben sich durchaus von massenweise produzierter Digitaltechnik ab, wo es insbesondere auch auf die Qualität der Wandler ankommt.

  3. Profilbild
    wolftarkin  

    Ich verstehe den Plus Kasten nicht.
    Analoger Aufbau? Wenn das Ergebnis stimmt, ist mir das Innenleben doch egal.
    Das kann doch alleine kein Bewertungskriterium sein.
    Gerät für Profis? Das ist ein Pluspunkt? In Anbetracht des zwiespältigen Fazits und der ersten beiden Kommentare habe ich das Gefühl, der Pluskasten wurde mit heisser Luft gebläht.
    Und die Kommentare der Profianwender sind die üblichen Testimonials. Schreibt man PR heute so?

    • Profilbild
      p.ludl  RED

      Hallo wolfarkin. PR soll dieser Bericht natürlich nicht sein. Ich selbst war überrascht, so viele positive Kommentare von Anwendern des Doppelpacks zu sehen beziehungsweise zu hören. Und diese Meinungen wollte ich euch nicht vorenthalten.

      • Profilbild
        wolftarkin  

        Ups, mein letzter Satz könnte etwas missverständlich sein. Ich meinte nicht, das dieser Test als PR geschrieben ist. Sondern was früher einfach PR von Promis war, heute Testimonial heisst? Die verlinkten Videos sind ja auch vom Neve-Kanal.
        Also die (verlinkten) Zitate sind PR, dieser Test nicht. :-)

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